Verbesserung der Gänge durch Eisen?

Diskutiere Verbesserung der Gänge durch Eisen? im Dressur Forum im Bereich Reitsport; Mein Pferd ist seit je her Barhufer und kommt damit bestens klar, auch auf hartem, steinigem Boden im Gelände. Insgesamt sind ihre Hufe sehr gut...
M

may087

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Mein Pferd ist seit je her Barhufer und kommt damit bestens klar, auch auf hartem, steinigem Boden im Gelände. Insgesamt sind ihre Hufe sehr gut.
Mein Schmied meinte, als wir uns übers Turnierreiten unterhalten haben, dass man mit Eisen (wegen dem Gewicht) die Gänge noch verbessern kann.
Mich würde jetzt interessieren, ob das für den Dressursport tatsächlich einen nennenswerten Effekt hat.
Ich überlege nun, ob ich zu Beginn der nächsten Saison mal Eisen teste, bin aber sehr skeptisch. Immerhin müsste ich dann den vierfachen (? weiß garnicht genau was er nimmt fürs Beschlagen) Betrag zahlen für etwas, was mein Pferd nicht braucht.
 
Schnucki1

Schnucki1

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Würde ich nie in Erwägung ziehen wenn mein Pferd doch so gute Hufe hat. Von den Kosten mal ganz abgesehen hat man doch auch noch viele Nachteile dadurch, sie können die Eisen verlieren oder sich krumm und schief treten oder abreissen und der Huf wird dabei auch noch in Mitleidenschaft gezogen, da muss man immer aufpassen und kann dann nicht reiten und muss mit viel Pech länger auf den Schmied warten, wenn die sich selber mit den Eisen mal streifen oder Generell beim Treten ist die Gefahr auch viel Höher, der Hufmechanismus kann auf einem Eisen viel schlechter arbeiten als ohne, die Rutschgefahr ist grösser auf bestimmten Böden, im tiefen Schlamm bleiben sie stecken mit viel Pech, im Winter bei Eis und Schnee geht gar nix es sei denn man bezahlt noch mehr für Grip und Stifte, man muss die Beschlagsperioden unbedingt einhalten und wenn sich das aus irgendeinem Grund von seiten des Schmiedes verzögert kann man nicht mal eben selber mit der Feile die Zehe kürzen und das belastet den Bewegungsapperat ernorm und so lässt sich die Liste endlos fort setzen.
Die Gänge kann man auch nicht wirklich so effektiv damit verbessern das ich all diese Nachteile dafür in Kauf nehmen würde, das bisschen was das Pferd mit etwas mehr Kraft treten muss um das Gewicht des Eisens mit zu nehmen ist kaum sichtbar, entweder hat ein Pferd das Gangvermögen und die Schulterfreiheit um Lampen aus zu treten oder es hat es nicht und daran ändern auch Eisen nichts. Mein Wallach hatte einmal in seinem Leben einen Beschlag und der Unterschied war kaum zu erkennen, Gänge kann man nur durch Reiten fördern aber auch dadurch kann man nur zu Tage fördern was das Pferd an Vermögen überhaupt hat. Auch hier darf man nicht zu viel an Vorne denken denn letzendlich kommt der Schwung und die Erhabenheit eines Ganges vom Hinterbein.
Eisen sind für mich ein Eingriff und eine Einschränkung des gesamten natürlichen Bewegungsmechanismus vom Huf angefangen bis nach oben und ich bin immer wieder froh wenn sie nicht ans Pferd müssen, Eisen können im Korrekturfalle und bei Krankheit viel helfen aber sie können wenn man nicht einen Top-Schmied hat (und die sind leider sehr selten) auch viel kaputt machen was man erst über die Jahre merkt.
 
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fanni

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Diesen Tipp hast du vom Schmied??? Da hättest du gleich ins Grübeln kommen müssen, Schmiede verkaufen doch auch Beschlag oder nicht? Ich hätte sofort gefragt, was er selbst denn damit für Erfahrungen gemacht hat ;)(ironisch gemeint). Schnucki hat das schon super ausgedrückt und zusammengefasst, meiner Meinung nach ist das Quatsch mit Soße (brauchst du dem Schmied ja nicht sagen, wenn du mit ihm zufrieden bist) und kann euch beiden nur Nachteile bringen
 
Gwenie

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witzig, dass sofort wieder Vorurteileüber Schmiede und deren "Verkaufsstrategien" kommt.

Es ist durchaus so, dass ein Pferd durch Eisen anders auftritt, die Hufe etwas höher nimmt, ABER das Gangwerk- wie Schnucki schon schrieb die Schulterfreiheit etc muß schon von natur aus vorhanden sein.

Viele nehmen Eisen auf dem Turnier in Kauf weil das Horn durchs auf und abladen, den dortigen Bodenverhältnisen etc sich oft eher abnutzt bzw mal schneller ausbricht als es zuhause der Fall wäre.

Mein Schmied hatte mir damals bei meiner Stute (Gwenie) sogar empfohlen die Eisen abzumachen, wenn sie das zuläßt, weil die Hornqualität es zulassen würde. Leider war sie vom Huf her zu empfindlich und es ging dann nicht.

Und ja man kann das Gangbild etwas mit Eisen beeinflußen. Galina hat vorne Eisen weil sie ohne mit den Hufen übern Boden schleifen würde. Mit Eisen wird sie "gezwungen" den Huf besser abzurollen- sie hat dazu vorne V-Stifte drin, weil sie sonst oft ins Rutschen käme ;)

Also ein guter Hufschmied empfiehlt nur das was wirklich nötig ist!
 
Hestur

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Das Beschlagen mit schweren Eisen ist in der Gangpferdeszene (leider) gängige Praxis. Der vermeintliche Vorteil ist, dass die Pferde mit zusätzlichem Gewicht die Beine mehr "schmeißen", also mehr Aktion bekommen. Im Sinne des Pferdes finde ich das allerdings nicht, ganz im Gegenteil. Viel zusätzliches Gewicht belastet auch den Bewegungsapparat. Man sollte meiner Meinung nach IMMER die Natur des Pferdes respektieren. Manche Pferde haben von Natur aus viel Vorhandaktion, manche eben nicht. Das muss man respektieren - daran herummanipulieren zu wollen ist schlichtweg nicht im Sinne des Pferdes.

Wenn ein Pferd gute Hufqualität hat und ohne Eisen problemlos läuft, gibt es meiner Meinung nach keinen Grund, es beschlagen zu lassen. Auch nicht, dass die Richter die dadurch erzeugten, künstlichen Bewegungen vielleicht besser bewerten.
Mein Pferd ist ihr Leben lang beschlagen gewesen. Dieses Jahr habe ich ihr die Eisen abnehmen lassen und bin dabei geblieben. Sie hat zwar nun etwas weniger Aktion, dafür sind die Gänge aber weniger abgehackt, sondern weicher und geschmeidiger.
 
nanja1

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Waaaah.... sorry aber bei solchen Aussagen krieg ich ....
Neee neee, klar mit Eisen treten viele Pferde unbedarfter zu, weil sie kein Gefühl mehr für den Boden haben. Das führt dann optisch zu dem Effekt:
mehr Gang. Was aber ja totaler Schwachsinn ist.
Dazu das zusätzliche Gewicht was nochmal animiert, aber auch eine zusätzliche Last ist.....

Dabei stören Eisen den Natürlichen Huf/Laufmechanismus....
Klar wenn ein Pferd Eisen braucht aufgrund des Ablaufens, oder wegen empfindlicher Füße, schlechter Hornqualität o.ä....
Immer druf da. Aber nur aus dem Grund "sieht besser aus" nein Danke.
Mein Kleiner lief auf Eisen, wir haben ihn letztes Jahr da runter genommen.
Und er läuft nun deutlich besser, passt auf seine Füße auf und
kommt auch auf dem Tunier besser klar.
 
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Donna01

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Meine ganz persönliche Ansicht ist, das jedes Eisen eigentlich unnatürlich ist und den Huf nur verschlechtern kann, weil er nicht mehr richtig arbeiten kann....
Eisen können auch langfristig keine Gänge verbessern. Wenn überhaupt kann man das nur durch korrektes, gymnastizierendes Reiten erreichen.....
 
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Gwenie

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Danke Fanni für DIESE Ironische Bemerkung- hat auch viel mit dem Thema zu tun! :cool:

Ich weiß nicht warum Hufschmiede immer so verschrien sind, als ob die nur drauf aus sind Eisen unter jedes Pferd zu machen.
Wenn man es mal rein logisch sieht- können sie in der Zeit in dem sie 4 Eisen auf ein Pferd machen, viel mehr Barhufer (vernünftig) ausschneiden.

Aber gut- hatte meine Erfahrungen ja schon dazu geschrieben. ;)
 
iesca

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Ein Hufschmied hat in erster Linie gelernt, ein Pferd korrekt und seinen Bedürfnissen entsprechend zu beschlagen. Daher ist für ihn immer eine und wahrscheinlich auch die erste Option, Eisen zu benutzen.
Ein Hufpfleger, egal, nach welcher Schule er arbeitet, sollte zumindest keine Eisen benutzen und hat gelernt, alles auszuschöpfen, was ohne Eisen geht und da sich Eisen und Barhuf irgendwie widersprechen, ist für ihn die erste Option immer, keine Eisen zu benutzen. Einfach, weil es eine andere Sichtweise ist und er davon überzeugt ist, sonst würde er seinen Beruf nicht ausüben.
Wenn nun aber die erste Option Eisen sind, dann neigt der Schmied wahrscheinlich dazu, schneller zu beschlagen, als es vielleicht nötig ist, genauso, wie der Hufpfleger dazu neigt, ein Pferd zu lange barfhuf zu lassen, obwohl in dem Fall dann Eisen vielleicht doch die bessere Variante wären.
Der Mensch, der Bohème die Hufschuhe angepasst hat, meinte übrigens, er würde empfehlen, immer mit Schuhen zu reiten, damit sich das Pferd gar nicht erst angewöhnt, wenn es sehr steinig wird, auf den weicheren Rand der Wege auszuweichen.
Ich bin übrigens auch der Meinung, dass ein Pferd, wenn es möglich ist, barhuf laufen sollte. Es gibt da so nette Videos bei Youtube, die zeigen, mit welcher Wucht der beschlagene Huf auf dem Boden aufkommt, im Vergleich zum unbeschlagenen. Aber wenn es barhuf nicht geht, weil z.B. die Hornqualität nicht passt, oder die Wege nicht etc. dann ist das Pferd vielleicht mit Eisen doch glücklicher.
Wenn es aber keine Probleme hat, dann würde ich nicht beschlagen lassen, nur um vielleicht die Gänge zu verbessern.
 
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fanni

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Iesca: ja, finde ich auch, bin nur zu faul (und zu beschäftigt), so viel zu schreiben. räusper..
Gwenie: Sorry, ich hatte es gestern abend gelöscht, weil es mir eine zu zickige Antwort (von mir) war, warum es wieder da ist ????
 
Gwenie

Gwenie

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iesca: stimme ich fast so zu.
Hier kommt das ABER :D:
In der jetzigen Zeit wo die Huf"pfleger" (übrigens auch keine soo geschütze Berufsbezeichnung) überall aus den Boden sprießen und es auch Ballungszentren der Hufschmiede gibt (da wo viele nah erreichbar sind) DA lernt auch ein guter Hufschmied immer mehr und freiwillig was über Barhufer und die Techniken des Ausschneidens- er wäre ja schön blöd wenn er sich dan nicht weiterbildet und ihm deshalb sein Kundenstamm davon läuft.

Wie schon gesagt ein guter Hufschmied, sicherlich gibt es hier wie auch bei den Hufpflegern auch schwarze Schafe.

Mein Hufschmied war übrigens der erste der uns empfohlen hat unseren Opi, wegen der Athrose damals auf Barhuf umzustellen- fördert die Durchblutung.....
 
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may087

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also ich werde das wohl sein lassen. Mein Schmied ist im Gangpferdesport aktiv, das muss man vielleicht dazu sagen... Ansonsten meint er auch, dass ich keine Eisen brauche, so lange mein Pferd nicht fühlig geht.
 
W

Wunschtraum

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@iesca: das geb ich dir recht und das ist bei einem Großteil der Hufschmiede sicher auch so. Aber es gibt auch welche die über den Tellerrand raus schauen. Meiner zum Beipsiel :D. Der beschlägt nur, wenn es wirklich nötig ist und ermuntert die Besitzer sogar dazu es mal barfuß zu laufen. Er ist nämlich auch der Meinung, das Barfuß das beste ist.
 
filou2

filou2

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Ich würde dem Schmied auch kein Verkaufsargument unterstellen. Aber ich würde es auch nicht machen, wenn ich ein Pferd hätte, das gut barhufig gehen kann. Natürlich verändert sich durch Gewicht die Bewegung - es gibt ja auch Gewichtsmanschetten. Aber ob das nun das Ziel sein sollte? Meins wärs nicht, für ein paar Notenpunkte in der Dressur (und es kann schon sein, dass das "gewohntere Bild" eher Punkte bringt) einen gesunden Huf umzustellen.
 
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Flocke348

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Hallo may087!

Ich würde es nie und niemmer in Erwägung ziehen meinem Pferd nur der Gänge wegen zu beschlagen. Mein Pferd hat Spezialeisen weil sie einen Sehnenschaden hatte und die Eisen zur Unterstützung da sind. Aber einem Pferd einfach für schöne Gänge Hufeisen "drauf" zu machen, ist der reinste Schwachsinn, den man leider viel zu oft sieht. Wenn dein Pferd ohne Eisen gut läuft, braucht es keine Hufeisen. Ich finde nur Pferde die Hufeisen aus wichtigen Gründen z.B. Krankheiten,usw. brauchen sollen sie auch bekommen. Ich glaube auch dein Pferd läuft lieber Barhuf als mit Beschlag ;-)

Liebe Grüße
 
T

tritil

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Lieber may078,
ich finde es Quatsch die Gänge durch Eisen zu verbessern wenn ein Pferd unregelmäßige Gänge hat oder z.B stolpert dann ist der Grund mangelnde Koordination, schlechtes Training (mangelnde Körperwarnehmung) oder es stimmt etwas mit den Knochen, den Muskeln oder mit den Hufen nicht. Durch schwere Eisen oder Polster wird das Sympthom zwar verbessert aber der eigentliche Fehler wird damit nicht ausradiert, schlimmsten falls kann es sich dann weiter z.B auf andere Muskelgruppen ausbreiten und dann hat man wirklich einen Schlammassel der wahrscheinlich einiges in der Behandlung kostet.
Lg Tritil
 
H

h2ofrau

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Also wenn man vorne ganz normale 0815 Eisen drauf macht, sieht man schon dass die Pferde sich dadurch schon anders Bewegen und gerade im Galopp finde ich es deutlich sichtbar. Ich würde jedoch nie freiwillig die Kosten für Eisen in Kauf nehmen, nur aus deiesem Grund;-)

Ich bin aber auch nicht gegen Eisen. Meiner beispielweise trägt welche, da er sonst sofort die Sohle durchgelaufen hat. Und das schon bei leichter Arbeit auf normalem Sandplatz.
 
Welsh♥ponys

Welsh♥ponys

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Hallo,

ich finde, wenn sich die Gänge beim Pferd verbessern sollen, denn soll man nicht gleich Eisen drauf machen. Es ist nur (Geldverschwendung). Ok, es gibt natürlich auch Pferde die Eisen nötig haben, aber sonst würde ich keine Eisen drauf machen.
Man kann auch ohne Eisen die Gänge verbessern. Zb. durch Sehr viel Training, oder Stangen-Training.

LG
 
Drehpunkt Pferd

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Mein Schmied meinte, als wir uns übers Turnierreiten unterhalten haben, dass man mit Eisen (wegen dem Gewicht) die Gänge noch verbessern kann.
Mal abgesehen davon, dass ich sowas zum ersten Mal höre, glaube ich auch nicht, dass das stimmt. Das Gegenteil ist der Fall: Ohne Eisen erhälst du dem Pferd seinen natürlichen Stoßdämpfer "Huf". Er kann ungehindert federn und sich ausdehnen.
Bewegungen mit Hufeisen übertragen Kräfte ungehindert ins Gelenk.
Also ich würde keinesfalls beschlagen lassen, wenn dein Pferd gutes Horn hat.
 
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