Martingal richtig verschnallen?

Diskutiere Martingal richtig verschnallen? im Springreiten Forum im Bereich Reitsport; Moinsen! :D Gestern abend hatte ich am Stall eine kleine "Diskussion" über die korrekte Verschnallung des Martingals, insbesondere die Länge der...
Lore

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Moinsen! :D

Gestern abend hatte ich am Stall eine kleine "Diskussion" über die korrekte Verschnallung des Martingals, insbesondere die Länge der Gabeln.

Ich habe es mal so gelernt: Die Gabel soll so lang sein, dass die Ringe bis zur Kehle des Pferdes reichen. Dadurch tritt die Wirkung des Martingals erst ein, falls das Pferd den Kopf deutlich hochreißt oder gar zurückwerfen will, ansonsten hat das Martingal keine beizäumende Wirkung und ist demnach auch kein "echter" Hilfszügel.

In der Praxis (auch bei höherklassigem Springen) sehe ich häufig, dass das Martingal wesentlich kürzer verschnallt wird, so dass bereits bei jedem kleinsten Herausheben des Pferdes aus der optimalen Haltung die Zügellinie geknickt wird. Diese Art der Verschnallung wurde gestern einer Stallkollegin von ihrer RL nahegelegt. Zudem verwendet diese RL häufig noch eine andere Verschnallungsmethode, die sie als "Standing Martingal" bezeichnet und die früher wohl recht verbreitet war. Dabei werden nicht die Zügel durch die Martingalringe geführt, sondern die Ringe unten in den Nasenriemen des Reithalfters geschnallt (ähnlich wie ein Stoßzügel).

Mich würde nun mal interessieren, wie ihr selbst ein Martingal korrekterweise verschnallen würdet, ob ich mit meinen Ansichten komplett auf dem Holzweg bin und was ihr vom "Standing Martingal" haltet.
 
Phantom der Oper

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Hm, ich hab das auch so gelernt, dass wenn ich den Zügel angenommen habe, das Martingal keinen Knick rein machen darf. Also so wie du es in deinem zweiten Beispiel erklärt hast. So hat mir mein RL das Martingal auch verschnallt.

Bei uns in der Umgebung hat ein RL auch des öfteren die Martingalgabel in den Kehlriemen der Trensen eingeschnallt, sollte dann ebenfalls als Stoßzügel wirken. Was ich davon halten soll, weiß ich nicht. Muss ehrlich gestehen, habe mich nicht so richtig damit beschäftigt. Meine Dicken sehen Hilfszügel nur beim longieren und im Gelände/Springen ist halt ein Martingal mitdabei.
 
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Gwenie

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Also ich habs gelernt dass die Ringe ca auf Hüfthöhe des Pferdes sein sollten.
Das "Standing Martingal" habe ich hier noch nie gesehen.
Ich kenne es aber auch dass das Martingal deutlich kürzer verschnallt wird, je nachdem welchen Zweck es erfüllen soll.

Oft soll es ja "nur" die korrekte Zügelführung beibehalten.
 
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maulwurf

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Ich schließe mich Euch da uneingeschränkt an!

Ein Martingal darf auf keinen Fall als Hebel benutzt werden, sondern dient doch lediglich dazu, falls das Pferd mal unkontrolliert den Kopf hochreißt, daß der Reiter dies verhindern kann bzw. das Pferd noch unter Kontrolle behält.

Ich habe es so gelernt und halte dies, wie Ihr auch, für die einzig richtige Verschnallmethode:
Das Martingal ist so zu verschnallen, daß das Pferd bei normaler "ungezäumter" Kopfhaltung - wenn es sich z.B. vor dem Sprung/Stange dieses aufmerksam anschaut - nicht ansteht!

Das Martingal einfach irgendwo einzuschnallen halte ich persönlich für völlig verantwortungslos von den jeweiligen Reitern/Reitlehrern. Entweder nehme ich dann einen passenden Hilfszügel, der auch für diesen Zweck erfunden wurde und springe nicht (da anscheinend die Angst überwiegt, nicht mehr einwirken zu können) oder setze dem Reiter ein Pferd drunter, mit dem er/sie es erstmal ordentlich lernen kann.

@Lore: Weisst Du denn, warum bei diesem Paar das Martingal so verschnallt werden soll?

Klar werden viele Pferde heiß beim springen und es gibt genug Reiter, die dann wild anfangen mit scharfen Gebissen oder "Hilfsmitteln" zu hantieren, da sie sich nicht mehr zu helfen wissen, aber das halte ich nicht immer für den richtigen Weg (sicherlich mag es extreme Ausnahmen geben). Aber warum bemüht man sich denn nicht erstmal durch entsprechend klein aufgebaute Sprungreihen den Speed rauszunehmen. Wäre die einfachste Lösung. Setzt natürlich voraus, daß auch der Reiter dies überhaupt bewältigen kann.

LG
mw
 
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W

Wunschtraum

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Ich habe es mal so gelernt: Die Gabel soll so lang sein, dass die Ringe bis zur Kehle des Pferdes reichen. Dadurch tritt die Wirkung des Martingals erst ein, falls das Pferd den Kopf deutlich hochreißt oder gar zurückwerfen will, ansonsten hat das Martingal keine beizäumende Wirkung und ist demnach auch kein "echter" Hilfszügel.
So hab ich das auch gelernt und bisher auch immer so verschnallt.

Die Version "Standing Martingal" hab ich noch nie gehört. Aber es macht sicherlich Sinn, da dann Druck auf das Nasenbein entsteht, was dann auch wieder eine Beizäumende Wirkung hat. Ob das jetzt optimal ist, dazu sag ich lieber mal nix ;)
 
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Cinnamon

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Hallihallo!

Was das einstellen und das verschnallen eines Martingals angeht schließe ich mich euch an.
Die Zügel werden ja jeweils durch einen der Ringe geführt und über dem Hals wieder verschlossen. Die Gabeln müssen so lang verschnallt sein, dass der Zügel bei normaler Kopfhaltung des Pferdes nicht durch den Ring geknickt wird.
Reißt das Pferd den Kopf hoch, wird der Zügel geknickt und hat so einen günstigeren Zugwinkel und mehr Zug.
so hat mir das meine RL mal erklärt. Ich hab siue allerdings auch mal nach diesem "Standing Martingal" gefragt.
Sie meinte das es hauptsächlich eingesetzt wird um auf den Nasenrücken einen gewissen Druck auszuüben, häufig bei Westernpferden.
Andererseits hat sie eingeworfen, das es für Pferde die nicht daran gewohnt sind störend wirken kann oder auch einengend.
Ich selber weiß nicht so recht was ich davon halten soll.
Für meine Lausebuben habe ich ein ganz normal eingestelltes und verschnalltes Martingal.
Ich kann mir aber vorstellen, das viele es auch wegen des Aussehens machen.
Meine ehemalige RL fand es toll wenn die Pferde ihre Köpfe hoch trugen, deshalb hat sie die Ausbinder immer extra kurz geschnallt.
Für mich ist das Tierquälerei und deshalb nichts zum rumspielen.

Liebe Grüße!:)
 
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Daggi1

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Ich kenne das Martingal auch nur so verschnallt, dass es bei normaler Kopfhaltung des Pferdes den Zügel nicht bricht. Alles andere stört auch sicher die korrekte Zügelführung und Einwirkung.

Als "Schlaufi-Ersatz" zum Herunterziehen des Kopfes wird es aber leider noch allzuoft mißbraucht.

Ich habe schon mal ein Martingal bei Ausritten am Pferd, für die "drolligen 5 Minuten". das schützt im Zweifel die Nase und die Zähne :D.

Ein Martingal in Sperrhalfter oder Kehlriemen zu schnallen, na ja.... Ich glaube da gibt es etwas ähnliches im Westernbereich, wo eine Art Stoßzügel in einen Nasenriemen eingehakt wird. Ist vielleicht besser als ein Stoßzügel im Gebiss.

Letztlich ist es wie mit allen Hilfszügeln: eine korrekte Ausbildung ersetzen sie nicht.
 
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SkorpionMel

SkorpionMel

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Ein Martingal als Stoßzügel vielleicht noch kurz eingeschnallt und eventuell draußen im Gelände eingesetzt kann gefährlich ausgehen, weil sich das Pferd überhaupt nicht mehr ausbalancieren kann.
Ein Martingal gehört wie bereits mehrfach beschrieben locker eingeschnallt, dass der Zügel keinesfalls einen Knick macht.
Ich persönlich halte nichts von Schlaufzügeln, Stoßzügeln und co. Wer ohne nicht reiten kann, sollte es dem Pferd zu liebe bleiben lassen!
 
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Jolante

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Das Standing Martingal kommt eigentlich aus dem Polosport, dort sind sie üblich meines Wissens und dann gibt es die Dinger noch im Westernreiten, da heißen sie dann Tie down......
 
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Lore

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@Lore: Weisst Du denn, warum bei diesem Paar das Martingal so verschnallt werden soll?
Das wird nicht nur bei diesem Paar so gemacht, diese RL schnallt das Martingal generell ziemlich kurz, auch bei anderen Pferden. Auf meinen Einwand hin meinte sie, dass ein länger verschnalltes Martingal völlig wirkungslos wäre und man es dann auch gleich weglassen könnte.
Ums Springen geht's bei diesem Paar übrigens (noch?) nicht, die wollen das Martingal zum Dressurreiten und für's Gelände hernehmen.
 
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maulwurf

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Oh je, das klingt ja extrem "kompetent" von der Dame.

Hat der Reitlehrerin noch niemand erzählt, daß für diesen Zweck vor langer Zeit Dreieckszügeln erfunden wurden :rolleyes:? Als nächstes gehen die bestimmt zu den Thiedemanns über ;), falls sie sich doch Gedanken macht.

Und solche Reitlehrer bilden den Nachwuchs aus... da krieg ich echt Gänsehaut!!!

Hättest Du noch jemanden zur Rückendeckung im Stall? Evtl. 2ter Reitlehrer, der die Gute mal graderücken kann?
 
Lore

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Der zweite RL ist ihr Mann ;)

Die Besitzerin des besagten Pferdes ist noch etwas unerfahren, es ist ihr erstes eigenes Pferd und sie hat ihn erst ein knappes halbes Jahr. Vorher ist sie in der Reitschule geritten, hat ihr Pferd auch dort eingestellt und reitet mit ihm dort weiterhin Unterricht. Das Pferd ging früher L-/M-Springen, ist ziemlich groß und manchmal etwas büffelig, aber im großen und ganzen schon brav. Nicht unbedingt mein Typ, aber die Geschmäcker sind ja Gott sei Dank verschieden ;)
Ich möchte mich nicht ungefragt einmischen, die Frau ist um die vierzig und sollte meiner Meinung nach selbst entscheiden, was sie mit ihrem Pferd macht und von wem sie sich Rat holt. Sicherlich würde ich einiges anders machen, aber ich bin keine RL und halte mich mit meiner Meinung grundsätzlich zurück, solange ich nicht explizit gefragt werde.
 
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maulwurf

maulwurf

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Ok, bei der Konstellation tust Du Dich hart. :(

Vielleicht ergibt es sich ja mal, ohne daß Du jemandem auf die Füße steigen musst (was ja meist unangenehme Begleiterscheinungen mit sich führt), daß die Reiterin sich durch einen Tipp selbst Gedanken zum Thema macht.

Viel Glück dabei!
 
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