Duale Ausbildung - Western und Englisch?

Diskutiere Duale Ausbildung - Western und Englisch? im Westernreiten Forum im Bereich Reitsport; Hallöle, viele kennen mich und meine Gräte ja nun schon sehr lange. Seit knappen 1,5 - 2 Jahren geht sie nun unter dem Sattel - englisch...
Bino

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Hallöle,

viele kennen mich und meine Gräte ja nun schon sehr lange. Seit knappen 1,5 - 2 Jahren geht sie nun unter dem Sattel - englisch geritten. Wir reiten mit VS-Sattel, gehen zu 50 % ins Gelände und der Rest wird auf den Plätzen oder in der Halle verbracht - ob nun mit oder ohne Sattel, an der Longe oder in der Bodenarbeit.

Ich hatte zu Anfangs meiner Reitkarriere die Möglichkeit oft ein Westernpferd zu reiten und würde sagen, dass ich zumindest das Grundprinzip dieser Reitart verstanden habe :)

Da mein Pferd blind ist, fällt eine Abwechslung hinsichtlich Stangenarbeit ja schonmal weg. Sie muss sich zu 100 % auf meine Gewichtshilfen verlassen und stoppt schon wenn ich nur ausatme :D Diese Feinfühligkeit und auch ihr Handicap würde ich mir gern zu Nutze machen und sie anderweitig ein wenig beschäftigen.

Da fiel mir doch sofort der Westernsport ein.

Doch hier stellt sich mir schon die Frage, ob es wirklich funktionieren kann, ein Pferd dual auszubilden? Oder verwirrt man das Pferd dadurch eher? Sollte man an einem Tag nur das eine oder das andere machen, oder kann man auch mischen?

Ich muss dazu sagen, dass ich zwei Bekannte habe, die auch Western reiten, wäre also nicht ganz ohne Hilfe, was die Praxis angeht.

Möchte aber nochmal betonen, dass ich nicht von heute auf morgen mit der Westernreiterei anfangen möchte, sondern hier und da ein wenig reinschnuppern, wie in einem anderen Thema schon der "Jog" oder aber "Hinterhandwendung im Westernstyle" oder auch "Stopps".

Freue mich über Antworten von allen Usern ;)

Eure Bino
 
littleloni09

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Huuhu Bino,

ich bin der Meinung das es viel zu viel für ein Pferd ist..

Es mag sein das die Englisch und Westernhilfen für ein Pferd ziemlich gleich sind aber die Ziele sind doch sehr unterschiedlich..

Bei uns weichen die Pferde zum Beispiel vom Zügel weg.. sprich.. ich leg den rechten Zügel ans Pferd und es weicht davon weg nach links.. der Linke Zügel ist dabei erst mal egal..

Das sind Dinge die sich glaub ich mit dem Englischen schon schlecht vereinbaren lassen..

Ich finde es zu viel für ein Pferd.. Entweder das eine oder das andre...

Gerade wenn sie ein Handicap hat würde ich bei vertrauten Dingen bleiben und mein Wissen zwar erweitern aber jetzt nicht noch neue Dinge lernen die völlig anders sind...

Kein Englischreiter , egal wie gut er ist, kann ein Westernpferd gut reiten und umgekehrt..

Die Haltung der Pferd, also die Kopfhaltung etc. ist ja auch total unterschiedlich und woher soll das Pferd wissen das Du gerade heute von Ihm willst..


Ich denke nicht das es funktioniert, aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren..:)


Sandra
 
Bino

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@müffy: Was baust du denn noch so westerntechnisches mit ein?

Ich dachte hauptsächlich an solche Dinge wie Stopps, schnelle Hinterhandwendungen, Jog, etc.

Das kann doch für ein Pferd nicht zu viel sein? Oder etwa doch?
 
Dimturien

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Ich dachte hauptsächlich an solche Dinge wie Stopps, schnelle Hinterhandwendungen, Jog, etc.

Das kann doch für ein Pferd nicht zu viel sein? Oder etwa doch?
Meiner Meinung nach ist das für ein Pferd definitiv nicht zuviel, egal ob es blind ist oder nicht.

Im Gegenteil, es kann sogar möglich sein, dass dein pferd dadurch noch feinfühliger wird.

Meine Trakki-Stute wurde 12 Jahre englisch geritten, dann hab ich auf western umgestellt. Zwischendrin konnte ich sie aber trotzdem noch immer englisch reiten, wenn ich wollte. Die Pferde können das sehr wohl unterscheiden, egal ob man anstehende Zügel hat, wie im Englisch-Reiten, oder ob die Zügel durchhängen.

@littleloni:
Kein Englischreiter , egal wie gut er ist, kann ein Westernpferd gut reiten und umgekehrt..
Ich halte dagegen. Es gibt genügend Englischreiter die auch ein Westernpferd reiten können, genauso wie es genügend Westernreiter gibt, die ein Englischpferd reiten können. Es kommt nicht auf die Reitweise an, sondern auf das Gefühl des Reiters. Die Grundausbildung der Pferde ist sich nicht nur ähnlich, sondern ziemlich gleich, deswegen können die Reiter damit klar kommen - sofern sie denn genug fühlen können.
 
filou2

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Ich kenne bisher nur eine, die von dualer Ausbildung sprach. Meines Erachtens konnte sie einfach nicht reiten und wenn die Beine davon hingen, sagte sie, sie hätte grade ihr Pferd erinnern müssen, weil es ja auch westerngeritten sei und da werden halt nun mal die Beine weggenommen beim Halten. Es war also eher ein Ausnutzen der gelegentlichen Unterschiede, um nicht korrigiert zu werden als ein duales Reiten.
Sie hat auch nicht alle Westernhilfen komplett durchgezogen, wenn sie im Westernsattel saß, sondern innerhalb von Sekunden gemischt.

Was immer als DER gravierende Unterschied rausgestellt wird, ist dass man in der Englischreiterei andauernd treibt - im Gegensatz zum Impulstreiben beim Westernreiten. Ich glaub, das ist eines der weltberühmtesten Missverständnisse.
Dauernd treiben kenn ich nur von welchen, die es bei "wenig vorgebildeten" (ich mag nicht "schlechten" schreiben, manche sind gute Lehrer, haben aber eben selbst noch nicht weit genug reiten gelernt, um es besser zu wissen) Reitlehrern gelernt haben. Die pressen und pressen und trotzdem kommt kein Saft raus :D
Ich hab auch schon im Westernsattel mal einen Zirkel Galopp durchgetrieben, weil das Tierchen einfach zu bequem war zum Galoppieren. Seit ich das gemacht hab, läuft er wieder auch ohne Dauerhilfe und galoppiert auch unter der Besitzerin.
Wenn ich die Hilfe brauche, weil ich mehr will, was anderes will oder eben nicht will, dass das Pferd ausfällt, nehm ich sie, wenn es mir taugt, lass ich sie weg, bleibe einfach im Schwung. Und das lernte ich so von meinem Hohe Schule Lehrer (1. Reitlehrer), von einem Westerntrainer, bei dem ich eine Woche Kurs aus persönlichem Interesse hatte und von meinem Reitlehrermeister FN (4. Reitlehrer), meine jetzige (8. Reitlehrerin) macht es auch so, meine 2., 3., 5., 6. und 7. Reitlehrerin haben mich zum Wahnsinn getrieben mit der Dauertreiberei. Ich war nach 5 Minuten "bratfertig".

Lektionen sind Lektionen. Sie gymnastizieren, bilden das Paar weiter, machen es sensibler für Details... Man kann mit jedem Pferd alle lernen. Für das eine ist es vom Bau und seinen persönlichen Fähigkeiten her nicht so geeignet, für die anderen mehr. Ich mische auch recht gern, bin auch schon mit Englischpferden Spins geritten und mit Westernpferden passagiert. Das geht. Wenn man lang genug Zeit hat, es mit dem Pferd gemeinsam einzuüben, dass es die Hilfen versteht. Ich würd mir an Deiner Stelle keine Sorgen machen.
Spins würde ich mit dem blinden Pferd langsam angehen, aber es geht eh erst langsam, halt gut beobachten, ob sie damit klar kommt. Da haben sehende schon oft Probleme mit der Orientierung.
 
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littleloni09

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@ Dimi...


das ist ja eben das Problem.. wenn Du richtig profimäßig Westernreiten betreibst ist es total unterschiedlich... ;-)


Klar kommen bessere Reiter schneller mit andren Pferden klar aber wenn ich seh wie eine angebliche Topreiterin wie Anky im Moment eine Reining reitet trifft dies ja schon nicht zu...

ich bin letztens ein S Springpferd geritten, das ging auch, aber nicht gut.. wir reiten fast ohne Bein und ohne Zügel.. nur leichter Druck.. unsere Pferde weichen nicht dem Schenkel in erster Linie sondern dem Zügel... und so weiter.. es gibt soo viele Dinge die nicht gleich sind... sonst würde man ja auch nicht unterschiedliche Reitweisen haben.


Aber so ist es ja gut das jeder machen kann was er am liebsten mag.. ob Western, Dressur, Springen .. ist ja auch egal..


man sollte sein Pferd nicht mit Dual und Trallala überfordern.. entweder will ich hü oder hott.. aber beides tut den Pferden nicht gut..


Und warum soll z.B. ein Kaltblut stoppen.. der ist doch nicht gemacht dafür.. ??? Und warum soll meiner mit Sliding Eisen springen??? Der würde sich alles brechen..


Darum geht es doch, finde ich..
 
Dimturien

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@littleloni:
Ähm, ich nehme zur Zeit bei einem recht erfolgreichen Trainer aus der Umgebung Westernreitstunden, damit ich nicht komplett einroste bevor ich mein Pferd einreite. Bei diesem Trainer, sowie auch bei meinem anderen Trainer, habe ich gelernt, dass das Pferd grundsätzlich dem Schenkel weicht. Ein Travers wird im westernreiten also genauso über den Schenkel geritten, wie im englischreiten.

Wenn ein Westernpferd nun also nicht dem Schenkel, sondern dem Zügel weicht, wieso können dann so viele ihr Pferd in der freestyle reining komplett ohne kopfstück reiten?

Wegen Anky van Grunsven: meiner Meinung nach kann die Frau auch keine anständige Dressur reiten, was auch der Grund ist, dass sie mit der reining nicht klar kommt. Deswegen kann man aber nicht alle über einen Kamm scheren. Und weil du mit dem Springpferd nicht so gut klar gekommen bist, ist im Endeffekt auch kein beweis dafür, dass Westernreiter keine englischpferde reiten können.

Beide Reitweisen haben ihre Wurzeln in der klassischen Reiterei - so unterschiedlich können also das Western- und das englischreiten gar nicht sein. Zumindest dann nicht, sofern richtig geritten und ausgebildet wird.
 
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Gwenie

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Also von den Reitweisen sind sich beides schon ähnlich, wenn vll auch die Hilfengebung unterschiedlich stark gegeben werden muß.

Aber auch Lonis einwand mit den Pferdearten etc ist da richtig!
Eine Bekannte von mir hat ihren Tinker Westernmäßig ausgebildet, lief auch nicht schlecht, wurde auf den kleineren ("Dorfturnieren") auch akzeptiert, dass es kein echtes Westernpferd ist ;) (ich glaub da sind alle Richter gleich :rolleyes:, Western wie Englsich!)

Allerdings hat sie sich durch die Sliding Stopps und dieses schnelle Drehen die Beine der Stute kaputt gemacht, weil Tinker einfach nicht dafür gebaut sind so viel "Masse" schnell zu stoppen.

Die geht jetzt Distanzreiten, paßt super. Und reitet sie auf dem Platz jetzt eher englisch, wobei da immer noch etwas Western bei ist (Zügelführung z.B.)

Man sollte halt gucken was man übernehmen möchte. Wobei ich finde das gerade der Sliding Stop und die schnelle Hinterhandwendung zur Hohen Schule des Westernreitens gehört.
 
filou2

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Wenn ein Westernpferd nun also nicht dem Schenkel, sondern dem Zügel weicht, wieso können dann so viele ihr Pferd in der freestyle reining komplett ohne kopfstück reiten?
Darüber denk ich grade nach, die englischreiten von einem Hohe Schule Ausbilder gelernt hat und Westernreiten immer mal wieder eine Stunde bei einem anderen hatte, bei manchen auch mehr Stunden. Ich erkläre es mir so, dass dem Westernpferd der Kontakt am Hals durchaus auch was sagt, was ja unbestritten ist, während das englisch ausgebildete Tier da nicht reagiert. Heute war bei uns ein Westerntrainer am Stall, der grade eine junge Stute ausbildet. Er hat als Lehrzügel eine Art Martingal, nur ohne Ring um den Hals verschnallt. Das ist mir gleich aufgefallen und er hat gemeint, es wär von der Einwirkung her egal, nur dass seines halt runterfällt, wenn er es aus den Zügeln fädelt, aber der Ring würde das Westernpferd verwirren, weil es am Hals normal weitere Hilfen empfängt. Deshalb lässt man ihn da weg.
 
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ich war bei den verschiedensten westerntrainer und jeder erzählt dir was anderes. ich such mir einfach immer das beste raus, damit bin ich immer am besten gefahren. meine pferde gehen nur auf gewichts- und ab und zu mal schenkelhilfen. Neckreining natürlich auch, aber im sehr geringen handlungsspielraum von ca 10-20 cm. je nachdem.
halte nix davon pferde in zwei reitweisen zu reiten. denke das bringt sie nur durcheinander.
ich setz mich auch kein >"englisch" pferd mehr weil ich weiß das ich die korrekten hilfen nicht geben kann, und würde so das pferd nur verunsichern.
 
Bino

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Ich denke nicht, dass mein Pferd so viel Gewicht auf die Waage bringt, dass ich ihr durch Spins (aha, so nennt man also das schnelle Drehen um die Hinterachse :cool:) die Beine kaputt mache. Sie ist ein Edelbluthaflinger und wiegt geschätzte 400 kg.

Die Westernpferde die ich geritten bin sind vor dem Schenkel gewichen. Das einzige was anders war: die Zügel hingen immer durch. MEIN Pferd weicht auch vor meinen Schenkeln, warum sollte es dann also nicht möglich sein einen Spin nur mit Gewicht und Schenkeln zu reiten?

Muss ich denn für ein oder zwei Westernaufgaben wie den Spin oder den Stopp mein Pferd komplett auf Western umstellen?

Ich finde das ein bisschen weit hergeholt.
Die Ansätze zum Spin übe ich zum Beispiel immer am langen, durchhängenden Zügel wenn ich zum Schluss noch durch die Halle tiger.

Auf den Stopp arbeite ich erstmal mit Übergängen drauf zu, damit die Hinterhand gekräftigt wird. Wenn ich sie frei laufen lasse, übe ich auch für den Stopp - wir traben im schnellen Tempo und dann gebe ich das KOmmando zum Halt.

Ich finde nicht, dass man sich für Hü oder Hott entscheiden muss - die Mischung macht's - oder nicht? :)
 
Bino

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Meine Freundin reitet Western und da wird der Schenkel nur dann eingesetzt, wenn das Pferd was machen soll und wenn die gewünschte Reaktion passiert, bleibt der Schenkel weg.
Komisch, so in der Art reite ich auch meine englisch gerittene Hafidame. Ich halte nichts von Dauertreibenden Hilfen um das Pferd beispielsweise im Trab zu halten. Da wird einmal eine treibende Hilfe gegeben und Funny darf erst dann wieder durchparieren, wenn ich es durch ausatmen verlange.

Und um es nochmal zu betonen, ICH möchte mein Pferd nicht komplett auf Western umstellen, sondern ledliglich kleine Komponenten aus der Westernreiterei mit einbauen! Andere Leute springen oder gehen Vielseitigkeit oder zusätzlich vor der Kutsche - mein Pferd darf sich eben in der Westerngegend mal umguggn.

An die Westernreiter: Welche "Übungen" würden euch denn außer Spin, Stopp und Jog noch einfallen, die ich meiner beibringen könnte? :)
 
Bino

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Gut, dann haben wir ja nun den "Unterschied" fein herausgearbeitet. Was ist nun mit meinen Spins und Stopps? :)
 
Dimturien

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Muss ich denn für ein oder zwei Westernaufgaben wie den Spin oder den Stopp mein Pferd komplett auf Western umstellen?
Definitiv nicht! Auch ein englisch gerittenes Pferd kann - ohne komplett auf Western umgestellt zu werden - auch Übungen aus der Reining erlernen und diese auch korrekt ausführen. Und nein, Quater, Paints oder Appaloosas sind nicht die einzigen Rassen, die Reining Manöver ausführen können. Sie bringen vielleicht schon mehr Talent mit, weil es einfach reingezüchtet worden ist, aber wie gesagt, ich hatte eine Trakkistute die sehr begabt war, was Reiningmanöver angeht. Für den Trail war sie noch etwas zu hektisch, trotzdem haben wir etliche Trailaufgaben immer wieder ins Training mit eingebaut und sie wurde zunehmends ruhiger und passte mehr auf. Ausserdem eignet sich gerade der Trail meiner Meinung nach super zur Gymnastizierung des Pferdes, was ja in gewisser Weise auch die Durchlässigkeit des Pferdes betrifft.

Also, meiner Meinung nach kann man auch im Dressursattel und mit einem Englisch gerittenen Pferd die Manöver ausführen, überhaupt kein Problem. Das Pferd versteht die Gewichts- und Schenkelhilfen mit dem Dressursattel genauso gut wie mit einem Westernsattel.

Warum grundsätzlich die Diskussion aufgeflammt ist, dass man mit einem Englischpferd sowas nicht machen sollte versteh ich sowieso nicht - ein western gerittenes Pferd muss doch schließlich auch Lektionen aus der Englischreiterei beherrschen - Übergänge, Versammlung, Verstärkung, Schenkelweichen, etc. sind doch alles Lektionen, die auch ein ganz normales Dressur- oder Springpferd beherrschen muss.

Komisch, so in der Art reite ich auch meine englisch gerittene Hafidame. Ich halte nichts von Dauertreibenden Hilfen um das Pferd beispielsweise im Trab zu halten. Da wird einmal eine treibende Hilfe gegeben und Funny darf erst dann wieder durchparieren, wenn ich es durch ausatmen verlange.
Soweit ich jetzt informiert bin, wird das in der klassischen Reitweise auch so gemacht. Klassisch ist nicht gleich Dressur, sondern an und für sich eigentlich die Reitweise, aus der die Dressurreiterei, sowie die Westernreiterei entstanden sind und eigentlich sollte in beiden Reitweisen ungefähr wie in der klassischen Reitweise geritten werden. Sprich: Kein dauerndes Treiben, damit macht man die Pferde nur stumpf. Außerdem macht man es sich als Reiter ja auch bequemer wenn man nicht ständig da oben drauf schaffen muss. ;)

An die Westernreiter: Welche "Übungen" würden euch denn außer Spin, Stopp und Jog noch einfallen, die ich meiner beibringen könnte?
Da würde mir spontan der Rollback einfallen, also stoppen, halbe Drehung auf der Hinterhand und aus der Drehung heraus angaloppieren. Achtung, einige Pferde neigen dazu aus dem Rollback heraus immer schneller zu werden! Kann durchaus lustig sein, evtl. aber auch arg brenzlig werden, je nachdem wie schnell das Pferd wird. Als Reiter merkt man das im Normalfall aber ja schnell und kann dementsprechend schnell entgegenwirken.

Weiterhin könntest du ein paar Trailübungen mit deinem Hafi machen. Dadurch lernt das Pferd seine Beine bewusster einzusetzen und besser auf den Reiter zu hören. Trail ist ja nix anderes als ein Geschicklichkeitsparcour mit Stangen auf dem Boden, oder "Brücken" zum überreiten oder auch ein Tor vom Pferd aus öffnen (ohne dass gleich die ganze Herde Rinder hinterher kann). Ein Tor vom Pferd aus öffnen zu können kann sich mitunter als sehr praktisch erweisen, vor allem wenn man - so wie ich - zu faul ist wegen sowas abzusteigen. :D

Aber wenn Dein Hafi englisch ausgebildet ist, dann brauchst Du den Schenkel für die ganze und halbe Paraden, denn Du treibst mit dem Bein ja schließlich das Hotti von hinten nach vorne ans Gebiß heran.
Jo, wie beim Westernreiten ja auch. Man setzt sich ja nicht gleich mit langen Zügeln und blanker Kandare auf's junge, grüne Pferd und lässt das mal machen (nicht auf dich gemünzt, müffy, das ist nur ein Vorurteil dass ich schon so oft von Reiterkollegen gehört habe, dass ich das hier mal schreiben musste). Die werden auch auf einem stinknormalen Snafflebit (einfach gebrochene Wassertrense) angeritten und mit Anlehnung, halben und ganzen Paraden geritten. Auch ein Westernpferd wird über den Schenkel an das Gebiss herangeritten und dadurch eingerahmt. Zumindest in der Californischen Reitweise, habe gehört, dass das in der texanischen Reitweise möglicherweise anders geht, aber da kenne ich mich nicht aus, weil ich nur die californische gelernt habe. Soweit ich weiß, ist die Californische Reitweise auch näher an der klassischen Reitweise dran.

Um nochmal zum Thema zu kommen: Meiner Meinung nach kann man auch mit einem Englisch gerittenen Pferd Westernmanöver reiten, genauso wie ein Westernpferd durchaus in der Lage ist zu piaffieren und zu passagieren. Schaut dann vielleicht nicht so schön aus, wie wenn das ein großer Warmblüter macht, aber es funktioniert. ;)
 
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nanja1

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hmm ich hab neulich ein Junges Westernpferd geritten und war relativ überrascht, klar das erste Jahr ist identisch und ich habe einen recht "unorthodoxen" Reitstil, da meine Riesen auf sehr fein und möglichst wenig "Hilfe". Vielleicht lags dadran?
Auf alle Fälle war die Besi recht zufrieden mit uns, auch ihr Stütchen war am nächsten Tag beim Trainer nicht irritiert.
Und meine letzte Westerneinheit liegt fast 10 Jahre zurück.
Ich mag in den Westernsätteln nicht reiten, fühl mich da nicht mehr wohl.

Aber mein "Alpenquarter" lief auch mit Mischungen, Dressur und Western, Kutsche und Signal, zwischendurch ganz ignorant Therapie.... musste durch alles durch.

Auch mein Welsh beherrschte Western lektionen ( unter anderem den Stop, fand das saucool) klar man sollte es nicht ständig machen aber mal zur Auflockerung warum nicht?

Auch das Rückwärts bis Timbuktu ( auf kleinsten wink) oder die Rollbacks finde ich sehr schöne Lektionen, da sie ja auch zusammengesetzten "normalen" entsprechen. Rollback: Hinterhandswende und aus dem Stand angaloppieren halt ohne Pause.

Und da du Funny ja nicht Turnier reiten willst kann auch bei den Spins,
wo das Pferd wenn ich mich recht erinner um ein Bein drehen soll, nicht die Note versauen.

Was ich überlege ist was für Funny umsetzbar ist,
Spins könnten sie als blindes Pferd irritieren, Rollback musst du aufpassen, das sie nirgendwo rein "wuseln" kann.
aber das Stoppen ( muss ja kein Slide sein) könnte man ja eigentlich mal ausprobieren, oder die Speedcontrol ( also auf kleinste Hilfen Tempiwechsel)
Mein Haffi hat sogar eine Art "Pleasure" entwickelt, durch seine recht bequeme Art konnten wir im Gelände diese Gangart beide genießen...
Naja ich wohl mehr...

Aber sonst hänge ich auch bei den Lektionen... Tore aus dem Trail?
 
Bino

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@nanja: Kann einem blinden Pferd schwindlig werden? :D

Wie trainiert man den Spin denn an?
Für den Anfang meine ich... wieviele 360 ° - Drehungen kann ich zu Anfang zumuten? :)

Das "Rollback" hört sich spannend an. Das ist eher was für's Köpfchen und auf den Punkt genau reiten, das macht ihr Spaß :) Aber diese "Lektion" stelle ich erstmal weit hinten an :D Aus dem Stand angaloppieren können wir unter dem Sattel noch nicht ;)

Trail gestaltet sich als schwierig - Stangen etc.
Tore öffnen und ähnliche Balanceakte vom Pferd aus klappen mit ihr bestens. Da ist sie total cool :cool:
 
Dimturien

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Beim Spin kann man am Anfang überhaupt keine ganze Drehung verlangen. Am besten fängt man damit an, dass man erstmal ein bissen die vorhand umdie hinterhand rumdrückt, um so dem Pferd zu zeigen, dass es das innere Hinzerhein belasten und stehen lassen soll. Wenn das Pferd das verstanden hat, kann man damit anfangen, dassan erst eine Viertel Drehung macht, dann eine halbe , usw. Schhelligkeit kommt dann meistens von alleine, meine Letzte Stute hat das dann von sich aus schneller angeboten, sobald sie verstanden hatte was ich von ihr will.
 
Bino

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Ist klar ;)

Im Moment übe ich nach jedem Training ein bisschen am längeren Zügel "um die Hinterachse drehen", einfach damit sie schonmal das Gefühl dafür bekommt.

Hier meinte ich wie viele Drehungen ich verlangen kann :)
 
Thema:

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