Hannoveraner barock ausgebildet

Diskutiere Hannoveraner barock ausgebildet im Weitere Reitweisen Forum im Bereich Reitsport; Der Hannoveraner und Landbeschäler Labiat aus Celle ist in der barocken Reitweise ein halbes Jahr lang in Bückeburg an der Hofreitschule nach den...
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fanni

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Der Hannoveraner und Landbeschäler Labiat aus Celle ist in der barocken Reitweise ein halbes Jahr lang in Bückeburg an der Hofreitschule nach den Lehren von Francois Baucher und Francois Robichon de la Guérinière ausgebildet worden.
Ist hochinteressant, also sind die alten Lehrmeister auch bei modernen Reitpferden gut anwendbar.
Dr Werner Schade, Geschäftsführer und Zuchtleiter des Hannoveraner Verbands meint dass die Rasse vom Experiment profitiert hat "Statt an dDogmen festzuhalten, sollten alle Reiter lieber offen miteinander diskutieren. In keiner Methode steckt die alleinige Wahrheit. Alle bergen wertvolle Anregungen, die sinnvoll kombiniert den größten Erfolg versprechen."

Auszug aus Cavallo April 2010, Seite 45.
 
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Mirage

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Ach, Labiat...

Also ich fand den "Versuch" allenfalls recht amüsant. Schon allein der Tatsache her, dass de la Guérinière bereits von Haus aus sehr viel Einfluss auf die Deutsche Reiterei hat, d. h. von einer "vollkommen anderen Ausbildungsmethode" hier mal gar nicht die Rede sein kann. *schmunzel*

Weiter fand ich persönlich diesen Versuch etwas seltsam. Da wird ein bereits mitten in der Ausbildung steckendes Pferd "anders" weitergebildet. Was sollte das überhaupt beweisen? Gut, die Hannoveraner sind wiederin aller Munde, gutes Marketing. Aber ansonsten?

Ebenfalls schmunzeln musste ich über die Anleitung an Baucher. Tja, Baucher war ein Showreiter und zu Lebzeiten von allen Reiterseiten verachtet und gemieden, erst nach seinem Tod bzw. in der heutigen Zeit ist der Name wieder in aller Munde. :rolleyes: Baucher hat mich fasziniert (tut er immer noch), aber weniger wegen seiner reiterlichen Fähigkeiten, sondern wegen seiner Sichtweise der pferdischen Anatomie damals.

Was mich aber tatsächlich dann mit Ende des Versuchs etwas erschreckt hat, war auf einmal der fehlende Ausdruck von Labiat, ich habe noch deutlich die ersten Fotos im Kopf vor Übergabe ins Projekt. Ein Strahlemann, schön bemuskelt, er strahlte regelrecht auf diesen Fotos, ein Pferd, dass mich sofort ansprach. Auf den letzten Fotos nun nach Ende des Projekts fehlt mir das Strahlen, zudem ist nun (damals entweder geschickt fotografiert oder aber nicht vorhanden gewesen) ein deutlicher Unterhals sichtbar. :(

Aus diesem Grund finde ich das Projekt keinesfalls als erfolgreich abgeschlossen sondern im Gegenzug leider misslungen und eine schlechte Werbung für die "barocke/klassische" oder wie man sie nennen mag Reitweise. Da hätte ich mir ein deutlich besseres Ergebnis gewünscht.
 
Gwenie

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danke mirage.schön erklärt ;)
weißt du ob es die Fotos dazu auch im Netz gibt- zum angucken?

@fanni: bitte kurze Erklärung was du mit dem Beitrag sagen wolltest?! ;)

Das man alle Pferde auch in anderen Disziplinen etc ausbilden kann, ist wohl jedem hier klar.
So kenne ich genug Traber, Hannoveraner, Hafis,... im Westernstil
einen Distanztinker, eine Springtinker....

Da kommt es eben drauf an wie wohl Pferd und Reiter sich in einer Disziplin fühlen.
 
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Dimturien

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Was mich aber tatsächlich dann mit Ende des Versuchs etwas erschreckt hat, war auf einmal der fehlende Ausdruck von Labiat, ich habe noch deutlich die ersten Fotos im Kopf vor Übergabe ins Projekt. Ein Strahlemann, schön bemuskelt, er strahlte regelrecht auf diesen Fotos, ein Pferd, dass mich sofort ansprach. Auf den letzten Fotos nun nach Ende des Projekts fehlt mir das Strahlen, zudem ist nun (damals entweder geschickt fotografiert oder aber nicht vorhanden gewesen) ein deutlicher Unterhals sichtbar. :(
Genau das wollte ich auch schreiben, aber ich hätte es nicht so gut ausdrücken können.

So wie die Augen des Pferdes aussehen, könnte man fast meinen, dass die Ausbildungsdauer zu kurz war, er aber trotzdem alles hat können müssen bis zum Zeitpunkt der Übergabe - sowas ist in JEDER Reitweise so ziemlich das Pferdeunfreundlichste, was es gibt, meiner Meinung nach.

Heraus kommen dann solche glanzlosen Augen, die einen nur noch traurig stimmen. :(
 
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fanni

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Gwenie: Ich habe das gestern gelesen, fand es interessant und war gespannt, wie andere User sich zu dem Thema äußern würden.
Die Idee ein solches Sportpferd in einer ganz anderen Disziplin anzulernen, von Ausbildung kann man ja nicht sprechen, dazu ist sie noch nicht weit genug fortgeschritten, ist faszinierend, etwas Neues wird an einem Nicht Pre oder Lusitano ausprobiert, das dem Hengst sicherlich nicht geschadet hat.
Der Artikel ist mir auch deshalb ins Auge gesprungen, weil ich selber ja auch fast in einem Barockstall gelandet wäre und mir deshalb, als noch nicht feststand ob es der Barock- oder ein anderer Stall werden würde, meine Gedanken über verschiedene Ausbildungsarten gemacht habe nach dem Motto "könnte ich mir das für mein Pferd und mich vorstellen oder ist das viel zu weit von meinen Ideen entfernt?

Dimturien: ja, das mit der Vermarktung ist mir auch durch den Kopf gegangen, es waren ja auch nicht alle Beurteiler des Tests von dem Ergebnis begeistert.
 
Gwenie

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Danke für die Erklärung.:D

Ich persönlich halte es auch für Marketing- nach den ganzen Diskusionen die momentan z.B. mit PK und FN laufen...

Kenne aber auch genug "Sportpferd" die aufgrund des Reiters dann auch die Disziplin gewechselt haben. Allerdings steht von den normalos eher selten dann was in den Zeitungen ;)
 
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Mirage

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Gwenie, ich habe im I-Net schon nach den Fotos vor Projektbeginn gesucht, finde aber leider keine. Die Cavallo habe ich auch nicht mehr.

Fanni, eine ganz andere Disziplin ist für mich dieses Versuchsprojekt keinesfalls. Ein Sportpferd, dass beispielsweise in der Reining weitergebildet werden würde, das wäre für mich eine vollkommen andere Disziplin oder ein Sportpferd in der Doma Vaquera, aber ein Projekt wie das von Labiat ist keine andere Disziplin, im Gegenteil, auf erlerntem wird aufgebaut nicht umgelernt, d. h. es wird aufgebaut und verfeinert, die Baustellen des Pferdes verbessert, nicht mehr und nicht weniger. ;)

Im übrigen Du auf dem Holzweg bist mit dieser Aussage:

...etwas Neues wird an einem Nicht Pre oder Lusitano ausprobiert....

Dass was bei Labiat versucht wurde hat rein gar nichts mit dem "Barock" zu tun, was Du darunter verstehst. Barock in Deinem Sinn ist die Reitweise, wie sie in Spanien verfolgt wird auf spanischen Pferden (diese Reitweise bzw. ihre Reitsparten nennen sich Doma Vaquera, Doma Classica etc.).

Das Labiat-Projekt basiert auf der französischen klassischen Reitweise keineswegs geritten auf Spaniokeln, sondern auf französischen Warmblütern.

Die beiden Reitmeister de la G. + Baucher propagierten von je her eine Reitweise (wenn auch wieder unterschiedliche zwischen den beiden Herren) für JEDES Pferd, mit Mängeln und ohne, ob Pony, Warmblut oder Vollblut egal (guck nur mal auf Saumur, nur französische Warmblüter in der französischen Hofreitschule).

Und wenn Du Dich nun mit der deutschen Reitweise näher befaßt, insbesondere auf die früheren Richtlinien wirst Du feststellen, dass de la G. dort sehr wohl schon vor Jahrzehnten vertreten war. Ob nun Abkauübungen oder Lektionen unter dem Sattel. ;)

Baucher weniger, der wurde von je her gemieden, wenngleich auch Baucher Abkauübungen propagierte und seine Reitweise damals von dem harten tyrannischen Reiter erst umstellte, als er aufgrund eines Unfalls körperlich dermaßen eingeschränkt war, dass er eben nicht mehr mit Kraft und Gewalt reiten konnte. Da hat er dann zwangsweise festgestellt, dass es auch feiner geht.... Wie fein das dann tatsächlich war im Ergebnis wird ebenfalls für immer ein Geheimnis bleiben.

Und wenn Du jetzt noch weiter Dich hineinarbeitest in die Geschichte von de la G. wirst Du beispielsweise feststellen, dass es unter anderem auch von diesem etwas zweifelhafte Methoden gab, eine Methode, die mir da spontan direkt einfällt ist folgende: "Man binde eine Katze an einen Besenstiel mit dem Kopf zum Ende, wenn das Pferd nunmehr seine Hanken nicht ordentlich biegen will, führe man den Besenstiel an die Hinterbeine heran, dann piaffiert das Pferd auf Wolken dank der Krallen." Ob er diesen Satz damals im Spaß niederschrieb oder diese Methode praktisch tatsächlich anwandte, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben :D
 
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fanni

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Mirage: Komisch, die Cavallo ist doch von April, die schmeißt du aber schnell weg. Oder meinst du eine andere,ältere Ausgabe?

Da hast du mich wohl falsch verstanden, es ist mir sehr wohl bekannt das die beiden von mir genannten Herren Anhänger der alten französischen Reitweise sind.

Die beiden Pferderassen habe ich genannt, weil man sie eindeutig der barocken Reitweise zuordnet, da wirst du mir ja wohl Recht geben.
Beim Hannoveraner sieht das ja wohl etwas anders aus. "Ach ja, Hannoveraner, die werden doch fast ausschließlich nach der barocken Reitweise ausgebildet.." nee, oder?

Außerdem hat Skydancer irgendwann mal überdeutlich auf das Copyright hingewiesen und weil es in der Cavallo vom Bereiter der Hofreitschule Wolfgang Krischke der gleichzeitig auch der Leiter ist heißt " Der Hengst (Labiat) steht einem Lusitano in nichts nach." ,habe ich mich auf diese spanische Pferderasse bezogen, die in der Zeitschrift genannt wird.
Ok, den Pre habe ich dazugedichtet- ist aber nicht so schlimm, oder?

Noch einmal, ich fand dieses "Experiment" oder diese Fortbildung des Landbeschälers Labiat interessant und habe dieses Thema deshalb hier erstellt. Die alten Meister wollte ich nicht durchkauen, dazu kenne ich mich damit viel zu wenig aus. Was nicht heißen soll, dass ich deine Erläuterungen nicht interessant finde.
Die Fortbildung wurde unternommen, um "modernen Sportpferden den Glanz der Leichtigkeit zu verleihen".
Das Experiment ist nach Aussage der Tester geglückt.
"Leichtigkeit kann man sehen und fühlen, der Hengst steht ganz fein an den Hilfen......" Wenn es einige wahnsinnig interessiert kann ich das auch gerne noch näher erläutern oder zitieren.

Er zeigt sich unter den 3 Reitern leicht und losgelassen. In Bückeburg sollte es darum gehen, auch sein Nervenkostüm zu stärken.
In Celle wird von ihm Schwung und Gang gefordert, in Bückeburg Versammlung. Eberhard Weiß, EDRR Mitglied und Begleiter des Experiments meint dazu " Man kann nach 6 Monaten kein perfektes Pferd erwarten."
Dennoch hat der Hengst von der Arbeit nach den alten Meistern profitiert, weil er so sein Versammlungstalent beweisen konnte.

Und noch etwas zu Fotos oder Videos :
Unter Fürstlichen Hofreitschule in Bückeburg bei cavallo.de - Ausbildungs-Serie mit Labiat - Videos aus Bückeburg. kann man sich die Videos zu der Serie mit Labiat anschauen. Habe ich noch nicht gemacht, hole ich aber noch nach.
 
Gwenie

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ich weiß ich werde mich jetzt gleich wieder unebliebt machen:
Aber ich sehe da nichts anderes als ein normales Training wie es bei uns im Unterricht auch gemacht wird!
AUßER dass bei dem Hengst schon eine Kandarre drin ist!

Und ob es sinnig ist Lektionen auf Kandarre zu erlernen?! Ich jedenfalls halte nichts davon.

Ansonsten arbeitet der Hengst schön mit. Bis auf diePassage/Piaffe versuche, da kann man deutlich sehen, dass er überfordert ist.
 
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Mirage

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Mirage: Komisch, die Cavallo ist doch von April, die schmeißt du aber schnell weg.
Fanni, Gwenie fragte nach der ersten Cavallo, derjenigen zu Projektbeginn. Jetzt im April war das Ende des Projektes.... Wegschmeißen tue ich im übrigen überhaupt keine Zeitungen, sondern weitergeben, wobei auch die Aprilausgabe sich nicht mehr bei mir befindet. ;)

Da hast du mich wohl falsch verstanden, es ist mir sehr wohl bekannt das die beiden von mir genannten Herren Anhänger der alten französischen Reitweise sind.
Jein, stimmt nicht so ganz. Sie waren beide keine Anhänger irgendeiner Reitweise (sofern man damals überhaupt schon von Reitweisen sprechen konnte) sondern haben heutige Reitweisen geprägt. De la G. ganz intensiv die französische und auch sehr stark die deutsche Reitweise. Baucher muss man eher außen vor lassen, da der Leitsatz von Baucher "Balance vor der Bewegung" und nicht wie de la G. + französische + deutsche Reitweise "Balance in der Bewegung". D. h. Baucher propagierte von Haus aus, dass das Pferd erst im Stand sein Gleichgewicht unter dem Reiter, dann im Schritt, dann im ... usw. findet nicht wie de la G. so im extremen, der propagiert eher vorwärts (wenngleich wiederum nicht so extrem wie Steinbrecht). Von dem her ist mir schon der gesamte Cravallo-Grundsatz bzw. Leitgedanke des Projekts suspekt bzw. die Devise von Bückeburg. Hört sich eher für mich an nach "ich nehme hier ein bisschen und dort ein bisschen und benenne die Reitweise nach mir selbst" *duck* Was nicht heißen soll, dass diese Reitweise (soweit man es so nennen kann) schlecht ist. Ich habe mich halt sehr stark in Baucher eingelesen und auch live damit befasst und wenn ich dann die Leitthesen von Baucher bzw. Racinett sehe und kenne und die dann mit den Videos abgleiche dann kann ich da nirgendwo Baucher entdecken. Zumindest nicht mit dem Sinn und Hintergedanken wie Baucher es sah.

Die beiden Pferderassen habe ich genannt, weil man sie eindeutig der barocken Reitweise zuordnet, da wirst du mir ja wohl Recht geben.
Nein, ich persönlich kann Dir da nicht rechtgeben, wenngleich ich aber zugebe, dass dies in Deutschland gerne so gesehen wird, warum auch immer, ist mir nach wie vor ein Rätsel. Barock war für mich ein Zeitalter, diese Zeit damals hat viele tolle Reiter hervorgebracht, die viel ihre Grundsätze in die heutige Reitzeit eingebracht haben. D. h. barock reitet für mich jemand, der rein und d. h. wirklich rein nach dem einen oder anderen Reitmeister von damals reitet (habe ich aber wiederum noch keinen kennenlernen dürfen). Und spanische Reitmeister von der Barockzeit oder in der Nähe dieser Zeit kenne ich keinen, ich denke auch nicht, dass es so jemanden überhaupt gibt, da eben auch bei dem damaligen Reitmeistern nicht alles Gold war was glänzt). Spaniokel (nicht böse gemeint, ist nur mein Spitzname für die Spanier) hatte damals kaum jemand, da wurden in erster Linie die jeweiligen Landespferde hergenommen.

Gwenie zustimmt, ich sehe da auch nix anderes, als was ich täglich bei uns in der Reithalle sehe *schulterzuck* Nicht schlecht aber weder herausragend noch etwas besonderes oder gar sensationell neues. Leichtigkeit gibt es schon immer in jeder Reitweise, hängt halt vom Anwender ab, d. h. Hannoveraner Spochtpferde oder sonstwas kann man auch alle mit Leichtigkeit reiten. Das Problem der Leichtigkeit ist aber leider das Problem vieler Reiter, die Legerete-Reiter nehmen es etwas zu extrem mit der Leichtigkeit, sie wollen nix mehr in der Hand spüren und dann entstehen halt nunmal leicht Unterhälse, weil das Pferd gar nicht mehr ans Gebiss herantritt und reell geritten wird. Die allerwenigsten können reell die ach so hochgejubelte Legerete auch wirklich umsetzen. *leiserausschleicht*
 
Dimturien

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Und ob es sinnig ist Lektionen auf Kandarre zu erlernen?! Ich jedenfalls halte nichts davon.
Da bin ich ganz deiner Meinung. Ich habe immer gesagt bekommen, dass ein Pferd alles erstmal auf Wassertrense (oder in meinem Falle: Snaffle Bit) können sollte, BEVOR es eine Kandarre verpasst bekommt. Ergibt meiner Meinung nach auch wesentlich mehr Sinn, da man mit einer Wassertrense doch eindeutigere Zügelhilfen geben kann, als mit einer Kandarre (ob mit oder ohne Unterlegtrense, das ist mMn egal), da die Kandarre ja ein starres Gebiss ist.

Zum Video von Labiat:
Schaut schon schön aus, aber warum ist das jetzt alles soviel anders, als was es eigentlich in der FN-Reitweise sein sollte? Ok, vielleicht die viele Arbeit am Boden, aber das Endergebnis sollte doch in beiden Reitweisen im Idealfall gleich aussehen - oder habe ich da was nicht so ganz verstanden?

Das Problem der Leichtigkeit ist aber leider das Problem vieler Reiter, die Legerete-Reiter nehmen es etwas zu extrem mit der Leichtigkeit, sie wollen nix mehr in der Hand spüren und dann entstehen halt nunmal leicht Unterhälse, weil das Pferd gar nicht mehr ans Gebiss herantritt und reell geritten wird. Die allerwenigsten können reell die ach so hochgejubelte Legerete auch wirklich umsetzen. *leiserausschleicht*
Äh, ich will beim Reiten auch nix mehr in der Hand spüren, dennoch hatte mein Pferd keinen Unterhals. Pferde die einen Unterhals entwickeln, sind mMn einfach noch nicht weit genug, sich selbst tragen zu können, und dann muss ich als Reiter dem Pferd eben zeigen, wie es sich selbst tragen kann - dazu gehören dann halt auch Zügelhilfen, die richtig dosiert und korrekt eingesetzt werden.

Aber ich merke gerade, du meinst wahrscheinlich das Gleiche wie ich, und ich hab's wieder verpennt, kann das sein? *kopfkratz*
 
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franzl

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Ihr seht noch nicht einmal in den Videos Unterschiede :confused: Bei Köhlers Reitweise nicht, stimmt...
Mein Leitspruch stimmt mal wieder... wenn ihr es nicht erfühlt, ihr werdet es nie erjagen ;)
 
iesca

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Interessant wäre es ja gewesen ein Video zu sehen, auf dem Labiat bei Projektbeginn zu sehen ist. Wenn ich den Text richtig verstanden habe, sind ja alle drei Videos vom Ende, einfach unter verschiedenen Reitern.
 
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Mirage

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Ihr seht noch nicht einmal in den Videos Unterschiede :confused: Bei Köhlers Reitweise nicht, stimmt...
Mein Leitspruch stimmt mal wieder... wenn ihr es nicht erfühlt, ihr werdet es nie erjagen ;)
Klär uns/mich doch mal auf nach den expliziten Unterschieden, die Du zur herkömmlichen deutschen Reitweise siehst. Interessiert mich nämlich. ;)

Dimturien *nickt* Wir reden vom gleichen, genau da ist nämlich der Knackpunkt, inwieweit ein Pferd schon soviel Kraft etc. hat um sich reell selbst zu tragen. Der Ausbildungsweg dahin ist lang, von der Reiter/Pferd-Sorte, von der ich rede, sind in der Regel beide noch nicht soweit bzw. haben den Ausbildungsweg eben grundlegend falsch verstanden. Ich schließe mich da auch gar nicht aus, ich habe lange Zeit selbst gemeint, ich darf um gottes Willen ja nix in der Hand spüren, damit es toll ist. Ergebnis war ein Köpfchenstellendes Pferd und schlackernde Zügel. ;)
 
Gwenie

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@franzl: welche Videos- ich habe da auf der Seite nur eins gesehen und angeguckt ;)
 
franzl

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@iesca
das hat mir auch gefehlt.

@gwenie
ich habe auf der Seite drei Videos. Einmal reitet Krischke selber, dann ein Banderup Ritter (hab' den Namen gerade nicht parat) und dann Köhler selber. Ein himmelweiter Unterschied, meine Meinung... Der weiß gar nicht, was er da tut (und Labiat auch nicht mehr).
Sorry, aber wie gesagt, wenn einer nicht fühlen kann, wird er nie erfahren, wie es sich richtig anfühlt. Ich habe es erst nach 20 Jahren Reiterfahrung kennen lernen dürfen, wie sich ein richtiger Rücken anfühlt. Ich mag es gar nicht sagen, aber ich glaube, hier wissen auch nicht alle, wovon sie tatsächlich sprechen. Schub- und Tragkraft sind zwei verschiedene Dinge. Sehen will man bei der FN nur die Schubkraft, die Tragkraft, die den langen Rückenmuskel stärkt, wird vernachlässigt, weil es halt nicht so spektakulär aussieht/aussehen kann.
Die "klassische" Reitkunst ist auch nicht das A und O, zugegeben, aber eine gesunde Mischung wäre schon nett.

So, ich muss jetzt ins Bett. Melde mich erst in ein paar Tagen wieder, weil

ICH FAHRE MIT LORE IN DEN URLAUB

Euch ein schönes WE
 
Gwenie

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wer scrollen kann ist klar im Vorteil :(

franzl: das wäre mir neu dass in der FN die Tragkraft vernachlässigt wird ;)
zumindest im Unterricht in dem ich bin wird die Tragkarft genauso gefördert wie die Schubkraft, wenn nicht sogar mehr als die Schubkraft.
Denn die Schubkraft gerade bei den Tritte verlängern etc kann ja nur aus der Tragkraft kommen ;)

Aber ich denke das ist jetzt egal.


Im Grunde denke ich aber immer noch dass es jetzt nicht spektakulär ist. Wenn jeder mit seinem PFerd ein halbes Jahr speziell an der Versammlung üben würde, was vorher nicht sooo gemacht wurde. Wäre man ja ein Stück weiter ;)
(ich hoffe man kann verstehen was ich meine)
 
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Mirage

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ich habe auf der Seite drei Videos. Einmal reitet Krischke selber, dann ein Banderup Ritter (hab' den Namen gerade nicht parat) und dann Köhler selber. Ein himmelweiter Unterschied, meine Meinung... Der weiß gar nicht, was er da tut (und Labiat auch nicht mehr).
Ich kann die Videos nur hakend anschauen leider. Was ich aber meine erkennen zu können ist, dass Labiat klar bei dem einen besser, bei dem anderen schlechter geht, aber insgesamt von jedem reitbar ist ohne den Eindruck zu vermitteln, er verstehe die Welt nicht mehr. Die Piaffen finde ich gruselig, aber okay, da ist er ja erst in der Lernphase, ich meine allerdings deutlich sehen zu können, dass ihm hierzu gewaltig die Kraft fehlt. Mehr als übungsweise mal ein bis zwei Piafftritte würde ich dem Pferd noch nicht zumuten wollen, aber gut jeder macht es wie er meint.

Sehen will man bei der FN nur die Schubkraft, die Tragkraft, die den langen Rückenmuskel stärkt, wird vernachlässigt, weil es halt nicht so spektakulär aussieht/aussehen kann.
Öhm, grundlegend falsch. Aber mag sein, dass Du halt diesbezüglich keine guten Lehrer hattest FN-technisch gesehen. Auf alle Fälle wirst Du nirgends in den Richtlinien finden, dass es spektakulär ausschauen soll. Meine RL erarbeitet aber nicht erst das eine und dann das andere, sondern baut beides in gleichen Maßen auf, leicht verstärkt die Tragkraft. Im Ergebnis entwickelt sich dann aus der Tragkraft aber - wie Gwenie richtig sagte - die reelle Schubkraft. Ein halbes Jahr nur rein an der Tragkraft zu arbeiten ohne jegliche Schubkraft ist nicht mein Ding. Aber bekanntlich führen ja viele Wege nach Rom. Und jeder Weg für sich ist deswegen ja nicht falsch. Jeder Weg braucht nur Reiter, die das einfach auch umsetzen können. ;)
 
franzl

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Auf alle Fälle wirst Du nirgends in den Richtlinien finden, dass es spektakulär ausschauen soll.

Klar steht es nicht in den Richtlinien, aber was sehen wir denn auf den Turnieren? Das ist doch der Kern der ganzen Diskussion, dass die FN nicht mehr nach ihren eigenen Richtlinien richtet.

Meine RL erarbeitet aber nicht erst das eine und dann das andere, sondern baut beides in gleichen Maßen auf, leicht verstärkt die Tragkraft. Im Ergebnis entwickelt sich dann aus der Tragkraft aber - wie Gwenie richtig sagte - die reelle Schubkraft. Ein halbes Jahr nur rein an der Tragkraft zu arbeiten ohne jegliche Schubkraft ist nicht mein Ding. Aber bekanntlich führen ja viele Wege nach Rom. Und jeder Weg für sich ist deswegen ja nicht falsch. Jeder Weg braucht nur Reiter, die das einfach auch umsetzen können. ;)
Ein halbes Jahr nur an der Tragkraft zu arbeiten wäre auch nicht mein Ding und sollte mE auch nicht sein...

Wenn es tatsächlich überall so ist, wie ihr beschreibt, wäre es ja gut. Aber warum sieht man es dann nie? Schubkraft aus der Tragkraft raus? Die meisten Pferde werden gerade in der Trabverstärkung einfach nur vorwärts geritten. Wer hält denn den Rücken dabei? Wer erweitert den Rahmen denn nur so weit, wie es das Pferd halten kann? Die L-Trensen, die ich mir in der letzten Saison angeschaut habe, waren katastrophal. Gerade in diesem Bereich. Tragkraft gleich null, Balance gleich null, aber vorwärts konnten sie alle. So gesehen habe nicht nur ich schlechte Erfahrungen mit FN-Trainern gemacht ;) Wenn es bei euch anders ist, ist es ja gut!
 
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Mirage

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Uih, Franzl ist wieder da. Wie war Dein Urlaub?

Zu dem in blau zitierten folgendes:
Ich verteidige gewiss nicht, was man auf den Turnieren sieht, gefällt mir nämlich sehr sehr oft selbst überhaupt nicht, aber man kann doch eine Reitlehre nicht daran fest machen, wie die Ausführenden sie umsetzen, nämlich einerseits auf die pösen pösen Spochtreiter schimpfen, andererseits siehts leider auch bei den "Alternativen" wie PK, Racinett (Baucher) und wie sie alle heißen in der Praxis nicht so aus wie es die Theorie verspricht. Bei mir siehts übrigens auch nicht aus wie aus dem Lehrbuch, weil ich einfach noch nicht gut genug reite um das in Perfektion zu erreichen. Wird es wahrscheinlich auch nie, aber ich versuche es so gut zu machen wie es meine Lern- und Fühlfähigkeiten zulassen und bin stets dabei mich weiterzubilden. ;)

Hier zitiere ich mich mal selbst, interessiert mich nämlich nach wie vor:

Klär uns/mich doch mal auf nach den expliziten Unterschieden, die Du zur herkömmlichen deutschen Reitweise siehst. Interessiert mich nämlich. ;)
 
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