Reiter.. Was uns ausmacht.

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Bourrin

Bourrin

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Immer wieder werde ich mit großen Augen, oder auch zu oft mit spöttischen Blicken angeschaut, wenn ich sage, dass ich Reiter sei, und auch ein eigenes Pferd besitze. Schließlich seien Pferde ja total unnütz in unsererm Jahrhundert."Pferde stinken und verursachen nur Ärger!", "Reiten, einfach eine Snob-Sportart". Ja an allen Vorurteilen ist leider immer auch etwas Richtiges dran. Stanley kostet mich schon einen kleinen Haufen Geld, ich hätte jetzt einen schönen Mittelklasse Wagen haben können, mit Ledersitzen und allem Pipapo.

Aber jeder liebevolle Reiter geht eine Symbiose mit seinem Pferd ein, wir profitieren im emotionalen, und auch oft im sportlichen Sektor. Bei richtiger Haltung verlängern wir das Leben eines Pferdes und sorgen dafür, dass es sich glücklich fühlen kann. Wenn unser Pferd glücklich ist, sind auch wir glücklich. Die meisten Reiter erlernen, beim Umgang mit dem Pferd erst richtig wie kleinlich man eigentlich sein muss, um ein Lebewesen richtig verstehen zu können.

Der perfekte Reiter muss in meinen Augen kein Profi sein, sondern ein Mensch, der ein großes Einfühlungsvermögen und Respekt für Pferd & andere Menschen aufbringen kann. Jedes Mal wenn ich auf einer Messe die aufgeblasenen Reiter sehe, und wie sie die Ressourcen um sich herum schamlos ausnutzen, kommt mir das kalte Kotzen. Ich spreche vor allem von den Leuten die ein Pferd als Gegenstand wahrnehmen und nicht als Begleiter unseres Lebensweges.

Jeder mag anderer Auffassung sein, aber ich bin mir sicher, dass mit meiner Meinung nicht allein bin.
 
Steffi2

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:applaus: Na da kann ich nur voll und ganz zustimmen!
 
Schnucki1

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Verstehen kann da eh nur Jemand der das Gefühl kennt was man für seinen ganzen Aufwand von den Pferden zurück bekommt, das ist halt unbezahlbar und nicht umsonst sogar eine Sucht für die mann auch in der übelsten Wetterlage alles in Kauf nimmt nur um dieses Glücksgefühl zu bekommen. Leute die Pferde als Gegenstand ansehen haben da auch keine Ahnung von und die zähl ich einfach zu der Sorte Mensch die unsere Wegwerfgesellschaft und Nimmgesellschaft, die auch allgemein dadurch immer Beziehungsunfähiger wird, immer öfter aus dem Boden schiessen lässt.
 
Finchen2

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Also, ich wollte nie ein Haustier haben. Ich dachte immer (genau wie du oben beschrieben hast,Bourrin) dass sie "Dreck" machen. Ich glaube aber, mein eigentliches Problem war, dass ich mich nicht zu sehr an ein Tier gewöhnen wollte, weil ich wusste, dass ich es irgendwann verlieren würde. (Mit Haustier meine ich aber auch eher Meerschweinchen oder sowas;-) )

Aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich unser Voltigierpferd nie mehr missen möchte! Die Arbeit mit ihr und meinen Voltigierkindern oder auch mit den Großen lenkt mich von allem ab! Wenn es mir schlecht geht, dann ist das mein Halt und es gibt keinen besseren! Man hat Verantwortung fürs Pferd und man gewöhnt sich daran. Und das Schönste ist doch, wenn man merkt, dass man zum Pferd Vertrauen fasst und dass das Pferd vor allem auch einem selbst vertraut. Ich habe sie für eine kurze Zeit geritten, als unsere RB krank war und ein paar Wochen ausfiel. Triga muss von einem erfahrenen Reiter geritten werden, weil sie sonst macht, was sie will. Abgesehen davon ist sie schon sehr weit ausgebildet, was die Dressur angeht. Ich würde mich nicht zu den erfahrenen Reitern zählen, aber unsere RL war in jeder Dressurstunde, in der ich unser Stütchen geritten habe hin und weg, weil Triga sich so super benommen hat. Sie war ebenfalls der Meinung, dass unsere Stuti einfach wusste wer da oben drauf sitzt. Was nicht heißen soll, dass sie Angst hatte. Sondern eher, dass sie mich am besten von allen kennt, meine Stimme war ihr vertraut. Das war wirklich sehr schön zu hören! Und genau so sollte es auch sein! Das Pferd ist kein Sportgerät. Aber leider ist das in vielen Kreisen so. Sportpferde dürfen nicht auf die Weide, denn sie könnten sich ja verletzen und dann am nächsten Tag das Springen nicht gehen. Und wenn, dann dürfen sie für eine halbe Stunde auf die Weide, aber nur alleine, damit sie sich nicht "kloppen" Unsere Stute steht den ganzen Tag (mind. 8 Stunden) mit ihren 4 Stallgenossen auf der Weide. Klar hat sie Abends manchmal Macken, wenn wir sie reinholen. Sie hatte auch schonmal eine etwas größere Verletzung weil die "Leitstute" sie gebissen hat. Das mussten wir dann ein paar Tage versorgen, aber dann war es wieder gut. Dafür haben wir aber ein Pferd, was ausgelassen ist und sich wohl fühlt!
 
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iesca

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Auch wenn ich mich an manchen Tagen überwinden muss, in den Stall zu fahren, weil zum Beispiel das Wetter einfach zum Davonlaufen ist oder ich dadurch morgens um Viertel vor sechs Uhr aus dem Haus muss und erst abends gegen zehn Uhr wieder nach Hause komme, so gibt mir die Kleine so unendlich viel, dass sich das überhaupt nicht aufwiegen lässt.
Vor allem von meinem Vater bekomme ich immer wieder zu hören, dass das Pferd viel zu viel von meiner Zeit braucht, die ich besser für die Uni nutzen sollte, aber ohne das Pferd, ohne die Stunden im Stall, beim gemütlichen Ausreiten, würde ich meinen Alltag zeitlich wahrscheinlich überhaupt nicht schaffen.
Das Reiten und die Pferde waren das, was mich die Schulzeit und das Mobbing meiner Mitschüler haben überstehen lassen und wenn ich zum Beispiel der Kleinen schon beim ersten Ausritt im neuen Stall die Zügel komplett lang lassen kann oder weiss, dass sie mir, wenn ich sie führe, praktisch überall hin folgt oder beim Schmusen einfach nur die Nüstern an meine Schulter hält und wir mit jedem Tag mehr zusammenwachsen, dann ist es das alles wert. Das sich überwinden, in den Stall zu fahren, wenn es Hunde und Katzen regnet, wenn eigentlich überhaupt keine Zeit ist, kein Weggehen abends und vor allem keine neuen Klamotten, weil ein passender Sattel eben wichtiger ist.
Auch wenn mir die Pferde leid tun, so kann ich es doch irgendwie nachvollziehen, dass die Pferde, die wirklich im Sport gehen nicht oder nur eingepackt auf die Weide lässt. Schliesslich sind irgendwann enorme Summen im Spiel. Wahrscheinlich muss man, wenn man erfolgreich sein will oder auch sein Geld damit verdient, ob jetzt als Reiter oder Züchter, eine gewisse emotionale Distanz zum Pferd aufbauen und wenn man nur erfolgreich reiten kann, wenn man z.B. rollkurt, dann rollkurt man eben. Dann bin ich wieder sehr froh, dass ich mein Geld für mein Pferd ausgeben kann und nicht mein Pferd brauche, um mein Geld zu verdienen.
Wahrscheinlich liegt es auch an den Ställen und der Tatsache, dass ich nicht an Turniere und Messen o.ä. gehe, aber ich habe bis jetzt noch niemanden getroffen, für den sein eigenes Pferd nur ein austauschbarer Gegenstand war bzw. ist.
 
Kicki

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Aber jeder liebevolle Reiter geht eine Symbiose mit seinem Pferd ein, wir profitieren im emotionalen, und auch oft im sportlichen Sektor. Bei richtiger Haltung verlängern wir das Leben eines Pferdes und sorgen dafür, dass es sich glücklich fühlen kann. Wenn unser Pferd glücklich ist, sind auch wir glücklich. Die meisten Reiter erlernen, beim Umgang mit dem Pferd erst richtig wie kleinlich man eigentlich sein muss, um ein Lebewesen richtig verstehen zu können.
Danke :hb:


Der perfekte Reiter muss in meinen Augen kein Profi sein, sondern ein Mensch, der ein großes Einfühlungsvermögen und Respekt für Pferd & andere Menschen aufbringen kann. Jedes Mal wenn ich auf einer Messe die aufgeblasenen Reiter sehe, und wie sie die Ressourcen um sich herum schamlos ausnutzen, kommt mir das kalte Kotzen. Ich spreche vor allem von den Leuten die ein Pferd als Gegenstand wahrnehmen und nicht als Begleiter unseres Lebensweges.
Genau das ist das! Ich finde, wir sind es den Tieren einfach schuldig, ihnen ehrfürchtig und respektvoll engegen zu treten, denn sie sind so gedulig und nachsichtig mit uns. Leider vergessen das manche Leute immer wieder und das macht mich wütend und auch traurig - denn solche Leute haben das Geheimnis nicht verstanden.
Aber auch menschlich formt uns unser Pferd ungemein, wenn wir uns auf es einlassen. Vor über 10 Jahren hat uns unser Kleiner Vertrauen, Vorsicht und Verantwortung beigebracht. Und beide zusammen arbeiten noch heute daran, geduldige, verständnisvolle, selbstkritische, konsequente, leitende, aber freundlich-liebevolle Menschen aus uns zu machen ;)
 
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