Artgerechte Haltung??

Diskutiere Artgerechte Haltung?? im Haltung und Pflege Forum im Bereich Pferde; Ich wollte da mal so eine Art Umfrage machen: Wann sprecht ihr von nicht artgerechter Haltung?? Ich habe da mal ein Beispiel: Die spanische...
Felicita

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Ich wollte da mal so eine Art Umfrage machen: Wann sprecht ihr von nicht artgerechter Haltung??
Ich habe da mal ein Beispiel: Die spanische Hofreitschule in Wien (ich hoffe ihr kennt die). Hier finde ich es absolut unvorstellbar, dass die Pferde gar keine Weiden haben- hier können sie meiner Meinung nach ihren natürlichen Instinkten nicht nachgehen, z.B. in der Herde herumlaufen, usw...

Vielleicht fallen euch ja auch noch einige interessante Beispiele ein...
 
Gwenie

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Vll fehlen dir zur Hofreitschule aber auch ein paar weitere Infos?!
Denn die Lippizaner werden bis sie ca fünf sind nur auf großen Gestüten gehalten mit viel Wiese!
Viele werden dann an Leute verkauft einige kommen in die Hofreitschule. Dort wird dann gearbeitet.
ABER sie haben auch immer wieder Pause und werden dann wieder zu Höfen gefahren die Wiesen haben! ;)

So wurde das mal in einem TV Bericht gesagt!
 
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Jolly-Jumper

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hallo Gwenie,
ich mag zwar die Hetzerei nicht, die oftmals stattfindet wenn es um Artgererchtigkeit usw. geht aber ich war in der Wiener Hofreitschule ich habe es mir angeschaut. Mit Artgerecht hat das nichts zu tun. Und das mit den Wiesen usw. habe ich auch nachgefragt. Neh neh. Da stehen die Hensgst wenn sie Glück haben 6 Wochen im jahr in einer Box mit Paddock und wenn sie noch mehr Glück haben mal auf einem kleinen Stück Wiese alleine. Aber das ist das Problem vieler Hengste. Sich darüber aufregen bringt nichts.
Die Pferde werden in Wien regelmäßig gearbeitet, sind gut genährt werden gut gepflegt und haben eine Aufgabe. Ich selber finde es zwar nicht optimal denke aber dass es so manchem Privatpferd schlechter geht. Werden schlecht gearbeitet, haben weniger gute Reiter keine Aufgabe und die Haltung besteht darin, dass sie fast 23 Stunden auf ihren Besitzer warten. Zumindestens schauen da Profis nach ihnen und so weiter. Man kann grundsätzlich über alles schimpfen und es hilft niemandem. Wenn jeder schon mal vor der eigenen Türe kehren und da nach Misständen schauen würde, wäre schon viel erledigt.
Jolly
 
littleloni09

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Eine artgerechte Haltung bieten wir unseren Pferden wohl alle nicht, ;)

aber jeder mit Verstand versucht es den Pferden so gut wie möglich gehen zu lassen.

Z.B. würd ich meinen Stormy nachts nie draußen lassen, leider wurde in unserer Region öfter schon ein Pferd geklaut oder sogar aufgeschlitzt.

Und unsere Wiesen liegen so perfekt hinter Halle und Co. das man keine Sicht darauf hat. Also geht mein Pferd nicht raus in der Nacht. Wir haben eine kleine Herde am Stall, die steht auch Tag und Nacht draußen, das sind unsere Schulpferde die nur zum füttern reinkommen und ansonsten draußen leben. Schöner kann es ein Schulpferd in meinen Augen nicht haben.

Ansonsten ist es ja schon an unserem Stall sehr gemischt, die Berittpferde die kommen stehen alle alleine, was ich aber gut nachvollziehen kann. Die Leute zahlen viel Geld für 3 Monate Beritt und haben keine Lust in dieser Zeit noch eine Verletztung zu haben und womöglich eine Standpause des Pferdes zu riskieren - das ist wohl auch keine soo artgerechte Haltung, aber ich verstehe es.

Bevor wo anders gesucht wird sollte man erst einmal mit seinem Gewissen vereinbaren das auch bei sich zu Hause alles gut ist.

Aufregen bringt sowieso nichts, irgendetwas unternommen wird von den Menschen sowieso nichts. Da sind die meisten leider zu feige zu. Und So schnell kann z.B. der Tierschutz auch nicht handeln.

Ein schwieriges Thema. Reitpferde haben sowieso keine artgerechte Haltung mehr wo wie es freilebende Pferde haben. Aber man kann auch beide Lebensformen gar nicht vergleichen.

Z.B. Unser Pferde sind fast alle in einer Box geboren und waren vom ersten Tag an darin!!! Meint Ihr denn wirklich das sie sich ein freies Leben wünschen würden??? Das wissen wir nicht und deswgen ist es wirklich wirklich schwer zu sagen was heute artgerecht ist.


Sandra
 
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may087

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@willi
so einfach sollte man es sich IMO nicht machen, zu sagen was man nicht kennt kann man nicht vermissen. Nur weil die Tiere nicht wissen, dass es etwas besseres gibt, als das was sie kennen, heißt das noch lange nicht, dass sie glücklich sind.
 
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Jolly-Jumper

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Hallo,
ich denke jeder sollte wie schon erwähnt, zu Hause alles so gut wie möglich machen. Unserer heute domistizierten Pferde sind nicht mehr grundsätzlich mit den Wildpferden zu vergleichen und trotzdem sollte man sich an den Bedürfnissen der Pferde als Steppentier, Herdentier und Bewegungstier und Fluchttier orientieren. Ob ein Pferd nun nachts draußen ist oder tagsüber ich denke da sollte man einfach am Pferd und der Situation entscheiden. Raus sollten sie alle so oft als möglich und möglichst in irgeneinem Verband also Gruppe.
Was die Wiener Hofreitschule betrifft, so habe ich damals (2 jahre) auch nachgefragt, wie sie denn mit den vielen Tierschützern halten die doch sicher die Haltung ihrer Pferde anprangern. Die Antwort darauf war:" Was schert sich denn die Eiche, wenn das Schwein sich daran kratz !" Ich fand es damals sehr hochnässig, obwohl er sich mir gegenüber sehr respektvoll verhalten hat, aber er hat auch gemerkt, dass ich der Sache kritisch gegenüberstehe. Aber nur mitder Haltung schaft es dies Institution sich zu schützen und wie gesagt die Pfeerde sahen prächtig aus.
Ich finde auch man sollte viel öfters in die privaten Ställe schauen. Wir zum Beispiel als zertifizierte Reittherapieanlage stehen dauernd in der Öffentlichkeit. Wir können es uns schon garnicht leisten, dass es unseren Pferden nicht gutgeht.Wir bilden so viele Kinder im Pferdeberreich aus, dass die uns schon sagen würden, wenn was losist Und darauf bin ich auch stolz. Aber was ist mit den vielen Tieren die in privatställen hinter dem haus stehen ?
Jolly
 
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Skydancer

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Hallo!
Ich möchte hier gar nicht wirklich in das Thema einsteigen, da es sehr "anstrengend" zu diskutieren ist, und man nicht zu einem "Ergebnis" das alle zufrieden stellt kommen kann...

Aber ich möchte nur kurz eine kleine Anmerkung anbringen, denn es sollte meiner Meinung nach nicht mit zweierlei Maß gemessen werden und man sollte seiner Linie treu bleiben.

Das Schlachtpferdethema haben wir ja bereits ausdiskutiert und jeder von uns hat seinen Standpunkt und es ist für manche ein sensibles Thema, kann ich auch verstehen.

Ich möchte keinem zu Nahe treten, sondern das nur kurz anmerken...

Es soll ja hier nicht wieder ausufern...
Außerdem denke ich das Thema, *klick* bzw. das Grundprinzip der beiden Themen ist ähnlich, denn auch diese Diskussion kann man endlos führen ohne auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.

Aber ich kann nicht die ganze Welt retten.
Als es um das Thema Schlachtpferde ging, hatte ich auch so eine ähnliche Aussage gemacht... Und es wurde mir teilweise angekreidet...
Aber es GEHT eben nicht alle Pferde "artgerecht" (im Sinne von perfekt, Stichwort "Steppentier, Lauftier") zu halten, oder?
Jeder tut sein Bestes und ich glaube man muss jedes Pferd als Individum berücksichtigen.

Außerdem werden von Dir die Pferde zu sehr vermenschlicht- es ist sicher so, dass Tiere das anders sehen. Für Tiere zählt in erster Linie Futter und Wasser. Traurig aber war. Oder hat dein Pferd schon Glück und Unglück definiert.
Beiträge im Schlachtpferdethema... ;)
"Frag mal mein Pferd ob es lieber in der Wurst wäre" (Ist jetzt nicht O-Ton)

"Schlachtpferdethema"

LG Sky
 
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Mirage

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Hier finde ich es absolut unvorstellbar, dass die Pferde gar keine Weiden haben- hier können sie meiner Meinung nach ihren natürlichen Instinkten nicht nachgehen, z.B. in der Herde herumlaufen, usw...
*kurzreinschneit* Ihren natürlichen Instinkten folgend bräuchte es soviele verschiedene Herden wie Hengste dort stationiert sind, jedem Hengst noch einige Stuten, damit sie ihren natürlichen Instinkten folgen könnten. Du siehst, wohl etwas schwierig umsetzbar. :D Wäre dann schon einfacher wenn die Gaggerle wegkämen, aber eine Hofreitschule mit Wallachen.... *undwiederraushier*
 
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may087

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nein, willie, du kannst nicht die ganze Welt retten. Aber du kannst auch nicht behaupten es macht nix, solange die Tiere es so gewohnt sind... Hühner in Legebatterien kennen auch nichts anderes- ist das jetzt Argument genug Legebatterien nicht abzuschaffen?
 
SkorpionMel

SkorpionMel

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Mit Sicherheit geht es den Hengsten in der Hofreitschule noch besser als so manchem Hengst, vor allem hier in Bayern, der Tag täglich in Anbindehaltung verbringen muss! Nur weil sie dann angeblich besser vor der Kutsche gehen, etc.!!! Oder Pferde, die vor lauter Hunger ihren Stall anfressen und im eigenen Mist schlafen müssen ( da muss man wirklich nicht weit fahren, das passiert meistens "hinterm" Haus). Und wie viele Schulpferde sehen niemals eine Wiede, stehen oft im dunkelsten Eck des Stalles, was man nicht mehr vermieten kann, kommen nur zum Reiten in die Halle raus, mehr nicht. Man könnte die Liste hier endlos weiter führen und man kann auch nicht allen Pferden ein gutes Leben ermöglichen. Wichtig ist in meinen Augen, dass man sich selber bestmöglich um seine Vierbeiner kümmert, um alle geht halt leider nicht. Keines meiner Pferde steht in einer Box, die dürfen Tag und Nacht im großen Stall rumlaufen, können jederzeit raus auf den Azslauf und haben genug zu Fressen und zu trinken. Dass man nicht die möglichkeit wie in der freien Natur hat, ist klar, aber man versucht, das Beste aus dem Platzangebot zu machen. Und auch meine Schulpferde kommen im Sommer raus auf die Koppel, zur Fliegenzeit nur nachts, tagsüber sind sie freiwillig oben am Stall. Und ich denke, ihnen geht es gut und nachdem sie alle ausgeglichen sind, passt die Haltung meiner Meinung nach.
 
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Jolly-Jumper

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Hallo SkorpionMel,
ich möchte dich jetzt mal stellvertretend zu deiner Meinung über Schulpferde ansprechen.
Hier im Forum wird immer wieder schlecht über die Haltung von Schulpferden gesprochen. Das tut mir ins Herz rein weh.
Das mag schon sein, dass es Reitschulen gibt die ihre Pferde schlecht halten, aber der Prozentsatz von Schulpferden gegenüber von Aufzucht und Privatpferden ist verschwindend geringt. (Popularität) Und warum wird dann immer wieder pauschal davon ausgegangen, dass es vielen Schulpferden schlecht geht ?
Ich(Wir) haben doch fast alle oder viele auf schulpferden das reiten angefangen. Um das reiten zu lernen braucht man Schul- bzw. Lehrpferde. Es gibt sehr viele gute Reitschulen und leiden bis heute unter dem Vorurteil dass es schon ein Leid ist ein Schulpferd zu sein. NEIN DAS IAT ES NICHT!!!
Kein Privatstall wird so sehr geprüft wie eine Reitschule.
Kein Privatstall steht so sehr in der öffentlichkeit wie eine Reitschule.
Kein Privatstall lebt so sehr von der Meinung der Öffentlichkeit.
usw.
Also nicht so sehr pauschalisieren. wir führen einen Reit- und Theraiestall mit glücklichen Schul- Lehr- und Therapiepferden und Ponies.
Mel du bist eigentlich nicht persönlich gemeint, aber in deinem letzten Beitrag klang es so neg. und darauf musste ich jetzt Stellung beziehen.

so, nun kommt bestimmt das Argument (nicht nur von Dir damit meine ich jetzt jeden der das denkt):"aber ich kenn........!"
Okay.......
Genau das meinte ich, dann sprecht mit dem Betreiber und tut vor Ort was dagegen. Genau das kann ich nicht leiden. Einerseits etwas sehen andererseits dabei zusehen und dann in Foren und hinterrum blärrren. WAs bringt das !!!!
Jolly
 
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Mirage

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Wenn man mal sieht, was in Massentierhaltungen und Schlachthöfen abgeht da sind ein paar gut gepflegte Pferde die nie auf die Weide kommen Peanuts.
Man kann immer schlechtes mit noch schlechterem vergleichen. Was das schlechte aber nicht besser als das noch schlechtere macht mal grundsätzlich gesprochen. ;)

@all Ich denke nicht, dass man nur schauen sollte, dass das oder die eigenen Pferde so artgerecht gehalten werden wie es den vorhandenen Möglichkeiten entspricht. Treffe ich anderweitig Missstände (artgerechter oder anderer Natur entsprechend) an, spreche ich diese an und wenn es Möglichkeiten gibt, dann handel ich da auch weiter. Einfach im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten agieren.

Was jetzt im speziellen die verrufenen Schulställe betrifft, so gibt es - wie überall - gute und schlechte. Schlechte muss ich boykottieren ggf. auch im Rahmen der Möglichkeiten agieren, gute muss ich weiterempfehlen via Mundpropaganda und/oder ggf. selbst dort mein Geld hintragen.
 
SkorpionMel

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@Mirage: wenn Du auf dem Land selbständig bist und man sich weitläufig kennt, muss man zwangsläufig oftmals irgendwelche Mißstände leider hinnehmen, wenn man weiterhin seinen Frieden haben. Man kann hier nich so einfach handeln und vielleicht mal eben den Amtstierarzt anrufen, ohne sich selber ein Grab zu schaufeln. Einen schlechten Ruf hat man bei Neidern schneller, als man denken kann.

@Jolly: auch wenn viele Ställe in der Öffentlichkeit stehen, heißt das noch lange nicht, dass sie sich auch darum scheren, was artgrecht ist und was nicht. Diejenigen, die Unterreicht nehmen, haben es in der Hand, sich einen guten Stall auszusuchen, aber leider reagiert auch hier oft "geiz ist geil". Hauptsache die Stunden sind möglichst billig und die Kinder können reiten, das wollen halt leider viele. Und leider sind viele Schulpferde zweite Klasse. Dagegen gibt es leider auch viele Privatpferde, die 24 Stunden in der Box leben müssen, Luxus hin oder her, die sind ebenfall nichts glücklich.

Die Mehrheit kann viel erreichen, indem man Ställe meidet, wenn die Pferde allgemein einen schlechten Eindruck erwecken. Und wenn Schulpferde nicht mal Koppelgang haben, würde ich da auch nicht geschenkt reieten wollen ehrlich gesagt. Ich habe die Ständerhaltung schon vor mehr als 20 Jahren schlecht gefunden und ging auch dort nicht mehr zum Reiten hin. Aber es gibt halt viele Leute, die wollen ihr Pferdchen wohlbehalten in der Box haben, damit es ja nicht dreckig wird und jederzeit zur Verfügung steht. Diese Privatpferde sind ebenfalls arm dran.

Und wie gesagt, mal eben handeln, vor allem mit eigenem Betrieb und vielleicht den Nachbarn hinhängen, das sollte man sich sehr gut überlegen!
 
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Mirage

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SkorpionMel, deshalb schrieb ich ja im Rahmen der Möglichkeiten. Damit ist auch nicht unbedingt gemeint, den anderen direkt gleich hinzuhängen, sondern halt mal das persönliche Gespräch suchen und vorsichtig anklopfen.

So habe ich es beispielsweise schon geschafft, dass ein Pony, was beim Schlachtvieh im Laufstall mitlief, und für die Tochter des Bauern war, da rauszuholen, ich habe allerdings auch einige Monate rangenacklt bis eingesehen wurde, dass das Pony auch auf eine Weide unter freiem Himmel mit einem Artgenossen muss. Nachdem Nachbars Tochter auch ein Pferd wollte, wurden entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen. Dass war aber nur möglich, weil ich nicht mit der Pistole ankam, sondern einfach freundlich immer wieder an geeigneter Stelle darauf hinwies, wie schön es das Pony doch haben "könnte". ;)

Ich meine eben im kleinen und nur im Rahmen der Möglichkeiten agieren, dass langt vollkommen. Ob´s nun kastrierte Katzen am eigenen Hof sind o. ä. ist ja egal.
 
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SkorpionMel

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Nur was mache ich mit den ganzen Reitställen, wo Pferde bequemerhalber 24 Stunden in der Box stehen? Den Leuten ist das meistens egal, hauptsache Pferd steht zum Reiten bereit und ist vielleicht auch noch sauber. Ich bin jetzt auch nicht grad begeistert, wenn meine Pferde sich mit Ferkeln verwechseln und man bei nassem Wetter raten muss, welche Farbe sich drunter verbirgt, aber ihnen geht´s gut. :)
Wenn man wo helfen kann, ok. Und wenn sich diejenigen helfen lassen. Oft genug stößt man leider auf taube Ohren (vor allem bei der Ständerhaltung bei Kaltblütern!). Es ist schwierig, dort zu diskutieren und es bringt nichts. Darum meine ich, soll man erst mal bei sich selber anfangen, das es den Tieren gut geht (auch unsere Hofkatzen sind dank Hartnäckigkeit kastriert, weil ich es satt hatte, dass man dann die kleinen Miezen irgendwo dann unterbringen muss).
Und dann gibt es eben unterschiedliche Meinungen zum Thema artgerecht. Allein dazwischen sind oftmals Welten.
 
Kicki

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Artgerechte Haltung, da sollte man zunächst auf die Definition "artgerecht" eingehen.
Was ist also typisch für die Tierart Pferd? Ein Pferd ist ein Herdentier, ein Pferd ist ein Lauftier, ein Pferd muss wegen seiner Verdauung auf lange Zeit gesehen viele kleine Futterrationen zu sich nehmen können.
Das heißt also, dass das Pferd unbedingt Sozialkontakte braucht - und damit meine ich nicht die durch die Gitterstäbe! In Bezug auf den Bewegungsdrang scheint es mir am sinnvollsten, die Pferde in einer Herde von mindestens 8 Pferden auf einer großen, wirklich großen, nicht allzu "fetten" Weide zu halten. Ein Unterstand für suboptimale Witterungsverhältnisse scheint sinnvoll zu sein, hier könnte dann auch ggf. für "schwerfuttrige" Pferde (also die, die das Futter nicht optimal aufnehmen und daher größere Mengen benötigen) separat Heu zur Verfügung gestellt werden.
Sollte ein Pferd nachts in der Box sein, bevorzuge ich richtig große Boxen ohne Gitterstäbe, sodass sie mit ihren Boxennachbarn spielen können ohne ihnen dabei ständig "ausgesetzt" sein zu müssen.
Demnach halte ich die Robusthaltung für artgerecht, weil sie der Art des Pferdes entspricht. Positiver Nebeneffekt beim Robustsein ist die Tatsache, dass solche Pferde nicht so anfällig für Krankheiten sind (dafür sehen sie immer wieder auch aus wie Schweine - besonders im Herbst :rolleyes: )
 
iesca

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Und da ist bereits das erste Problem: Nicht überall gibt es Weiden, die gross genug für eine Herde von acht Pferden ist und häufig sind dann die Weiden sehr fett, da es sich ursprünglich um Kuhweiden handelt.
Ein weiterer Punkt ist, dass man das Pferd für gewöhnlich irgendwie nutzen möchte. Und es gibt einfach Pferde, bei denen sich Robusthaltung und Reiten nicht vertragen. Wenn das Pferd nicht geritten wird, dann kann es ja mehr oder weniger gleichgültig sein, wenn es im Rücken durch die Kälte und Nässe etwas empfindlich ist, aber wenn der Rücken belastet wird, dann ist es nicht mehr egal.
Zudem haben nicht alle Leute Zeit, im Winter zu warten, bis das schlammige Pferd soweit trocken ist, dass es geputzt werden kann.
Es muss also ein Kompromiss gefunden werden, zwischen möglichst artgerechter Haltung und den Bedürfnissen, die der Reiter hat.
Vollkommen artgerecht lässt sich heute kein Pferd mehr halten, andererseits haben wir auch keine Wildpferde mehr. Damit will ich nicht sagen, dass sich die Grundbedürfnisse verändert haben, aber die meisten unserer Pferde würden in der Steppe kein Jahr überleben.
 
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Gwenie

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Danke iesca. das gleiche wollte ich auch schon schreiben.
Dadurch bedingt dass der Mensch bei der Fortpflanzung der Pferde die Finger im Spiel hat- haben sich viele Rassen schon soweit "weiterentwickelt" (ob positiv oder negativ?!) dass viele mit dieser Robusthaltung nicht mehr klarkommen würden.
Bestes Beispiel sind hier Rehe und Allergien (hier speziell Sommerekzem).

Haben auch so ein Beispiel bei uns am Stall- sollte in die Offenstallhaltung um mehr Bewegung zu haben (großes Warmblut) und kam mit der Umstellung nicht klar!
Auch meine Cousine die auf Ofenstallhaltung geschworen hat hat jetzt umgesattelt auf Paddockboxen und zu zweit auf die Wiese. Der Grund ihr Pferd war immer das Rangniedrigste und hat den ganzen Streß abbekommen.

Sind vielleicht nur "Einzelfälle" zeigt aber auch deutlich dass sich der Typ Pferd vom Sumpftier übers Steppentier bis heute ganz schön verändert hat. Sie sind oft einfach nicht mehr soo robust!;)

Damit meine ich jetzt nicht:sperrt sich alle in Einzelboxen und keine Sozialkontakte!
Sondern man muß gucken was für das jeweilige Pferd (und natürlich das was der Reiter vorhat) passend ist!
 
SkorpionMel

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Robusthaltung ohne jeglichen Unterstand ist meines Erachtens auch keine Pferdehaltun. Die Pferde sollten einen trockenen Platz zum Rückzug haben. In der freien Natur steht ihnen ja meistens eine viel größere Fläche zur Verfügung, als unsereins als Weiden hat. Für mich ist es schlichtweg Tierquälerei die Pferde Wind und Wetter auszusetzen, auch bei der Bremsenplage im Sommer wollen sie einen Ort, wo sie mal ihre Ruhe vor den Plagegeistern haben. Auch meine Pferde kommen im Sommer gegen halb sechs morgen in den Stall und gehen vor acht/ neun abends nicht mehr raus.
Bei sehr schlechtem Wetter decke ich z.B, meine empfindlichen Pferde auf der Weide ein (auch im Sommer). Artgerecht heißt bei mir, dass meine Pferde Tag und Nacht rumlaufen dürfen, Futter steht zur freien Verfügung, Kraftfutter nach Bedarf und im Sommer Weidegang. Sozialkontakte können immer gepflegt werden, die Pferde haben einen großen Bereich zum Schlafen und sind somit sehr ausgeglichen. Matschauslauf hab ich nicht, ist alles matschfrei und je nach Wetter kommen sie auf ein braches Feld im Winter,w enn es nicht zu matschig ist vom Regen. Dort wird ebenfalls zugefüttert, wenn sie den ganzen Tag dort drauf sind.
 
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Kicki

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Iesca und Gwenie:
Die Frage war ja, was artgerechte Haltung ist. Es ging also NUR um das Pferd und nicht um den Reiter. Auch mir leuchtet ein, dass man sicherlich Kompromisse finden muss, damit der Reiter mit der Haltung zufrieden sein kann.

Einerseits stimme ich dem Gedanken zu, dass gerade die gezüchteten Reitpferde (wenn ihr versteht was ich meine) oftmals nicht mehr ganz so robust gehalten werden können, wie andere Robustpferde. So ein Beispiel haben wir bei uns auch am Stall.
Andererseits unterschätzen wir oftmals auch unsere lieben Vierbeiner, denn so "verweichlicht" wie sie manchmal gehalten werden, ist es teilweise echt übertrieben. Es sind immernoch Pferde... ;)
 
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