Vererber - Vorurteile oder doch ein Funke Wahrheit?

Diskutiere Vererber - Vorurteile oder doch ein Funke Wahrheit? im Pferdezucht Forum im Bereich Pferdezucht; Mir ist grad kein besserer Titel eingefallen, deswegen beschreib ich mal kurz was ich damit meine.:D Gestern haben wir uns im Stall über die...
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Wunschtraum

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Mir ist grad kein besserer Titel eingefallen, deswegen beschreib ich mal kurz was ich damit meine.:D

Gestern haben wir uns im Stall über die verschiedenen Top Vererber der Zuchtverbände unterhalten. Und jedem Hengst wird ja das ein oder andere nachgesagt.
Vom Exteriereur und Reiteigenschaften mal abgesehen wir ja auch immer ein Teil des Charakter mit vererbt. Da heißt es dann so nach dem Motte: Nachkommen von xy sind zwar Charakterschweine, aber treten/springen können sie!

Weltmeyer, Pilot, Ramiro beispielsweise sollen ja alle samt keine Amateurpferde gebracht haben. Ladykiller-Nachkommen wird ja auch eine gewissen Schwierigkeit im Umgang nachgesagt.

Mich würde jetzt mal interessieren ob bei euren Pferden bzw. Pferden die ihr kennt, die Eigenschaften die bestimmten Hengst-Linien zugesprochen werden, bestätig werden, oder ob sie gar nicht bzw. nur wenig zutreffen?

Freu mich auf viele Antworten!
 
iesca

iesca

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So direkt fällt mir keiner ein. Graffita hatte zwar irgendwo Ladykiller drin und war schwierig im Umgang, aber das hing eher mit den gesundheitlichen Problemen zusammen.
Von Lauries Crusador Nachkommen habe ich gehört, dass sie gerne hysterisch seien. Davon ist bei Bohème aber absolut nichts zu bemerken.
Ich denke mal, dass ein Grossteil des Charakters von der Mutter übernommen wird und nicht vom Vater vererbt.
 
franzl

franzl

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Ich habe auch gelernt, dass Stuten immer dominant vererben. Daher sollte eher Wert auf die Abstammung der Mutter gelegt werden. Meiner hat auf Vaterseite auch Ladykiller mit drin, ist im Umgang aber überhaupt nicht (mehr?) schwierig. Allerdings ist er ja nicht so ganz einfach zu reiten... woher das kommt weis ich nicht, ich habe mich - ehrlich gesagt - damit noch nicht wirklich beschäftigt...
 
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may087

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Was sagt man denn über Dornenkönig/Donnerhall?
 
Gwenie

Gwenie

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Also Ladykiller- Nachkomme kenne ich nur eine Stute und die macht dem Namen alle Ehre :rolleyes: . Sehr dominant und zickig. Verzeiht reiterliche Fehler nur sehr selten...

Florestan sagt man ja auch nach dass er Dickköpfe macht. Kenne bisher auch nur welche auf die das zutrifft! ;)

Pilot- zwischen Genie und Wahnsinn- so kenne ich auch einige die so sind. Können total super Springen wenn das Genie eingeschaltet ist, aber der Grad zwischen Genie und Wahnsinn ist immer schwer einzuhalten. :cool:

Sagt man Donnerhall nicht nach dass er schnell aufpowert? Bin mir da abe rnicht so sicher.

Über den Papa von meiner (Gino Ginelli) kann ich auch ncihts sagen, weiß zuwenig davon- scheint aber viel Power zu haben, denn von de rMutter hat sie es nicht! :D

Dagegen hat Gomi das gemüt eindeuitig von Landadel (ist ihr Opa väterlicherseits) ihr Papa ist Lamaeureux II. Landadel war ja eher der ruhige Vertreter, der aber immer seine Topleistung auf den Punkt gebracht hat. So ist Gomi auch. Ruhig aber Topverlässlich in Prüfungen- egal ob Volti oder Dressur.
Nur das Springtalent ist an ihr vorbeigegangen "Es setzt wohl mal ne Generation aus!" Meinte mein SB :D
 
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Skydancer

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Hallo!
Ich kann bei solchen Diskusionen nur voll und ganz unterschreiben. ;)

Charaktereigenschaften im Positiven und Nagativen kann man sehr wohl bestimmten Hengstlinien bzw. Zuchtlinien zu ordnen. Genau wie Exterieurmerkmale und bestimmte Fehlstellungen!
Nicht jedes Pferd aus einer Linie ist natürlich mit den besagten Attributen gesegnet, oder auch gestraft, denn in einem einzigen Pferd ist ein wahnsinniger Genpool vereint. Aber es ist eben die Häufung bestimmter Merkmale die sich immer wieder wie ein roter Faden durch die Stammbäume zieht.

Landläufig bekannt ist ja die These, dass die Stute min. 60-70% zum Endprodukt beisteuert. Dewegen kommt auch noch lange kein Kracher raus, wenn ich auf eine XY-Marry einen Überfliegerhengst drauf setze...
Der StutenSTAMM (NICHT nur Mutter und Vater der Stute!!!) muss über Generationen bewährt und abgesichert sein...

Hier nur einige Beispiele, die man immer wieder vermehrt bei diesen Linien (nicht nur den Hengsten selbst, sondern auch Nachkommen, Genetik überspringt auch Generationen!!!) beobachten konnte, wenn es auch nicht auf jedes Pferd mit der Abstammung zutrifft und auch Aufzucht, Erziehung, Haltung und Ausbildung eine Rolle spielen und es auch auf die Anpaarung mit dem Mutterblut ankommt:

- Rasso: Charakterlich nicht immer einfach, wenig leistungsbereit
- Landgraf I: Im Maul nicht immer benutzerfreundlich, typschön, kompakt
- Pilot: Sehr guckig, nicht immer amateurtauglich
- Furioso: Teilweise sehr "heiß", fast immer bunte Füchse mit Bauchfleck
- Rubinstein und Söhne: R wie rittig... Fast immer überdurchschnittlich rittig, klar im Kopf, hinten etwas wenig Motor
- Sandro Hit: Nervig, sehr typschön, vererbt etwas wenig Größe
- Absatz: Schöne Gesichter, gerne eng in der Ganasche, rittig und sensibel
- Donnerhall: Nervenstark, umgänglich, nicht immer der schönste Kopf
- Florestan: Guter Charakter, gute Nerven, sehr rittig
- Landadel: Kolikanfällig, guter Charakter, bildschön

LG Sky
 
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Mirage

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Da fällt mir als bestes Beispiel Gotthard ein, ich kenne bzw. kannte von ihm diverse Nachkommen aus verschiedenen Mutterlinien, einen Knall in der Birne hatten die alle, aber gesprungen sind sie über Hochhäuser wenn es hätte sein müssen. :D

Einen Knall in der Birne deshalb, da sie eine sehr sehr kurze Reizleiter hatten und früher gemachte Fehler zu dauerhaften "Schädigungen" führten, sie vergessen und verzeihen selten.

Die Devise bei allen war machen lassen, ja nicht stören oder verärgern. :cool:

Meiner Erfahrung nach ist sind da auf alle Fälle ein oder mehrere Fünkchen Wahrheit drin.
 
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Skydancer

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Da fällt mir als bestes Beispiel Gotthard ein (...)
Einen Knall in der Birne deshalb, da sie eine sehr sehr kurze Reizleiter hatten (...)
Das stimmt und das Gefährliche an denen war/ist meiner Meinung nach, dass sich die so richtig "reinspinnen" konnten und total den Kopf verloren haben...

also als nervenstark würde ich mein Pferd nicht unbedingt bezeichnen, umgänglich ja und ihr Köpfchen ist definitiv wunderhübsch :)
Genau das meine ich... :rolleyes:
Wie stammt dein Pferd denn genau ab???
Jedes Pferd hat ne Mutter und nen Vater und Großeltern und Urgroßeltern... Den schönen Kopf kann sie auch von anderen Ahnen haben!
 
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may087

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ist schon klar sky ;)

ALSO Vater ist Dornenkönig und MV Risandro
 
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Skydancer

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Risandro stammt ab von Ricardo aus einer Mutter von Sandro.
Sandro steht für typvolle Vererbung, wie auch in der Sandro Hit (von Sandro Song (v. Sandro aus einer Mutter von Ramino - Ramiro)) Linie immer wieder zu sehen ist.

Ich würd den Typ eher in der Mutterlinie suchen.
 
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Wunschtraum

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Ich kann die "Vorurteile" nämlich auch bestätigen.

Ich reite einen Ladykiller Nachkomme und der hat voll einen an der Waffel. Springt genial, aber sonst einfach total kompliziert und Banane im Kopf.

Weltmeyer Nachkommen sagt man ja nach, dass sie auch einen "Vogel" haben, sehr sensibel sind, langer, anfälliger Rücken und für den normalen Reiter nicht geeignet. Und springen sollen sie auch nicht so toll.

Ich hab eine Weltmeyer-Enkelin und kann diese Aussagen über Weltmeyer-Nachkommern zum Teil wirklich unterschreiben.
War schwierig beim anreiten und ist es heute noch. Wenn sich anderen Leute drauf setzten geht erstmal garnichts.
Sie hat absolut ihren eigenen Willen und es ist wahnsinnig schwer bei ihr den Weg zwischen Konsequenz und Einfühlungsvermögen zu finden.
Wenn sie jemanden nicht mag, wird sie richtig giftig und lässt diese Leute dann auch total im Regen stehen.
Sie ist ein richtiges Sensibelchen, zwar nicht besonder schreck haft, aber in manchen Situationen hat man das Gefühl sie würde mir am liebsten auf den Arm springen.
Sie lernt unheimlich schnell, aber eben auch gerne Sachen die sie nicht soll.
Ich sag immer sie ist ein Workaholic, weil sie wirklich arbeiten will. Ist dabei auch hochmotiviert, aber wenn sie dann nicht mehr will, dann will sie nicht und es erfordert einiges an Geschick, sie zu überreden.
Es war schwierig sie auf meine Seite zu ziehen. Aber wenn man mal mit diesen Pferden zusammen gewachsen ist, tun sie alles für einen.
Besonders mag ich an ihr ihren Dickkopf, den Biss den sie hat und ihren Kampfgeist.
Den langen Rücken hat sie nicht und auch das mangelnde Springtalent kann ich bei ihr nicht feststellen. Das kommt wohl von der Mutter, die recht kompakt im Rücken war und springbetont gezogen wurde.

Mein Fazit persönliches Fazit: Tolle Pferde, wenn man eine Herausforderung sucht und diesem Typ von Pferden gewachsen ist. Für Reiter mit sportlichen Ambitionen, Erfahrung und Pferdeverstand ein super Griff. Diese Pferde wollen körperlich und geistig gefordert werden.
Für ängstliche Reiter, und solche die nur ab und zu ins Gelände bummeln wollen, der absolute Fehlgriff.
 
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Evi1

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Also das mit dem Talent vererben kann ich 100% wiederlegen. Meine Cousine hat ein unheimlich teures Pferd gekauft was ne total super abstammung hat. Einige super Springer in der Ahnenliste und das Pferd ist dumm wie wer weiß was. Das tier ist unbegabt im springen und Dressur ist jetzt auch nicht ihr Fall. Ich habe manchmal das Gefühl, dass dieses Tier ein super Reitschulpferd wäre. Nach dem Motto: Bloß nicht zu viel denken oder machen. Das meiste überfordert dieses Tier auch....
 
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tigrababe

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also ich kann jetzt nur von quarterhorses reden: aber irgendwie haben die alle mehr von der mutter abbekommen als vom vater. was mir persönlich aber in den meisten fällen besser gefällt. aber auf das papier der stute wird leider weniger geschaut, hauptsache der hengst ist ein worldchampion :(
schade eigentlich
 
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Wunschtraum

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Klar ist die Mutter auch total wichtig. Aber dadurch, dass der Hengst eine großere Menge an Nachkommen "produziert" lassen sich da typische Vererbungsmerkmale leichter feststellen.
 
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Skydancer

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Wunschtraum hat recht.
Bis man die Vererbungsleistung einer Stute wirklich einschätzen kann muss diese schon mehrere Fohlen gehabt haben. ca. 5 Fohlen geben schon gute Aufschlüsse.

Nach 2-3 Fohlenjahrgängen eines Vererbers kann man jedoch schon eine Tendenz erkennen was die Veranlagung betrifft, aber "ans Eingemachte" geht es erst dann, wenn der 2. Jahrgang unterm Sattel ist...

Außerdem finde ich, dass gerade auch Zuchtstuten eine SLP haben sollten, gesundheitlich Fit und sporterprobt sein müssen.

Ich will noch mal betonen, dass ich für mich von Sportpferdezucht spreche, nicht dass sich jemand benachteiligt fühlt, denn auch "Weideunfälle" und Mixe können ganz tolle Pferde sein und jeder hat so seine Vorlieben.

Siehe "No Father`s Girl" unter Gilbert Böckmann...
Aber das ist eben nicht die Regel, dass zufällig ein Mega-Pferd rauskommt. Dazu braucht ein Züchter schon die 3 G`s: Geld, Glück, Geduld... Und eine gehörige Portion Sachverstand und eine gute Stute dazu! :)
Wollt ich nur so beigefügt haben... :rolleyes:

Und nochmal zum Talent...
Aus 2 angepaarten Spitzenpferden wird noch lange kein Spitzennachkomme.
Die Anpaarung muss einfach passen... Egal wie teuer...
Auch ein Sandro Hit mit einer Decktaxe von 2.500,- € in 2009 kann in die Hose gehen wenn die Stute nicht passt. ;)
Das ist eben das Spannende an der Zucht und das fasziniert mich! :D

Aber ich denke wir hier im Forum (soweit wir in diese Richtung Ambitionen haben) brauchen auch keine Megakracher, sondern einfach gute, grundsolide Pferde mit netten Bewegungen und gutem Charakter die bedienbar sind und auch mal ländliche Sportambitionen zulassen...

Ach ja, man sagt auch "gute Dressurpferde sind Zufallsprodukte der Springpferdezucht!" aber es gibt auch Florestan-Nachkommen die S-Springen plaziert sind... Etwas Roulette eben... ;)

LG Sky
 
monsterpony

monsterpony

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Ich reite einen Ladykiller Nachkomme und der hat voll einen an der Waffel. Springt genial, aber sonst einfach total kompliziert und Banane im Kopf.
Kann ich nur voll und ganz zustimmen. Meine RB, ein Wallach, fuchs ;) ,
hat in seinem Stammbaum Ladykiller & Landgraf.
Er hat traumhafte Gänge und springt super (hat mir auch ein Richter-Jörg Imhoff falls das jmd. was sagt :;) - erzählt, als er das Pferd nur Stehen gesehen hat :p)

Das Pferd ist total genial, trägt seine Trense im Maul rum etc. & lernt sehr schnell, allerdings macht er sofort Blödsinn wenn er unterbeschäftigt ist.

War früher total durchgeknallt & hat sich jetzt sehr gebessert- mein RL meint, er wäre "erwachsen geworden" :D

Als ehrgeizig kann man ihn auf jeden Fall bezeichnen, egal ob Springen oder Dressur. (Wenn eine Stange gefallen ist, fällt den Rest der Springstunde garantiert keine mehr.)
Auch charakterstark ist hinzuzufügen, alles andere wurde in den Beiträgen über Ladykiller Nachkommen erwähnt :)
 
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