Mehr Zungenfehler durch doppelt gebrochene Gebisse

Diskutiere Mehr Zungenfehler durch doppelt gebrochene Gebisse im Dressur Forum im Bereich Reitsport; Mir ist in den letzten Jahren oder auch aktuell vor kurzem wieder aufgefallen das Pferde welche nicht mit einer ruhigen oder weichen Hand geritten...
Schnucki1

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Mir ist in den letzten Jahren oder auch aktuell vor kurzem wieder aufgefallen das Pferde welche nicht mit einer ruhigen oder weichen Hand geritten werden (Grund egal ob Anfänger oder Grobireiter oder Pferde die immer pullen und zicken) und mit doppelt gebrochenem Gebiss geritten werden häufiger versuchen mit der Zunge auszuweichen (ob raus strecken oder hoch ziehen) als Pferde die auf einfach gebrochenem Gebiss geritten werden. Aktuell hat ein Pferd weil der Reiter noch etwas ungeschickt in der Hand ist immer wieder die Zunge gezeigt auf doppelt gebrochen und es dann auf einfach gebrochen nicht mehr getan sondern eher das Maul geöffnet und ist mit dem Unterkiefer ausgewichen.
Der Logik nach kann ich mir das gut vorstellen denn das doppelt gebrochene liegt ja komplett auf der Zunge auf und bei groben Zügelzug wird ja die ganze Zunge abgeschnürt, ein einfach gebrochenes richtet sich ja bei groben Zügelzug gegen den Gaumen nach oben auf so das eine Art Zungenfreiheit in der Mitte entsteht, diese nicht komplett abgeschnürt wird und der Nussknackereffekt auf der Lade links und rechts eher den Unterkiefer ausweichen lässt.
Stellt sich mir die Frage ob in solch einem Falle das doppelt gebrochene Gebiss wirklich besser oder weicher für das Pferd ist als ein einfach gebrochenes das mehr auf die Lade wirkt, die Zunge ist ja doch sehr empfindlich und mit vielen Nerven durchzogen. Allgemein heisst es ja immer die doppelt gebrochenen Gebisse wären so weich fürs Pferdemaul aber irgendwie schleicht sich bei mir der Gedanke ein das es gar nicht so schlecht wäre wenn solche Pferde mit solchen Reitern besser pauschal mit einem einfach gebrochenem Gebiss ausgestattet werden damit sich nicht so schnell diese Zungenfehler einstellen.
Ich meine auch das diese Zungenfehler sich gehäuft haben seit diese doppelt gebrochenen Gebisse fast überall zu finden sind im Gegenzug zu noch vor 30 Jahren als fast keiner so eins hatte, da kann ich mich noch gut an offene Mäuler erinnern aber Zungenfehler oder Strecker waren doch recht selten. Ich denke mal das auf Grund der offenen Mäuler auch der Trend zum doppelt gebrochenem Gebiss gegangen ist weil es ja immer hieß´das die einfach gebrochenen so gegen den Gaumen drücken weil sie sich so im Maul aufrichten.
Ist die Frage was besser ist denn grade im Anfängerbereich lassen sich Handfehler ja nicht vermeiden und hart in der Hand reitende Reiter wirds auch immer geben.
Was meint ihr dazu oder wie sind eure Erfahrungen?
 
Gwenie

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Also ganz ehrlich ist mir dieses Zungezeigen lieber als ein komplett schmerzhafter _Unterkiefer des Pferdes, der vll dann auch noch mit einem zu eng verschnallten Reithalfter verucht wird zu verstecken.

Wenn die Pferde die Zunge zeigen ist es ein Alarmsignal und da sollte man schon einschreiten! Und zwar an der Reiterhand!

Bei einem einfach gebrochenem Gebiß können die Pferde die Zunge nicht raustrecken, weil diese da runtergedrückt wird. Da können sie anatomisch nur mit einem Ausweichen des Unterkiefers antworten. Ist da dann das Reithalfter samt vll auch ncoh dem Pullerriemen zu eng verschnallt wird dieses Hilfezeichen wohl kaum auffallen.

Studien belegen ja, dass beide Gebißearten schmerzhaft sein können (wie so viele Gebiße). Aber mir ist das doppelt gebrochene (anatomische und nicht dickes) Gebiß immer noch lieber als das einfach gebrochene. Eben weil man da eher sehen kann wenn die Reiterhand blödsinn macht.
 
iesca

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Ich denke nicht, dass man das so pauschal sagen kann. Mein erstes Pferd ist da auch gleich ein schönes Gegenbeispiel: In den Reitstunden und anfangs bei mir hatte sie immer ein einfach gebrochenes Gebiss. Irgendwann hat sie sich angewöhnt, wenn die Hand zu hart war oder die Hilfengebung unlogisch, die Zunge übers Gebiss zu nehmen. Ich habe sie dann auf ein doppelt gebrochenes Gebiss umgestellt und es ist deutlich besser geworden.
Bei einem einfach gebrochenem Gebiss ist es meiner Meinung nach einfach wichtig, dass das Pferd tatsächlich die Möglichkeit hat, auszuweichen, also nicht das Maul zugeschnürt wird.
Zudem meine ich gelesen zu haben, dass gerade bei kleinen Mäulern die doppeltgebrochenen Gebisse noch zu einem weiteren Problem führen können, da die Gelenke, vor allem wenn das Maul sehr schmal ist, direkt auf den Kieferästen zu liegen kommen. Das war auch der Hauptgrund, warum mir die RL bei Bohème zu einem einfach gebrochenen Gebiss geraten hatte.
Jedes Pferd fühlt sich mit einem anderen Gebiss wohler, ob es jetzt einfach gebrochen ist oder doppelt. Vielleicht ist auch bei einem die Zunge empfindlicher, das nächste hat vielleicht Mühe mit dem Druck auf den Unterkiefer und dementsprechend sollte dann auch das Gebiss gewählt werden.
Was mir noch in den Sinn kommen würde, ist, dass die Pferde heute vielleicht generell mit mehr Druck und weniger Feingefühl geritten werden und es so auch zu mehr Zungenfehlern kommt, unabhängig vom Gebiss.
 
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Daggi1

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Da drückt dann gegebenenfalls die aufgerichtete Spitze des Gebisses auch noch in den Oberkiefer. Dann öffnet sich das Maul ganz sicher, wenn das Reithalfter es zulässt.

Im Übrigen sehe ich es wie iesca: jedes Pferd ist individuell verschieden, ein Einheitsgebiss gibt es sicher nicht.
Außerdem ist jedes Gebiß nur so scharf und schmerzhaft, wie die Hand, die daran zieht.
 
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Dressurhoppler

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Ich sehe das ähnlich wie meine Vorredner.
Jedes Pferd reagiert unterschiedlich auf die Gebisse und ich habe bei meinen beiden lange probiert, bis ich das Richtige hatte. Einfach gebrochene Gebisse konnten sie beide nicht leiden und es kommt auch auf die Dicke an. Früher hieß es, die Dicken sind die sanftesten, aber viele Pferde haben für diese dicken Gebisse einfach zu kleine Mäuler.

Leider reiten heute viele Reiter mit zu harter Hand, was sich in Zungenfehlern, offenen Mäulern und verspannten Pferden widerspiegelt.
Bei Anfängern muss der Reitlehrer einspringen, aber auch hier: Wo findet man eine gute Reitschule, die sich wirklich damit auseinandersetzt und den Schülern einen von der Hand unabhängigen Sitz vermittelt.
Welches Gebiss da jetzt wirklich das Richtige für Anfänger ist, kann ich leider nicht wirklich beurteilen.
Für Pferdebesitzer: Hört auf euer Hotti, was es mag und reitet mit unabhängiger Hand. Immer schön leicht gesagt, aber man kann daran arbeiten. Mein Traki quittiert mir die feste Hand sofort. Wenn ich mal stärker mit der Parade durchkommen muss und dadurch mit der Hand zu hart werde, haut er sofort die Bremse rein und sperrt das Maul auf. Er hat mich gelehrt, mit weicher Hand zu reiten.
 
Lore

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Ich denke, dass es sich hier eher um eine Glaubensfrage handelt.
Schlußendlich hängt die Einwirkung des Gebisses nicht nur davon ab, ob dieses einfach oder doppelt gebrochen ist. Hier gibt es jeweils noch eine Reihe unterschiedlicher Ausführungen und Formen (Wassertrensen, Olive, D-Ring, Schenkeltrense, Pelham...), die in ihrer Wirkung obendrein noch von den verschiedenartigen Reithalftern und ggf. auch Hilfszügeln beeinflusst werden.

Ich reite meine Stute mit einem einfach gebrochenen Olivenkopfgebiss ohne Reithalfter und ich bin mit dieser Zäumung sehr zufrieden. Für ein anderes Pferd muss dies aber keineswegs das Nonplusultra sein.
 
Dimturien

Dimturien

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ein einfach gebrochenes richtet sich ja bei groben Zügelzug gegen den Gaumen nach oben auf so das eine Art Zungenfreiheit in der Mitte entsteht, diese nicht komplett abgeschnürt wird und der Nussknackereffekt auf der Lade links und rechts eher den Unterkiefer ausweichen lässt.
Falsch. Mittlerweile wurde schon so oft nachgewiesen - auch durch Röntgenbilder - dass das einfach gebrochene Gebiss weder einen Nussknackereffekt erzeugt, noch gegen den Gaumen drückt. Es quetscht statt dessen schlicht und einfach die Zunge ein - was auch nicht besser ist, m. M. n.

Ansonsten schließe ich mich Gwenie an. :)
 
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Schnucki1

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Ja das kann ich mir auch vorstellen das die Zunge beim einfach gebrochenen in der Mitte eher geklemmt wird als abgeschnürt und es dann wohl eher bei dem Versuch bleibt sie hoch zu ziehen weil sie schwer seitlich rauskommt, bei den einfach gebrochenen kommt sie recht schnell seitlich raus daher sieht man sie wohl auch bei diesen Gebissen schneller bei harter Hand. Aber blauer anlaufen tut sie bei den doppelt gebrochenen was das Abschnüren eher bestätigt, was nun schmerzhafter sein mag kann ich nicht sagen aber grade weil die modernen Gebisse immer dünner werden was beim schnüren schlimmer ist mach ich mir schon ein Kopf drum ob man manchen Talentfreien damit alleine Reiten lassen sollte oder ihm besser was anderes empfiehlt was weniger Schaden anrichtet.

Klar, oberstes Gesetz sollte immer eine weiche Hand sein aber das lässt sich in der Realität oft nur im Unterricht umsetzen und wenn die Leute dann alleine reiten kriegen sie es doch nicht so hin, und richtig ist auch das sich die Reiterei im Gegenzug zu Früher echt negativ entwickelt hat was sicherlich nicht durch Gebisse vertuscht werden soll sondern die Zunge sollte für jeden ein Warnsignal erster Klasse sein der Meinung bin ich auch. Mir tuts nur grad immer so leid wenn da einer in der Halle rum schaukelt und übt und recht ungeschickt auf einmal wieder im Zügel hängt (wobei die das sicherlich nicht extra machen aber Reiten lernen ist halt schwer) und dann hängt da der blaue Lappen raus, ist da dünner wirklich besser?
 
Gwenie

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Auch das dünnere Gebisse besser sind wurde schon oft bestätigt- da das Pferdemaul ja wohl doch nicht soo viel Freiraum für ein dickes Metallstück läßt- was ja auch logisch ist.

Grundsätzlich finde ich sollten Anfänger erstmal ohne Zügel an der Longe lernen ihren Körper und gerade die Hände zu kontrollieren.

Andersherum wird es keiner von uns verhindern können, dass Anfänger sich ein Pferd kaufen und sich das reiten selbst beibringen wollen (überspitzt formuliert). Auch das "im Unterricht lernen" sehe ich als sehr fraglich uns zwiespältig an, denn wennman sich mal umschaut- es gibt viele die sich RL nennen weil sie einen Trainer C.... in der Tasche haben. Aber ob sie das Reiten auch richtig vermitteln können....????

Genauso wie deine Frage mit dem Gebiss ist es aber genauso Schmerzhaft fürs Pferd einen nicht sitzendne Sattel zu haben- auch sowas sieht man leider immer noch häufig bei solchen Leuten *seuftz*
 
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Ja wobei ich diese Entwicklung mit den Sätteln finde ich hat sich gegen früher sehr positiv entwickelt, die Leute sind viel aufgelärter als früher und sehen viel mehr selber und in einem guten Stall wird man auch als Planloser schnell drauf aufmerksam gemacht (klar, Unbelehrbare gibts auch immer).
Mit den dünnen Gebissen die Entwicklung sehe ich halt auch im direkten Vergleich mit meinem kleinsten Pony von mir (80 cm), für den müsste das ja dann schon so dünn wie ein dicker Draht sein wenn man mal das kleine Minimaul sieht gegen das Maul eines Grossen und das passende moderne Gebiss dazu.
Der ist eigentlich total lieb aber wenn der mal was enteckt hat was ihm komisch erscheint dann schlägt der schon mal so ein plötzlichen Haken und dann hängen die Kids automatisch am Zügel (gut, das Aua hat er sich dann selbst zu zu schreiben) aber dann ist es mir glaub ich lieber der hat nicht so was ganz Dünnes drin. Der hat jetzt vor kurzem ein doppelt gebrochenes bekommen und seit dem zieht der auch gern gegen den Zügel was er vorher nicht so gemacht hat was aber natürlich wieder dafür spricht das die doch weicher sind wenn er damit so rum spielt und den Druck in Kauf nimmt.
 
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