Woher bekomme ich einen Hamster?

Diskutiere Woher bekomme ich einen Hamster? im Ratgeber Forum im Bereich Hamster; Fragen vor der Anschaffung: Kann ich wirklich 2 - 4 Jahre für dieses Tier sorgen, ihm ein Zuhause geben, es füttern, versorgen und ihm...
Fragen vor der Anschaffung:

  • Kann ich wirklich 2 - 4 Jahre für dieses Tier sorgen, ihm ein Zuhause geben, es füttern, versorgen und ihm Zuwendung geben?
  • Habe ich das nötige Kleingeld für Unterbringung, Futter und evlt. Tierarztbesuche?
  • Habe ich die nötige Zeit mich mit meinem Tier zu beschäfftigen?
  • Was ist im Urlaub, habe ich jemanden, der das Tier in meinem Urlaub versorgen kann?
  • Wie sieht es mit Allergieen aus?
  • Sind meine Mitbewohner/ meine Familienmitglieder einverstanden mit der Anschaffung?
  • Habe ich genügend Platz?
  • Habe ich genügend Gedult und Respekt vor dem Tier, damit ich es trotzdem bei mir behalte, auch wenn es vielleicht nie zahm wird?
  • Hamster sind nachtaktiv, es gibt Einige unter ihnen, die sich nie zeigen, wenn das Licht noch an ist, komme ich auch damit klar?
  • Tiere können auch mal beissen, bin ich dennoch bereit für das Tier zu sorgen?
  • Und nun, woher bekomme ich mein Tier?



Woher bekomme ich meinen Hamster?


Der Zoofachhandel



Der erste Gedanke den die meisten Leute haben, wenn sie ein Kleintier zu sich holen möchten, ist der, in den Zoofachhandel zu gehen und sich dort ein Tier zu kaufen.
Ich zähle Ihnen hier verschiedene Gründe dagegen auf und natürlich Alternativen dazu:

Verständlich, dass man an den Zoofachhandel denkt, denn es heißt ja auch Fachhandel, man glaubt also auch daran, dass man da fachlich beraten wird von Leuten die es gelernt haben.

In der Realität sieht es aber zu oft anders aus. Es sind keine Tierexperten sondern Verkäufer. Diese haben die Aufgabe Ihnen Produkte zu verkaufen, am besten die teueren. Logisch, man will Gewinn machen.

Die Bedürfnisse und Gesundheit der Tiere bleiben da oft auf der Strecke.

Die Tiere aus Zoohandlungen kommen fast immer von Massenzüchtern, aus sogenannter Boxenhaltung (wie es in Versuchslaboren üblich ist)
Meist werden sie auf langen Transportwegen zu den einzelnen Abnehmern (Zooläden) gekarrt, Verluste sind dabei an der Tagesordnung.
Die Tiere sind nicht ausreichend sozialisiert, werden zu oft zu früh von den Muttertieren getrennt und werden meist in zu kleinen Schauboxen im Zoohandel "ausgestellt".
Richtig schlimm ist es dann, wenn nachtaktive Nagetiere genau neben den laut zwitschernden Vögeln leben müssen.

Die Verkäufer sind nicht immer in der Lage die Geschlechter richtig zu bestimmen und nicht selten bekommen Käufer dann trächtige Tiere verkauft und bald steht Zuhause eine böse Überraschung an.

Kranke und tote Tiere werden vor Ladenöffnung aussortiert und zu sogenanntem "Frostfutter" für Reptilien. Ein Tierarzt der sich um die Tiere kümmern könnte, wäre zu teuer für einen Handel der auf Gewinn aus ist. Es würde sich nicht lohnen eine Maus für mehrere Euro behandeln zu lassen, obwohl man diese für wenige Cent beim Größzüchter (Vermehrer) einkaufen kann.

Und das sind nur einge, wenige Gründe sich kein Tier im Zooladen zu kaufen.
Tiere "freikaufen" gibt es nicht.
Im Endeffekt wirft man den Leuten das Geld in den Rachen die für unglaublich viel Tierleid sorgen.
Bitte auch Finger weg von sogenannten Mitleidskäufen.

Natürlich bestimmen Ausnahmen die Regeln, aber die "guten" Zooläden sind nunmal schwer zu finden und noch schwerer zu erkennen, vor allem für Anfänger in der Tierhaltung.

Wir rate daher absolut von Zooladenkäufen ab!



Das Tierheim

Wer aus dem Tierheim Tiere addoptiert macht auch was für den Tierschutz.

Wenn man daran denk ein Tier zu sich zu holen, kommt dem ein oder anderen bestimmt auch der Gedanke ans Tierheim. Oft denken die meisten Leute aber, dass es im Tierheim nur alte und ungewollte Tiere gibt, die vielleicht nicht mehr viel Zeit auf unserer Erde haben, aber diese Annahme ist schlicht falsch.

Im Tierheim warten vor allem junge Tiere, aus ungewollten Würfen oder ehemalige "Weihnachtsgeschenke" auf eine neue Chance.
Auch Hamster in verschiedensten Farben kann man im Tierheim entdecken.
Nebenbei macht man wieder Platz für neue Notfälle.

Man sollte also immer erst einmal in die Tierheime der Umgebung fahren und da nachsehen ob man nicht einem "Notfellchen" ein tolles Zuhause bieten kann.



Die Hamsterhilfen und privaten Pflegestellen

Ob nun die Hamsterhilfen, Nagerhilfen, oder Private Pflegestellen, hier sind sie immer richtig, wenn sie ein Kleintier zu sich holen möchten.
Die Hamsterhilfen sind immer befüllt und freuen sich über Abnehmer die ihren Pfleglingen ein gutes, neues Zuhause bieten wollen.
Auch stehen die Pflegestellen einem immer mit Rat und Tat zur Seite und können einem mit ihrer Erfahrung helfen.
Man kann sich sicher sein, dass die Tiere in gesundem Zustand und nicht trächtig sind und man kann vorher schon etwas über den Charakter des Tieres erfahren.

Die Tiere sind alles "gerettete" Tiere, aus schlechter Haltung oder von ungewollten Würfen und Ähnliches.
Man hat hier also wieder den angenehmen Nebeneffekt, dass man einem Notfall geholfen hat und Platzt für ein neues Notfellchen in der Pflegestelle schafft.

http://www.hamster-in-not.de/

http://www.hamsterhilfe-suedwest.net/

http://www.hamsterhilfe-nrw.de/

http://hamsterhilfe-nord.org/

http://www.nagerschutz.de/



Private Züchter

Wer die Vorgeschichte seines Hamster kennen möchte, eine bestimmte Farbe oder Art sucht oder einfach nur seinen Liebling auch aufwachsen "sehen" möchte, kann sich auch an einen Züchter wenden.

Hier gilt es jedoch zu unterscheiden, es gibt viele schwarze Schafe!

Wie ein seriöser Züchter sein sollte:

  • Seine Hamster leben alle artgerecht in großen Behausungen, dem richtigen Futter, und der richtigen Einrichtung und der Züchter scheut sich nicht Bilder davon auszustellen.
  • Der Züchter kennt den Stammbaum seiner Tiere und kennt sich mit der Genetik und der Farbgebung seiner Hamster genauestens aus. ( Vorsicht bei Züchtern die die Farbgebung nicht beherrschen! )
  • Der Züchter hat klar definierte Zuchtziele und wählt seine Tiere dementsprechend aus. Auch nimmt er Tiere, die nicht zur Zucht geeignet sind aus der Zucht, egal wie hoch die Empathie zu dem Tier auch sein mag.
  • Er lässt seinen Tieren zuchtpausen und züchtet nicht auf Bestellung.
  • Er hat klar definierte Abgabebedingungen, Schutzverträge und Schutzgebühren.
  • Er berät die neuen Besitzer und steht auch nach der Vermittlung noch den neuen Besitzern beratend zur Seite.
  • Er nimmt seine Tiere zurück, sollten diese nicht mehr vom Abnehmer gehalten werden können.


Die Kleinanzeigen

Mitlerweile werden viele Tiere über die Kleinanzeigen vermittelt.
Auch Pflegestellen nehmen immer mal wieder Notfälle auf, die in den Kleinanzeigen standen, weil diese oft nicht artgerecht gehalten werden bei ihren Vorbesitzern.

Scheuen sie sich nicht, ein Tier aus den Kleinanzeigen bei sich aufzunehmen, sollten sie eines bei sich in der Umgebung finden.

Ein gewisses Risiko birgt dies jedoch; Es könnte sein, dass man ein krankes oder trächtiges Tier bekommt. Darum sollte man sich das Tier bei der Abholung genau ansehen.

Wenn man Anfänger in der Hamsterhaltung ist, sollte man sich vielleicht vorher überlegen, ob man wirklich das Geschlecht und die Art richtig bestimmen kann, bevor man sich einen Hamster aus den Kleinanzeigen holt, denn viel zu oft haben die Ersteller, also Besitzer der Hamster selbst falsche Informationen.
 
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