Zwangsrekrutierung im Verein

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iesca

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Hallo

In meinem Reitverein steht nächstes Wochenende das grösste Turnier des Jahres an und wie jedes Jahr werden Helfer gesucht. Nun war es scheinbar die letzten Jahre so, dass zu wenig Leute gefunden werden konnten und von ausserhalb Leute geholt und bezahlt werden mussten. Nun hat der Reitverein beschlossen, für das diesjährige Turnier sämtliche Aktiv- und Juniormitglieder zum Helfen zwangszuverpflichten. Jeder hat eine Liste erhalten, wo er eingetragen ist, mit der Aufforderung, wenn man nicht kann, für einen Ersatz zu sorgen und den zu melden.
Was haltet ihr davon? Im Mitgliederbeitrag, den ich zahle, ist bereits ein Betrag enthalten, den ich nur dann zurückbekomme, wenn ich eine gewissen Anzahl Stunden mitarbeite. Bis jetzt habe ich den Beitrag immer bezahlt, da ich nur deshalb im Verein bin, damit ich die Reitwege nutzen kann. Ich habe aber keine Lust, meine Wochenenden damit zu verbringen, bei irgendeinem Vereinsanlass mitzuhelfen, in einem Verein, in dem ich kaum jemanden kenne.
Für mich hat jedenfalls diese Zwangsverpflichtung den Ausschlag gegeben, definitiv aus dem Verein auszutreten. Mit dem Gedanken gespielt habe ich schon länger, da Bohème nicht im Vereinsgebiet steht und ich daher von meiner Mitgliedsschaft keinen Nutzen habe.
Sehe ich das zu eng und es ist durchaus üblich, zur Mithilfe zwangsverpflichtet zu werden? Wie hättet ihr reagiert?
 
Lore

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Nunja, ich denke, die Medaille hat zwei Seiten.

In meinem Verein gibt es keine Pflichtarbeitsstunden, der Beitrag ist auch recht moderat. Dies liegt hauptsächlich daran, dass es keine Vereinsanlage gibt. Das Turnier findet auf einer der beiden großen Privatanlagen statt und wird in erster Linie über Sponsoring finanziert. Hilfe der Mitglieder ist gern gesehen, aber kein Muss. Es sind jedoch immer eine Menge Helfer vor Ort, ich denke eben weil es kein Zwang ist und die Mitglieder sich mit ihrem Verein identifizieren. Ich packe dort auch gern mit an, die Helferparty's nach dem Turnier sind immer ein Highlight.
Unser Verein tut viel für seine Mitglieder, so finden beispielsweise im Winter etliche Lehrgänge bei guten Ausbildern statt, die der Verein kräftig bezuschußt.

Ich denke, dass ein Verein immer ein Geben und Nehmen ist. Viele Mitglieder halten leider nur die Hand auf, wollen dies und das von ihrem Verein und machen sich keine Gedanken darüber, dass so ein Verein sich das Geld dafür nicht aus den Rippen schneiden kann. Leistungen von Fremdfirmen kosten nunmal Geld, wenn die Mitglieder mit anpacken, wird's günstiger. Der Unterhalt einer Reitanlage oder der Reitwege kostet ebenfalls Geld.
Ein Verein lebt von seinen Mitgliedern und je aktiver diese sind, umso mehr kann geleistet werden. Wer sich im Verein nicht einbringen kann oder möchte und lediglich von dessen Leistungen profitieren will, muss eben auch damit rechnen, dass er zur Kasse gebeten wird. Man kann sich ja nicht nur die Rosinen rauspicken, wenn das alle Mitglieder tun würden, wären die Vereine binnen kürzester Zeit pleite. Wer sich in seinem Verein ein bißchen engagiert, kann auch mitentscheiden - viele bleiben jedoch den Versammlungen fern und meckern anschließend über die Beschlüsse.
Insofern ist es im Prinzip ziemlich schade, dass euer Verein die Mitglieder "zwangsverpflichten" muss, wenn so wenig auf freiwilliger Basis läuft. Vielleicht sollte man darüber einfach mal ein bißchen nachdenken, bevor man über die bösen Vereine schimpft - oder eben Nägel mit Köpfen machen und aus dem Verein austreten.
 
M

may087

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Neee, also bei uns gibts das nicht. Das läuft mehr auf freiwilliger Basis und ich muss sagen, dass ichs bisher bei manchen Sachen auch garnicht eingesehen habe, da was zu machen... Ich bin erst seit einem Monat im Vereinsstall und war vorher nur so Mitglied und hab mich auch nur jedes Schaltjahr mal dort blicken lassen, weils Pferd woanders stand. Wenn man sowieso nicht dort reitet, fragt man sich dann schon, warum man fremder Leutes Paddockboxen pflastern sollte?
 
Lore

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Wenn man sowieso nicht dort reitet, fragt man sich dann schon, warum man fremder Leutes Paddockboxen pflastern sollte?
...weil diese fremden Leute die Stallmiete an den Verein bezahlen, der wiederum den Vereinsstall in Schuß halten muss. Der Verein ist die Gesamtheit der Mitglieder - entweder selber machen oder Beiträge erhöhen. Letzteres wollen die Mitglieder ja auch nicht.
Und wenn man sowieso nicht dort reitet und mit dem Verein nix am Hut hat - warum tritt man dann ein (bzw. nicht aus)? Nur weil man als Turnierreiter eine Vereinszugehörigkeit nachweisen muss? In diesem Fall sollte man mal hinterfragen, wer denn die ganzen schönen Turniere der Umgebung ausrichtet - richtig, die Vereine! Schön, dass sich dann jemand hinstellt, die Reitanlage in Schuß hält und schmückt, die Startertafel schreibt, die Stangen im Pacours hochlegt usw., damit man da reiten kann.

Sicherlich muss man sich ja nicht an JEDER Aktion beteiligen, aber ein bißchen Engagement sollte man meines Erachtens als Vereinsmitglied schon zeigen. Gerade als Turnierreiter ist man ja auch ein bißchen auf die Arbeit der Vereine angewiesen.
 
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iesca

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Bevor jetzt hier irgendwelche Missverständnisse entstehen: Der Verein ist hier nicht an einen Stall gebunden, daher gibt es auch keine grossen Anlagen. Wir haben einen Grasplatz zum Springen und daneben ein Dressurviereck. Die Reitwege waren, als ich das letzte Mal dort geritten bin, ca. ein Meter breite Streifen, die dem Verein nach Absprache mit dem Bauern neben einem Feld zur Verfügung gestellt wurden. Irgendwie instand gehalten wurden sie nicht. Man sollte sie halt einfach nicht benutzen, wenn es zu schlammig war und manchmal hat der Bauer sie ein wenig planiert, wenn er gerade das entsprechende Gerät am Feld hatte. Anfangs waren es 6 Wege, in der Zwischenzeit war es dann auf vier geschrumpft, wie es im Moment aussieht, weiss ich nicht.
Ich habe auch kein Problem damit, einen höheren Jahresbeitrag zu bezahlen, weil ich nicht mithelfe. Mir ist durchaus bewusst, dass das Veranstalten von Turnieren, 2 im Jahr, wobei eins sehr klein ist, Geld kostet.
Der Verein veranstaltet im Sommer ein paar Kurse, ansonsten ist aber das Tätigkeitsprogramm relativ mager.
Die Aktion soll, wortwörtlich auch dazu dienen, den Verein wieder besser zusammen zu schweissen und das Vereinsleben zu beleben. Ich denke nur, dass das dann der falsche Weg ist.
 
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Gwenie

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Danke Lore du hats mit gerade aus der Seele geschrieben! ;)
Leider sehen das nämlich viele so: ich muß in einem Verein sein um Turnier (oder andere "Vorteile") zu haben.
Aber das der Verein selber auch ein Turnier ausrichtet, damit seine Vereinsmitglieder auf anderen Turníeren eingeladen werden, dass ist vielen unbequem. Weil man sixh da vielleicht mal 2 Stunden an die Tafel stellen muß. Anstatt den halben Tag zum Gucken dort zu sein (etwas überspitzt dargestellt).

Mein Verein hat ca 500 aktive Mietglieder. Rein rechnerisch bräuchte sich jedes Mitglied nur ne halbe Stunde auf dem Turnier für eine "Arbeit" eintragen- in Wirklichkeit sind es 30 Mann/Frauen, die 4 Tage das Turnier "schmeißen"

Leider wissen sich die Vereine nicht anders zu helfen, als Pflichtstunden einzuführen. Es ist schwer die Mitglieder auf eine andere Art zu "motiviern" etwas zu machen. Das dabei die Laune derjenigen in den Minusgeraden ist, ist klar!;)
 
W

Wunschtraum

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Lore, das hast du super geschrieben!:) Was in die Richtung wollte ich auch schreiben.
Unser Verein hat auch keine eigene Anlage, aber die meisten Mitlgieder haben ihre Pferde in dem Stall stehen, dessen Besitzer Gründungsmitglied des Vereins ist.
Am Wochenende ist bei uns Hallenfest und wir haben das selbe Problem wie alle anderen Vereine: wir finden niemanden der helfen kann. In einem Stall mit 60 Pferden finds ich scho traurig, wenn auf der Liste fürs Kuchenbacken grad mal 10! Leute stehen.
Ab heute Abend werd ich bis nächsten Montag fast die ganze Zeit im Stall verbringen um beim Aufbau und allgemein bei Arbeiten für das Fest zu helfen.
So wies ausschaut sind wir da auch nur zu 6.
Aber davon profitieren, wenn der Verein z.B. super Reitjacken zum Teil mit finanziert dann wollen alle haben.
 
Mareike

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Ich bin der meinung, wenn man aktiv in einem Stall ist , und auch von ihm porifitiert, sollte man mithelfen! So auch bei einm arbeitsdienst vor dem Tunier.. alle von dem Verein die mitreiten sollten auf jeden fall mithelfen. Wer darüber hinasu zeit hat zu helfen soltle auch helfen :)
Wenn man in einem stall aber eh nur passiv ist, das Pferdi da also nicht steht um eben tuneire reiten zu können und so dann ist es mMm nahc auch okay, nur vor den Tunieren zu helfen und sonst eben etwas merh geld zu zahlen.
 
zentaur

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...weil diese fremden Leute die Stallmiete an den Verein bezahlen, der wiederum den Vereinsstall in Schuß halten muss. Der Verein ist die Gesamtheit der Mitglieder - entweder selber machen oder Beiträge erhöhen. Letzteres wollen die Mitglieder ja auch nicht.
Und wenn man sowieso nicht dort reitet und mit dem Verein nix am Hut hat - warum tritt man dann ein (bzw. nicht aus)? Nur weil man als Turnierreiter eine Vereinszugehörigkeit nachweisen muss? In diesem Fall sollte man mal hinterfragen, wer denn die ganzen schönen Turniere der Umgebung ausrichtet - richtig, die Vereine! Schön, dass sich dann jemand hinstellt, die Reitanlage in Schuß hält und schmückt, die Startertafel schreibt, die Stangen im Pacours hochlegt usw., damit man da reiten kann.

Sicherlich muss man sich ja nicht an JEDER Aktion beteiligen, aber ein bißchen Engagement sollte man meines Erachtens als Vereinsmitglied schon zeigen. Gerade als Turnierreiter ist man ja auch ein bißchen auf die Arbeit der Vereine angewiesen.


Genau!! Da auch ich zu den wenigen und übrigens immer den gleichen Mitgliedern gehöre, die dort anpacken wo es nötig ist, kann ich nur sagen, daß derjenige, der die Vorteile eines Vereins nutzt auch bereit sein muß dafür etwas zu tun. Wenn man, wie im ersten Beitrag beschrieben; nur im Verein ist um die Reitwege nutzen zu können und im übrigen im Verein kaum jemanden kennt, muß man sich fragen ob man in einem VEREIN ( vereint, zusammen = gemeinsam ) richtig aufgehoben ist.
Ich sage dies, obwohl ich kein aktiver Reiter, sondern der Vater einer reitbegeisterten Tochter bin und genau weiß, daß ohne den Verein gerade für Jugendliche nicht so viel geboten werden könnte.
So richten wir z. B. ein eigenes Turnier aus, können aber an unzähligen Turnieren in der Umgebung teilnehmen.
 
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