Herpesimpfung

Diskutiere Herpesimpfung im Krankheiten, Gesundheit & Therapien Forum im Bereich Pferde; Nachdem bei uns ein an diesem Wochenende geplantes Turnier wegen Herpesinfektionen vom Veranstalter abgesagt wurde, bin ich wieder auf dieses...
zentaur

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Nachdem bei uns ein an diesem Wochenende geplantes Turnier wegen Herpesinfektionen vom Veranstalter abgesagt wurde, bin ich wieder auf dieses Thema aufmerksam geworden. Bei Google und auch bei uns im Stall findet man sowohl Befürworter als auch Gegner der Herpesimpfung. Unser Turnierpony erhält regelmäßig eine Tetanus- und Influenzaimpfung. Gegen Herpesinfektion ist es nicht geimpft.

Wie ist eure Meinung zu diesem Thema? Hat jemand von Euch schon Erfahrung mit der Impfung gemacht?

Habe bereits die Suchfunktion im Archiv genutzt und möchte jetzt zu möglichst vielen neuen Beiträgen anregen, aber keine Einzeldiskussionen zwischen den Forumsmitgliedern entfachen! Die einschlägigen Informationen der Tierarzneimittelhersteller wie Intervet u.a. kenne ich bereits und weiß sie wohl zu deuten, da ich selbst in der Arzneimittelbranche tätig war.
 
03.06.2010
#1
A

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Gast

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xerxis1

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Erst mal vorweg....wenn es einen effektiven, "ungefährlichen" Impfstoff gegen Herpes geben würde....mein Pferd wäre sofort geimpft.

Aber


Weil sich mein Pferd trotz regelmäßiger Impfung trotzdem angesteckt hat sehe ich das nun anders als früher.
Ein trockener Herpeshusten über viele Monate war die Folge. Ich dachte an manchen Tagen sie würde "kotzen", wenn sie es könnte.
Der TA war machtlos....eine THP, die ich hinzuzog konnte meine Stute "heilen".

Um zum Punkt zu kommen:

Nach diesem Erlebnis, informierte ich mich nun intensiv über diese Impfung und nicht nur diese.

Erschreckend was dabei zu Tage kam.

< diese Impfung schützt nicht vor Ansteckung

< sie soll lediglich die Ausscheidung reduzieren und dadurch den Impfdruck verringern (Wiedersprüchlich dazu wäre allerdings: 2009 starben in einem komplett durchgeimpften Stall in Baden Württemberg trotzdem Pferde und weitere wurden angesteckt :confused:, wo war da die reduzierte Ausscheidung :confused:)

< viele Pferde reagieren immer öfter und immer heftiger auf die Kombiimpfungen (was packen die da rein, oder sind unsere Pferde langsam Weicheier :confused:)

< jedes Jahr beginnt im Frühjahr wieder die "Herpes - Ausbruch - Saison"
weil...Fellwechsel-Stress, Turniersaison-Stress und dann noch der turnusmäßige Impfauffrischungsstress die Pferde einfach nicht packen.
Dadurch brechen latente Infektionen aus, nicht nur der Herpes. Da die Viren eigentlich im Pferd geschlafen habe und durch jede Impfung wieder geweckt werden.
Wie das einzelne Pferd nun letztendlich damit klar kommt, ist individuell verschieden.
Fakt ist allerdings, dass diese "Schläfer" wieder ausgeschieden werden und dadurch ansteckend wirken.

Soweit von mir.....

Ich hoffe es war nicht zu wirr geschrieben ;) :rolleyes:

Ach ja, seit 2 Jahren impfe ich mein Pferd nicht mehr und ihr geht es so gut wie noch nie :cool:

Lg
Xerxis
 
Bino

Bino

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Da hab ich gleich mal eine Zwischenfrage :)

Ist Herpes vom Menschen auf das Tier übertragbar?
Oder ist Herpes nicht gleich Herpes?

Meine Stute ist auch Herpes geimpft, da der alte Stall ein Turnierstall war und ein ständiges Kommen und Gehen war. Aber ich überlege nun auch diese Impfung abzusetzen. Je weniger Chemie in mein Pferd kommt desto gesünder, oder nicht? :confused:
 
Gwenie

Gwenie

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Also, früher war es so dass alle Stuten bei der normalen Influenza auch gegen Herpes geimpft wurden (bei uns in der Gegend). Ich glaube es war sogar ein muß?! (bin mir da aber nicht sicher)

Mittlerweile empehlen ja sogar die TA's nur dann die Stuten gegen Influenza zu impfen, wenn man sie tragend bekommen möchte. Um mögliche Abborte zu verringern.

Ich lasse meine Stuten bewußt NICHT gegen Herpes impfen, eben aus den Gründen die xerxis angegeben hat.

Und solange da keine MUßVorschrift kommt bleibt dass auch so. Aber ich glaube auch die FN/FEI... wissen um die "Nebenwirkungen" dieser Impfung, und lassen es!

*offtopican*
Im übrigen ist auch der normale Impfintervall der Influenza bei mir so gelegt, dass die eine im Winter gegeben wird und die andere im Sommer (also vor und nach dem Fellwechsel und vor bzw in der Turniersaison -deutlich weniger Steß) -wenn die Vorschriften es schon vorgeben 2x im Jahr zu impfen
*offtopicaus*
 
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may087

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ich habe auch nicht gegen Herpes geimpft, eben weil das ganze so sehr umstritten ist.
Hab auch schon gehört, dass Pferde DURCH die Impfung krank geworden sind.
 
S

Skydancer

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Ich kenne das nur bei Zuchtstuten, dass es da ein Muss war oder sogar noch ist. Und eben in Ställen bei denen ein Kommen und Gehen ist.
Auch bei Zuchtstuten ist eine Herpesimpfung KEINE Pflicht, sondern freiwillig UND sinnvoll!!!

Die Gefahr des durch Herpesviren ausgelösten Virusaborts ist groß und ein verantwortungsbewusster Züchter wird seine Stuten impfen lassen.

Mein Pferd ist alle Herpes-geimpft, nicht nur die Stuten. Alle schon immer ohne Probleme.

Herpes ist viel komplexer als angenommen wird.
Es gibt beim Pferd 6 bekannte Herpestypen. Und das alleine macht die Sache schon schwierig.

Das besondere an allen Herpeserregern ist, dass diese Erreger latent und persistierend für immer im Körper verbleiben. Im Latenzstadium "verstecken" sind die Viren im Körper. Typisch für die Viren der Herpesfamilie ist, dass sie nach einer überstandenen Infektion nicht vollständig aus dem Körper verschwinden. Sie gehen in ein Latenzstadium über und können so unbehelligt im menschlichen Körper überleben. Wenn sie dann "geweckt" bzw. reaktiviert werden, kommt es zu einer weiteren Erkrankung.
Ein sehr hoher Prozentsatz der Pferde ist somit Träger es Herpesviruses.
Die Viren schlummern aber still und versteckt im Körper und brechen nur bei Krankheit, Stress, etc. aus...

Eine Herpesimpfung sollte nicht kombiniert mit der Influenza-Impfung gegeben werden, da man in Studien zum Teil schwere Erkrankungen nach nach einer Kombiimpfung feststellen konnten. Es wird vermutet, dass dem Immunsystem einfach zu viel auf einmal zugemutet wird. Bei Einzelimpfungen konnten aber nur selten Komplikationen beobachtet werden.

Die These "Mein Pferd wurde trotz Impfung krank" ist oft einfach darin begründet, dass die Tierärtzte vor der Impfung den realen Gesundheitszustand des Pferdes nicht genügend überprüfen und womöglich in etwas "Unterschwellig-Brodelndes" hineinimpfen und das macht die Pferde krank.
Außerdem gibt es wie gesagt 6 verschiedene Herpestypen. Z.B. gegen Typ 1 gibt es keinen Impfschutz, wie Forscher herausfanden, allerdings kann gegen andere Typen geschützt werden...

Impfen ist auch nur sinnvoll wenn der ganze Bestand solide durchgeimpft ist.

Ob jemand seine Pferde impft oder nicht, ist mir persönlich egal und ich möchte auch keinen dazu überreden... Ich sehe eben zu, dass ich meinen privaten Bestand durchgeimpft habe und auch meine anderen Pferde die auswärts stehen haben Impfschutz.
 
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Mirage

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Wie ist eure Meinung zu diesem Thema? Hat jemand von Euch schon Erfahrung mit der Impfung gemacht?
Nearly wird seit ihrer Geburt (1995) gegen Herpes geimpft (Kombi-Impfung). Sie hat die Wurmkur schon immer bestens vertragen, keine Nebenwirkungen oder sonstwas.

Im übrigen ist Nearly Herpes 1 Träger, letztes Jahr bei einer Viruserkrankung ist über die Titerbestimmung herausgekommen, dass auch der Herpes 1 aktiv geworden ist, allerdings nur als Nebenspieler zum eigentlichen Virus (der bis heute unbekannt ist). Aktiv deshalb geworden, da der Hauptvirus das Immunsystem vollkommen zusammenbrechen lies mit 41 Fieber). Meine Tierärztin meinte wortwörtlich nach dem Gespräch mit der Virologin: "Ich kann froh sein so vernünftig zu sein und gegen Herpes zu impfen, dies hat meinem Pferd wahrscheinlich das Leben gerettet, hätte Nearly noch keine Antikörper gegen den Herpes 1 gehabt, die gleich beim kleinsten Ausbruch den Virus niederkämpfen, und hätte erst Antikörper bilden müssen, dann wäre es nicht so glimpflich ausgegangen".

Für Herpes 1 gibt es übrigens in der Tat einen Impfstoff. ;)
 
M

Mirage

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< diese Impfung schützt nicht vor Ansteckung

< sie soll lediglich die Ausscheidung reduzieren und dadurch den Impfdruck verringern (Wiedersprüchlich dazu wäre allerdings: 2009 starben in einem komplett durchgeimpften Stall in Baden Württemberg trotzdem Pferde und weitere wurden angesteckt :confused:, wo war da die reduzierte Ausscheidung :confused:)

< viele Pferde reagieren immer öfter und immer heftiger auf die Kombiimpfungen (was packen die da rein, oder sind unsere Pferde langsam Weicheier :confused:)
Erster Absatz ist korrekt, vor Ansteckung schützt die Impfung in der Tat nicht, sehr wohl hilft er aber über die durch die Impfung gebildeten Antikörper, einen evtl. Ausbruch möglichst sofort zu bekämpfen, vorausgesetzt natürlich es ist ein Herpesstamm, gegen den auch geimpft werden kann bzw. der im Impfstoff inbegriffen ist.

Der zweite Absatz ist nicht so ganz korrekt. Der Impfstoff schützt nicht beim Ausscheidungsrisiko. Der Virus wird sowieso nur dann ausgeschieden (wie jeder andere Virus im übrigen auch), wenn die Viren aktiv werden im Pferdekörper, nur ein "krankes" Pferd scheidet Viren aus. Da hilft ein Impfstoff von vorne bis hinten überhaupt rein gar nicht.

Ein geimpftes Pferd schützt ein ungeimpftes Pferd dahingehend, dass eben bei einer evtl. Ausscheidung/Erkrankung die dank dem Impfen vorhandenen Antikörper schneller hochfahren und auf Angriff gehen und den aktiven Virus bekämpfen. Dies auch dahingehend, dass oftmals ein Virus ja auch unbemerkt im Pferd aktiv wird, d. h. ohne äußerliche Erkrankungszeichen, dann schützt das geimpfte und erkrankte Pferd in der Tat besser die anderen Pferde. Im Gegenzug ein ungeimpftes Pferd ein geimpftes Pferd überhaupt nicht schützt, da sich jeder (egal ob geimpft oder ungeimpft) anstecken kann solange der Virus aktiv ist.

Die Überreaktionen auf Kombiimpfungen (die man im übrigen ja gar nicht impfen muss, es gibt genügend Impfhersteller, die die jeweiligen Impfstoffe getrennt herstellen und verkaufen) lese ich persönlich nur im Internet, im wahren Leben habe ich noch kein Pferd kennenlernen dürfen, was nachgewiesen aufgrund einer Impfung erkrankte. ;)
 
xerxis1

xerxis1

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Bei diesem Thema gibt es so viele unterschiedliche Aussagen, Meinungen, Erfahrungen, das mir das ganze sowieso mit der Zeit suspekt wurde.

5 TA`s gefragt und 5 verschiedene Erklärungen gibt es zum Thema Herpesimpfung.

Mein TA z.B. war bei einer Studie in Amerika dabei, das muß jetzt etwa 3 - 4 Jahre her sein.

Seit dem impft er seine eigenen Zuchtstuten nicht mehr gegen Herpes, egal welcher Impfstoff.
Bei dieser Studie kam heraus, das 3 trächtige Stuten von 5 wegen der Impfung ihr Fohlen verloren :eek:

Er riet mir auch bei meiner Stute, sie nie mehr gegen Herpes impfen zu lassen.

Das größte Problem denke ich, ist der Umstand, dass Viren mutieren. Die Impfstoffentwicklung kommt in dieser Geschwindigkeit nicht mit, darum ist es sicher sinnlos einen alten Stamm zu injizieren.
Impfe ich gegen STamm A gibt es mittlerweile den STamm AA usw.


Ist Herpes vom Menschen auf das Tier übertragbar?
In dieser HP sagen sie definitiv ja....und auch umgekehrt

Selbsthilfegruppe Bornavirus BDV, Borreliose, Botulismus, Herpes, chronische Erkrankungen, Headshaking, Zoonosen veterinaer,

Auch eine Miteinstellerin bekam nach ein paar Wochen, nachdem ihr Pferd diesen Herpeshusten hatte, das Pfeifferische Drüsenfieber (Ebstein Barr - Herpes)
Zufall???

LG
 
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Mirage

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Das größte Problem denke ich, ist der Umstand, dass Viren mutieren. Die Impfstoffentwicklung kommt in dieser Geschwindigkeit nicht mit, darum ist es sicher sinnlos einen alten Stamm zu injizieren.
Impfe ich gegen STamm A gibt es mittlerweile den STamm AA usw.
Stimmt, dass ist überhaupt grundsätzlich das größte Problem. Die Impfhersteller kommen nicht schnell genug hinterher. Allerdings nicht alle Viren mutieren, sondern eben nur teilweise. D. h. auch wenn ich derzeit Stamm A impfe, weil Stamm AA noch nicht weit genug ist mit dem Impfstoff, dann ist trotzdem nicht ausgeschlossen, dass mein Pferd noch Viren vom Stamm A aufschnappt, klar kanns auch daneben gehen und Stamm AA aufschnappen, aber die Chance steht dann bei 50:50. Dies mal unabhängig davon, dass man natürlich überhaupt keinen Stamm aufschnappen will.

Ich selbst - bin allerdings kein Mediziner - stelle mir nur grundsätzlich für mich die Frage, warum die Herpesausbrüche in den letzten sagen wir mal 15 Jahren immer gravierender werden, früher gab es die kaum, da war eher der Virusabort vertreten, aber nicht dass ganze Ställe erkrankten.

Wenn ich dann als direkten Vergleich Tollwut nehme, wirds interessant. Tollwut war in Deutschland eine zeitlang ausgerottet, vor der Ausrottung gab es strikte Impfflicht, d. h. jeder musste impfen, es gab keinen Raum für "Impfgegner" und schwubs konnte Tollwut ausgerottet werden. Dann ging es los, dass man nicht mehr konsequent weiterimpfte, sondern aussetzte, weil ja ausgerottet und schwubs tritt Tollwut wieder auf.

Wenn wir nun zu Herpes den Trend mal 1 zu 1 übernehmen (früher gab es kaum Impfgegner), Herpes wurde fraglos einfach von jedem Pferdebesitzer geimpft, weil das eben so war und im Gegenzug man kaum je von Ausbrüchen in Ställen hörte, geschweige denn regelmäßig im Frühjahr das große Herpesdrama mit regelmäßig toten Pferden. Die Herpesausbrüche werden nämlich auch immer mehr bzw. stärker, immer öfter sterben Pferde daran etc. Da könnte man natürlich die These in den Raum werfen, ob´s vielleicht daran liegt, dass immer weniger Leute impfen lassen...

Versteh mich nicht falsch, mir ist es egal, ob der einzelne impfen lässt oder nicht, ich bin aber durchaus heilfroh, dass bei uns im Stall 95 % aller Besitzer ihre Pferde impfen lassen gegen Herpes. Ich habe für mein Pferd beschlossen, dass da definitiv geimpft wird. Und mache mir halt so meine Gedanken, wen man die letzten Jahre mal Revue passieren lässt.
 
xerxis1

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Wenn wir nun zu Herpes den Trend mal 1 zu 1 übernehmen (früher gab es kaum Impfgegner), Herpes wurde fraglos einfach von jedem Pferdebesitzer geimpft, weil das eben so war und im Gegenzug man kaum je von Ausbrüchen in Ställen hörte, geschweige denn regelmäßig im Frühjahr das große Herpesdrama mit regelmäßig toten Pferden
hmmm, das kenne ich anders.....

früher haben die Leute sich kaum darum gekümmert, ihre Pferde waren mit fast nichts geimpft worden....ausser die Tetanusimpfung.

Ich denke eher unsere Haltung der Pferde ist das Problem....meist stehen unsere Pferde in der Box, manche gar bis zu 22 Stunden am Tag. Dann werden sie rausgezerrt.... mal schnell für´s Turnier trainiert.... gegen die diversen möglichen Krankheiten knallen wir die vorgeschriebenen Impfungen rein (Herpes ist nicht Vorschrift)..... und nach unserer Turniersaison parken wir unserer Tiere wieder in ihre Boxen.

Meine Darstellung klingt einigen vielleicht übertrieben, aber so konnte ich es leider meist beobachten.

Die wenigen unter uns, die es anders machen, sind auch nicht angesprochen :cool:.

Und genau das lässt unsere Pferde anfälliger werden. Gegenüber allem.
Wieviele Pferde haben Atem-Lungenprobleme?
Sehnen, Muskel, Gelenkprobleme?

Aber das ist jetzt O.T-


Hier noch ein Auszug aus einem Bericht, dieser TA spricht von zuvielen Impfungen im Leben eines Pferdes.

Quelle
Impfstoffe, Impfungen, Impfschaeden

Die Warnungen in Bezug auf Zusammenhänge von zu häufigem Impfen beim Herpesvirus und dadurch mögliche Mutation des Virus waren den Fachleuten zumindest schon in 2005 bekannt. Aber nichts davon kommt an die Öffentlichkeit zum Schaden unserer Pferde!
"Naiv zu sein ist schlecht, aber zu häufiges Impfen ist anscheinend nicht ratsam! " - Zitat aus folgendem amerik. Bericht, in dem der Herpesforscher Prof. Osterrieder schon in 2005 vermutet, dass durch das zu häufige Impfen der Virus mutiert sein könnte. Lesen Sie den Bericht (in Englisch)

Und hier noch was interessantes, nachvollziehbar:

7.11.07: „Ich lasse dich in Ruhe, wenn du mich nicht krank machst!“ Diese hinter dem Rücken des Immunsystems getroffene „Geheimabsprache“ zwischen Homo sapiens und Herpesviren ist möglicherweise der Schlüssel dafür, dass die Menschheit von den verbreiteten Eindringlingen weitgehend in Ruhe gelassen wird.

Denn immerhin sind zwischen 70 und 90 Prozent aller Menschen mit dem Herpes simplex-Virus (HSV-1) infiziert und über 95 Prozent sind Träger des Epstein-Barr-Virus. Daran gemessen reagiert allerdings nur eine relativ geringe Zahl der Infizierten beispielsweise mit Bläschen, Windpocken, Gürtelrose, Hirnhautentzündungen oder Tumoren auf die Viren. Offenbar genügen sich diese selbst, solange sie unbeachtet bleiben dürfen. Werden sie in Ruhe gelassen, vermehren sich die Viren auch nicht; sie schlafen und fügen ihren Wirtszellen keinen Schaden zu.
Menschen lassen die Herpesviren bei sich in Ruhe - und fahren gut damit, wie oben klar erkannt. Menschen lassen aber die Herpesviren der Pferde ganz und gar nicht in Ruhe, sie überreizen sie sogar vollkommen mit Impfungen innerhalb von ein paar Monaten und zwar mit sehr aggressiven Impfungen. Das ist das Rätsels Lösung, bin mir sicher, da auf dem richtigem Weg zu sein. Wäre vielleicht sogar richtig, einmal zu grundimmunsieren, aber dann weitgehend in Ruhe zu lassen, ab und an mal alle paar Jahre eine Auffrischimpfung vielleicht. Das ist jedenfalls auch die Meinung des Herpesforschers - natürlich nur, wenn es auch eine geeignete Impfung gäbe.
LG
 
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iesca

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Moderator
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Unabhängig von der Herpesimpfung fällt mir auf, dass in Deutschland generell mehr geimpft zu werden scheint, als in der Schweiz.
Die Influenzaimpfung ist hier auch für Turnierpferde nur jährlich Pflicht, Tetanus wird alle zwei Jahre aufgefrischt und Herpes scheint überhaupt nicht gross verbreitet zu sein. Mich hat jedenfalls noch nie ein TA auf eine Herpesimpfung angesprochen und auch mein erstes Pferd und mein RB-Pferd, beides Stuten, die eine hatte auch ein Fohlen, waren nicht Herpes geimpft und zumindest in den Ställen hier in der Umgebung sind mir auch keine Herpesfälle bekannt.
Mir graut es ja schon davor, dass ich, falls oder wenn ich mit Bohème nach Deutschland gehe und dort auch an Turniere gehen will, wohl die ganze Influenza Grundimmunisierung neu machen muss.
 
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Grashopper1

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Ich stehe mit meinen Pferden im Turnierstall und da ist es vertraglich geregelt das ALLE Pferde die Herpesimpfung geimpft bekommen. Meine hatten mit der Impfung bisher über Jahre noch nie Probleme, keine Auffälligkeiten oder irgendwelche Zwischenvorfälle die in Verbindung mit dem Impfstoff aufgetreten wären- also bisher haben sie die Impfung immer gut vertragen.

Hier mal ein kurzer Ausschnitt warum es so wichtig ist den ganzen Pferdebestand durchzuimpfen:

Ein Pferdebestand kann nur durch die Impfung aller Pferde des gesamten Bestandes geschützt werden. Ein belastbarer Impfschutz besteht allerdings nur bei einer korrekt durchgeführten Grundimmunisierung mit nachfolgender regelmäßiger Auffrischungsimpfung.

Die Grundimmunisierung besteht aus zwei aufeinander folgenden Impfungen im Abstand von 4 bis 8 Wochen mit einem Herpesimpfstoff entweder als Einzelpräparat oder als Kombinationspräparat (mit Influenzaimpfstoff). Wiederholungsimpfungen müssen alle 6 Monate durchgeführt werden, um einen belastbaren Impfschutz langfristig aufrecht zu erhalten. Wird dieser Zeitraum überschritten, ist eine erneute Grundimmunisierung erforderlich. Fohlen aus nicht geimpften Mutterstuten können frühestens ab dem Ende des 4. Lebensmonates geimpft werden.

Es ist empfehlenswert, den gesamten Bestand zum gleichen Zeitraum zu impfen. Ziel der Impfung ist nicht der 100%ige Schutz des einzelnen Pferdes, da auch geimpfte Pferde unter Umständen erkranken können, sondern die Reduzierung der in einem Bestand zirkulierenden Virusmenge. Je kleiner die freigesetzte Virusmenge in einem Pferdebestand ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer akuten Erkrankung mit den beschriebenen Folgen.


Klar liegt die Entscheidung bei jedem selbst was und wie er impft oder impfen lässt. Was die Herpesimpfung bei uns im Stall betrifft wurde mir quasi die Entscheidung abgenommen, denn es steht im Vertrag drin dass die Pferde gegen Herpes u.a. geimpft werden müssen. Aber als ich früher in anderen Ställen stand habe ich aber auch immer Herpes mitgeimpft obwohl es da nie vertraglich festgelegt war.
 
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Kicki2

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Das größte Problem denke ich, ist der Umstand, dass Viren mutieren. Die Impfstoffentwicklung kommt in dieser Geschwindigkeit nicht mit, darum ist es sicher sinnlos einen alten Stamm zu injizieren

Wenn ich dann als direkten Vergleich Tollwut nehme, wirds interessant. Tollwut war in Deutschland eine zeitlang ausgerottet, vor der Ausrottung gab es strikte Impfflicht, d. h. jeder musste impfen, es gab keinen Raum für "Impfgegner" und schwubs konnte Tollwut ausgerottet werden. Dann ging es los, dass man nicht mehr konsequent weiterimpfte, sondern aussetzte, weil ja ausgerottet und schwubs tritt Tollwut wieder auf.
Eins von beiden wird es sein, vlt auch beides. Entweder die zu schnelle Mutation der Herpesviren begründet eine schnellere Ausbreitung - und ich vermute, dass durch die Mutationen auch die Auswirkungen verschlimmert sind - oder es liegt daran, dass zu wenige Menschen impfen. Da sich der Stamm aber noch schneller verändert, wenn mehr geimpft wird, könnten sich die nicht Impfenden auch positiv auf die Virenunterdrückung auswirken.
Wenn man die Impfung weg ließe, könnten die Viren ihren Zustand vlt auch von virulent zu temperent ändern, also Schlummern wie beim Menschen. Aber temperente Vire sind noch lange nicht tote Viren...


Eine schwierige Situation, in der ich lieber unserem TA vertraue. Wir impfen (zuminest Billy) mit Resiquin, einem Kombipräparant gegen Influenza und Herpes. Bei Mäxchen müsste ich mal nachforschen, kann sein, dass da kein Herpes drin ist...
 
Hestur

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Ich bin grad verwirrt - ist bei Resequin immer Herpes mit drin? Hab grad gegoogelt, und was über "Resequin +" gelesen... weiß jemand, wo da der Unterschied ist?
 
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Grashopper1

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Resequin ist meines Wissens nach (wenn ich nicht irre) der Impfstoff gegen Influenza und kann in Kombi mit Herpes gegeben werden also Resequin + Herpesimpfung
 
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Gwenie

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Grundsätzlich kann man eigentlich die Herpesimpfung mit fast jedem Influenzaimpfstoff geben- also gleichzeitig spritzen (es gibt dann evtl zwei Spritzen am gleichten Tag).
Wie sinnvoll und gut es für da sPferd ist zeitgleich zwei Impfstoffe verkraften zu müssen sei dahin gestellt.

Manche vertragen auch nicht zwei auf einmal.

Hat sich den der Impfstoff Resiqiun verbessert?
Mir wurde früher immer von ihm abgeraten, weil er oft zu "Nebenwirkungen" besser gesagt zu Impfreaktionen (geschwollene Einstichstelle, Fieber) geführt hat.
 
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Grashopper1

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Statt Resequin kann man auch Duvaxyn impfen gegen Influenza. Resequin wurde wohl schon öfters negativ beäugelt weil es wohl schon mehrmals zu Impfreaktionen gekommen ist. Duvaxyn ist wohl nicht so extrem wie Resequin. Der Vorteil von Resequin ist das man ihn zusammen mit Herpes kombinieren kann und quasi das Pferd nur einmal pieksen muss wenn Influenza und Herpes aufgefrischt werden müssen. Duvaxyn kann glaub ich nur getrennt gegeben werden also in zwei Spritzen einmal Duvaxyn gegen Influenza und einmal Herpes gegen Herpesviren. Wobei ich es nicht schlimm finde ob das Pferd nun eine Spritze bekommt oder zwei… naja… aber spannendes Thema. Ich frag beim nächsten impfen mal genauer nach :)
Ich hatte früher immer Resequin impfen lassen und bisher nie Probleme am Pferd gehabt.
Puh aber so oft wie Impfstoffe verändert werden (nicht nur beim Pferd) wundern mich die Nebenwirkungen gar nicht mehr... es wird an allem gespart :( hatte selbst als ich letztens beim impfen war und meine Auffrischung geholt habe auch eine totale Schwellung am Arm von meiner Impfung- hatte ich früher nie beim impfen. Ich denke da hatte ich auch einen "veränderten" Impfstoff bzw auf jeden Fall nicht mehr den den ich damals hatte sonst hätte ich ja auch nicht so eine Reaktion gezeigt :)
 
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Wunschtraum

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Also ich lass immer noch Resiquin+ Herpes impfen. Hatte damit bei meiner Stute noch nie Probleme.
 
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