Sind brave Pferde langweilig?

Diskutiere Sind brave Pferde langweilig? im Reiterstübchen Forum im Bereich Community; Hallo aufTrabler! :) Durch einen Artikel in der "Cavallo" bin ich auf dieses Thema gekommen und mich würden mal eure Meinungen dazu...
Lore

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Hallo aufTrabler! :)

Durch einen Artikel in der "Cavallo" bin ich auf dieses Thema gekommen und mich würden mal eure Meinungen dazu interessieren.

Wie würdet ihr euer eigenes Pferd / eure RB einschätzen - brav, unkompliziert, wohlerzogen?
Würdet ihr Bravsein, Gehorsam und Verlässlichkeit gleichsetzen mit (zu?) wenig Temperament?
Was schätzt ihr besonders am Charakter eures Pferdes und was eher nicht?
...usw...

Ich freue mich auf eine interessante Diskussion :)
 
Sun1205

Sun1205

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Paul ist unterm Sattel total brav. Der würde niemals buckeln oder losschießen. Selbst, wenn er mal 4 Wochen gestanden hat, dann kann ich mich da ohne Probleme draufsetzen.
Im Umgang ist er im Laufe der Zeit erst brav geworden. Die ersten Wochen mit ihm waren echt schrecklich. er ließ sich nicht führen, rempelte alles um, stand beim putzen nicht still, etc. Heute ist das alles kein Problem mehr.
Langweilig finde ich ihn nicht. Ich mag es, wenn alles so entspannt ablaufen kann und ich keinen Stress aufbauen muss.
Ich kann mich halt auf mein Pferd verlassen und das ist mir 1000mal lieber, als wenn ich einen Durchgänger oder Buckler hätte. :D
 
Gwenie

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mmhhh unter brav verstehe ich ein Pferd das nicht außer Kontrolle gerät wenn mal was unvorhergesehenes passiert!
Also nicht sofort ein Spurt im Gelände einlegt ohne das man es bremsen kann, wenn im Gebüsch mal was raschelt...

als brav bezeichne ich ein Pferd auch, dass zwar mal seine Energien unterm Sattel losläßt, aber so dass der Reiter überlebt.
Also mal buckeln weil es sich freut etc. finde ich ok.
Brav ist ein Pferd auch dass sich neuen Sachen neugierig gegenüber verhält. Oder das nicht unsinnig erst ausschlägt und dann erst guckt!

und brav ist ein Pferd auch, dass seine Lektionen/Aufgaben zuverlässig macht :D

Also für mich ist brav = zuverlässig
man weiß wie es sich Verhalten wird- in neuen Situationen, bei gelernten Sachen und im täglichen Umgang.
das erst nachdenkt und überlegt was zu machen ist, statt erstmal panisch wegzurennen oder zuschlagen!

Mein junge Stute ist für ihr Alter brav/zuverlässig. Sie guckt sich neue Sachen interessiert an, geht drauf zu. Und in unvorhergesehenen Situationen zuckt sie zwar, hopst auch mal zur Seite (zeigt so dass sie sich erschrocken hat) aber sie rennt erst nicht Kilometer hirnlos weg.
Sie ist so zuverlässig dass auch mein kleiner Sohn auf ihr Schrittreiten kann, während ich führe, ohne dass ich angst haben muß dass sie ihn jeden Moment runterhaut. (zählt zu Zuverlässlichkeit)
Sie ist aber auch nicht scheintot, dass sie gar keine Regung mehr zeigt. Freudenhopser unterm Sattel und an der Longe sind da auch mal völlig ok! Es artet ja nicht in einem Rodeo aus.

Klar gibt es unterm Sattel mal Zickereien, wenn wir uns mal nicht einig sind. Aber ich finde es gehört einfach dazu, da man ja mit einem Lebewesen zusammenarbeitet und nicht mit einem Schaukelpferd :D
 
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Evi1

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Wie würdet ihr euer eigenes Pferd einschätzen - brav, unkompliziert, wohlerzogen?
Also grundsätzlich finde ich ein gut erzogenes Pferd schon ok. Was ich aber viel wichtiger finde, ist ein Pferd mit eigener Meinung und Charakter.

Meinen Stinker würde ich eher als lieb und verantwortungsbewust bezeichnen. Aber sie weiß halt genau mit wem sie es zu tun hat. Bei mir lebt sie alles aus. Sie zeigt mir genau woruaf sie Lust ha und worauf nicht. Und wenn sie mal keine Lust hat endet das meistens in einem riesigen Krach aus dem wir beide klitsch nass geschwitz raus gehen.Aber wenn z. B. die Kiddies vom Hof ( 7 und 10 Jahre) drauf sitzen und alleine mit ihr übern Reitplatz reiten geht sie sogar mal langen Zügel in die Aufrichtung und stellt sich.

Würdet ihr Bravsein, Gehorsam und Verlässlichkeit gleichsetzten mit (zu?) wenig Temperament?
Nein, das auf keinen Fall.
Ein gut erzogenes Perd hat eher was mit gegenseitigem Vertrauen und Respekt zutun. Was aber nicht bedeutet, dass das Pferd Angst vor einem haben muss. Das ist nämlich genau das Falsche. Ein Pferd sollte etwas gerne tun weil es ihm Spaß macht und nicht weil es Angst vor der Bestrafung hat.

Was schätzt ihr besonders am Charakter eures Pferdes und was eher nicht?
Dass man nie vorraus sehen kann was sie als nächstes tut finde ich toll. Und wenn ich ganz ehrlich bin weiß ich grade nichts was mich an ihr Stört... Ich reg mich oft über sie auf aber das sind immer nur Klenigkeiten....
 
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Wunschtraum

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Wie würdet ihr euer eigenes Pferd / eure RB einschätzen - brav, unkompliziert, wohlerzogen?
Gut erzogen ist sie, und bei mir auch brav. Allerdings würde ich ihr nicht unbedingt das Prädikat "brav bei allen Personen" aufdrücken. Wie definiert man unkompliziert? Ich würde sagen mein Pferd kann kompliziert sein, wenn man nicht weiß wie man sich anzupacken hat.
Würdet ihr Bravsein, Gehorsam und Verlässlichkeit gleichsetzen mit (zu?) wenig Temperament?
Nein! Gehorsam hat für mich was mit Erziehung zu tun und nicht mit Temperament. Mein Pferd hat richtig Feuer im Hinter, trotzdem ist sie verlässlich.
Was schätzt ihr besonders am Charakter eures Pferdes und was eher nicht?
Was manche Sachen etwas komplizeirt macht ist, das Jule sehr wählrisch ist, weile Personen sie mag und welche nicht.
Besonders mag ich ihren Dickkopf, ihren Kampfgeist und den Biss den sie hat. Und dass sie immer mit kämpft, wenns um was geht.
 
Farina770

Farina770

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Wie würdet ihr euer eigenes Pferd / eure RB einschätzen - brav, unkompliziert, wohlerzogen?
Ja doch und dann doch wieder nein. :D Meine Pferde sind in ihrem jeweiligen "Job" sehr professionell. Beide steigen auf Zuruf in den Hänger, putzen, satteln, reiten, Gelände, Turnier geht ohne einen einzigen Mucks ab, ich kann sie jedem Zuschauer in die Hand drücken (Farina würde auch ohne "Begleitung" auf mich warten) da sind sie mehr als wohlerzogen. Farina würde mit einem Kleinkind jeden Parcours springen und GTI mit jedem Idioten eine L-Dressur durchlaufen. aber trotzdem haben beide ihre "speziellen Unarten".
Bei Farina darf man auf keinen Fall die Tür auflassen sonst geht sie stiften (und zwar RICHTIG schnell und RICHTIG weit :eek: - im Galopp weg und dann kann man sie stundenlang und km-weit suchen!) Sie hasst Aufregung und beängstigende Situationen - da kann sie ziemlich ausser Rand und Band geraten.
GTI hasst blaue Planken/Stangen/Sprünge speziell Wassergräben, da ist er keine 50m weit dran zu bekommen. Er kann sehr aufbrausend und zornig werden wenn man sich mit ihm anlegt, er zerrt einen quer durch den Stall über den Hof wenns irgendwo was fressbares gibt.

Würdet ihr Bravsein, Gehorsam und Verlässlichkeit gleichsetzen mit (zu?) wenig Temperament?
Nein. Es gibt brave Pferde die dies aus Gehorsamkeit und Vertrauen sind und es gibt "brave" Pferde die einfach nur noch abgestumpft sind, sie haben aufgegeben sich zu wehren, aber das ist eigentlich nicht brav, wenn sie könnten würden sie auch anders.

Was schätzt ihr besonders am Charakter eures Pferdes und was eher nicht? s.o. :D an allem was mir wichtig ist wird gearbeitet und mit mehr oder weniger Erfolg abgestellt alles andere sei erlaubt. Ich hab sie ja auch genau deswegen so gern. :)
 
nanja1

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Also generell seh ich das ähnlich wobei die Frage aufkommt was versteh ich unter Brav? Zu Brav ist langweilig. (finde ich) wenn ein Pferd keinen eigenen Antrieb hat sondern immer auf Kommando wartet und sonst inner Ecke steht,
oder immer nur lieb ist... Naja nicht so meins.
Ich mags lieber wenn Pferdl brav ist ( also keine Unarten besitzt) aber einen eigenen Charakter und Willen hat. Mal ein übermutsbocksprung oder eine "hilfe der Grashalm beisst" Einlage ist doch nicht schlimm.
Mein RL sagt da immer zu "Glückwunsch dein Pferd lebt und ist glücklich."

Wie würdet ihr euer eigenes Pferd / eure RB einschätzen - brav, unkompliziert, wohlerzogen?
Noch ungeschliffen, aber artig und lieb.
Er ist halt noch jung und der kleinkram fehlt noch. Aber er will immer mitmachen und "schämt" sich richtig wenn er was macht was er nicht soll.
Stellenweise ist er noch sehr Rüpelig Marke Hoppla jetzt komm ich.

Würdet ihr Bravsein, Gehorsam und Verlässlichkeit gleichsetzen mit (zu?) wenig Temperament?
Nein! Ein Pferd kann Verlässlich sein, eigentlich immer Gehorsam und Brav
aber trotzdem noch ohne jemanden zu gefährden sein Temperament entfalten. Temperament heisst ja nicht gleich Buckelattacke oder Renneritis,
sondern nur das Musik drin ist.;)

Was schätzt ihr besonders am Charakter eures Pferdes und was eher nicht?
Das er so Rüpelig ist nervt schon, er stuffelt gerne irgendwo gegen und schubst was um, oder versucht beim Reiten sich aus den gestellten Aufgaben rauszuschleichen...:p Dabei beweist er regelmäßig seine hohe Intelligenz.:)
Dazu ist er aber ein ruhiger Charakter der nicht zu Hysterie und Angst neigt,
was ihn für mich zum absoluten Verlasspferd macht. Und er ist wahnsinnig lieb und versucht immer mir alles recht zu machen, hängt sehr an mir und will immer mit wenn ich irgendwo hingehe...:D
Dabei hat erganz ordentlich Temperament und wenn er arbeiten/spielen darf ist er nur mit austricksen aufzuhalten... :D
 
franzl

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Wie würdet ihr euer eigenes Pferd / eure RB einschätzen - brav, unkompliziert, wohlerzogen?
Opa ist im Moment etwas rüpelig, da ich ne ganze Menge hab`durchgehen lassen, als er so krank war und noch nicht wieder konsequent daran gearbeitet habe. Da ich jetzt so eine junge "Pflegerin" habe, wird mit dem Training wieder begonnen :D
Leo ist brav, unkompliziert und wohlerzogen :D Er hat mittlerweile viel vertrauen zu mir und arbeitet gut mit.

Naja, so richtig unkompliziert ist es nicht immer, da Leo sehr dominant ist und immer mal wieder seine Position testet. Opa ist halt ein wenig stur, dadurch macht er einem es nicht immer leicht.

Würdet ihr Bravsein, Gehorsam und Verlässlichkeit gleichsetzen mit (zu?) wenig Temperament?

Nein, gar nicht. Bravsein ist für mich - wie für viele andere auch - gut erzogen sein, Vertrauen zum Reiter/Menschen haben und auf seine Signale achten. Nicht blind durchzustarten wenn was ist und der Reiter "Sicherheit" vermittelt. Das hat nix mit zu wenig Temperament zu tun, Temperament zeigen beide schon mal, egal ob durch Imponiergehabe, kraftvollen Galopp, Buckler..... (habe ich von paulina abgeschrieben, passt perfekt, sorry *peinlich*)

Was schätzt ihr besonders am Charakter eures Pferdes und was eher nicht?
Die absolute Ehrlichkeit der Beiden. Keiner hat je versucht, mich böse abzubuckeln oder mir sonst irgendwie zu schaden. Opa ist ein fast perfektes Lehrnpferd, wenn der Reiter nicht "richtig" reitet oder unsicher wird, bleibt er einfach stehen.
Leo kann von 0 auf 180 in einer Sekunde, aber auch von 180 auf 0. Wenn ich absolut ruhig bleibe, ist er ganz schnell wieder unten, wenn er sich mal richtig aufgeregt hat. Beim Kauf war entscheidend, dass ich mich auf ihm total sicher und geborgen gefühlt habe, obwohl der Probeausritt nicht ganz ohne war...

Was nicht so schön ist bzw. war ist Opas Triebigkeit, die sich aber seit dem Stallwechsel in Luft aufgelöst hat (obwohl er die Kleine immer noch nicht für voll nimmt, wenn sie im Sattel sitzt...) und manchmal Leos mangelnde Bereitschaft, mitzuarbeiten. Er will öfter seinen Kopf durchsetzte und meint, für mich denken zu müssen und z. B. meinen Hilfen zuvor kommt (wir wollten doch nochmal galoppieren, oder?)

Ich denke, wir Reiter sind es, die die Pferde letztendlich zu dem machen, was sie sind. Opa war prima zum "üben", mit Leo war es dadurch einfacher, den Umgang und das "Zusammenleben" so zu gestalten, wie ich mir das vorstelle.
 
Gisa

Gisa

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Tja, ich würde sagen meine Stute ist brav, das heißt aber nicht, das sie nicht lebenslustig ist und auch Temperament hat sie. Ich bin froh, daß sie so artig ist und gut erzogen, denn sonst wäre der Umgang mit ihr nicht so leicht, weil sie sehr groß ist. Da sie ja auch zum Volti geht, ist es gut das sie Spaß mit den Kindern hat. Natürlich kann sie auch mal rumzicken, so wie alle Stuten die ich kenne, aber sie will für mich immer alles richtig machen und auch noch dabei auf alles aaufpassen.
 
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Lelie

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Wie würdet ihr euer eigenes Pferd einschätzen - brav, unkompliziert, wohlerzogen?
Helli ist gut erzogen und eigentlich ziemlich unkompliziert, d.h. die Grundsachen macht sie mit jedem mit, sowohl im Umgang als auch beim Reiten.
Sie hat ein ziemlich ausgeprägtes "Verantwortungsgefühl", wenn es sowas bei Pferden überhaupt gibt, jedenfalls benimmt sie sich oftmals bei schwächeren Personen (mein Freund, Kinder, Leute, die sonst nichts mit Pferden am Hut haben) besser, als bei sicheren Reitern und pferdeerfahrenen Personen, wo sie es dann doch hin und wieder mal drauf ankommen lässt.

Würdet ihr Bravsein, Gehorsam und Verlässlichkeit gleichsetzten mit (zu?) wenig Temperament?
Erziehung, Gehorsam und Verlässlichkeit sind das eine, Temperament oder umkehrt willenloses, "braves" Sich-Ergeben was anderes. Zuverlässige, gut erzogene Pferde können trotzdem auch mal "Zähne zeigen", also auch mal Contra geben und eben wirklich einen eigenen Willen und Charakter zeigen. Abgestumpfte, gebrochene und frustrierte, brave Pferde hingegen, haben nun wirklich kein Temperament.

Was schätzt ihr besonders am Charakter eures Pferdes und was eher nicht?
Ich mag es sehr, dass mein Pferd seinen eigenen Willen hat, auch wenn mir das manchmal auch zusätzliche Arbeit, Schweiß oder Tränen beschert. Aber ich stehe auf unverbogene, echte Charaktere und deshalb habe ich lieber ein solches Pferd, als ein willenloses aber dafür in jeder Situation brav ergebenes Pferd.
Trotzdem sollte Charakter und Temperament nie eine Ausrede für mangelnde Erziehung sein.

LG Lelie
 
Ilo70

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Wie würdet ihr euer eigenes Pferd / eure RB einschätzen - brav, unkompliziert, wohlerzogen?

Nein! Shawan ist alles andere als unkompliziert und wohl erzogen. Ich habe ihn als Hengst mit 22 Jahren übernommen. Hatte es hier im Forum ja schon gepostet. Er stand genauso lange im Stall, wie er alt ist. Hat keine sozialen Kontakte gehabt oder sonstige Beschäftigung.
Er ist also alles andere als wohlerzogen.

Würdet ihr Bravsein, Gehorsam und Verlässlichkeit gleichsetzen mit (zu?) wenig Temperament?

Nein! Bravsein und Gehorsamkeit hat auch mit Vertrauen und Selbstsicherheit zu tun. Das trifft auf Pferde mit Temperament genauso zu, wie auf Pferde mit weniger Temperament. Natürlich liegt es immer an der Person selbst, wieviel Temperament sie sich wünscht. Aber pauschal würde ich Bravsein, Gehorsamkeit und Verlässlichkeit nicht mit Temperamentlosigkeit gleichsetzen.
Auch wenn es wesentlich einfacher ist ein Pferd mit gemäßigtem Temperament auszubilden als eines, das mit viel Temperament "gesegnet" ist.

Was schätzt ihr besonders am Charakter eures Pferdes und was eher nicht?

Ich schätze die Wachheit und die Interessiertheit an allem. Die Gelehrigkeit und die Treue. Das er viele Dinge mir zu liebe tut. Auch sein Temperament schätze ich, allerdings nicht ausschließlich. :) Außerdem liebe ich es sehr, in welchem Tempo er sich wieder abregen kann, wenn er sich aufgeregt hat.
Seine positive Grundeinstellung allem gegenüber - außer man/es greift ihn an. Hunde kannte er nicht, zumindest nicht freilaufend in der Halle, also wurden die erst einmal beäugt aber neutral betrachtet. Er hat keine Negativerfahrung gesammelt mit ihnen, insofern hat er sie als "coole Sache" absortiert.
Dadurch, dass er keinen Bezugspartner unter den Pferden hat fällt es mir leichter ihn auf mich zu fixieren.

Was mir zu schaffen macht ist seine Aversion gegen andere Pferde, die ihm auch nur leicht drohen - ob Stute oder Wallach - er kennt kein Erbarmen. :(
Sein Talent sich leicht aufzuregen. Sein "fohlenhafter/roher/unwissender" Umgang mit Menschen. Das er erst vieles lernen muss, was für einen Jährling schon selbstverständlich sein sollte. Dadurch, dass er keinen Bezugspartner unter den Pferden hat, bin ich der einzige Punkt in seinem Leben, der für Abwechslung sorgen muss und sorgt - Sehr, sehr schade! :(

Schade, dass die Frage nicht dahingehend gestellt wurde, was man vom Vorbesitzer seiner Pferdes hält..... grrrrr, da hätte ich mehr zu berichten! :wand:

Liebe Grüße

Ilo
 
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filou2

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Wie würdet ihr euer eigenes Pferd / eure RB einschätzen - brav, unkompliziert, wohlerzogen?
Brav ist schwer einzuschätzen. Mein Pferd ist gelassen, dass er in der Gelassenheitsprüfung ohne Training auch gute Chancen hätte. Das ist brav, find ich.
Mein Pferd ist bestechlich bis zum es-geht-nicht-mehr. Bringt man ihm irgendwas bei und belohnt ihn anständig (Streicheleinheiten, Leckerli...) spult er das von ganz von selbst ab und schaut einen erwartungsvoll an. Auch das kann ich unter brav einordnen.

Mit seinem einen Bein hat er böse Erfahrungen, weil er wegen einer langwierigen Verletzung am Fesselträger mal lange stehen musste und Schmerzen hatte. Da hat er auch schon wegreißen und ausknallen des öfteren bei Tierarzt und Schmied versucht. Das ist nicht brav und weil's gefährlich ist, bezieht er dann auch mal eine Watsch'n. Danach gibt er sofort sein bestes und versucht, alles richtig zu machen, versucht durch Vormachen seiner Gymnastikübungen mir eine Freude zu machen, damit ich ihm bitte, bitte nicht mehr böse bin. Das wiederum finde ich wieder brav.

Mit Gullis hat er auch eine dumme Erfahrung - hat sich mal verletzt, als er in einen Schlitzgulli geraten ist, auf dem das Gitter gebrochen ist. Aber er ist brav und geht unter Prusten und Keuchen mit in die Waschbox. Dass ich ihn dieses Jahr noch drin wasche, glaub ich kaum, denn das ist schon eine Mutprobe für ihn, da überhaupt rein zu gehen. Bekommt er halt den Eimer drüber gekippt, wenn's dann so weit ist.

Brav ist er auch unterm Sattel. Außer einer Situation, wo's dummerweise zu meinem Unfall kam, hab ich noch nie erlebt, dass er sich nicht parieren hätte lassen, losgestürmt wär oder gebuckelt hätte.

Würdet ihr Bravsein, Gehorsam und Verlässlichkeit gleichsetzen mit (zu?) wenig Temperament?
Ich glaub, mein Pferd hat definitiv eine Menge Temperament. Den müsstet Ihr sehen, wenn er in der Halle laufen darf oder gar mit seinen Freunden auf der Koppel. Da gibt's nur Vollgas und es gibt nichts langweiligeres für ihn als eine Herde, die nur rumsteht. Da fällt ihm dann irgendwas ein.

Er sah drei Jahre lang beim Vorbesitzer keine Koppel. Das war von 8- bis 11-jährig. Als er mit 12 Koppel sah, hatte er keine Zeit zum Spielen, musste die Zeit nutzen, um sich satt zu fressen, denn er bekam nichts außer dem Gras dort und war nur so ca. 4 Stunden täglich draußen.
Jetzt weiß er aber definitiv eine Menge mit Koppel und Freunden anzufangen. Man erzählt mir, dass er einer ist, der niemals provoziert, sich aber durchsetzt, wenn er provoziert wird und der eher zum Spielen anregt als sich auf Rangkämpfe einzulassen. Daher ist er wohl nur relativ leicht verletzt, hat nur stellenweise kleine Bisschen, wenn er rein kommt. Neue sehen sonst schlimmer aus, sagte man mir.

Was schätzt ihr besonders am Charakter eures Pferdes und was eher nicht?
Womit ich Probleme habe, ist, dass eine Strafe nicht lang genug wirkt. Wenn er heute beim Tierarzt knallt, wenn der ihm einen Verband anlegen möcht und ich strafe ihn und er schleimt sich wieder ein, meint er, er kann beim nächsten Verbandswechsel zwei Tage später wieder knallen, egal, wann ich ihm nachgebe. Irgendwie ist die Strafe abgesessen und der Verband ist schlimmer. Inzwischen muss man echt aufpassen, er weiß, dass er Hufprobleme hat und das macht es nicht einfacher. Tierarzt und Schmied kommen zur Zeit ja auch nur, wenn ihm was weh tut und ich glaub, das verbindet er genau falsch rum. So gesehen ist klar, ich muss ihm zeigen, dass gefährliche Sachen auf gar keinen Fall geduldet werden, aber dann auch mal hinkriegen, wenn er wieder gesund genug ist, dass die beiden auch dann auftauchen, wenn ihm nix wehtut, dass er sich da nicht auf die Personen fixiert. Ob das nun etwas ist, das ich auf seinen Charakter beziehen kann oder ob mein Pferd einfach einmal zu viel um die Ecke denkt, tu ich mich nun schwer, einzuordnen.

Was ich an ihm mag: Dass er mit seiner Gelassenheit und seinem Mut (außer gegenüber Fußpflege und Gittergullis) mir wieder Vertrauen in die Reiterei, in Pferde geben konnte nach vielen Unfällen mit etwas ungestümen Exemplaren. Daher musste ich ihn auch unbedingt behalten, als der Schulbetrieb aufgegeben wurde, in dem ich ihn kennenlernte. Ein jüngerer, dem ich noch die Welt zeigen muss, wär für mich eine Katastrophe. Dieses gefestigte Pferd, dem ich mit der Gerte nach dem Wälzen das Fell massieren darf durch Reiben und Klopfen, dem ich einen Ball zuwerfen kann, obwohl er nie vorher einen Ball gesehen hat und der mit mir spielt anstatt dem Ball erstmal auszuweichen und den anzuprusten, ist innerhalb weniger Minuten seinerzeit als Schulpferd ganz, ganz tief in mein Herz eingedrungen. Erst haben wir ein paar Minuten gestritten, bis ich Hufe auskratzen durfte, da hatte ich schon schwer geschnauft. Dann hab ich gemerkt, dass er beim Reiten einiges drauf hat. Als ihm ein durchgehendes Stüterl, das er nicht mal von der Koppel kannte, in den Hintern gerannt ist und er sich umgedreht hat mit einer Ruhe, die man den Bewohnern Wiens zuschreiben würde ("Kaanst net aaufpassn, Klaane?"), hat er mich vollends erobert.
 
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