Hinter der Senkrechten...

Diskutiere Hinter der Senkrechten... im Dressur Forum im Bereich Reitsport; Hallo liebe Pferdemenschen! Ich hätte mal 'ne Frage an die Profis unter euch. Ich habe viel gelesen über pferdegerechte Reiterei. Vielleicht hab'...
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lale1

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Hallo liebe Pferdemenschen!

Ich hätte mal 'ne Frage an die Profis unter euch.
Ich habe viel gelesen über pferdegerechte Reiterei. Vielleicht hab' ich auch 'nen Hang zu einer bestimmten Art von Literatur - mag sein. Jedenfalls würde ich mich gerne, nun da ich mir nach 15 Jahren Reiterei nun doch mal ein eigenes Pferd zulege (5-jährige Stute, Springpferd, ca. 170), an den Regeln der klassischen Reitkunst (der légèreté) orientieren.

In den Büchern, die ich besonders einleuchtend (und modern, ich weiß, die deutsche Reitkunst befindet sich im Stadium der Rückbesinnung und der Umbruch geht sehr langsam vonstatten) finde, wird immer besonders betont, dass es Gift fürs Pferd ist, hinter der Senkrechten geritten zu werden, und dass man äußerst sorgsam darauf achten muss, dass das Genick der höchste Punkt bleibt. Das klappt auf der Stute auch wirklich gut. (Wenn sie entspannt ist, schlabbern die Ohren- ich glaub' ich bin verliebt!)

Nun habe ich glücklicherweise eine Reiterkollegin, die noch sehr viel mehr Reiterfahrung hat als ich, und die dankenswerterweise die Stute 2x die Woche reitet. Sie ist sehr gefühlvoll und ganz bestimmt nicht dumm.
Nun nimmt sie aber ganz gern mal Schlaufzügel, damit das Pferd besser über den Rücken geht (wir haben sie seit 3 Wochen, davor wurde sie vom Züchter etwas vernachlässigt), und dabei kommt das Pferdi mehr oder weniger häufig ziemlich stark hinter die Senkrechte. (Schon bewußt gewollt, damit eben der Rücken schwingt...)

Hm. Was ist eure Meinung dazu?

Grüße in die Runde,
Lale
 
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tigrababe

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Ganz ehrlich:
Ich finde Schlaufer haben an einem pferd nichts verloren. wenn ich es von alleine nicht schaffe, das das pferd hinten gut untertritt und mit dem rücken schwingt, sollte ich lieber noch ein paar kurse besuchen. mit reiten können, hat das in meinen augen nichts zu tun. man sollte sich "seine Sporen" bzw. Lorbeeren selbst verdienen.
bitte schlaufzügelbenutzer seit jetzt nicht sauer auf mich, aber es ist meine meinung :)
 
S

Skydancer

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Hallo!
Schlaufzügel KÖNNEN nicht das Mittel zum Zweck sein!

Ich kann dir versprechen, dass Pferde auch ohne Schlafzügel locker über den Rücken schwingen!!!
Und das sogar noch am Besten mit der Nase an der Senkrechten!

BITTE BITTE BITTE schon gar keine Schlaufen auf einem so jungen Pferd!
Klar ist mit 5 die Anlehnung nicht immer sooo konstant, aber das kann man langsam erarbeiten und junge Pferde dürfen doch auch noch Fehler machen, finde ich!

Lieber die ganze Ausbildung langsam, schonend und mit System als "schneller fauler Zauber" mit den Schlaufzügeln!
Ich damit meine ich nicht "totkuscheln", sondern einfach pferdegerecht und altersentsprechend!

Die jungen können ruhig noch etwas "tief kommen" in der Anlehnung, die Aufrichtung und Versammlung muss sich erst entwickeln.
Die Rückenmuskulatur und die Kraft muss stimmen, sonst kann das ein Pferd gar nicht "halten"!
Ich halte es aber für wichtig, dass sie in der Nase nicht zu eng werden, lieber Nase vorne und etwas zu tief, als eingerollt mit falschem Knick!

Man DENKT ein Pferd liefe mit den Dingern gut und über den Rücken, aber das ist nur die Täuschung der Hebelwirkung!

"Die Schlaufies hängen eh nur durch!" oder "Nur am kleinen Finger geritten!"
Das sind oft die Argumente für die Schlaufen, ABER ich kann es immer wieder betonen - ALLES NICHT REELL!!!

Wenn man das Pferd regelmäßig damit arbeiten würde, käme später ohne Frage die böse Überraschung!
Man "züchtet" sich handlastige "Schlaufzügel-würz-Exemplare", die ohne Hilfszügel im schlimmsten Fall gar nicht mehr durchs Genick gestellt werden können, weil sie bocke-fest werden!
An dieser Schlaufzügel-Ausbildung ist meiner Meinung nach NICHTS reell!!!

Ein junges Pferd gehört locker im korrekten Vorwärts-Abwärts rund (nicht eng!!!) über den Rücken gearbeitet!

Dann macht das auch viel mehr Freude!

LG Sky
 
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lale1

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Jaaaaa! Ich weiß! Darum bin ich ja so'n bißchen, naja, sagen wir: angenervt.

Ich finde Schlaufer prinzipiell supersch.... und finde auch: kann man doch alles hinreiten, was soll das überhaupt?

Dennoch - ich kann froh sein, wenn das Mädel meine Stute mitreitet. Erstens ist sie zwei Tage gut versorgt und geritten (brauch ich für den Job), ich spare mir den Beritt - ich will's mir (trotz der Reitstunden, die auch wirklich Qualität haben) einfach nicht zutrauen, ein fünfjähriges Pferd ganz alleine zu reiten.

Menno. Da preßt ihr noch den "Finger in die Wunde"... Ein schwacher Trost: sie macht die Schlaufer seitlich am Sattelgurt fest, und nicht zwischen den Beinen (soll ja angeblich "sanfter" sein), und ich seh' sie ja reiten. Sie zieht das Pferd damit nicht zusammen, sie weist ihm tatsächlich den Weg nach unten. Nur ist für meinen Geschmack die Dehnungshaltung im Halsbereich eben überdehnt.

Och, Mann. Soll ich jetzt bei ihr angeschissen kommen, und ihr sagen, dass ich nicht möchte, dass sie mit Schlaufern reitet? Ich denke, lange wird sie das sowieso (von sich aus) nicht machen. Seh' sie sonst selten mit Schlaufern reiten.

Hm?! Wäre es nicht möglich, dass sie schon weiß, was sie tut??

Seufz ;-)
Lale
 
T

tigrababe

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hat sie ein eigenes pferd das sie reitet, oder reitet sie grundsätzlich pferde anderer?
Mein Pferd soll so geritten werden, wie ich es möchte. und zwar ohne sporen und ohne hilfszügel. Ich zahl ja auch einen Haufen Geld dafür.
wenns dir überwiegend darum geht, das das pferd bewegt wird, dann such dir doch eine RB die passabel reiten kann. Du nimmst ja auch unterricht oder? ich finde gerade ein junges Pferd sollte mit seinem Reiter lernen. Irgendwann ist das pferd vielleicht weiter als du und du hinkst hinterher.

Also ich würde wie gesagt keinen auf mein pferd lassen, der sie nicht so reitet wie ich es möchte.
 
S

Skydancer

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Hallo!
Ich kann nur sagen, auch in Profihand halte ich Schlaufzügel nicht mit reeller Ausbildung vereinbar.
Ob du dein Pferd so geritten haben willst oder nicht, ist deine Entscheidung.

Falls du es NICHT willst, was für ein 5-Jähriges Pferd wie Weihnachten mit vielen Geschenken wäre, würde ich ganz sachlich mit der Mitreiterin reden.

Ich würde ihr sagen wieso du das nicht möchtest und ob es nicht andere Alternativen gibt.
Man muss sich doch nicht immer gleich miteinander anlegen.
Nur zum Beispiel: Longenarbeit mit Dreieckern über Cavaletties (macht den Rücken super auf und "aktiviert" von hinten!)

Es hört sich ja so an, als wenn das "Mädel" reiten könnte.
Frag sie doch, ob es nicht auch ganz ohne Hilfszügel geht.
Das ist normal kein Problem, wenn du Geduld mit dem Pferd hat.

Wenn schon mit Hilfszügel, dann vielleicht anfangs noch eher ein Ringmartingal oder ein gut verschnallter Thiedemann-Zügel.

Schlaufies bringen wirklich "schnelle optische Ergebnisse", aber gib doch dir und dem Pferd die Zeit für eine solide Ausbildung ohne "Paketschnur"!

LG Sky
 
L

lale1

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Danke, Sky, für deine Meinung.

Ich hätt's ohnehin getan, ich brauchte nur noch ein wenig moralische Unterstützung... und die Sicherheit, dass ich keiner esotherischen Gruppierung angehöre ;-)
Hab' schon 'nen kleinen Club aufgemacht :) Ruckizucki waren wir zu dritt für Cavalletti-Stunden - schön, nicht? Geht alles, wenn man sagt, was man will.
Muss da im Stall noch gefühlvoll umstellen von der zurückhaltenden, ewig dankbaren Mitreiterin (Leute, was bin ich FROH, dass das nun (so denn alles gutgeht) ein Ende haben wird!) zu dem Menschen, der ich wirklich bin...

LG
lale
 
S

Skydancer

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Würd mich freuen, wenn ihr eine gute Lösung für dich und dein Pferd finden würdet!
Und natürlich bin ich gespannt, wie sich die Sache entwickelt. ;)
Kannst gerne berichten! :)

LG Sky
 
W

Wunschtraum

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Ich bin auch ein Schlaufzügel Gegner, da sie oft ein gut gerittenes Pferd vortäuschen und kaum sind die Dinger raus, geht nix mehr.

Dein Pferd ist erst 5! Lass ihr die Zeit bis sie von selber den Rücken aufwölben und sich tragen kann. Wenn sie genug HH Aktivität bekommt wird das alles von selber! Daszu braucht man keine Schlaufer.

Und du hast ja schon gute Ideen! Cavaletti-Stunde find ich super! Auch Skys Vorschlag mit longieren über Stangen ist klasse um den Rücken locker zu machen. Auch Doppellonge oder korrektes Longieren helfen da.

Aber bitte tu deinem Pferd den Gefallen und lass die Schlaufer weg!!!
 
M

may087

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Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man von zuvor falsch gerittenen Pferden zu Anfang noch kein v/a und Dehnungshaltung erwarten kann. Wenn sich die Muskulatur falsch ausgebildet hat ist der obere Halsmuskel verkürzt -> d.h. diesen Muskel zu dehnen ist super anstrengend und kann ganz schön ziepen. Daher würde ich empfehlen solche Pferde anfangs eher eng zu reiten bzw. hat man kaum ne andre Möglichkeit sie am Zügel zu reiten, da sie sich bei jedem Nachgeben noch rausheben. Einen Schlaufzügel brauch ich dazu jedoch nicht. Schlaufzügel brauchen nur die, die entweder faul sind oder es einfach nicht können.
Hat man die Muckis dann mal in erste Formen gebracht kann man zum Nachgeben kommen und das Pferd bietet einem die Dehnungshaltung regelrecht an.

Ist mit der Muskulatur von deinem Pferdi alles ok, braucht es bestimmt keine Schlaufer. Vlt reitet das Mädel ja doch nicht so toll wie du denkst.
 
Tilli L

Tilli L

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Hallo!

Endlich ist hier jemand, der nach PK reitet....habe ich doch richtig interpretiert, oder? Er verabscheut jede Art von Hilfszügel, die zwängen das Pferd nur ein und lassen es sich nicht frei entwickeln. Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Gerade am Anfang, wenn die Muckies noch nicht ausgebildet sind, kann das Pferd mir eine Rückmeldung darüber geben inwieweit es sich schon tragen kann oder nicht. Mit Hilfszügeln bekomme ich das ja garnicht mit, weil es in Form gepresst wird und sich nicht helfen kann. Das ist wie Bodybuilding ohne die Möglichkeit zu haben, die Gewichte abzusetzen und dann entstehen Verspannungen und falscher Muskelaufbau....das arme Pferd!...es ist schön, dass du jetzt eine Lösung gefunden hast. Manchmal braucht man etwas moralische Unterstützung, um eine Entscheidung zu treffen.:D
Ist dein RL auch ein PK-Schüler?
 
L

lale1

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Hallo Tilli!

Grins... Naja, wie ich das sehe, klingen hier alle nach PK... Wenn ich nur genau wüßte, was das ist! ;-)

Nein, bei mir im Stall herrscht der ganz normale Turnierwahn, aber die RL unterrichtet in der Haupsache Dressur (reitet normalerweise M, aber wohl auch mal S), und die Pferde sehen unter ihr immer ordentlich aus (also auch nach klassisch-modernen Maßstäben). (PK-Maßstäben? Grins...)
Aber Schlaufzügelgegnerin ist sie nicht. Leider.
Man fängt auch nicht gleich zu weinen an, vor lauter Ehrfurcht... grins... aber sie erklärt gut, reitet gut und hat vernünftige Ansichten. Für mich ein Riesentreffer.

Ich bin über Alois Podhajsky (wie schreibt sich der?) auf diese Reitweise gekommen. Und logisches Denken. Und durch stöbern in großen Buchläden. Und die Reaktion der Pferde, natürlich.

Drückt mir die Daumen (und zwar ganz fest!!!), der Tierarzt kommt morgen - da gibt's vor'm Kauf noch was zu klären... Zitter...

Grüße!
Lale
 
franzl

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Wie alle anderen muss ich dir die Illusion nehmen, das Schlaufzügel zu Légèreté passt :D

PK ist übrigens die Abkürzung von Phillipe Karl, der seine eigene Reitkunst verfolgt. Nach klassischen Grundsätzen selbstredent.

Naja, wenn Pferde unter dem Reiter "ordentlich" aussehen heißt das meist noch gar nichts. ME kann ein 5 jähriges Pferd mit Schlaufzügeln nicht vernünftig (reell, leicht, locker, klassisch - wie auch immer) gearbeitet werden.
Wenn man sich die allgegenwärtige Ausbildungsskala anschaut (die ja aus dem "Klassischen" kommt - muss man sich immer mal wieder vergegenwärtigen, wir sollten alle "klassisch" und nach der "légèreté" reiten, das ist nichts neues, eher eine Rückbesinnung...) folgt dem Takt die Losgelassenheit, dann die Anlehnung, dann der Schwung, dann...
Mit Schlaufen störst du diese Punkte bereits im Ansatz. Wie soll ein Pferd seinen Takt finden, wenn es immer gegen Hilfszügel läuft und sich dem Takt der Zügel "anpasst" (und nicht umgekehrt die Reiterhand den Takt des Pferdes zulässt). Loslassen wird es sich auch nicht, weil der Ruck bzw. der Druck im Maul immer da ist (ist ja keine nachgebende Reiterhand) und so das Pferd zögern lässt, ans Gebiss heran zu treten. Allein dadurch hält es den Rücken fest und kommt nicht zum schwingen. Die Anlehnung bekommst du durch die Schlaufen natürlich hin, aber zu welchem Preis? Von der Schwungentwicklung fange ich gar nicht erst an...

Meiner wurde 6 jährig auch ohne mein Wissen mit Schlaufis geritten. Nur ein paar Mal bis ich das mitbekommen habe, aber das hat gereicht. Ich kann mich heute noch für meine Blauäugigkeit einem gewissen RL gegenüber ohrfeigen. Leo taucht heute noch phasenweise ab... rollt sich total auf und ist nur durch energisches vorwärtsreiten mit Hand vor (also konsequent ins v/a) und anschließender Pause wieder zu bekommen. Er legt sich auch gerne auf den Zügel und mault teilweise richtig rum.

Tu dir das nicht an! Bitte deine RLin, die Stute ohne Schlaufen zu reiten. Ihr habt doch Zeit!
 
Tilli L

Tilli L

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...PK ist übrigens die Abkürzung von Phillipe Karl, der seine eigene Reitkunst verfolgt. Nach klassischen Grundsätzen selbstredent.
.....Wenn man sich die allgegenwärtige Ausbildungsskala anschaut (die ja aus dem "Klassischen" kommt - muss man sich immer mal wieder vergegenwärtigen, wir sollten alle "klassisch" und nach der "légèreté" reiten, das ist nichts neues, eher eine Rückbesinnung...) ....
Ja, er verfolgt seine eigene Reitkunst nach französischen klassischen Grundlagen, deswegen hat er das Rad aber noch nicht neu erfunden. Er baut auf die alten französischen Reitmeister wie Guiriniere und Baucher (ich hoffe, ich habe das richtig geschrieben ;) )
 
L

lale1

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Übrigens: Halleluja! Alles klar mit dem Pferdi! Heissa!!!

LG
lale
 
S

Skydancer

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Hallo!
Wie hat sichs denn jetzt genau entwickelt? :confused:
LG Sky
 
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lale1

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Hallo allerseits!

So, der Vollständigkeit halber werde ich euch jetzt mal meine Entscheidung mitteilen. Ich hab' in Ruhe mit der RL geredet, und bin die Stute heute wieder geritten. Außerdem hab' ich mich noch in anderen Foren umgeschaut.

Meine RL ist prinzipiell auch Schlaufzügelgegnerin. Nur in besonderen Fällen, so bei meiner Stute, hält sie den Einsatz für sinnvoll. Es ist definitiv wahr, dass die Dame am liebsten wie eine Giraffe durch die Halle staksen würde, und das natürgemäß mit festgehaltenem Rücken. Sie hat so ein Naturell, und weiß es momentan nicht besser.
Meine Bekannte könnte natürlich auch, (so wie ich es an Tagen tue, wenn die Alternative eine zu aktive Reiterhand ist) Wiener benutzen. Nun nutzt sie die Schlaufzügel aber nur einige Minuten (und ebenfalls nur an solchen Tagen), bis das Pferd locker und konzentriert ist, und läßt sie dann wirkungslos werden. Die Alternative wäre absteigen, ausschnallen, wieder loslegen, und das stört die Arbeitsatmospäre und macht sie unflexibel (das ist jetzt meine Meinung).
Sie zieht das Pferd nicht zusammen in Richtung einer Aufrichtung. Sicherlich ist ein Zwang vorhanden, der verhindert, dass sich das Pferd freimachen kann. Natürlich ist es auch dieser Zwang/Hebel/Knebel, der bedingt, dass die Stute sich nicht wehrt. Aber sie ist so intelligent, die Schöne, dass sie es nicht tut, sondern entspannt und konzentriert wird.

FAZIT.
1. Ich werde weiterhin kritischst zuschauen, mich informieren und diskutieren.
2. Ich weiß, dass sie Profi ist, und sehr fein reitet.
3. Mir ist ein gesunder Pferderücken wichtiger, als mich bei einem Thema durchzusetzen, für das ich selbst nicht genügend eigene Erfahrung besitze, um es zu beurteilen. Ich kann mir vorstellen, dass bei dieser Diskussion häufig an Schlaufzügel in der Hand von Dillettanten und Posern gedacht wird, was ein absolut verwerfliches No-Go ist.
4. Meine persönliche Alternative sind für die nächsten paar Male die Wiener, denn ein übermäßiges Gemache an den Zügeln und/oder 15 Minuten Rumgeeier bei durchgedrücktem Rücken... ihr wißt schon.
5. Ich bin sehr zuversichtlich, dass sich das Thema "Hilfszügel" in 3 Wochen ohnehin gegessen hat.

6. Ich fühle mich trotzdem nicht besonders wohl dabei, s. Punkt 1.

(Und wenn nun einer angeschissen kommt und sagt: Am Ende reißt sie den Kopf so hoch, weil sie der Bereiter vorher mit Schlaufern geritten hat, dann schrei ich!!!! So'n Kack. Ehrlich.)

So. Und nun schimpft mich bitte nicht zu sehr, ganz ganz vielen Dank für die vielen qualifizierten Meinungen, ich weiß sie sehr zu schätzen.
Auch sorry, dass ich das Thema zum wahrscheinlich 100. Mal in der Geschichte der Reiterforen angeschnitten habe...

Ganz liebe Grüße in die Runde,
lale
 
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lale1

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Wie soll ein Pferd seinen Takt finden, wenn es immer gegen Hilfszügel läuft und sich dem Takt der Zügel "anpasst" (und nicht umgekehrt die Reiterhand den Takt des Pferdes zulässt). Loslassen wird es sich auch nicht, weil der Ruck bzw. der Druck im Maul immer da ist (ist ja keine nachgebende Reiterhand) und so das Pferd zögern lässt, ans Gebiss heran zu treten. Allein dadurch hält es den Rücken fest und kommt nicht zum schwingen. Die Anlehnung bekommst du durch die Schlaufen natürlich hin, aber zu welchem Preis? Von der Schwungentwicklung fange ich gar nicht erst an...
Manches verstehe ich nicht ganz. Man hat mit den Schlaufern einen Hebel, d.h. das Nachgeben mit den Schlaufern müßte praktisch doppelt so "weit" erfolgen, als mit dem Zügel, den man ja blöderweise auch in der Hand hat - ist das der Punkt? Hm, dann ist da logisch was dran.
Was ist an dem schwingenden Rücken, den ich sehe, wenn sie mit S. geritten wird, eigentlich weniger gesund (mich interessiert jetzt der Rückenbereich) bzw. falsch/nicht reell?
1. Meinem Empfinden nach ist der Takt bereits sehr sicher vorhanden wenn sie locker ist.
(2. Bei der Ausbildungsskala möchte ich dir tatsächlich widersprechen. Takt, Losgelassenheit und Anlehung müssen doch gemeinsam entwickelt werden! Die bedingen doch alle drei einander! Dass die Anlehnung alleine blödsinnig ist, wenn das andere fehlt, ist ja klar, aber du schilderst das so, als folgte eins dem anderen über einen längeren Zeitraum hinweg... Geht ja gar nicht.- Da sind wir uns aber wahrscheinlich eh einig, Haarspalterei, also vergiss es wieder :) )

Tschö!!
lale
 
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Jupp, Haarspalterei, aber kein Problem. Klar geht das Eine in das Andere über (habe ich jetzt vorausgesetzt, dass das klar ist ;)) Und richtig, wer seine Hände wirklich im Griff hat und die Schlaufzügel unabhängig vom normalen Zügel führen kann, ist vieleicht in der Lage, korrekt nachzugeben.

Wenn deine RL es tatsächlich kann (und macht...), dein Pferd mit Schlaufzügeln ins v/a bekommt, den Spannungsbogen herstellt, das Pferd dann korrekt von hinten an das Gebiss heran tritt und richtig im Rücken mitschwingt und sich nicht verkrampft, weil es in eine bestimmte Haltung gezwungen wird, ist doch alles Gut (was für ein Satz :rolleyes:)

Aber, sorry, irgendwie wiederspricht sich das nach meiner Empfindung. Gerade in der Lösungsphase dem Pferd eine Zwangshaltung zu verpassen...
 
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lale1

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Hi.

Ich bin total platt. Ich habe eben aus einem Teelichthalter, einer Mückenpatsche (Pferdehals, der flexible Teil ist der Kopf), einem Einmachgummi, zwei Sicherheitsnadeln und drei Schuhbändeln (1 Zügel, ein Schlaufer) ein Modell gebaut.

Zieht man nun an den Zügeln, hat man einen ganz schönen Widerstand, bis die Patsche den Hals rund macht... Zieht man an den Schlaufern - aber HALLO. Man hat den Eindruck, man hätte nix, aber auch gar nix in der Hand. Und die Mückenpatsche kommt runter. Tief runter.
Es ist aber dieselbe Mückenpatsche.

Dieses Modell möchte ich morgen eigentlich gerne in der Sattelkammer aufn Tisch stellen. Ich weiß bloß nicht... ob ich's tue. Vielleicht ist es diplomatischer, ich erzähle erst ganz bescheiden davon, und bring's erst auf Aufforderung mit.

Total krass, ehrlich.

Liebe Grüße,
lale
 
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