Wenn das Pferd ins Rutschen gerät

Diskutiere Wenn das Pferd ins Rutschen gerät im Weitere Reitweisen Forum im Bereich Reitsport; Wie reagiert man am besten, wenn das Pferd im Gelände ins Rutschen gerät? Ich war gestern ausreiten und durch den Schnee waren auf den Wegen...
iesca

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Wie reagiert man am besten, wenn das Pferd im Gelände ins Rutschen gerät?
Ich war gestern ausreiten und durch den Schnee waren auf den Wegen mehrere Eisplatten verdeckt, so dass ich sie erst bemerkt habe, als ich mit Bohème schon draufstand.
Irgendwann ist sie dann natürlich auch gerutscht und hat mit beiden Hinterbeinen den Halt verloren.
Wie reagiert man in so einem Fall am besten, um das Pferd nicht noch mehr zu stören, aber auch, um einen etwaigen Sturz möglichst glimpflich ausgehen zu lassen?
Ich habe den Rücken entlastet, mich auf den Schultern abgestützt und ihr die Zügel lang gelassen. Nach ein wenig Gezappel hat sie sich wieder gefangen. Aber ist Entlasten wirklich die optimale Lösung?
Wie reagiert ihr, wenn euer Pferd im Gelände ins Rutschen gerät? Spielt es eine Rolle, ob es vorne rutscht oder hinten? Wie schnell steigt ihr ab und führt oder geht ihr gar nicht ausreiten, wenn es glatt sein könnte? Was ist für euch glatt?
Ich bin bei Bohème doch deutlich vorsichtiger geworden. Bei Graffita bin ich noch recht lange ausreiten gegangen, auch wenn alles vereist war, aber Bohème hat noch nicht so viel Routine und auch das Gleichgewicht noch nicht so. Mal ganz abgesehen davon, dass ich es mir wohl nicht verzeihen könnte, wenn ihr etwas passiert, nur weil ich der Meinung war, unbedingt bei Glatteis ausreiten zu müssen.
 
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Skydancer

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Wie reagiert man am besten, wenn das Pferd im Gelände ins Rutschen gerät?

Wie reagiert man in so einem Fall am besten, um das Pferd nicht noch mehr zu stören, aber auch, um einen etwaigen Sturz möglichst glimpflich ausgehen zu lassen?
Ich habe leider auch keinen ultimativen Tipp parat, wie man sich in so einer Situation verhalten soll und meines Wissens steht auch nichts davon in den Lehrbüchern.
Ich würde mich möglichst "still halten" wenn das Pferd ins Rutschen gerät, um es so wenig wie möglich zu behindern und es dahin gehend zu unterstützen, dass es sein Gleichgewicht wieder finden kann und sich ausbalancieren kann... Und wie du schon richtig gemacht hast, niemals im Maul "festhalten"...
Wenn man merkt, dass es zu Sturz kommt, versuchen so schnell wie möglich so weit wie möglich vom Pferd wegzukommen, damit man auf keinen Fall unter das Pferd gerät!

Spielt es eine Rolle, ob es vorne rutscht oder hinten?
Ich denke, wenn es dem Pferd hinten die Füße wegzieht, dann ist es noch viel wahrscheinlicher, dass es zum Sturz kommt, als wenn nur die Vorderbeine ins Rutschen geraten, denn dann können sich die Pferde oft wieder zurück ins Gleichgewicht "paddeln"...

Wie schnell steigt ihr ab und führt oder geht ihr gar nicht ausreiten, wenn es glatt sein könnte? Was ist für euch glatt?
Ich gehe auf keinen Fall ausreiten wenn es auch nur Ansatzweise glatt sein könnte, das ist es mir einfach nicht wert, meine Gesundheit und die des Pferdes aufs Spiel zu setzten!
Glatt bzw. zu glatt ist es für mich, wenn ich aus dem Auto steige und zu Fuß schon Probleme habe "normal" und zügig vom Fleck zu kommen.
Gefährlich wirds auch wenn unter Neuschnee noch Eisplatten versteckt liegen.
 
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Jolante

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Wir reiten daher nur im Tiefschnee, da habe die Pferde einigermaßen Halt, die Straßen werden eben geführt.

Ich habe die Erfahrung gemacht das meine Stute es am besten ausgleichen kann wenn sie rutscht (egal ob nun bei Schnee oder sonst rutschigem Boden), ich einfach möglichst still sitzen bleibe um sie nicht noch mehr aus dem Gleichgewicht zu bringen.....nicht die Sitzposition verändere oder sonst was mache...einziges was ich mache ich die Zügel und somit den Hals als Balancestange völlig freigeben, aber auch nicht ruckartig sondern so wie sich das dann nimmt.
 
Lore

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Da mein Pferd rundum in allen Eisen mindestens je zwei Widianägel drin hat, rutscht sie nicht so leicht. Festgefahrener Schnee funktioniert sehr gut, bei richtigem Eis muss man abwägen. Wenn es richtig knallhart gefroren ist (im zweistelligen Minusbereich), nützen auch die Widianägel nichts mehr, da wäre es mir aber zum Ausreiten ohnehin zu kalt. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt herum ist das Eis noch etwas weicher, so dass es dann geht. Generell gehe ich aber das Risiko nicht ein, wenn ich schon Zweifel habe.
Bei Schnee reite ich nur aus, wenn genug Schnee liegt, also 5 cm Schneedecke wären mir zu wenig. Ausserdem reite ich dann nur auf Wegen, wo ich einigermaßen einschätzen kann, was drunter ist. Momentan liegen bei uns ca. 30 cm Schnee, da ist es dann fast schon egal, was drunter ist.

Einmal sind wir auch ins Rutschen gekommen, auf einer großen Eisplatte, die man nicht als solche erkennen konnte. Mein Pferd neigt in solchen Situationen zum Glück nicht zu Panikanfällen und verläßt sich auf mich. Ich habe meine Sitzposition nicht verändert, um mein Pferd nicht aus dem Konzept zu bringen und wir konnten langsam Schritt für Schritt aus der Gefahrensituation rauskommen. Die Zügel schmeiße ich nicht ganz weg, sondern halte leichten Kontakt, um mein Pferd nicht "alleine zu lassen".
Absteigen würde ich, wenn ich das Eis schon vorher sehe und keinen anderen Weg nehmen könnte, allerdings würde ich noch eher umkehren als zu Fuß irgendwie drüberzuschlittern.
 
Dimturien

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wenn man weiß, dass es ziemlich glatt sein könnte, dann bin ich gegen das Ausreiten. Erst recht, seitdem eine Bekannte von mir mit ihrem Pferd auf einer Eisplatte gestürzt ist - dem Pferd ist nichts passiert, aber sie durfte erstmal ein paar Wochen mit Gips rumrennen, und dann erstmal wieder zur Krankengymnastik, da ihr Knöchel gebrochen war (der lag zwischen Eisplatte und Pferd).

Falls man von einer Eisplatte überrascht wird, dann würde ich auch einfach schauen, dass ich ruhig sitzen bleibe und nur eine leichte Anlehnung zum Pferdemaul halte - eben um das Pferd nicht zu stören, meist wissen die Ponies nämlich besser, wie sie ihr Gleichgewicht wieder finden.

Ansonsten sollte man beim kalten Wetter meiner Meinung nach schauen, ob man auf Wiesenwegen reiten kann - da findet man doch selten rutschige Eisplatten. ;)
 
iesca

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Mein Problem gestern war, dass es die letzten Tage trocken war und ich vorgestern noch ohne Schnee ausreiten war und Bohème nicht gerutscht ist.
Sie hat zwar Hufschuhe mit Stollen, aber auf blankem Eis nützt auch das irgendwann nicht mehr.
Eigentlich kenne ich die Wege und ich habe die Eisplatten dort an dieser Stelle so nicht erwartet, sonst wäre ich da auch nicht langgeritten. Zumal das Laub auf dem Weg nicht gefroren war.
Heute werde ich daher definitiv nicht mit ihr rausgehen. Ich komme erst abends im Stall und im Dunkeln ist mir das viel zu riskant.
 
urmeli

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Bei mir kommt mehreres zusammen.
Vor Jahren!! bin ich mit einer trittsicheren, älteren Stute im Winter ausgeritten. Sie war beschlagen mit Winterausrüstung ;)
Auf dem Rückweg im Schritt ist es dann passiert. Ich hatte das Gefühl als ob alle 4 Beine gleichzeitig wegrutschten.
Mein Glück war, dass sie bergauf gefallen ist und ich aufwärts abspringen konnte. Die Stute ist dann leicht bergab gerutscht....nur ein kleines Stück.
Da hatte ich richtiges Glück und ich habe sie nach Hause geführt. Gott sei Dank ist ihr auch nichts geschehen, sie gehörte nicht mir und ich war alleine.
Das ging alles sooo schnell, da habe ich keinen Gedanken mehr fassen können ob ich nun richtig sitzte oder nicht. Natürlich habe ich sie dann richtig verwöhnt.

Das ist sicherlich ein Grund mehr, warum ich nicht gerne alleine ausreite und im Winter schon mal gar nicht ausreite.
Nicos ist Barhufer. Im Schnee finde ich das ok, aber auf Eis hat er keine Chance. Da man aber unter dem Schnee kein Eis sehen kann......geht es eben nicht raus.
Winterpause hatten wir schon immer, außer: eine Halle war zur Verfügung.
Damit habe ich keine schlechten Erfahrungen gemacht.
 
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Mirage

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Entlasten würde ich während des Rutschvorgangs keinesfalls, sondern einfach ruhig gerade oben sitzen, nicht stören und im Zweifelsfall werf ich lieber die Zügel weg bevor ich Gefahr laufe, mich dran festzuziehen. ;)

Was grundsätzlich das Ausreiten bei Glatteis betrifft so gehöre ich wohl zu den Hartgesottenen, denen auch -20 Grad nicht das Ausreiten vergrausen. :D

Gefährlich wird es bei uns morgen beispielsweise, derzeit sind die Böden knallehart zamgefroren, aber Eisplatten sichtbar, kann man also grundsätzlich immer gut umreiten, heute Nacht soll der Schnee kommen, dann ist morgen nix mit Ausreiten, dann ist es mir nämlich zu gefährlich auf eine der nicht mehr sichtbaren Eisplatten zu geraten. Höchstens ich gehe die gleiche Runde wie heute, wo ich weiß wo die Eisplatten sind.

Grundsätzlich habe ich aber das Glück, ein Pferd zu besitzen, was beim kleinsten Wegrutschen sofort vorsichtiger und kürzer tritt. Gestürzt bin ich mit ihr bisher zweimal, beide Male auf nicht rutschigem Sandbogen.
 
iesca

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Wenn ich es mir so überlege, würde ich generell auch nicht Entlasten, aber da wir bergauf unterwegs waren, ich daher sowieso leicht im Entlastungssitz sass und ihr die Hinterbeine nach hinten weggerutscht sind, war in dem Moment das Gefühl da, den Rücken noch etwas weiter zu entlasten.
Bohème ist zum Glück auch sehr vorsichtig, wenn sie merkt, dass sie ins Rutschen kommt, nur ist sie halt unter dem Reiter noch nicht so ausbalanciert, dass ich das Gefühl habe, mich darauf verlassen zu können, dass sie auch mit kritischen Situationen zurechtkommt. Das braucht einfach noch Zeit.
Was ich morgen mache, weiss ich auch noch nicht so recht.
 
Kicki

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Ich kann euch gar nicht genau sagen, was ich dann mache :p das passiert einfach so.
Billy rutscht zumeist "vorsichtig", er hält einfach still und wartet ab. Gepaddelt hat er bisher einmal kurz. Eigentlich würde ich sagen, dass er ein ziemliches Trampeltier sein kann, so tollpatschig. Aber im Winter läuft er so vorsichtig, dass er kaum rutscht und wenn nur ein kurzes Stück.
Dabei bleibe ich einfach sitzen und versuche mein Gleichgewicht zu halten, aus Reflex ;) Ich denke, das ist auch die sinnvollste Lösung, denn wenn man in Balance sitzt, stört man das Pferd nicht in seiner Balance. Ein Pferd, was das Reitergewicht schon ausbalancieren kann, kommt damit sicher am besten klar. Ein nicht gut ausbalanciertes Pferd würde ich bei dem Wetter nicht durch den Schnee reiten, das wäre mir zu riskant.
 
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tigrababe

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also meine kleine macht das recht gut. sie paddelt auch nicht rum und erschrickt auch nicht. ich verhalt mich dabei ganz ruhig und hab die zügel bei solchen witterunsverhältnissen sowieso immer recht lang. damit kann sich das pferd besser ausbalancieren.
ausreiten tu ich bei dem wetter, also wegen den eisplatten, recht selten. ich muss es ja nicht herrausfordern. ich geh dann lieber mal ne runde mit ihr spazieren, lass sie in der halle laufen usw.
 
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