Trockenfutter notwendig?

Diskutiere Trockenfutter notwendig? im Ernährung und Fütterung Forum im Bereich Pferde; Hallo ihr, das ist mein erster Beitrag hier, ich habe mich schon etwas umgesehen aber mein Thema noch nicht so gefunden. Sorry falls es das schon...
Meike2

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Hallo ihr,

das ist mein erster Beitrag hier, ich habe mich schon etwas umgesehen aber mein Thema noch nicht so gefunden. Sorry falls es das schon gibt ;)

Vielleicht könnt ihr mir ja helfen. Mein Problem ist folgendes:
In 2 Wochen wird mein Pflegepferd mir so gut wie gehören. Das heißt ich bezahle alles und kümmer mich um Fütterung etc. Milka ist eine Haflingerstute, die früher zur Zucht eingesetzt war und nun ziemlich mopsig ist.

Sie kriegt zur Zeit zusätzlich zum Weidegang (bis 1.11) eine handvoll Pellets morgens und abends und ca. 4 Scheiben Heu 2x täglich.
Zwischendurch von uns immer mal ein paar Möhren/Äpfel/Scheiben trockenes Brot

Jetzt gehen wir in einen neuen Stall, in dem nur Heu gefüttert wird. Trockenfutter müssten wir selbst füttern, das wird nicht gemacht. Haltet ihr es für notwendig, ihr Trockenfutter zu geben? Es täte ihr sicher gut, etwas abzunehmen. Kann ein Pferd generell im Winter (Paddockbox) sein Gewicht halten, nur mit Heu und Frischfutter? Und wie ist das mit dem Brot, ist das getrocknet für Pferde OK, oder sollte man da lieber die Finger von lassen (wg. enthaltenem Backtriebmittel, Zucker etc?)

Das sind jetzt eine ganze Menge fragen, aber ich bin mir noch sehr unsicher, was am Besten für sie ist. Ihre jetzige Trockenfuttermenge ist auch eigentlich nicht bemerkenswert, ist wirklich nur ne Handvoll, damit sie keinen Aufstand macht, wenn die anderen was kriegen..

Und weiß einer von euch, wie man das Gewicht eines Pferdes berechnen kann? Ich meine, da gebe es eine Formel?

Danke im Vorraus für Antworten!

Viele Grüße
Meike mit Milka
 
Lore

Lore

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Hallo Meike!

Grundsätzlich ist es nicht unbedingt notwendig, neben Rauhfutter/Weide noch zuzufüttern. Es gibt durchaus Pferde, die ohne zusätzliches Futter gut klarkommen. Da ihr momentan nur sehr wenig zufüttert und die Stute trotzdem mopsig ist, scheint sie eher leichtfuttrig zu sein.

Es hängt aber auch noch von anderen Faktoren ab, nach denen man abwägen sollte, was sinnvoll ist. Wird die Stute derzeit geritten oder anderweitig gearbeitet, wenn ja, wie häufig, wie lange, wie intensiv?
Zum Abnehmen wäre es sicherlich gut, wenn die Stute zusätzlich zum Weidegang noch bewegt wird. Ob sie dabei weiterhin ohne Kraftfutter klarkommt, muss man ausprobieren, aber möglich wäre es schon.
Ich würde dem Pferd aber auf jeden Fall einen Mineralleckstein zur Verfügung stellen.

Getrocknetes Brot nehme ich meinem Pferd auch hin und wieder mit. Wenn es wirklich gut durchgetrocknet ist und nicht in rauhen Mengen verfüttert wird, schadet es nicht. Schimmeliges Brot würde ich generell nicht mehr verfüttern.

Das Gewicht kann man tatsächlich irgendwie berechnen, aber ich hab' die Formel auch nicht parat. Glaube auch nicht, dass diese Berechnung sonderlich genau ist, zudem lässt allein das Gewicht nicht unbedingt Rückschlüsse auf den Futterzustand zu. So kann beispielsweise ein sehr gut bemuskeltes Pferd sehr viel schwerer sein als ein verfettetes Pferd gleicher Größe. Hinzu kommen rassetypische Merkmale im Körperbau.
 
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Lelie

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Ich würde zum Abnehmen für dein Pferd die folgenden Punkte empfehlen:
  • kein Kraftfutter (Pellets, Hafer, Müsli), wenn es nicht unbedingt sein muss, d.h. wenn es mit dem Reiten auch so klappt
  • keine oder wenige Zusatzleckerchen (Brot, Zucker, Bananen... sind absolute Dickmacher), Möhren sind okay, aber nicht notwendig
  • ausreichend Rauhfutter (Heu/Silage plus Stroh), das ist sehr wichtig für die Verdauung und sollte nicht reduziert werden, außerdem werden die Pferde davon nicht fett, sondern lagern höchstens recht viel Wasser ein, was sie dick erscheinen lässt
  • viel, viel Bewegung, also im Winter Paddock/Auslauf und dazu kontinuierlich gesteigerte Arbeit unter dem Reiter und evtl. an der Longe
Entscheidend ist, dass du das Verhältnis zwischen Energiezufuhr (Futter) und -verbrauch (Arbeit) verbesserst ohne dabei gesundheitliche Mängel zu produzieren.
Es nützt also nichts, einfach nur weniger zu füttern. Außerdem brauchen Muskel (auch wenn sie gerade nicht arbeiten) mehr Energie als Fettreserven und bewirken deshalb quasi einen doppelten Abnehm-Effekt.
Sollte das Pferd irgendwann mehr und härter Arbeiten, würde ich bei einem so leichtfuttrigen Pferd wie deinem eher nicht zu Sportmüsli greifen sondern lieber Hafer oder ein energiereduziertes Light-Müsli füttern.
LG Lelie
 
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haflingerteam

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Gerade die Haflinger sind ja eher leichtfuttrig und bebötigen daher eher kein zusätzliches Kraftfutter zu Weide und Heu. Wichtig ist vor allem ein gutes Mineralfutter oder eben ein Leckstein. Wichtig fände ich hier, generell die Kohlenhydratezufuhr zu verringen. Zu dicke Pferde haben ein erhöhtes Risiko an EMS oder Cushing zu erkranken. Hier könnte man z.B. gewaschenes Heu füttern. Statt Kraftfutter kann man auch gut unmelassierte Rübenschnitzel füttern. Und auf jeden Fall tägliche Bewegung. Von trockenem Brot halte ich generell nicht viel, da es eben auch wieder Kohlenhydrate enthält.
 
N

niki

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Neben diesen ganzen Fütterungstipss, die wirklich gut sind, ist allerdings genau wie beim Menschen zu beachten, dass das Pferd nicnht zu schnell abnimmt, sowie die Futtergabe nicht aprubt umgestellt wird, da ein Pferd einen sehr empfindlichen Magen hat.
Zu schnelles Abnehmen plus plötzlich vielkörperliche Arbeit (reiten, longieren,usw...) kann zu Belastungsrehen und anderen Krankheiten führen. Nimm dir auf alle Fälle ein Buch zur Hilfe!
Als Leckstein kann ich dir nur den Himalaya Leckstein empfehlen, da er neben Salze auch viele Mineralien enthält.
 
Meike2

Meike2

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Hallo,

vielen, vielen Dank für die Antworten.

Milka wird zur Zeit jeden Tag ca. eine Stunde geritten oder (kürzer) longiert. Mehr schaffen wir zeittechnisch auch nicht immer, solange sie auf die Weide kann finde ich das in Ordnung. Springen können wir beide nicht wirklich, aber kleine Cavalettisprünge sind schon mal drin. Das heißt, so anstrengend ist es wahrscheinlich nicht für sie, wir sind keine Turnierreiter, aber schwitzen tun wir schon ganz ordentlich ;)

Das mit der Galopparbeit steht in vielen Gymnastizierungs-Büchern ja auch drin, dass es gut für die Bauchmuskeln ist. Dankeschön, ich glaube, da müssen wir noch mehr machen. Wie handhabt ihr das, nach dem warmreiten so 50/50 Gallopp und Trab?

Die Meinungen mit dem Müsli gehen hier ja auseinander ;) Ich denke ich werde, wenn sie eh dann Sonntag umzieht, ihr einen Leckstein, Weide und Rauhfutter (Stroh und Heu) wie gewohnt anbieten und schauen, wie sie klarkommt. Ist das so okay?

Liebe Grüße Meike
 
W

Wunschtraum

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Weide, Rauhfutter und Leckstein sind o.k.
Warmreiten kommt aufs Pferd an. Für meine Stute: 15 min Schritt, dann ein bisschen Trab, ca. 5-10 min und dann ein paar Runden Galopp im leichten Sitz. Dann fang ich zu arbeiten an. Muss aber auch sagen, dass ich mich noch nicht so intensiv mit dem Trainingsaufbau für Pferde beschäftigt hab, die abnehmen müssen, da meine Stute eine top Figur hat.
Allerdings denk ich das die Aufwärm-Phase auch nicht anders ist, sondern nur die Arbeits-Phase anders aufgebaut wird. Da würde ich in deinem Fall mehr Galopp einbauen.
 
nanja1

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Hmm also prinziepiell wurde schon alles gesagt,
Haffis habens nicht so mit dem Kraftfutter, die kommen supi auch ohne klar..
Sorge nur für ausreichend Kaumuskelsport, also Raufutter.
Wenn sie randale macht wenn die anderen Kraftfutter bekommen und sie nicht, gibt's in jedem Futterhandel andere möglichkeiten das zu blocken.
Es gibt spezielle Haffifutter / leichtfuttrige Pferde mischungen, die nichts enthalten sondern nur die Kaumuskeln bewegen und Pferdl glücklich machen ( ich hab auch was bekommen:) ) Mein Opa Haffi bekommt eine Art TrockenMaispflanzenschrot, total gehaltlos, aber er freut sich n Keks...:rolleyes:
Ansonsten sind gerade bei den Moppeligen Haffis viel leichte bewegung der beste Weg, schön gleichmäßig und ruhig... Brauchst ja keine Wettkämpfe gewinnen. Dicke Menschen gehen auch walken anstatt Rennen zu laufen,
Das fand ich immer recht einleuchtend, ist beim Pferd ähnlich.
Lieber 1,5 std ruhig ins Gelände als 45 min schnellfeuer auf dem Platz.
Ruhig heisst nu nicht nur Schritt, sondern ruhig auch strecken gallopp, hauptsache alle 4 Füße arbeiten mit, sonst kanns schnell zu Gelenkproblemen kommen. :D So hab ich meinen Haffi immer wettkampffähig und auch lange fit gehalten obwohl er krank war..
Ihr kriegt das schon hin!! Viel spass mit deiner Milka
 
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Bino

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Hi Meike,

ich bin kein Befürworter von "ein bisschen Müsli hier" und "ein paar Pellets da" oder "ein paar Körner dort".

Meiner Meinung nach braucht ein normal Freizeitgerittenes Pferd/Pony kein zusätzliches Futter, es sei denn es nimmt stetig ab statt zu.

Meine Stute, auch Haflinger, bekommt 3 x am Tag 2-3 Scheiben Heu und am Abend frisches Stroh, das sie über Nacht mümmeln kann.

Im Sommer zählt natürlich noch der Weidegang, also Gras dazu.


Mein Pferd ist keineswegs mopsig oder unterernährt. Sie hat eine richtig gute Figur. Unser Arbeitsplan sieht so aus, dass sie mindestens 4-5 die Woche richtig geritten wird. Ob nun Platz/Halle oder Gelände. Unter 45 Minuten kommt sie aber nicht davon :)


Nur im Winter füttere ich ihr alle zwei Wochen ein bisschen Mash dazu, weil sie sich mit dem Fellwechsel meistens ein bisschen schwer tut und dann schneller abnimmt :)


Ansonsten lasse ich aber die Finger von zusätzlichen Körnern. Ein Pferd in der Wildnis hat schließlich auch keinen Zugang zu etwaigen Müslisorten ;)
 
Lore

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Ich glaube nicht, dass man da so schwarz-weiß malen sollte.
Unsere Hauspferde lassen sich mit Wildpferden doch nicht mehr vergleichen. In der Wildnis wird den Pferden ja auch keiner die Hufe feilen oder gar beschlagen. Wer aufgrund von schlechten Hufen nicht schnell genug laufen kann, fällt eben der natürlichen Auslese zum Opfer.

Der Energiebedarf eines Pferdes richtet sich nicht ausschließlich danach, ob man "nur" freizeitmäßig reitet. Meine Stute z.B. ist ein Kaltblutmix, wird ebenfalls freizeitmäßig geritten, täglich ca. eine Stunde. Kaltblüter gelten ja auch als äußerst leichtfuttrig. Und trotz ganztägigem Zugang zu qualitativ hochwertigem Rauhfutter muss ich einiges an Kraftfutter reinschieben, weil sie ansonsten schnell aussieht wie ein Abreißkalender und matt wird. Allein durch Rauhfutter läßt sich ihr Energiebedarf nicht decken, auch wenn sie kein Hochleistungssportler ist. Für mich hat das nix mit "Körnchen hier und Müsli da" zu tun.

Man muss ja die Möglichkeit des Zufütterns nicht von vornherein für alle Freizeitpferde ablehnen, nur weil das eigene Pferd eben ohne Zusatzfutter auskommt.
 
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Bino

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Ich denke doch, dass ein Sportpferd, das regelmäßig Turniere geht oder ein Hengst der auf einer Deckstation steht oder eine Zuchtstute viel mehr leistet als ein normal gerittenes Freizeitpferd!

Und dass die Grundnahrungsmittel eines Pferdes aus Heu, Stroh, Wasser, Gras und evtl. Hafer bestehen sollten.

Zusätze wie Salzlecksteine oder andere Mineralien mal außen vor.

Eine derartige Vielfalt an Müslis ist meiner Meinung nach völlig übertrieben und mit den menschlichen Joghurt-Sorten im Kühlregal zu vergleichen. Man isst es zusätzlich, es ist für jeden Geschmack was dabei.

Ich speise hier auch nicht alle Pferdetypen kategorisch ab. Ich sagte bereits, dass das ein oder andere Pferd eben aufgefüttert werden sollte, wenn es statt zu - abnimmt.

Aber wieso soll Meike es nicht einfach mal mit dieser Variante von Fütterung probieren? Ihrem Pferd entsteht dadurch ja kein Mangel.
 
Lore

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Ich denke doch, dass ein Sportpferd, das regelmäßig Turniere geht oder ein Hengst der auf einer Deckstation steht oder eine Zuchtstute viel mehr leistet als ein normal gerittenes Freizeitpferd!
Und dass die Grundnahrungsmittel eines Pferdes aus Heu, Stroh, Wasser, Gras und evtl. Hafer bestehen sollten.


Ist beides richtig, habe ich auch nicht bestritten.



Meiner Meinung nach braucht ein normal Freizeitgerittenes Pferd/Pony kein zusätzliches Futter, es sei denn es nimmt stetig ab statt zu.
Ein Pferd in der Wildnis hat schließlich auch keinen Zugang zu etwaigen Müslisorten


Ich bin speziell über diese Aussagen gestolpert, weil ich sie ein bißchen verallgemeinernd finde.
Dass nicht jedes Pferd zugefüttert werden muss, will ich auch gar nicht abstreiten, aber man muss es eben im Einzelfall betrachten, was genau das Pferd braucht und was zuviel des Guten ist.

Auf Meike's Situation bezogen habe ich weiter oben bereits geantwortet. Unter anderem war meine Aussage, dass ich es durchaus für möglich und wahrscheinlich halte, dass sie ohne Kraftfutter auskommen kann, aber dass man es eben ausprobieren muss.
 
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