Stress während der Fütterungszeit

Diskutiere Stress während der Fütterungszeit im Ernährung und Fütterung Forum im Bereich Pferde; Hallo Seit ungefähr anderthalb Jahren hat Bohème einen neuen Boxennachbar. Anfangs war der Wallach noch recht zurückhaltend, aber inzwischen...
iesca

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Hallo

Seit ungefähr anderthalb Jahren hat Bohème einen neuen Boxennachbar. Anfangs war der Wallach noch recht zurückhaltend, aber inzwischen reagiert er zunehmend aggressiv, wenn gefüttert wird. Unabhängig davon, ob es Heu oder Kraftfutter gibt. Die Boxen sind mit Holzwänden voneinander abgetrennt und vorne zum Teil vergittert. Die Wand zwischen diesen beiden Boxen ist inzwischen so hoch, dass sie nicht mehr drüberschauen können. Trotzdem schlägt der Wallach zur Fütterungszeit gegen die Wand oder wirft sich richtiggehend dagegen. Zum Teil steigt er auch und versucht nach Bohème zu beissen. Letztens waren es zwischen ihrer Kruppe und seinen Zähnen gerade mal noch 20 cm Abstand. Jetzt habe ich, je länger je mehr, den Eindruck, dass sich Bohème durch dieses Verhalten gestresst fühlt.
So beobachte ich, dass sie überdurchschnittlich oft pisselt, wenn ich sie kurz vor der Fütterungszeit in die Box stelle oder generell kurz bevor gefüttert wird, wenn der Wallach ebenfalls in der Box ist. Zudem gibt sie einen Teil der Aggressionen an den anderen Boxennachbarn weiter. Seit Herbst hatte sie zudem zwei Mal hinten ein dickes Bein. Beide Male wohl vom Ausschlagen gegen die Boxenwand, wenn es ihr zuviel wird. Grundsätzlich ist sie sehr ranghoch und schwer aus der Ruhe zu bringen.
Die Wand zwischen den Boxen lässt sich nicht mehr weiter erhöhen. Ausserdem bezweifle ich, dass das etwas bringen würde, da er sie ja jetzt eigentlich kaum mehr sieht. Zum Pony auf der anderen Seite der Box ist er längst nicht so aggressiv.
Mal ganz abgesehen davon, dass ich es nicht sonderlich toll finde, dass es drei Mal am Tag Theater beim Füttern gibt, macht mir auch Sorgen, dass sie jetzt zum zweiten Mal innerhalb von kurzer Zeit ein dickes Bein hat.
Habt ihr eine Idee, ob oder was man noch tun könnte, damit auch für Bohème die Fütterungszeit etwas entspannter wird. Wenn sie das Futter erstmal haben, herrscht einigermassen Ruhe. Seit Bohème ihr Futter vom Boden bekommt, hat sich da die Lage deutlich entspannt.
Ein Boxenwechsel im Stall dürfte unter Umständen schwierig werden, da die einzige freie Box reserviert ist und die Box neben dem Wallach aus eben den Gründen nicht unbedingt beliebt.
Ich bin um jede Idee dankbar.

Lg iesca
 
Steffi2

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Hi Iesca,

das Problem mit dem Füttern hatte ich im alten Stall auch extrem - einer der Gründe, warum mein Pferd im November umgezogen ist.
Meine hatte (obwohl sehr ranghoch) beim Fressen immer Stress. Scheinbar hat sie dauernd gegen die Boxenwände getreten, wodurch dann schließlich auch der blöde Unfall ausgelöst wurde (mir hat das vorher natürlich keiner gesagt :mad:). Als ich sie dann in eine Eckbox stellen ließ (nach endlosen Diskussionen mit dem Stallbesi) und sie mit ihrem Kopf Richtung Nachbarbox fressen konnte, war der Stress plötzlich vorbei. Ich vermute mal, dass die andere Stute sie vorher am Hintern genervt hat und sie deshalb getreten hat. Als die dann auf der anderen Seite stand, haben sie sich zwar auch nicht besonders gut verstanden, aber es ging.

Könnte man nicht das Pony, das auf Bohèmes anderer Seite steht, neben den Wallach stellen?
Sind sie alle zusammen auf der Koppel oder stehen sie nur im Stall zusammen?
Wird zuerst deine gefüttert oder der Wallach?
Hat der Wallach genug Bewegung?
 
iesca

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Hallo

Auf der anderen Seite neben Bohème ist eine Eckbox und der Besitzer will sein Pferd nicht umstellen. Er hat sogar beim Einzug explizit nach einer Eckbox verlangt. Auf der Weide sind sie einzeln, aber die drei Weiden grenzen aneinander. Bohème war eine Zeitlang mit dem Pferd auf der anderen Seite zusammen auf der Weide, hat den dann aber ziemlich verprügelt, weil er aufsitzen wollte und grundsätzlich nicht kapieren wollte, dass er zu weichen hat, wenn sie das will, obwohl er sie eigentlich als ranghöher angesehen hat. Seitdem will der Besitzer nicht mehr, dass sie zusammen rauskommen. Das ist der mit der Eckbox.
Der Wallach wird zuerst gefüttert. Bohème immer nach ihm. Er fängt mit dem Theater an, sobald Fütterungszeit ist und jemand das Heu holt.
Tendenziell hat er wohl eher zuwenig Bewegung. Durch das Schlagen gegen die Boxenwand hatte er sich Anfang Dezember verletzt, durfte lange nur Schritt gehen und hatte auch keinen Weidegang mehr. Da hat es sich verstärkt. Er ist jetzt fast 7-jährig, mitten in der Flegelphase und die Besitzerin hat eigentlich zu wenig Zeit für ihn. Damit er ausgelastet ist, müsste sich wahrscheinlich zwei Mal am Tag jemand mit ihm beschäftigen.
 
Steffi2

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Oh je, na das sind ja prima Voraussetzungen...
Ich tippe darauf, dass er es nicht mehr so schlimm machen würde, wenn er ausgelasteter und damit auch ausgeglichener wäre.
Und wenn ihr probeweise mal das Pony neben ihn stellt? Vielleicht stört ihn das ja nicht so sehr...

Wo wird dem Wallach denn das Heu hingelegt? Meine konnte es ja nicht leiden, wenn das Pferd neben ihr in Richtung ihres Hintern gefressen hat. Nachdem das durch den Boxenwechsel gelöst war, ging es eigentlich ganz gut.
 
iesca

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Ich hatte mit der Besitzerin auch schon überlegt, ob man nicht Pony und Wallach tauschen könnte. Dann wäre das Pony zwischen Bohème und dem Wallach und er hätte auf der anderen Seite einen Hengst. So könnte man zumindest rausfinden, ob er spezifisch ein Problem mit Bohème hat oder ob er sich generell so aufführt. Sobald er sein Futter hat, ist Ruhe und auch wenn Bohème nicht daneben steht, wenn gefüttert wird, tobt er wohl nicht so extrem rum.
Das Problem ist nur die Besitzerin. Das Pony gehört auch ihr, da wäre der Wechsel kein Problem, aber sie hat sich irgendwie damit arrangiert. Ich weiss auch nicht, ob sie in der letzten Zeit mal zurr Fütterungszeit im Stall war und gesehen hat, wie er sich aufführt.
Heu bekommt er vorne neben die Boxentür. Bohème frisst parallel daneben und hat das Heu einfach etwas mehr noch Richtung Ecke.
Edit: Wenn er normal geritten wird und auf die Weide kommt, ist das Verhalten während der Fütterungszeit besser, aber auch nicht weg.
 
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Ich glaube dann solltet ihr einfach mal die Boxen tauschen. Zu mehr Bewegung wirst du die Dame kaum anregen können. Auch wenn das dem Pferd vermutlich mehr helfen würde...:rolleyes:
 
iesca

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Ich habe mich gestern noch einmal mit ihr unterhalten. Jedenfalls kann sie nachvollziehen, dass ich nicht sonderlich begeistert davon bin, dass Bohème dicke Beine hat, weil ihr Pferd während der Fütterungszeit so ein Theater macht. Sie hat versprochen mit dem SB zu reden, dass man die Boxenwand auf der anderen Seite vom Pony höher macht und dann versuchen wir es, ihre beiden Pferde umzustellen.
Sie ist auch mit beiden Pferden in einer etwas blöden Situation. Als sie den Wallach gekauft haben, hatten wir noch einen alten Springreitlehrer und Bereiter im Stall, der zum Kauf geraten hat, unter anderem mit den Worten, dass er ja auch noch da ist und bei Problemen helfen, sowie das Pferd bereiten kann. Ein knappes halbes Jahr später ist er an einem Schlaganfall gestorben und seitdem steht sie mit dem Pferd quasi allein da. Ich habe nur ein wenig Mühe damit, wie sie die Gesamtsituation händelt und es dann eben schleifen lässt, anstatt sich am Riemen zu reissen. Da merkt man halt schon, dass sie erst 19 und ein wenig verwöhnt ist.
 
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So, du bist also so spät auch noch wach. :D

Na, das hört sich doch gar nicht so schlecht an. Ich hoffe, dass Bohème dann mehr Ruhe hat und auch der Wallach zur Ruhe kommt.
Und ihr habt im Stall niemanden sonst, der dem Mädel helfen könnte? Schon blöd, wenn man sich auf einen anderen verlässt und der vorzeitig aus dem Leben scheidet...:( Vielleicht reißt sie sich ja zusammen und geht die Arbeit mit dem Wallach an. Es wäre dem Tier und dem Mädel zu wünschen.
 
iesca

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Mal abgesehen davon, dass ich nicht den Eindruck habe, dass sie daran wirklich grosses Interesse hat, fällt mir niemand ein. Diejenigen, die dem Pferd reiterlich gewachsen wären, sind entweder 'nur' RBs, eben weil sie nicht genug Zeit für ein eigenes haben oder haben dann mit ihren eigenen genug zu tun. Der Stall ist sehr klein mit 15 Pferden, wovon 2 quasi in Rente sind. Der Rest verteilt sich auf 4 Spanier, die zum Teil auf hohem Niveau Dressur geritten werden, aber eher ängstliche Reiter haben, ein westerngerittener Tinker, ein ehemaliger Galopper, der vor allem ins Gelände geht, aber auch in der Halle etwas Dressur geritten wird, ein älteres Springpferd, das von insgesamt 3 oder 4 Leuten bewegt wird, weil jeder für sich zu wenig Zeit hat. Dann haben wir noch einen zügellahmen Oldenburger mit Rückenproblemen, von dem der Besitzer sagt, der absolut unbemuskelte und knochige Rücken sei rassebedingt, ein ausrangiertes Militarypferd, das vor allem ins Gelände geht und sonst gemütlich in der Halle geritten wird und einen älteren, dressurmässig gut ausgebildeten Wallach, der von drei RBs bewegt wird. Dann bin da noch ich und die Besitzerin einer vierjährigen Stute. Ihr würde ich vom reiterlichen her zutrauen, mit dem Wallach zurechtzukommen, aber sie hat mir ihrer Stute genug zu tun.
Ich würde den Wallach nicht mal geschenkt haben wollen. Er springt zwar Häuser, aber ist gleichzeitig einer von der Sorte, der ausserhalb des Parcours erst rennt und dann denkt und in der Halle, wenn ihm was nicht passt, gerne mal buckelt oder sich auch mal an die Bande schmeisst. Dazu kommt, dass die Dressurausbildung zugunsten des Springens ziemlich vernachlässigt wurde. Definitiv nicht mein Fall Pferd, auch wenn es mich schon irgendwo reizen würde, ihn mal quasi probe zu reiten. Aber gesamthaft wäre ich mit dem Pferd wohl schlicht überfordert. Für die unmittelbare Zukunft sehe ich da ja ein wenig schwarz. Sie will Medizin studieren und hat bereits jetzt ohne Studium nur mit mehreren Nebenjobs zu wenig Zeit für die Pferde. Wie sie das mit einem Medizinstudium unter einen Hut bringen will, ist mir ja absolut schleierhaft, aber da lasse ich mich gerne positiv überraschen.
 
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