Roundpen

Diskutiere Roundpen im Westernreiten Forum im Bereich Reitsport; Roundpens sind seit Jahrhunderten in Gebrauch, es gibt Hinweise dass es sie in Asien schon vor tausenden von Jahren gegeben hat.Wie sie genutzte...
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fanni

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Roundpens sind seit Jahrhunderten in Gebrauch, es gibt Hinweise dass es sie in Asien schon vor tausenden von Jahren gegeben hat.Wie sie genutzte werden, hat sich im Laufe der Zeit geändert, aber die Grundzüge sind gleich geblieben.

Wildpferde werden oft zusammengetrieben und im Roundpens gesammelt. Dort hat man sie einzeln mit dem Lasso gefangen, angebunden und "eingebrochen".
Aus diesen Techniken entwickelten sich die Trainingsmethoden, die in den USA als traditionell angesehen werden. Früher, in der traditionellen Westernreiterei war der Roundpen ein Platz, wo Schmerz absichtsvoll zugefügt wurde, um Unterwerfung zu erreichen.
Rounpens werden aus verschiedensten Materialien und in unterschiedlichen Größen konstruiert.
Beim Durchmesser ist der entscheidende Faktor (für Monty Roberts) ob das Pferd galloppieren kann ohne in den Kreuzgallop zu fallen. Optimal ist ein Roundpen, der so klein wie möglich ist, aber noch einen bequemen Arbeitsgalopp erlaubt. In diesem Fall ist die Entfernung die der Trainer jeweils zurücklegen muss, am geringsten.
Ein ganz wichtiger Aspekt bei der Arbeit im Roundpen ist die Beschaffenheit des Bodens und zwar sowohl für die Sicherheit als auch für die Leistung des Pferdes. Das gilt natürlich nicht nur für den roundpen sondern für jeglichen Reit-und Ausbildungsbereich.
Ein Roundpen sollte alles andere als ein Ort für traumatische Erlebnisse sein-dieser Teil der Ausrüstung ist wichtig für das Join-up, hier kann man Pferdeverhalten studieren und die natürliche Sprache der Pferde beobachten. Join-up ist auch im offenen Gelände möglich, es dauert aber viel länger und ist auch viel anstrengender.
Das Join-up ist auch auf einem quadratischen oder rechteckigen Platz möglich aber in den Ecken staut sich gern der Energiefluss.
Die runde Form erleichtert dagegen den ununterbrochenen Fluss der Bewegung, sodass die Kommunikation nicht durch wesentliche Gang-und Tempoveränderungen gestört wird.
Ein quadratischer Pferch, aus dem durch abgeschrankte Ecken ein Achteck entsteht, kann ein recht guter Ersatz sein.

Die Konstellation im Roundpen erkaubt es den Trainer, einen Dialog aufzubauen. Das Pferd kann nicht weglaufen, bleibt aber immer in derselben Entfernung. Wäre der Pferch oval oder rechteckig, könnte es einfach zu dem Punkt fliehen, der am weitesten vom Trainer entfernt ist.

Ein Roundpen ist der richtige Ort zum Lernen, weil er dem Trainer erlaubt, Führung ohne Konfrontation anzubieten.
Wenn der Rounpen richtig eingesetzt wird, kann das Pferd in seiner eigenen Sprache dirigiert werden. Das Pferd bleibt die ganze Zeit in einer Position, aus der heraus es uns wahrnehmen, ruhig bleiben und Vertrauen fassen kann.
der trainer muss immer objektiv bleiben. Er darf die Reaktionen des Pferdes nicht persönlich nehmen oder subjektiv urteilen.

Oft kommt das Pferd voller Misstrauen, Furcht und Angst in diese Umgebung. Durch die Kommunikation in einer Sprache, die das Pferd versteht, können wir eine Veränderung bewirken und seine Ängste beschwichtigen. Wichtig ist die Arbeitsleistung zu erhöhen wenn man nicht die richtige Reaktion erhält. Dadurch wird so etwas wie ein vertrag geschlossen, und zwar einer den das Pferd aus freien Stücken in Betracht zieht. Eine Reaktion darauf ist ein erster Schritt zur Veränderung und ebendies will man erreichen. Jede Reaktion sollte als Tür betrachtet werden, durch die man eintreten, positive Auswirkungen schaffen und Verhandlungen in Gang bringen kann.
Auszüge aus "Die Sprache der Pferde" (S.53-57) von Monty Roberts
 
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