Barock

Diskutiere Barock im Weitere Reitweisen Forum im Bereich Reitsport; Also mein Mann und ich haben uns einen ganz tollen Stall angeschaut, die Besitzer haben sich auf Barock spezialisiert, mich interessiert das...
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fanni

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Also mein Mann und ich haben uns einen ganz tollen Stall angeschaut, die Besitzer haben sich auf Barock spezialisiert, mich interessiert das total, wer von euch reitet Barock??
Über die Grundbegriffe dieser Reitweise weiß ich schon Bescheid, aber wer hat sich zusammen mit seinem horsi schon einmal damit befasst?
 
franzl

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Also, ehrlich gesagt... was ich bis jetzt "offiziell" in der Barockreiterei gesehen habe, war mehr als grottig (zuletzt auf der Jagd & Pferd in Hannover). Wenn Barock, dann nur in Verbindung mit Bückeburg... alles andere könnte Murks werden, genauso wie mit PK. Kann gut sein, kann aber auch in die Büx gehen *meine Meinung* :)
 
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fanni

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Franzl: Bückeburg, du sprichst in Rätseln......
Barock ist die weil die älteste bekannte Reitart, soll absolut gewaltfrei sein und man muss sich nicht so dusselig verkleiden.......
 
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fanni

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paulina: die in dem Stall, in den wir wahrscheinlich wollen, befassen sich damit...da kann man prinzipiell aber reiten was man möchte, der Hausherr springt, nur klassische Dressur wird von ihnen persönlich absolut abgelehnt...
ich habe mich mit Barock noch nicht auseinandergesetzt, hatte auch noch keinen Anlass.....
na ja, und soooo lange gibt es die Reitschule (ich war gerade auf der Seite, wirklich interessant) ja auch noch nicht...
 
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Smoothie

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Kapier ich jetzt auch nicht ganz. Ich dachte immer, barocke Dressur und klassische liegen sehr nah beieinander, sind teilweise sogar gleich... :confused:
 
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fanni

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Ich habe ja nur wiederholt was der Stallbesi gesagt hat, der meinte, Barock ist die ältere und bessere weil absolut gewaltfreie Dressur.
Aber ist doch auch wurscht, ich habe ja nur mal gefragt, "Huhu, macht das hier irgendwer, hat sich irgendjemand damit auseinandergesetzt, also so live mit seinem eigenen Pferd....?"
Hätte ja sein können, das da jemand dabei ist.....und mir von seinen/ihren Erfahrungen berichten kann.
Also nicht wieder die tausendunderste Diskussion das Dressur immer verteufelt wird und so, bitte!

also, hab mal etwas gegoogelt zum Thema:

Hängt die Bezeichnung der Dressur denn von der Pferderasse ab, oder eher von einem Zeitalter zu dem man sich hingezogen fühlt, oder ist man mit Frack und Zylinder automatisch ein Englischer oder Klassischer Reiter?

Gibt es überhaupt diverse Arten Dressur zu reiten?

Zunächst einmal bedarf es der DEFINITION der TRADITIONELLEN KLASSISCHEN REITKUNST:

„Die Klassische Reitkunst ist die Fähigkeit, das Pferd durch Güte und logisch aufgebaute Übungen, die auf den Naturgesetzen von Gleichgewicht und Harmonie basieren, so auszubilden, dass es sich zufrieden und selbstbewusst dem Willen des Reiters unterwirft, ohne dass sein natürlicher Bewegungsablauf auf irgendeine Art darunter leidet.“ (Zitat aus „AUS RESPEKT!“, Seite 11)

Die Dressur ist also für das Pferd da und nicht das Pferd für die Dressur – sie hilft ihm, über viele Jahre gesund zu bleiben und seinen Reiter unbeschadet tragen zu können. Die Klassische Reitkunst ist ein Schutz für Körper und Psyche des Reitpferdes jeder Rasse. Es ist oberstes Gebot der Klassischen Reitkunst, dass der Einsatz der Reiterhilfen mehr und mehr minimiert wird!

Aufgrund oben genannter Definition wird deutlich, dass die Klassische Reitkunst weder an eine bestimmte Pferderasse gebunden ist, noch an eine bestimmte Epoche. Die erste Reitlehre wurde von Xenophon (430 - 354 v. Chr.) geschrieben und es gibt Schriften aus der Renaissance, z.B. Pluvinel (1555-1620) (Buch), aus dem Barock, z.B. Guérinière (1687-1751) (Buch), aus dem Rokoko, z.B. Marialva (1713-1789) und aus der „Neuzeit“ von Seeger (1794-1865) über Steinbrecht (1808-1885) (Buch) bis Oliveira (1924-1987) (Bücher).

Die Klassische Reitweise ist also auch nicht an eine zuordenbare Kleiderordnung gebunden. Wer reitet denn nun klassisch? Ist das was wir auf den Wettbewerbsvierecken sehen klassisch? Oder sind die Freizeitreiter die Klassiker, oder sind es nur noch die Institutionen wie Wien oder Saumur oder die Schule von Egon von Neindorff?

Aufgrund des Leistungsdrucks und des Ehrgeizes Einzelner hat sich der Turniersport immer weiter von den klassischen Grundsätzen entfernt. Der versierte Beobachter erkennt das daran, dass nahezu alle Pferde im Schritt Probleme haben, sprich sie gehen Pass. Im Trab ist meist das Zusammenspiel zwischen Vorder- und Hinterbeinen nicht mehr harmonisch, die Pferde traben mit einer gebrochenen diagonalen Fußfolge. Im Galopp ist oftmals der Vierschlag zu sehen. Die Turnierreiterei ist zu einem Wettbewerb um das spektakulärste Pferd entartet. Die Mehrzahl der Turnierreiter ist demzufolge nicht als Reiter im klassischen Sinne einzustufen, obwohl hier zum Glück Ausnahmen die Regel bestätigen!

Die Klassische Reitkunst ist ein Schutz für Körper und Psyche des Reitpferdes jeder Rasse. Es ist oberstes Gebot der Klassischen Reitkunst, dass der Einsatz der Reiterhilfen mehr und mehr minimiert wird!

Wie konnte das geschehen, gibt es einen historischen Hintergrund, der diese Entwicklung begünstigt hat?

Es wurde mit kleinen Mentalitätsunterschieden in Europa früher recht ähnlich geritten, das heisst, der Deutsche z.B. ritt schon immer etwas exakter, der Franzose mit etwas mehr Leichtigkeit usw.

Viele Dinge, die uns heute fremd und antiquiert erscheinen, waren in der Kavallerieschule Hannover Gang und Gebe; z.B. die Arbeit in den Pilaren. Genau wie es heute noch teilweise in Frankreich und Portugal praktiziert wird, benutzte man die Piaffe, um die Pferde zu gymnastizieren und verlangte nicht selten 50 Tritte und mehr. Herr Stensbeck wurde beobachtet, wie er mit einem jungen Pferd fast eine halbe Stunde lang piaffiert ist. Er verlangte auch zwischendurch 154 Tritte ohne auszusetzen.

Der moderne Dressursport entwickelte sich aus der Gebrauchsreiterei des Militärs. Er bot nicht unbedingt Platz für Kunst, sondern legte Wert auf Korrektheit und Gehorsam.

Mut, Ruhe und Gehorsam des Kavalleriepferdes sollten überprüft werden. Das Verständnis für die Dressur wandelte sich: man ging weg davon, dass Pferde am lockeren Zügel anmutig auf feinste Hilfen reagieren sollten, während sie in Küren höchster Schwierigkeit präsentiert wurden, hin dazu, dass sie sich in fester Anlehnung zeigten und in mechanischer Exaktheit festgelegte Aufgaben absolvierten.

Rapide fand das Wettkampfgeschehen um seiner selbst Willen statt, man ritt und bildete aus, nur um zu gewinnen.
Das Niveau der Gebrauchsreiterei ließ man dadurch weit hinter sich. Die Frage, die man sich stellen darf, lautet: Hat sich mit gestiegenem Niveau auch die Geisteshaltung der Teilnehmer und Richter gewandelt, orientierte man sich mehr hin zur Kunst oder war es bei einer starren, militärischen Sichtweise, bei erhöhten Leistungsanforderungen geblieben? Wagte man hier einen Spagat zwischen Sport und Kunst?

Um diese Frage zu beantworten, muss man zurückgehen bis ins Zeitalter des Barock.

Recherchiert man intensiv, fällt auf, dass eine Grundforderung des wohl bedeutendsten Reitmeisters der Geschichte, nämlich Francois Robichon de La Guérinière (1688-1751), vor dem sich die großen Schulen von Wien, Saumur und Hannover jahrhundertelang verbeugt haben, in den modernen Richtlinien für das Reiten nicht vorkommt. Dabei handelt es sich um das sogenannte „descente de main et de jambes“.

Was ist das?

Auf deutsch gerne mit „sinken lassen von Hand und Beinen“ übersetzt.

Die Definition von de La Guérinière lautet wie folgt:

„… sobald ein Pferd ein Ausbildungsniveau erreicht hat, auf dem es sich leicht versammeln lässt, weich im Maul und im Rücken losgelassen ist und Hankenbeugung zeigt, lässt man ihm „Bewährung“ angedeihen, das heißt Schenkel- und Zügelhilfen werden vollständig aufgegeben, während sich das Pferd weiterhin mit der gleichen Biegung und Versammlung, ohne Einbuße von Schwung, Rhythmus und Takt, weiterbewegt. Indem man während einer bestimmten Lektion für einen Moment oder – im Falle eines außergewöhnlichen Meisters – für einen längeren Zeitraum mit Hand und Bein loslässt, dankt man dem Pferd und spornt es so zu noch größerer Leistung an.“

Dies kann nur auf einem sehr gut ausgebildeten Pferd erfolgen, welches sich in jeder Gangart so sicher im Gleichgewicht befindet, dass es sich weiterhin unverändert in bester Haltung, zeitweise jeder ersichtlichen Kontrolle enthoben, bewegen kann…diese Hilfe ist eine der feinsten und nützlichsten in der Reiterei.

Der moderne Dressursport hat leider, wie bereits erwähnt, eine für die Reitkunst essentielle Erkenntnis, nämlich das „descente de main“ nicht beachtet und sich deshalb und aufgrund des bloßen Wettbewerbsgedankens von der Klassischen Reitkunst entfernt. Obwohl es im Idealfall und in der Theorie keinen Unterschied geben bräuchte, hat sich in der Praxis eine Art „Unvereinbarkeit“ entwickelt.

Wann hat man den Weg der klassischen Reitkunst verlassen?

Der Wandel begann allmählich nach 1936, und wurde weiter vorangetrieben mit der Schließung der Kavallerieschule in Hannover im zweiten Weltkrieg, als letzte staatliche Stätte für den Erhalt der Klassischen Reitlehre. Die Tendenz ging nun nicht mehr dahin, ein Pferd über Jahre hinweg zu gymnastizieren und zur Vollendung in seinem Rahmen zu führen, sondern man übte jetzt Lektionen um zu gewinnen. Der Sport folgte seiner Logik. Das führte in Deutschland dazu, dass Reiter, wie z.B. Egon von Neindorff, das Verlassen des richtigen Pfades frühzeitig erkannt haben und sich als Hüter der Klassik, vom Turniergeschehen distanziert haben.

Wie kommt es nun zu dem Begriff Barockreiter und welche Reiter könnte man dazu zählen?

Wie bereits erwähnt ist Guérinière der Reitmeister des Barockzeitalters. Wien, Saumur und Hannover waren stets ehrfürchtig bedacht, seine Lehre zu beachten. Waren die Reiter der Kavallerieschule Hannover also Barockreiter? Sind die Reiter in Wien und Saumur immer noch Barockreiter, obwohl man doch in Saumur französische Warmblutpferde reitet?

Der Begriff ist eine Modeerscheinung und keineswegs fundiert, wenn man sich vor Augen führt, warum wohl diese Bezeichnung entstanden ist: Heutzutage herrscht bei mehr und mehr Reitern eine große Unzufriedenheit über pferdeverschleißende und kraftaufwendige Dressurmethoden, dennoch möchten viele Freizeitreiter mehr als nur ausreiten. Sie möchten eine gepflegte Dressur reiten, in Harmonie mit ihrem Pferd und teilweise sogar mit höchsten Ansprüchen.

Gerade diese Menschen entdecken jetzt die klassische Lehre wieder für sich. Sie studieren die alten Bücher und finden zurück zur klassischen Reitkunst. Da sie nicht auf ganggewaltige Pferde angewiesen sind, um privat auf höchstem Niveau zu reiten, bevorzugen viele das iberische Pferd oder den Lipizzaner, allesamt sogenannte Barockpferde. Diese Freitzeitreiter versuchen die Erfahrungen der alten Reitmeister, von Pluvinel bis Steinbrecht umzusetzen, d.h. sie sind somit keineswegs Barockreiter, sondern sie pflegen das Gedankengut der ursprünglich klassischen Reiterei! Bitte, lieber Leser, verwechseln Sie diese aber nicht mit den Auswüchsen, die die so genannte Showreiterei auf langmähnigen Hengsten hervorbringt und die gerade jene in ein falsches Licht rückt, die sich wirklich auf die wahre Lehre besinnen.

Barockreiter wären also nur jene Reiter, die sich ausschließlich auf La Guérinière beziehen, die barocke Pferde reiten und sich auch in barocke Mode kleiden. Für alle anderen trifft diese Bezeichnung nicht zu!
 
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Thery

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Ich kann mir schon vorstellen, was fanni meint.

Die Dressur, ich sag mal jetzt FN-Dressur dazu, also die Dressur, die auf den Turnieren geritten wird, bekommt in letzter Zeit immer mehr Kritiker. die Kritiker sagen, dass die Pferde nicht richtig gut an den Hilfen stehen, dass die ganze Dressurprüfung (besonders in den höheren Klassen) nur mehr eine spektakuläre Show ist und nicht mehr die Gesundheit des Pferde im Vordergund steht. Diese Dressur bezeichnet fanni als "klassische Dressur", von der sich die Besitzer des Reitstalls distanzieren.

Früher haben sich die alten Reitmeister viele Gedanken darüber gemacht, wie man Pferde reiten kann, sodass sie auch gesund bleiben und lange gute Dienste erbringen können. Auch ihre Pferde konnten die schwierigsten Dressurlektionen, aber die Reitmeister haben das gemacht, weil sie die Pferde damit gymnastiziert haben, und nicht "weil es einfach toll ist, wenn das Pferd das kann".

Sanfte Dressur sagt man dazu auch deshalb, weil Pferde ausgebildet werden, ohne sie mit den verschiedensten Hilfszügeln einzuschnüren und weil auch nicht mit so viel Handeinwirkung geritten wird, wie meistens bei der FN-Dressur.

Im Großen und Ganzen kann man sagen, wenn man die FN-Dressur so reitet, wie man eigentlich sollte (!), dann gibt es praktisch keinen Unterschied mehr zwischen der modernen Dressur und der Dressur der alten Reitmeister.

Leider wird heutzutage oft nicht auf das Wohl der Pferde geschaut. Besonders auch im hohen Dressursport sind ein paar schwarze Schafe zu finden. Anky van Grunsven ist eine davon, sie bekennt sich sogar zur Rollkur.
 
Gwenie

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@thery- genau von diesen Disskusionen sprach fanni.
Dazu haben wir genug Themen wo Rollkur und "FN"-Dressurdiskutiert wird!
(FN deshalb in" weil die FN nichts anderes sagt wie die klassische Dressur -siehe auch Fannis Beitrag- nur ist es in Mode gekommen zu sein alle "FN'ler" zu verteufeln- nur weil Reiter die FN Werke falsch auslegen! ).

Fanni: ich kenne die Bezeichung Barock reiten in zusammenhang mit den Barock Pferden. Barocke Pferde haben ja nicht sooo eine Schwebephase wie viele "Sport"- Pferde.
Und natürlich fallen mir sofort die tollen Kleider ein!
Aber auch die scharfen Gebisse! Die Barockreiter schreiben zwar viel über die freundliche Art des Reitens haben aber auch eine blanke Kandarre im Pferdemaul- ich denke hier gilt es wie in allen anderen Disziplinen- immer vorsicht mit den Gebissen ;)
 
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Kicki

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Von all dem, was bisher genannt wurde, würde ich drei Kategorien bilden: *klassische Reitkunst *Barockreiten *Sportreiten

Auf Sportreiterei, also FN-Reiterei mit extrem negativem Beigeschmack, brauche ich hier nicht näher eingehen, das ist nicht das Thema. (Aber auch hier gibt es Ausnahmen, die quasi im klassischen Sinne das ein oder andere Turnier bestreiten ;) )

Die klassische Reitkunst ist das, was die Reitmeister schon vor tausend Jahren herausgebildet und erweitert haben, stets zur Gesunderhaltung des Pferdes. Dazu passt der Text von fanni ganz gut (auch wenn die Quellenanganbe fehlt ;)).
Barock würde ich als eine Unterart der klassischen Reitkunst bezeichnen, die klassisch-barocke Reitweise. Ich denke, sie ist fast das gleiche wie die klassische Reitkunst, nur dass die Ausbildung des Pferdes durch die Schule über der Erde, also Levade, Pesade, Courbette, Kapriole etc., erweitert wird und die Hilfen und Ausrüstung etwas anders ist.
Die Barocke Reitweise kommt vorallem aus dem iberischen Raum und hat sich bis heute dort etabliert. Dabei gibt es neben ihr noch andere Iberische Reitweisen:
Die Doma Vaquera, die Schule der spanischen Rinderhirten. Es gibt den bekannten Vaquerosattel, die Pferde werden ziemlich früh auf blanker Kandarre und (zum Teil gezackter)Serreta Bild1 Bild2 (mit Zacken :() geritten. Der Reiter trägt zum Dirigieren der Stiere die Garrocha in der rechten Hand. Ansonsten ist die Ausrüstung recht simpel und schlicht.
Die Pferde müssen besonders wendig sein und werden zumeist im Galopp, aber auch im Schritt geritten. Trab wird zuminest auf Turnieren ausgelassen.

Die Stierkampfreiterei ist zumindest in Spanien heute zum Glück verboten.

Mit der Alta Escuela wird vorallem die königlich-andalusische Hofreitschule in Jerez verbunden, wobei bei ihren Vorstellungen auch Elemente der anderen Reitweisen zu finden sind. Im Sinne der Hohen Schule Portugals sei besonders Nuno Oliviera genannt. Vergessen werden darf hier keineswegs die spanische Hofreitschule zu Wien, die wohl älteste Hofreitschule, an der noch heute das Reiten wie vor über 500 Jahren manifestiert wird. Wie auch bei den anderen iberischen Reitweise wird mit feinsten Hilfen geritten, sodass die Pferde sensibel und aufmerksam bleiben. Die barocke Klassik stellt Leichtigkeit vor Präzision.


...so, das wars erstmal von mir dazu. mehr fällt mir gerade nicht mehr ein ;)
 
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Felicita

Felicita

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Mir gefällt diese reitweise auch sehr gut- hab mal bei einer Pferdemesse eine Vorführung gesehen...
hab mir auch grad das Video angeschaut, sieht gut aus (aber der Schweif ist scheußlich für ein solches Pferd, finde ich jedenfalls)
Aber dafür werden soweit ich weiß eigentlich nur iberische Pferderassen verwendet- also Lippizaner, Andalusier,...
 
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Mirage

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Aber ist doch auch wurscht, ich habe ja nur mal gefragt, "Huhu, macht das hier irgendwer, hat sich irgendjemand damit auseinandergesetzt, also so live mit seinem eigenen Pferd....?"
Hätte ja sein können, das da jemand dabei ist.....und mir von seinen/ihren Erfahrungen berichten kann.
Also nicht wieder die tausendunderste Diskussion das Dressur immer verteufelt wird und so, bitte!
Um Deine Frage beantworten zu können, ob man ggf. "Barock" reitet, muss man erstmal wissen was "Barockreiten" bedeutet...

Und das hat keineswegs irgendwas mit einer Diskussion zu tun. :rolleyes:

Der moderne Dressursport hat leider, wie bereits erwähnt, eine für die Reitkunst essentielle Erkenntnis, nämlich das „descente de main“ nicht beachtet und sich deshalb und aufgrund des bloßen Wettbewerbsgedankens von der Klassischen Reitkunst entfernt. Obwohl es im Idealfall und in der Theorie keinen Unterschied geben bräuchte, hat sich in der Praxis eine Art „Unvereinbarkeit“ entwickelt.

Barockreiter wären also nur jene Reiter, die sich ausschließlich auf La Guérinière beziehen, die barocke Pferde reiten und sich auch in barocke Mode kleiden. Für alle anderen trifft diese Bezeichnung nicht zu!
Man beachte den fett unterlegten Satz, den ich zu 100 % unterschreiben kann. In der Theorie gibt es einfach keinen Unterschied. ;)

*kopfkratz* Wenn diese Definition des Barockreitens im letzten zitierten Absatz Bestand hat, dann kenne ich auf der ganzen Welt keinen einzigen Reiter, der "Barock" reitet, weil ich nämlich keinen einzigen kenne, der ausschließlich nach Guériniére reitet. *schulterzuck*
 
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fanni

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Mirage: du kennst nicht alle Reiter dieser Welt, das ist doch wohl schon einmal klar, oder? Natürlich gibt es Reiter die sowohl dieser Lehre folgen, als auch ausschließlich barocke Pferderassen ausbilden.......

Ich wollte eine Definition hier anbieten, damit man eine Informationsgrundlage hat, natürlich ist dies nur eine mögliche Interpretation, ansonsten kann es zu Wortklauberei führen...(stehe ich nicht so drauf, bin nicht so ein Erbsenzähler) dann reiten die anderen Menschen eben Barock auf Pferden anderer Rasse oder wenden die barocke Reitweise in großen Teilen an.
Ich schaue gerne noch einmal nach einer anderen Definition bei Gelegenheit......

Eine Userin hat mir auch schon über ihre privaten Erfahrungen gepostet, war wirklich interessant.....Darun sollte es ja auch eigentlich gehen in meiner Frage, wer hat Erfahrungen und oder kann etwas berichten???
Ich finde das Thema aufregend, es ist für mich ein Einblick in eine Dressurrichtung, an die ich vorher noch nicht einmal einen Gedanken verschwendet habe, doch mit einem Mal (Zufall halt) ist man mitten drin in der Materie und macht sich ganz andere Gedanken.....
 
M

Mirage

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Fanni, Du verstehst mich wohl nicht. Also hier ggf. verständlicher für Dich:

La Guérinière lebte 16... bis 17... Es gibt a bisserl was niedergeschriebenes von ihm sowie ein paar Zeichnungen, das war´s. Wie der Mann wirklich geritten ist weiß niemand. In dem niedergeschriebenen finden sich gute Sachen, aber auch Sachen, die man heute nicht mehr machen würde. Eine Reitart auf jemanden aufzubauen von dem man nichts außer a bisserl was schriftlichen hat, ist nicht möglich. So jemanden wirst auf der ganzen Welt nicht finden. ;)

Im übrigen beispielhaft Baucheranhänger nicht ausschließlich nach Baucher reiten, da Baucher zu Lebzeiten auch Mist geritten hat und teils eben auch veraltete und heute nicht mehr umsetzbare Praktiken verwandte.

Für mich gibt es gutes und schlechtes Reiten, was nicht klassifiziert werden kann nach Barock, Klassik oder sonstwas. Aufgebaut ist alles auf dem gleichen, entweder ich lerne es gut zu machen und mache es auch gut oder eben nicht. Anja Beran hat das sehr treffend beschrieben.

Wenn das Grundprinzip geschaffen ist, dann entstehen die Sparten, die verschiedene Ziele haben (Doma Vaquera, Hohe Schulen über der Erde, Reining usw. usw.).

Ganz ehrlich, wenn ein Mensch seine Reitweise "HansguckindieLuft" tauft, seine Reiterei gut vermitteln kann und Lektionen nicht nur der Lektionen willen, sondern zur Gesunderhaltung des Pferdes beitragen, dann mag diese Reitweise gerne so heißen.

Die Illusion vom gewaltfreien Reiten muss ich Dir übrigens auch mal nehmen, die gibt es nämlich nicht. In dem Moment wo wir auf´s Pferd steigen und diesem unseren Willen aufzwängen (egal ob freundlich oder nicht) üben wir indirekt Gewalt aus.
 
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fanni

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Ja, ich habe dich falsch verstanden, aber jetzt habe ich es verstanden!!:)
 
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Schnucki1

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Es ist völlig korrekt das es eigentlich keine Unterschiede in den Reitweisen gibt wenn man sie mit Verstand und Gefühl betreibt denn schließlich ist das System der Hilfen an der natürlichen Reaktion des Pferdes drauf aufgebaut, jede korrekte Zügel, Schenkel oder Gewichtshilfe löst bei jedem Pferd egal welcher Rasse die gleiche Reaktion aus, und entweder setz ich die Hilfe richtig und bekomme den gewünschten Reflex vom Pferd oder ich mache was falsch und wer da Gewalt anwendet sollte sich eher fragen was da falsch läuft (wobei ein durchsetzendes Verstärken einer Hilfe noch lange keine Gewalt bedeutet solange diese Aktion fürs Pferd logisch bleibt).

Und ganz ehrlich, obwohl ich "eigentlich" nach FN reite, wäre ich viel zu faul wenn mein Pferd doch läuft und nachgibt weiter Schenkel und Zügelhilfen zu geben weil es nicht nötig ist, also setzt bei mir auch Hand und Bein aus, ansonsten wäre ich nicht in der Lage am Tag bis zu acht Pferden zu reiten und wäre schon nach den ersten zwei Pferden total platt würde ich dieses sagen wir mal etwas falsche Reiten mit Hilfendauerbeschuss praktizieren wie man es häufig findet was aber eher aus falscher Ausbildung oder falschem Ehrgeiz ensteht oder der Ungeduld das eine Ausbildung von Pferd und Reiter eben mehrere Jahre dauert.

Für mich gibt es auch nur gutes Reiten mit dem Ziel das Pferd fein einzustellen damit das Pferd die Arbeit macht und ich relativ anstengungslos reiten kann oder es gibt schlechtes Reiten mit abgestumpften überforderten Pferden oder gefühllosen Reitern die entweder wenig Reitergefühl oder Taktgefühl für die Bewegung haben oder vom Ehrgeiz zerfressen sind und das betrifft alle Sparten der Reiterei.
 
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