"Auge" schulen?

Diskutiere "Auge" schulen? im Springreiten Forum im Bereich Reitsport; Hallo AufTrabler! Ich hab neulich bei einer Springprüfung zu geguck und mir ist aufgefallen wie unpassend viele Reiter ihre Pferde zum Sprung...
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Wunschtraum

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Hallo AufTrabler!

Ich hab neulich bei einer Springprüfung zu geguck und mir ist aufgefallen wie unpassend viele Reiter ihre Pferde zum Sprung bringen. Denen fehlt einfach das besagte "Auge".
Ich kann dan Absprungpunkt zum Glück meistens ganz gut einschätzen, wenn ich mich doch mal vertue übernimmt mein Pferd und macht es sich passend.

Kann man das "Auge" schulen?

Oder hat man das Gefühl für den Absprungpunkt einfach oder eben nicht?

Trainiert ihr das, bzw. wie übt man es wenn man es nicht kann?

Freu mich auf viele Antworten!
 
Lore

Lore

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Mir hat es immer geholfen, die letzten Galoppsprünge vorm Absprung rückwärts zu zählen, da kriegt man schonmal die grobe Distanz.

Ansonsten hilft das Reiten von Reihen, zunächst einmal so gebaut, dass es mit den Abständen passt. Dabei erfühlt man den passenden Absprung am besten. Dann mal alles etwas enger oder weiter stellen. Das gleiche Spiel würde ich dann mit einer Distanz machen. Und zu guter letzt (das ist aber schon ziemlich schwierig) - innerhalb einer Reihe oder Kombination den ersten Abstand enger und den zweiten weiter stellen oder umgekehrt.

Auch Distanzen auf gebogenen Linien sind hilfreich, hier kann man den Schwierigkeitsgrad auch langsam steigern, indem der Bogen enger wird.
Zudem kann man mit einer (oder mehreren) Stangen oder Cavaletti vorm Sprung arbeiten und deren Abstände variieren.

Ich denke, das häufigere Problem als ein schlechtes Auge ist, dass der Reiter zwar den Absprung sieht, aber es beim Pferd an Durchlässigkeit mangelt, so dass der Reiter nicht mehr korrigieren kann. Wenn ich zum Beispiel entscheide, dass ich die letzten beiden Galoppsprünge etwas größer reiten möchte, dann muss das Pferd auch prompt "zünden", wenn das Bein kommt.
Insofern würde ich parallel zu jeglichem Training immer wieder an der Durchlässigkeit arbeiten. Zum Beispiel aus einer engen Wendung im gesetzten Galopp kommend, auf eine Gerade mit zwei, drei Cavaletti's als In-Out gestellt (großzügiger Abstand). Oder von einem großzügigen Bogen / einer Gerade heraus in eine engere Wendung hineinreiten.
 
S

Skydancer

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Hallo AufTrabler!

Kann man das "Auge" schulen?
  • Viel Springgymastik auf gerader und gebogener Linie
  • Cavalettiarbeit
  • Stangenarbeit, einfach um ein Gefühl für Entfernungen, Abstände, den Galoppsprung und den Rhythmus zu finden.
  • Das Trainung mit Gymnastikreihen, in denen der Galoppsprung variieren muss kann auch helfen. (Sprich mal auf 3, dann auf 4 Sprünge etc.)
Oder hat man das Gefühl für den Absprungpunkt einfach oder eben nicht?
Ich denke, ob man ein "Auge" hat, hat schon auch was mit Talent zu tun.
Klar, man kann sich vieles erarbeiten, dem einen fällt es auch leichter als dem anderen, aber das geht nur bis zu einer bestimmten Grenze.
Gefühl hat man meiner Meinung oder eben nicht. Das so erlernen ist extrem schwer!
LG Elli:schildkroete:
 
nanja1

nanja1

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Also wir haben das ganz gezielt mit kleinen Sprüngen geübt.
Also erstmal eine Stange hinlegen und drüber "springen".
Und nicht so n Laffen kram, richtig als wenns ein sprung wäre.
Dann kleine Sprünge, mit und ohne vorlegestange, dabei die Vorlegestange gezielt anreiten...
Hat mir echt was gebracht, da man erstmal das Gefühl kriegen muss wie groß ein Galoppsprung ist. Und das Pferd lernt auch schneller auf Druck loszuspringen.
Ich muss aber gestehen, das ich viel meinem Pferd überlassen hab,
und nur im Seltensten Fall oder Stil wirklich versucht habe ganz gezielt zu reiten. Aber wenn man das Gefühl für die Distanzen hat, hilft das unheimlich.
Und die kann man mit so mini dingern relativ problemlos üben, ohne Pferd zu stören oder gleich n köpper zu machen...
 
L

Lelie

Gast
Natürlich hat das passende Anreiten auch was mit Talent zu tun, aber gerade hier kann man auch viel durch Übung lernen.
Mir hilft es, die letzten drei Galoppsprünge für mich zu zählen um zu sehen, ob es passt. Viel schwieriger als das sehen, ist das ändern des unpassenden Absprungs.
Dazu muss man zunächst an der Rittigkeit des Pferdes arbeiten. Das Pferd muss blitzschnell "zünden" und sich versammeln lassen. Dies erreicht man durch viele Übergänge und überhaupt durch dressurmäßige Arbeit.
Für das Rhytmusgefühl kann man mit Stangenarbeit viel tun. Eine einzelne Stange passend anzureiten ist im Prinzip nicht anders, als einen Sprung. Außerdem kann man mit Stangen z.B. zwei Stangen im Abstand von etwa 21 Metern üben mal dicht, mal weit zu kommen. Die oben genannte Distanz ist zwar für 5 Galoppsprünge gebaut, lässt sich aber auch mit vier langen oder sechs kurzen Galoppsprünge reiten.
Mir hat diese Stangenarbeit (man kann auch Cavalettis nehmen) viel geholfen. Sie belastet die Pferdebeine nicht so, wie wenn man das ganze über Sprünge üben würde und lässt sich einfach in die tägliche Arbeit einbeziehen.
LG Lelie
 
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