Info: Blauzungenkrankheit

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Bino

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Blauzungenkrankeit bei Rindern und Schafen in Deutschland


Bei der Blauzungenkrankheit (Bluetongue Disease, BT) handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche. Im Jahr 2008 wurden in Deutschland insgesamt 4443 BT Fälle amtlich gemeldet (Stand 14. November 2008). Aufgrund der Tatsache, dass im Winter die Infektionsausbreitung auf sehr niedrigem Niveau abläuft, ist jedoch davon auszugehen, dass ein Großteil der in den ersten Monaten gemeldeten Fälle alte Infektionen aus dem Jahr 2007 sind.

Seit dem 01. Mai, also dem Beginn der „neuen BT Saison 2008“ wurden in Deutschland insgesamt 2407 Fälle bestätigt.



Übersicht der Fälle von Blauzungenkrankheit in Deutschland 01.05.08 – 14.11.2008. Gelb: festgestellte Fälle, braun: aktuelle Fälle der Woche 07.11.-14.11.2008. Für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf die Karte.


Es handelt sich bisher ausnahmslos um den Serotyp 8 des BT Virus (BTV-8). Eine Übersichtskarte der aktuellen Fälle finden Sie nebenstehend und als Download bei den untenstehenden Dateien (081114_BTV8_FLI). Über aktuelle Fallzahlen informieren auch die zuständigen Ministerien der Bundesländer auf ihren Internetseiten. Nach § 5 Absatz 4 der Verordnung zum Schutz gegen die Blauzungenkrankheit vom 22. März 2002 in der jeweils geltenden Fassung ist mittlerweile das gesamte Bundesgebiet der Bundesrepublik Deutschland als Restriktionszone (150-km-Zone) eingerichtet. BTV-8 kommt auch in den Niederlanden, in Frankreich, Belgien, Luxemburg, der Schweiz, Großbritannien, Dänemark sowie in der Tschechischen Republik vor.

In Mitteleuropa trat die Blauzungenkrankheit erstmals im August 2006 auf. Den ersten Ausbruch meldete Holland in zwei Betrieben an der Grenze zu Deutschland. Kurz darauf folgten weitere Meldungen aus Belgien. In Deutschland wurde BT zunächst in Betrieben im grenznahen Gebiet um Aachen festgestellt. Bis zum Jahresende traten weitere Fälle in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Saarland und Niedersachsen auf. Als Erreger wurde BTV-8 festgestellt, ein Serotyp, der bis dahin nur südlich der Sahara, in Asien sowie in Mittel- und Südamerika in Erscheinung getreten war. Überträger (Vektoren) des BTV sind kleine, blutsaugende Mücken (Gnitzen) der Gattung Culicoides. Entomologische Untersuchungen ergaben, dass auch die bei uns beheimateten Gnitzenarten (hauptsächlich C. obsoletus und C. pulicaris Komplex) geeignete Überträger für BTV sind.

Wie BTV-8 nach Mitteleuropa gelangt ist, konnte trotz umfangreicher epidemiologischer Untersuchungen nicht geklärt werden. Mögliche Ursachen sind der Import infizierter Wiederkäuer oder der Eintrag infizierter Gnitzen, beispielsweise mit Waren oder Tiertransporten.

Das Wiederauftreten der Krankheit im Juni 2007 hat gezeigt, dass BTV-8 in Mitteleuropa überwintern kann. Die ersten Fälle im Jahr 2007 traten in der Region östlich von Köln/Bonn auf, die bereits im Jahr 2006 betroffen gewesen war. Die Krankheit breitete sich sehr schnell in nördliche, östliche und südliche Richtung aus und verursachte eine erhebliche Anzahl klinischer Erkrankungen und große wirtschaftliche Verluste. Der rasante Anstieg von Fällen im Spätsommer ist bedingt durch die verstärkte Aktivität der Stechmücken zu dieser Jahreszeit. Bis Ende 2007 wurden in Deutschland insgesamt 20.623 Fälle gemeldet.


Um der Verbreitung von BTV-8 Einhalt zu gebieten und weitere Tierverluste zu vermeiden, wurde in Deutschland Mitte Mai mit der Impfung von Rindern, Schafen und Ziegen begonnen. Hierfür werden monovalente, d.h. nur gegen BTV-8 gerichtete, inaktivierte Impfstoffe eingesetzt. Um mindestens 80% aller empfänglichen Tiere zu erreichen, müssen alle Halter von Rindern, Schafen und Ziegen ihre Tiere grundsätzlich impfen lassen. Im Jahre 2008 ist die Blauzungenkrankheit erneut aufgetreten, und zwar vornehmlich bei nicht oder noch nicht vollständig durch Impfung geschützten Tieren.


Da die Impfstoffe zum Zeitpunkt des Impfbeginns noch nicht zugelassen waren, wurde vom Land Mecklenburg-Vorpommern in Zusammenarbeit mit dem FLI eine Studie zur Überprüfung ihrer Unschädlichkeit und Wirksamkeit durchgeführt. Die Impfstudie wurde an insgesamt 1.207 Rindern und 1.456 Schafen aus drei verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben durchgeführt. Die Ergebnisse der Impfstudie zeigen, dass alle drei getesteten Impfstoffe von Rindern und Schafen gut vertragen werden und dass sie keine über das übliche Maß hinausgehende Impfreaktionen hervorrufen.

Weitere Informationen zur Blauzungenkrankheit finden sie in den unten als Download zur Verfügung stehenden Dokumenten „Blauzungenkrankheit“ und „Hinweise zu Gnitzen“.

Weitere Informationen zu den in Deutschland eingesetzten Impfstoffen stellt das in Paul-Ehrlich-Institut auf seiner Internetseite externer Link in neuem Fenster folgtwww.pei.de zur Verfügung. Das Paul-Ehrlich-Institut ist in Deutschland für die Zulassung von Tierimpfstoffen zuständig und sammelt Meldungen über Nebenwirkungen von Impfstoffen.


Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz bietet auf seiner Internetseite externer Link in neuem Fenster folgtwww.bmelv.de ebenfalls Informationen an, u.a. eine Liste der aktuell festgestellten Fälle von Blauzungenkrankheit.


http://www.fli.bund.de/253.html?&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=297
 
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