Absteigen bei 'gefährlichen' Stellen?

Diskutiere Absteigen bei 'gefährlichen' Stellen? im Weitere Reitweisen Forum im Bereich Reitsport; Hallo Seit einiger Zeit kommt es im Gelände öfters vor, dass Bohème z.B. an einem Bauernhof nicht vorbeigehen möchte. Sie bleibt dann stehen...
iesca

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Hallo

Seit einiger Zeit kommt es im Gelände öfters vor, dass Bohème z.B. an einem Bauernhof nicht vorbeigehen möchte. Sie bleibt dann stehen, geht rückwärts oder zur Seite ins Feld. Manchmal kommt es auch vor, dass sie ein wenig buckelt.
Alles in allem bleibt sie relativ kontrollierbar, nur steigert sie sich da halt ein wenig rein und wird extrem nervig.
Bis jetzt bin ich dann immer abgestiegen, habe sie vorbeigeführt und bin danach wieder aufgestiegen.
Heute war ich wieder in so einer Situation und bin dann ebenfalls abgestiegen, habe sie vorbeigeführt, bin dann aber nicht gleich wieder aufgestiegen, sondern habe sie insgesamt noch drei Mal an dem Hof vorbeigeführt, bis sie einigermassen ruhig daran vorbei gegangen ist. Erst danach bin ich wieder aufgestiegen und dann vorbei geritten. Sie ist mir zwar ziemlich weit aufs Gras ausgewichen und hat ziemlich geglotzt, aber ist dann daran vorbeigegangen, bis der Weidezaun kam und sie auf den Weg zurück sollte. Da wollte sie wieder nicht, obwohl wir schon beinahe am Hof vorbei waren.
Also wieder abgestiegen, wieder hin und hergeführt, wieder aufgestiegen und das letzte Stück dann auch geritten.
Was haltet ihr davon? Ist das Hin- und Herführen bis sie einigermassen ruhig vorbei geht und anschliessend noch einmal vorbeireiten sinnvoll? Oder lieber doch nur führen und bei der nächsten Gelegenheit wieder die Stelle in den Ausritt einbauen?
Was macht ihr in so einer Situation?
Wenn ich sie führe, läuft sie überall durch. Das ist alles kein Problem, aber langfristig möchte ich bei solchen Sachen ja auch durchreiten können.
 
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may087

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Oh ich kenne das zu gut was du meinst... ich hab genau dasselbe Problem.
Ich versuche mich zuerst durchzusetzen und an der ach so gefährlichen Stelle durchzureiten. Absteigen tu ich erst, wenn es gefährlich wird, also wenn das Pferd drauf und dran ist durchzugehn o.ä.
Mit der Zeit ist es besser geworden. Letzten Freitag hatte ich meinen ersten richtigen Ausritt seit langem (auch noch alleine!) auf dem ich unterwegs nicht absteigen musste. Also einfach durchhalten und weiter üben.
 
Felicita

Felicita

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Du hast das mit dem vorbeigehen richtig gemacht. Wenn du ein Pferd mit Schenkel aund Gerte dazu bringen möchtest an etwas vorbeizugehen, vor dem es möglicherweise Angst hat, dann steht das Pferd unter großem Druck, wodurch es womöglich zu einer gefährlichen Situation kommen kann.
Also wenn du merkst, es geht gar nicht,dass das Pferd, ohne es komplett unter Druck zu setzen, daran vorbeigeht, dann steig ab und führe es einige Male vorbei bis es völlig ruhig daran vorbeigeht, dann steigst du wieder auf und reitest noch einmal vorbei. Wenn es klappt, dann darfst du auf keinen Fall vergessen das Pferd ausreichend zu loben!!!

Lg Felicita
 
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Wunschtraum

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Ich würde auf keinen Fall absteigen! Wie soll sie denn da lernen, dass man auch mit Reiter auf dem Rücken dran vorbei gehen kann! Das würde ich mir für absolute Notfälle, wenns gar nicht mehr geht oder an einer viel befahrenen Straße etc. vorbehalten.

Lass die Hand dran und treib konsequent und energisch weiter. Eventuell auch mal einen anticken mit der Gerte.
 
iesca

iesca

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Auf vorwärts treiben und auch Gerte reagiert sie in diesem Moment, wenn überhaupt, mit rückwärts und das einzige, was ich erreiche, ist, dass sie am Schluss völlig durch den Wind ist und trotzdem nicht vorbeigeht.
Es ist in diesem Moment ja keine Widersetzlichkeit, sondern Unsicherheit und Angst. Man merkt auch ziemlich deutlich, dass sie eigentlich vorbeigehen will, sich aber nur bis zu einem gewissen Punkt traut. Das waren auch die Situationen, in denen sie in der Regel nicht buckelt.
Wenn sie buckelt, ist das eher eine Widersetzlichkeit und da steige ich auch nicht ab, ausser es wird zu gefährlich, weil es z.B. auf der einen Seite des Weges steil den Hang hinunter geht oder es glatt ist.
Die Frage, die ich mir eher stelle, ist, ob es sinnvoller ist, nach dem Absteigen gleich weiterzureiten oder sie eben erst mehrmals hin und her zu führen und dann noch einmal vorbeizureiten.

@ Felicitas: Loben ist selbstverständlich. Da gibt es dann auch ausnahmsweise mal ein Leckerli.

@ May: Solange, bis mein Pferd kurz vor dem Durchgehen ist, warte ich nicht. Wenn ich merke, dass sie wirklich Angst hat, bestehe ich darauf, dass sie mindestens noch einen Schritt nach vorne macht, so dass ich sie bewusst anhalten und dann absteigen kann.
 
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Wunschtraum

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@ Iesca: o.k. auch wenn sie Angst hat, würde ich trozdem nicht absteigen;) Denn du vermittelst ihr da "ich stell mich etwas an und dann steigt sie ab". Wie soll das Pferd da lernen mit dir oben drauf vorbei zu gehen. Oben bleiben heißt die Devise:)

Dann würde ich sie einfach mal ein paar Minuten stehen lassen, bis sie sich beruhigt und sich alles angeguckt hat. Und dann mal wieder 1-2 Schritte vor, wieder stehen und gucken lassen. Und das solange bis sie vorbei ist. Wenn sie vorgeht natürlich immer loben!
 
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iesca

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Das habe ich auch schon durch. Auf zwei Schritte vorwärts folgen dann wieder mind. vier Schritte rückwärts manchmal auch deutlich mehr, bis sie soweit wieder bei mir ist, dass sie auf die vorwärtstreibenden Hilfen oder auch die Gerte reagiert. Da dann allerdings auch wieder nur mit max. zwei Schritten, bevor es dann wieder rückwärts geht. Auch stehen lassen und schauen lassen, bringt da nicht viel.
Damit sie eben lernt, dass sie auch mit mir auf dem Rücken vorbeigeht, habe ich jetzt geplant, sie in so einem Fall mehrmals vorbeizuführen, bis sie ruhig vorbeigeht und dann wieder aufzusteigen und noch einmal vorbeizureiten.
 
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may087

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weißt du, bei mir hats halt auch mit gruseligen Häusern und sowas angefangen, wo man dann eben dem ängstlichen Pferd zu Liebe mal führt.
Irgendwann war dann halt jeder Grashalm und jeder Baum so unheimlich, dass man nicht daran vorbei gehen kann...
Wenn bei mir kein Vorwärts und nur noch rückwärts geht, versuche ich anzuhalten und es auszusitzen. Dann stehn wir halt da und gucken doof den gruseligen Baum an. Ist dann die Frage wer mehr Geduld hat. Aber hat bei mir schon oft geklappt, dass mein Pferd sich dann doch entschieden hat, man könnte an dem Baum eventuell vorsichtig vorbeigehen.
 
urmeli

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Ich kenne das auch aber bei mir war ich selber der Auslöser. Durch meine Ängstlichkeit und meine Gedanken: " da kommt mal wieder so eine Schreckstelle! " oder ähnliches ist Nicos erst richtig ängstlich geworden.
Daran habe ich gearbeitet und folge auch einem Rat:
Sobald ich merke das Nicos anfängt treibe ich ihn ordenlich und sehr bestimmt an. Mittlerweile geht er als erster bei " Gefahrenzonen" vorbei.
Mutiger Junge ;)
Trotzdem gilt für mich.......ich gehe für mich den Weg, der für mich am ungefährlichsten ist.
 
Dimturien

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Die erste Frage die sich mir stellt: Kennt das Pferd besagten Hof schon? Also ist sie da vorher immer ohne zu zögern vorbei gegangen?

Falls ja, dann ist absteigen der falsche Weg, weil sie dann nur merkt, dass sie sich ein bisserl aufspielen muss, um den Reiter wenigstens kurzfristig vom Rücken zu kriegen.

In dem Fall würde ich dann eher dazu tendieren, schon vor der kritischen Stelle Übungen einzubauen: Schenkelweichen, Volten, Kurzkehrt - ein paar Schritte vor - wieder Kurzkehrt, und so weiter und so fort. Ich würde sie einfach so beschäftigen, dass sie gar nicht merkt, dass ihr gerade an dem Hof vorbei gegangen seid.
Wenn das klappt, würde ich versuchen, normal vorbeizureiten. Fängt sie wieder an sich anzuspannen und du hast das Gefühl, dass sie sich da wieder aufzieht, dann gleich wieder beschäftigen. Solange, bis sie kapiert hat, dass es wesentlich angenehmer für sie ist, einfach ganz normal vorbeizugehen, als ständig irgendwelche Übungen zu machen.

Absteigen und Führen kann man an unbekannten Gegenständen, die dem Pferd wirklich Angst einjagen. Wichtig hierbei ist jedoch, dass man das Pferd langsam an den Gegenstand ranführt und es diesen auch beschnuppern und untersuchen lässt.

So bekommt das Pferd vertrauen und merkt, dass Frauchen es nie in eine gefährliche Lage bringen würde. Irgendwann geht sie dann mit dir überall hin.
 
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Das hört sich einfach nur nach Verarsche an, wenn sie mit dir am Boden da vorbeigehen kann, dann auch wenn du draufsitzt! So viel Sicherheit musst du ihr auch von oben geben. Ich würde auf keinen Fall absteigen, da muss sie durch! Und wenns 3 Stunden dauert, solange sie nicht grade so steigt, dass sie sich fast überschlägt, würde ich sie da vorbeidrücken! Ich würde schon bevor die Stelle kommt das Pferd tief einstellen, und wie Dimturien mit Schenkelweichen vorbeidrücken. Wenns sein muss auch 10 mal hintereinander.
 
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Oft ist man auch selber schuld, man weiß "oh, da vorne kommt wieder das und das, wo sie nicht vorbei will" und prompt ist das dann auch so ;)
Denk nicht dran, lenk dich selber ab, pfeif/sing vor dich hin, so funktionierts bei Luna und mir ;)

Ich bin bis jetzt 2x abgestiegen, einmal als sie zum allerersten Mal eine Kutsche gesehen hatte, aber da bin ich noch abgestiegen bevor sie so Panik bekommen hatte, ich hab das schon gemerkt, als sie die Kutsche in der Ferne gesehen hat, dass sie da zu unsicher ist...
Beim zweiten Mal war es bei den Schafen mit Glöckchen. Als Handpferd ist sie einigermaßen ok dran vorbei, aber unterm Reiter gings dann ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr und das war sicher keine Verarsche...

Ich verlang da noch gar nicht zuuuuuu viel von ihr, sie ist noch so jung und muss noch so viel kennenlernen... Klar, dass ein 20jähriges Pferd gelassener reagiert, weil er mehr Erfahrungen gesammelt hat, wie ein junges Pferd, dass noch lange nicht so viel erlebt hat.

Ansonsten kommen wir eigentlich an allem vorbei, aber nur mit wenig Druck, bei zu viel macht Luna dicht.
Am besten ist bei uns, wenn ich ihr einfach die Zügel gebe, sie in einem Bogen vorbeiläuft, ich dann nochmal umdreh und nochmal vorbeireite und sie mit leichtem (!!!) Schenkeldruck an diese unheimliche Sache hinbringe und schnuppern lasse... Ist immer total süß, sie ist etwas unsicher, geht einen kleinen (!) Schritt zurück, ich komm aber dann ein bisschen mit Schenkel und Stimme, so nach dem Motto "Auf gehts, geht schon, passiert nichts!", darauf geht sie dann wieder näher hin, ich bleib locker und entspannt und lobe sie. Dann bleibt sie meistens noch 1-2 mal stehen und schaut skeptisch, geht aber nicht rückwärts, so nach dem Motto "Wirklich? Soll ich da wirklich hin?", dann gibts wieder minimal den Schenkel und ein aufmunterndes "Geht schon!" und dann ist meistens auch schon die Nase an der unheimlichen Sache dran und beschnuppert ganz aufgeregt... Daraufhin gibts ganz viel Lob und wir reiten gemütlich weiter :)

Am Boden (mit mir!) geht Luna ohne zu zögern an ALLEM vorbei, auch an Kettensägen etc., da hab ich selten ein Problem...
Beim Reiten ist Luna einfach noch nicht sooooo sicher und deshalb geh ich das ganze ohne Druck, aber trotzdem bestimmt an und zeige ihr viel...

So, das sind meine Erfahrungen...

Wenn ich aber spür, dass mein Pferd wirklich Panik bekommt, steig ich ab, weil Luna halt kein "alter gemütlicher Ackergaul! (sorry!), sondern ein junge verrückte Stute mit Temperament ist ;)
 
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Mirage

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@ Felicitas: Loben ist selbstverständlich. Da gibt es dann auch ausnahmsweise mal ein Leckerli.
Für was wird das Tierchen denn gelobt? Dafür dass Du es vorbeiführen konntest, dafür dass es sich aufregt und angespannt vorbeigeht etc.

Solchen "gefährlichen" Stellen schenke ich keinerlei Aufmerksamkeit. D. h. bleibt das Pferd schnobbernd stehen, lass ich stehen, ich dulde kein seitwärts und kein Rückwärts, nur stehenbleiben oder vorwärts. Des sitze ich dann aus bis wir dran vorbei sind, danach auf gar keinen Fall der gefährlichen Stelle erneut Aufmerksamkeit widmen und umdrehen und nochmal vorbeizwingen. Das ist Quatsch. Pferde denken nicht so, Fraule zeigt mir das ganze sondern Oha, Fraule scheints auch gefährlich zu finden...

Aufmerksamkeit schenke ich der Sache nur während des Dranvorbeistotterns, ggf. wenn Pferdl einen speziellen Punkt anstarrt, dann peile ich diesen auch noch direkt an, wieder mit stehenbleiben, schnobbern und langsam rantasten. Ich fordere grundsätzlich kein Vorwärts, ich verbiete nur seitwärts und rückwärts, so baue ich keinen Druck auf, Pferdl entscheidet für sich, wann es einen Schritt vorwärts wagt.

Hier spreche ich allerdings von neuen Sachen, wo´s Pferdl erstmalig unsicher vorbei muss. Kennt Pferdl die Stelle schon und macht Zenober, dann baue ich schon Druck auf und bestehe auf Vorwärts.

Kleiner Trick ist noch, wenn rechter Hand die Gefahrenstelle ist, es nach links zu stellen, dann kommste mit dem linken Schenkel gut ran und kannst besser begrenzen. Hier das Vorwärts dann aber nicht unterbrechen, Pferdl ist arbeitstechnisch abgelenkt und denkt gar nicht mehr an die Gefahr.

Absteigen an Gefahrenstellen gibt es bei mir nicht, kontraproduktiv ist es aber, wenn der Reiter unsicher wird auf dem Pferd. Der Reiter muss Sicherheit geben, kann er das nicht, bestätigt sich nur das pferdische Verhalten.
 
iesca

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Es sind Stellen, die sie vom Spazieren gehen kennt, nicht aber vom Durchreiten.
Auf Teufel komm' raus oben bleiben, ist in dem Moment für uns der falsche Weg. Sie steigert sich da rein, rennt nur noch rückwärts und wenn das dann 20 Meter und mehr sind. Kontrollierbar bis zu dem Punkt, dass ich die Richtung, in die sie rückwärts geht, beeinflussen kann und das Tempo einigermassen vernünftig bleibt. Irgendwann kommen wir dann zu dem Punkt, an dem sie klatschnass geschwitzt ist und noch nicht einmal mehr in die Nähe des Hofes geht. Und das muss meiner Meinung nach nicht sein.
Das Absteigen selber steht überhaupt nicht zur Diskussion. Die Frage war, ob es sinnvoller ist, vorbei zu führen, aufzusteigen und weiterzureiten oder sie mehrmals vorbei zu führen, zum Ausgangspunkt zurückzukehren, also dort, wo sie gestoppt hat, dort aufzusteigen und dann nochmal vorbeizureiten.
Für Schenkelweichen sitzt die Lektion noch nicht gut genug und Kurzkehrt kennt sie noch nicht.

@ Mirage: Gelobt wird dann, wenn ich nach dem Vorbeiführen, umkehren, aufsitzen und vorbeireiten kann. Dann wird beim Vorbeireiten gelobt. Beim Führen nicht, da erwarte ich von ihr, dass sie mitkommt.
 
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Wunschtraum

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Das Absteigen selber steht überhaupt nicht zur Diskussion. Die Frage war, ob es sinnvoller ist, vorbei zu führen, aufzusteigen und weiterzureiten oder sie mehrmals vorbei zu führen, zum Ausgangspunkt zurückzukehren, also dort, wo sie gestoppt hat, dort aufzusteigen und dann nochmal vorbeizureiten.
Ganz ehrlich? Beides ist Quatsch. Auch wenn dir unsere Antworten nicht passen. Ich steh mir der Meinung ja nicht alleine da: Du konditionierst dein Pferd darauf, dass du absteigst, wenn sie rum zickt. Da sie die Stellen vom Spazieren gehen kennt, sollte das gar kein Problem sein da dran vorbei zu gehen. Absteigen egal wie wann und warum ist in diesem Fall der falsche Weg.
 
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Dimturien

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Es sind Stellen, die sie vom Spazieren gehen kennt, nicht aber vom Durchreiten.
Dann hat sie da dran vorbei zu gehen, auch wenn du oben drauf sitzt. Es sei denn, sie zickt beim spazieren gehen an diesen Stellen auch so rum, dann heißt's aber zurück zur Basis...

Sie steigert sich da rein, rennt nur noch rückwärts und wenn das dann 20 Meter und mehr sind. Kontrollierbar bis zu dem Punkt, dass ich die Richtung, in die sie rückwärts geht, beeinflussen kann und das Tempo einigermassen vernünftig bleibt.
Lass sie rückwärts rennen. Und wenn du merkst, dass sie mit dem Rückwärts gehen aufhören will, dann reitest du sie nochmal 5 Meter weiter rückwärts. Die Marotte hört dann relativ schnell auf...

Irgendwann kommen wir dann zu dem Punkt, an dem sie klatschnass geschwitzt ist und noch nicht einmal mehr in die Nähe des Hofes geht. Und das muss meiner Meinung nach nicht sein.
Sei mir nicht böse, aber so wie es aussieht, hat die Gute noch nicht wirklich viel Vertrauen zu dir, wenn du im Sattel sitzt. Sonst würde sie da recht leicht vorbei zu bringen sein und nicht klatschnass geschwitzt sein vom "sich wehren".
Da würde ich ganz klar eure Rangordnung mal checken...

Für Schenkelweichen sitzt die Lektion noch nicht gut genug und Kurzkehrt kennt sie noch nicht.
Das ist wurscht, dann wird's eben im Gelände geübt. Der Effekt könnte sogar größer sein, wenn du sie mit einer neuen Übung konfrontieren würdest. Dann könnte es gut möglich sein, dass sie sich so dermaßen auf die neue Übung konzentriert, dass sie gar nicht mitkriegt, wo ihr gerade seid.

Fakt ist, dass sie in dieser Situation nicht ungeschoren davon kommen kann. Im Moment merkt sich dein Pferd nur: "Ich zick ein bisserl, dann steigt die ab und wenn wir an dem Ding vorbei sind, dann gibt's LECKERLI! *freu*"
So eine Konditionierung kann u. U. zu noch mehr Problemen führen, weil das Pferd die Hoffnung auf erneute Leckerli niemals aufgibt. ;)

Also: Strafe durch Lektionen. Sie sollte lernen, dass entspanntes Ausreiten auch für sie besser ist, als dass sie sich aufführt und dann was arbeiten muss.

Ich hab einfach die Erfahrung gemacht, dass meine Einwirkung von oben besser ist und die Gefahr, dass mein Elefant auf meinen Füßen landet ist dann auch nicht gegeben. Ich achte auch beim Hinreiten an die "gefährliche" Stelle darauf, dass ich locker bleibe und ruhig weiter atme. Wenn ich nämlich dem Pferd mit meiner Körpersprache keinen Hinweis auf eine Gefahr gebe, bleibt zumindest mein Villy meist cool.
Richtig, die Erfahrung konnte ich auch schon machen. Und der Hinweis mit dem "Elefant auf den Füßen" ist auch sehr wichtig, meiner Meinung nach.

Ich hab mal den Fehler gemacht, mein junges Pferd durch einen kleinen Bachlauf führen zu wollen. Die hat mich dann volle Kanne umgerempelt, weil 1. das Vertrauen noch nicht wirklich da war und 2. ich ihr wohl im Weg stand. Sowas kann ganz schön böse ausgehen, damit ist echt nicht zu spaßen...

Und wie gesagt, wenn das Pferd beim Führen artig vorbei geht, dann kann es das auch unterm Sattel tun. Tut es das nicht, dann stimmt was am Vertrauensverhältnis nicht und ihr müsst daran arbeiten.
 
Lore

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Ich glaube weniger, dass es sich um "Verarsche" handelt, generell finde ich es reichlich unangebracht, dass Pferden ein solches Verhalten immer wieder unterstellt wird. Wenn man sich mal überlegt, welch komplexes Denken das Verarschen voraussetzt, dann sollten wir doch alle froh sein, dass Pferde recht einfach gestrickt sind im Kopf und dies nicht können.
Das Pferd ist naturgemäß ein Fluchttier, es ist nicht "tapfer", weil es wenig wehrhaft ist - dafür ist es aber schnell und wendig, kann sich viel eher mit Flucht aus einer Gefahrensituation bringen. Dass ein junges unerfahrenes Pferd in unbekannten Situationen schneller verunsichern läßt, finde ich völlig natürlich. Möglicherweise könnte hier ein erfahrenes Begleitpferd schon weiterhelfen, aber soweit ich es beurteilen kann anhand deiner Blogeinträge und Beiträge hier im Forum, hast du diese Möglichkeit eher nicht.

Ich denke, man muss in solchen Situationen dem Tier vor allem Sicherheit geben. Ich persönlich bin mit meinem Pferd bislang überall problemlos dran vorbeigekommen, allerdings ist mein Pferd nun auch ein Kaltblutmix und hat von Natur aus ein recht gelassenes Gemüt. Dein Pferd erlangt deinen Berichten zufolge eher Sicherheit, wenn du absteigst und direkten Kontakt aufbaust, da sie sich dann ja offenbar beruhigt. Da würde ich dann auch eher absteigen, denn ich halte es für wenig sinnvoll, Machtkämpfe mit einem 600 kg-Koloß auszufechten. Wer da kräftemäßig am längeren Hebel sitzt, dürfte ja klar sein und wenn so ein Tier wirklich Panik bekommt, sich überschlägt und ihr euch dabei alle Gräten brecht, ist auch keinem geholfen.
Unter Druck kannst du dein Pferd möglicherweise irgendwie am Bauernhof vorbeizwingen, ob dabei der gewünschte Lerneffekt ("Bauernhöfe beißen nicht") einsetzt, halte ich für fraglich. Vielmehr wird dein Pferd lernen "Bauernhöfe bedeuten Druck und Stress".

Ich finde es richtig, dass du anschließend nochmals aufzusteigst und sie an der vermeintlichen Gefahr vorbeireitest, wenn sie wieder zugänglich ist. Somit endet diese Situation für dein Pferd entspannt und mit dem Erlebnis, die Stelle auch mit dem Reiter im Sattel überwinden zu können.
 
urmeli

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Mal ganz etwas Anderes.
Hast Du Möglichkeiten neue Wege zu reiten, die Du sie noch nicht geführt hast?
Dann zeigt sich was los ist.

;) urmeli

Noch etwas.....vielleicht richtig oder falsch....sei dahin gestellt. Nur Erfahrung.
Wenn Nicos ängstlich wird und ich dann auch noch die Zügel annehme ist alles vorbei.
Setze ich mich dann tief und mit langen Beinen in den Sattel und lasse die Zügel kontrolliert lang ( durchhängen) kommt er eher zur Ruhe und vertraut mehr. Dann frage ich mal an ( mit langem Zügel) ob er mal einen Schritt vorwärts gehen mag und meistens geht er. Dann gebe ich ihm wieder Ruhe....bis ich das Gefühl habe es geht wieder :) Oder er geht gleich weiter, was mich freut.

Wenn Du selber nicht ruhig bist, wie soll es Dein Pferd sein?
Egal ob Du Dich darüber aufregst ob das Pferd das grade macht oder oder oder.

Good Luck
 
Dimturien

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Wenn man sich mal überlegt, welch komplexes Denken das Verarschen voraussetzt, dann sollten wir doch alle froh sein, dass Pferde recht einfach gestrickt sind im Kopf und dies nicht können.
Hält sich das Gerücht immer noch? :rolleyes:

Nee, mal ehrlich jetzt: Wer von uns war schonmal ein Pferd? Hand hoch bitte!

...

Ah. Dacht ich mir.... :D

Nur weil Pferde im Kopf angeblich recht einfach gestrickt sein sollen, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht denken können.

Wär blöd, wenn sie nicht denken könnten, dann wär das mit dem Überleben in freier Wildbahn und mit der Nahrungssuche echt schwierig... *Ironie aus*
Da würde ich dann auch eher absteigen, denn ich halte es für wenig sinnvoll, Machtkämpfe mit einem 600 kg-Koloß auszufechten. Wer da kräftemäßig am längeren Hebel sitzt, dürfte ja klar sein und wenn so ein Tier wirklich Panik bekommt, sich überschlägt und ihr euch dabei alle Gräten brecht, ist auch keinem geholfen.
Äh, soweit ich das hier mitbekommen habe, hat niemand was von einem Machtkampf gesagt. Das wäre definitiv kontraproduktiv.

Ehrlich gemeinte Frage: Seit wann überschlagen Pferde sich, wenn sie wirklich Panik bekommen? Ich war immer der Meinung, dass sie genau wissen, wo sie ihre Füße hinsetzen...

Mal ganz etwas Anderes.
Hast Du Möglichkeiten neue Wege zu reiten, die Du sie noch nicht geführt hast?
Dann zeigt sich was los ist.
Japp, das wäre eine sehr gute Idee. Wenn sie bei neuen Wegen auch so reagiert, dann ist es mMn definitiv ein Vertrauensproblem.
 
iesca

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Die Bauernhöfe selber haben nicht zur regelmässigen Spazierroute gehört. Das heisst, ich bin da vor einem Jahr so zwei, drei Mal durchgelaufen. Wenn wir da jede Woche zwei Mal langgegangen wären, gebe ich euch recht, dann muss sie da ohne Probleme auch mit Reiter durchlaufen. Das ist aber nicht der Fall.
Ich habe bei ihr einfach die Erfahrung gemacht, wenn ich bei sowas zuviel Druck mache, und auch beim Stehen und schauen lassen regt sie sich auf, dann wird es langfristig nicht besser.
Die Erfahrung habe ich einmal gemacht, als ich sie an einer solchen Stelle geritten vorbeigezwungen habe. Sie war noch am nächsten Tag völlig durch den Wind und beim zweiten Versuch wollte sie nicht mal mehr geführt dort vorbei gehen. Inzwischen sind wir soweit, dass sie sich dort einigermassen ruhig führen lässt. Der nächste Schritt wird dann demnächst sein, dass ich sie erst durchführe und dann reite. Seitdem ist sie im Gelände allgemein auch um einiges schreckhafter geworden.
Sie wird erst seit September überhaupt regelmässig, das heisst 2 bis max. 3 Mal die Woche, im Gelände geritten und reiten und spazieren gehen sind nun einmal doch zwei unterschiedliche Sachen. Beim Spazieren gehen kann ich vorausgehen und ihr somit die Sicherheit vermitteln, die sie braucht und die ihr beim Reiten bei solchen Situationen noch fehlt.
Von ihrer Reaktion spielt es überhaupt keine Rolle, ob der Zügel kurz oder halblang ist. Da ändert sich nichts.
Beim Rückwärts richten sind wir noch nicht angekommen und davon, Lektionen, die wir auf dem Platz gerade angefangen haben und die daher noch überhaupt nicht sitzen, dann bei solchen Sachen im Gelände zu üben, halte ich nichts.
Bei neuen Wegen glotzt sie etwas mehr, geht aber an sich brav lang. Allerdings habe ich es noch nicht mit Bauernhöfen ausprobiert. Die sind im Moment noch zu weit weg.
 
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Absteigen bei 'gefährlichen' Stellen?