Die Magie des Galopps

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Lore

Lore

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Hallo aufTrabler!

Ist es euch auch schon aufgefallen? Der Galopp wird von vielen Reitanfängern mit gemischten Gefühlen betrachtet, viele haben sogar Angst davor, zu galoppieren. In vielen Reitschulen wird diese Angst meines Erachtens noch gefördert, indem der Galopp zunächst aufgeschoben und erstmal "nur" im Schritt und Trab geritten wird. Antraben klappt meist von Anfang an problemlos, während das Angaloppieren häufig zu einer verkrampften und damit wenig erfolgreichen Angelegenheit wird.

Warum wird um den Galopp häufig so ein Brimborium gemacht, während der Trab - der ja eigentlich viel schwieriger zu sitzen ist als der Galopp - ganz selbstverständlich von Anfang an geritten wird? Viele Reitschüler werden ja regelrecht grün im Gesicht, wenn das erste Mal der Galopp auf dem Plan steht...

Kann es sein, dass viele Anfänger ihre Pferde deshalb im Galopp kaum kontrollieren können, weil sie vor lauter Ehrfurcht total verkrampfen?

Könnt ihr euch noch an euren ersten Galopp erinnern und wenn ja, wie war das?

Ich bin gespannt auf eure Gedanken zu diesem Thema.
 
S

Skydancer

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Gruppengalopp in der Halle gibts ja Gott sei Dank nicht mehr.
Also bei uns im Verein wird im Reitunterricht auch noch hin und wieder in der Gruppe galoppiert.
Zwar nicht immer, aber es wird dennoch praktiziert. :)

Ist ja auch meiner Meinung nach nichts Schlimmes dabei.
Und die Reitkinder sollten auch nach und nach lernen ihre Pferde (die natürlich als Schulpferde sehr brav sind) auch in der Gruppe zu kontrollieren.

Im Gelände bei Gruppenausritten galoppiert ja auch die ganze Mannschaft auf einmal.
Und lieber in der Halle schon geübt, als draußen beim Ausritt ins kalte Wasser geschmissen. :)

Ansonsten finde ich es auch wichtig, dass sie Reitschüler von anfang an spielerisch (an der Longe) mit dem Galopp konfrontiert werden, damit auch keine Angst oder Hemmung auf kommt.

Die Probleme beim Angaloppieren kommen meist auch daher, dass es den Reitschülern anfangs ziemlich an Körperkoordination und Sitzgefühl fehlt und sie sich erst nach und nach in den Bewegungsablauf des Pferdes einfühlen lernen müssen!

LG Sky
 
Gwenie

Gwenie

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Also die Probleme im Galopp kommen oft wirklich nur von dem fehlenden Einfühlungsgefühl des Anfängers.
Egal ob sie Angst vor dem Galopp haben oder nicht, sie werden mit den ersten Galoppsprüngen aus dem Sattel "katapultiert". Dabei verkrampfen dann natürlich viele!
Erwachsenen kann man es vorher schon immer schön beschreiben, mit: das ist eine Ehestandsbewegung! :D :D
Bei Kindern eher nicht.
Wobei Kinder die vorher voltigiert haben es auch einfacher haben zu galoppieren (wenn sie dann daran denken den Absatz runterzudrücken und nicht die Fußspitze ;) )

Vereinfachen kann man es den Leuten indem sie erstmal mit Voltigurt galoppieren, da können sie sich festhalten und verkrampfen nicht so.

Bei den Longestunden hab ich es oftmals so gemacht dass ich den Reitern gar nicht bescheid gegeben habe, dass es zum Galopp geht, sondern habe den einfach beim Leichtraben mit einfließen lassen, da wurde dann oftmals nicht so gekrampft sondern schön mitgegangen in der Bewegung. Erst wenn einge gemerkt haben: oh ich galoppiere! kam die Gegenbewegung ;)

An meinen 1. Galopp kann ich mich nicht erinnern, da ich schon mit 4 voltigiert habe und dann mit 6 die ersten Longenstunden gehabt habe. Angst hatte ich nicht vorm Galopp (bin beim volti ja auch im Galopp abgesprungen)
 
iesca

iesca

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In der Reitschule, in der ich reiten gelernt habe, gehörte und gehört der Galopp immer noch ganz selbstverständlich zum Unterricht dazu. Von Anfang an. Galoppiert wurde prinzipiell in der Gruppe, aber nicht in der Abteilung und ich kann mich nicht erinnern, dass ich die Bilder von durchgehenden und buckelnden Pferden regelmässig gesehen hätte.
Natürlich ist mal ein Pferd durchgegangen oder hat gebuckelt, aber das war immer die Ausnahme. Ganz selten hat die Reitlehrerin mal Problemkandidaten in die Mitte genommen, damit die dann nachher galoppieren konnten. Auch bei den Longenstunden gehört der Galopp von Anfang an dazu.
Sehr häufig haben wir auch geübt, dass jeweils der Reiter, der die Spitze gehabt hat, angaloppiert ist und hinten aufgeschlossen, während die anderen im Schritt geblieben sind. Wenn er wieder im Schritt war, dann der nächste etc.
Die Pferde kannten das und keins ist auf die Stimmkommandos der RL angaloppiert oder angetrabt.
Das der Galopp besonders behandelt wurde, habe ich zum ersten Mal in einer Reitschule in einem Friesengestüt erlebt, wo ich zwei Mal Unterricht hatte und habe mich dann dort sehr gewundert, was am Galopp dermassen schwierig sein sollte.
 
W

Wunschtraum

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Ich "musste" gleich in meiner ersten Reitstunde galoppieren. Und da das Shetty einen super Schaukelgalopp hatte, war das alles kein Thema. Uns wurde da schnell die Angst genommen. Es war selbstverständlich in alles 3 GGA freihändig zu reiten, die "Mühle" (kennt ihr das noch?) zu machen und Fallen mit abrollen über die Schulter zu üben.
Ich hatte deswegen nie Angst!
 
filou2

filou2

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Ich galoppierte, wie seinerzeit jeder Anfänger bei uns, in der ersten Reitstunde. Es war eine Kladruberstute, die wie ein Sofa zu sitzen war. Sitzlonge war ein absolutes Fremdwort, damit wurde bei uns im Verein erst angefangen, als ich schon etwa 8 Jahre ritt.
Extreme Probleme im Galopp hatte ich erst später: Als nicht mehr unser Reitlehrer unterrichtete (Frührente wegen eines Unfalls), sondern ein Trainer C frisch aus dem Lehrgang kam und uns grundsätzlich in der Abteilung galoppieren ließ. Da brannte mir zum ersten Mal das Tier richtig durch. Im Gelände wird meist mehr als Pulk galoppiert als in einer langen Abteilung und es gehen von selbst die Pferde vorne, die vor wollen, weil sich das meist schon beim Bummeln am langen Zügel so ergibt. In der Abteilung wird aber meist der erfahrenste Reiter vorne hin gesetzt. Das war meistens ich, weil ich glaub die einzige im Verein war, die nicht nach spätestens zwei Jahren Unterricht ein eigenes Pferd hatte. Dabei hatte ich nicht immer ein Pferd, das voraus gehen konnte. Die eine Stute, auf der ich zum ersten Mal Probleme hatte, hat total Panik bekommen, als der Wallach hinter ihr durch ihren Hintern wollte und das Kind drauf ihn bei weitem nicht parieren konnte.

Meine Unfälle mit wirklich bösen Verletzungen (8x vom Pferd gefallen in 23 Jahren, 8 mal so verletzt, dass ich je mindestens 6 Wochen pausieren musste) sind alle aus dem Galopp raus passiert. Mal mit der Parade nicht durchgekommen, mal mitten in gelassenem Galopp zur Seite über einen Baum gesprungen, mal mitten drin zu buckeln angefangen und ich war zu überrascht, um es zu parieren oder es hielt viel länger an als ich parieren könnte...
Das alles nach acht Jahren entspanntest galoppieren, wobei ich denke, ich war immer unverkrampft, weil ich ja diese guten Erfahrungen hatte, Seitengänge im Galopp erarbeitet hatte, Verstärkungen etc. Ja, das hat sich dann mit den Unfällen erledigt. Unverkrampft gehe ich kaum mehr an den Galopp ran.
 
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