Hufe selbst raspeln strafbar?

Diskutiere Hufe selbst raspeln strafbar? im Recht und Versicherung Forum im Bereich Pferde; *happy* Huhu, habe heute erfahren, dass das Hufbeschlagsgesetz (in Kraft getreten am 1. Januar 2007) dem Pferdebesitzer verbietet, die Hufen...
Bino

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*happy*

Huhu, habe heute erfahren, dass das Hufbeschlagsgesetz (in Kraft getreten am 1. Januar 2007) dem Pferdebesitzer verbietet, die Hufen seines Pferdes selbständig zu raspeln!

Es gilt also:


Nach dem neuen Gesetz fällt unter das Wort "Hufbeschlag" alles was über das Waschen und Auskratzen der Hufe hinaus geht (zB. raspeln, aussschneiden, verbinden und sogar das HUFSCHUHE anziehen).

Ich finde leider den Gesetzestext nicht. Falls ihn jemand hat, bitte hierhin verlinken, das wäre toll :)


Wie findet ihr das?
Ich mache mich quasi strafbar, wenn ich meinem Pferd selbst die Hufe rasple. Was soviel heißt, dass der Huforthopäde/Hufschmied mich anzeigen darf :eek:

Unglaublich!!

Bin gespannt auf eure Antworten :)

Eure Bino
 
Steffi2

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Das ist ja krass! Aber ich nehme an, dass es viele Leute trotzdem machen, denn wo ist da auch der Sinn? Wenn ein Barfußpferd sich ne Kerbe in den Huf macht oder was wegsteht will man das doch so schnell wie möglich wieder weg haben, bevor noch mehr einreißt...da greift doch jeder zur Raspel...:rolleyes: Oder ein abgetretenes Hufeisen wird wieder dran gemacht...man muss doch nicht wegen jeder kleinen Macke gleich den Schmied rufen! :eek: Außerdem tut das dem Pferd doch nicht weh!

Dürfte ich als Laie einem Pferd dann nicht mal Hufschuhe anziehen?? :confused:

Die Politiker scheinen wirklich nichts besseres zu tun haben, als sich in Dinge einzumischen, von denen sie keine Ahnung haben!

Stimmt das eigentlich auch, dass bestimmte Berufsgruppen (Hufpfleger oder so, die nur raspeln und ausschneiden) seit diesem Gesetz nichts mehr an den Hufen machen dürfen?

Einem Meerschweinchen oder Hasen darf man doch auch selbst die Krallen schneiden und auch bei Babys dürfen die Eltern die Nägel selbst schneiden. DAS wär doch auch ne Idee für ein weiteres "sinnvolles" neues Gesetz, das die Welt nicht braucht!
 
Gwenie

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ist das überall so?
hier in NRW kenne ich das nicht, kenne hier nämlich Huforthopäden die dir das sogar zeigen, damit du zwischendurch nachraspeln kannst. Und das mit den Hufschuhen wäre ja der absolute blödsinn- unverständlich sowas in einem Gesetz zu verbieten!
 
horselover16

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Also von so einem Verbot habe ich auch bisher noch nichts gehört.

Damit einem Pferd ein angetretenes Eisen wieder ranzunageln wäre ich zwar eindeutig vorsichtiger, aber Raspeln finde ich voll ok. Dieses Verbot dazu ist in meinen Augen total übertrieben.
Unser Hufschmied würde uns wahrscheinlich schief angucken und auslachen, wenn wir ihn wegen jeder kleinen Ecke die mal einreißt gleich herbestellen würden - zudem würde das unser Geldbeutel gar net lange mitmachen...
Das mit den Hufschuhen ist der Oberhammer! Gibt es nicht auch so Dinger die man nur zum Reiten ummacht (sorry, aber kenn mich damit so gar net aus) ? Soll man dann etwa jedes Mal wenn man reiten möchte jemanden holen der einem das dann macht?? Also das kann ja nicht gehen. Das macht doch keiner...
 
Bino

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Ich scann euch mal das Interview mit dem Experten dazu ein ;)

Dann könnt ihr selbst nachlesen :D
 
Sheep1

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Ähm.. Ist das Pferd nicht mein Eigentum??
Ist es dann nicht meine Sache, ob ich ihm die "Nägel schneide" oder nicht??

Warum gibt es dieses Gesetz?

Klingt eher nach einem Gerücht, wenn ich ehrlich bin.


Ich denke, dass die Herrschaften sich gerne über andere verbote Gedanken machen sollten, als über sowas. Pferde können ganz andere Probleme mit ihren Menschen haben.. tzz...


Wir raspeln unsere Hufe ab und zu - vom Schmied angeordnet! Demnach ist dieses "Gesetz" noch nicht ganz bei uns angekommen :)
 
cara2

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Bino,

der Wortlaut des Gesetzes liest sich etwas anders:

(2) Dieses Gesetz gilt nicht für

1. tierärztliche Behandlungen
2.Verrichtungen, die lediglich die üblichen, alltäglichen Reinigungs- und Pflegearbeiten an Hufen und Klauen zum Gegenstand haben
Hufbeschlagsgesetz

Hufe raspeln ist doch eine übliche Pflegemassnahmen, oder nicht? ;o)

es steht aber wirklich nirgendwo, dass man nicht selbst raspeln darf... und das ist auch in meinen Augen, aber ich bin ja kein Jurist, auch nirgendwo rauslesebar..

ausserdem wird es wahrscheinlich eh noch irgendwann mal neu behandelt werden, da Teile des Gesetzes als verfassungswidrig vom BVG anerkannt wurden.
steht hier

Tante Edit weiss noch zu sagen:
was man bei Urteilsbegründungen nicht alles lernt....
"Hufzubereitungstheorien"
sind das Kochrezepte für Hufen? :D
Gründe III Absatz 58
 
CaseyJean

CaseyJean

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Wow, das ist ja krass.

Dann machen wir uns ja schon seit Jahren strafbar, wenn das Gesetzt stimmt. Denn wir raspeln nicht nur, wir schneiden die Hufe auch selber aus.

Das hat mein Opa schon früher selbst gemacht. Tja, auf dem Land ist alles etwas anders ;)
 
E

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Also ich denke, dass dieses Gesetz einfach nur bedeutet das ich als nicht anerkannter Hufschmied nicht einfach an allen Hufen rumschnippeln darf ( in Bezug auf andere Pferde die nicht mir gehören). Was ich mit meinem Pferd mache bleibt schließlich immer noch mir überlassen solange es dadurch keine Schmerzen erleidet. Ich darf es ja auch Pink färben wenn ich will... ;)

Abgesehn davon : Wiesozählt das Gesetz nur für Huf- und Klauentiere . Wenn an das verbietet müsste man auch das pivate Krallenstutzen bei kleintieren oder Hunden verbieten.
 
Lore

Lore

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Streng genommen darf man selbst als Pferdebesitzer keine ausgebrochene Ecke am Huf des eigenen Pferdes wegraspeln - aber jeder Gesetzestext lässt auch Spielraum für Auslegungen. Und wie heisst es so schön: Wo kein Kläger, da kein Richter... insofern wird man als Pferdebesitzer wohl kaum mit Konsequenzen zu rechnen haben, wenn man es dennoch tut.

Das Gesetz zielt vielmehr darauf ab, den Dschungel auf diesem Markt zu lichten und die Verbraucher (also uns Pferdebesitzer) vor selbsternannten Experten zu schützen, die trotz fehlender oder mangelhafter Ausbildung und Kenntnisse an den Hufen herum laborieren und uns dafür das Geld aus der Tasche ziehen.

In puncto Hufbearbeitung gibt es derzeit viele Bezeichnungen und kaum jemand sieht noch durch, wer denn nun was darf. Hier soll kategorisiert werden - entsprechend der Ausbildung darf z.B. lediglich der Barhuf korrigiert werden, ein Heiß- oder Kaltbeschlag angebracht werden, sonstiger Hufschutz (z.B. Hufschuhe, Klebeschuhe) angepasst werden.

Sicherlich fallen dabei auch etliche gute Schmiede (Huftechniker,...) durch's Raster, man kann mit einem solchen Gesetz jedoch nicht jeden Einzelfall berücksichtigen. Zudem gibt es die Möglichkeit für Nachschulungen, um einen anderen "Status" zu erlangen.
Alteingesessene alternative Hufbearbeiter haben übrigens bis zu einem gewissen Grad "Bestandsschutz", wie genau das geregelt ist, weiß ich im einzelnen aber nicht.

Meine ganz persönliche Meinung dazu:
Mal eine Ecke wegzuraspeln sollte dem Pferdebesitzer schon zugestanden werden, ganzheitliche Hufbearbeitung durch Laien über längere Zeiträume (z.B. weil man zu geizig für den Schmied ist) finde ich absolut nicht okay. Abgetretene Eisen selbst wieder aufzunageln ist meiner Meinung nach ebenfalls schon grenzwertig, während ich es durchaus in Ordnung finde, ein krumm getretenes Eisen vorsichtig abzunehmen, bevor es Schaden anrichten kann.
Ein "Hufschmied" kann übrigens jeder sein, der drei Jahre lang eine reguläre Ausbildung in einem Metallberuf mit Abschluß absolviert hat, inklusive einem kleinen Exkurs in Sachen Pferde. Ob diese Leute immer das bessere Auge für Stellung, Bewegungsabläufe und Korrekturen haben müssen als so mancher "Alternative", ist wohl nicht unbedingt gesagt.
 
Merle1

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Okay, das wußte ich auch noch nicht das es da ein Gesetzt gibt inzwischen! Na dann können wir uns wahrscheinlich fast alle hier gegenseitig der Pferdequälerei wegen anzeigen, denn ich schätze die meisten raspeln mal über ein Eck das absteht oder eine Stelle die unschön ist :rolleyes: Aber wie schon erwähnt es kommt wohl darauf an wie es gemacht wird und in welchem Ausmaß.

Es geht ja wohl hauptsächlich darum das sich jeder Hufpfleger nennen darf, weil es für einen Hufschmied doch keine wirkliche Ausbildung gibt; oder? Das heißt dann auch die ganzen Hufpfleger, Huftechniker oder auch Hufheilpraktiker machen dem offiziell geprüften Hufschmied Konkurrenz. Wobei das bislang geltende Reichsgesetz aus dem Jahr 1940 nur eine staatliche "Anerkennung" für die Ausübung des Huf- und Klauenbeschlages vorsieht.
 
Gwenie

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@Merle: für den Hufschmied- also denjenigen der Eisen draufnagelt gibt es eine Ausbildung. Wurde ja auch hier schon beschrieben, dass dieser eine Metallausbildung un dim Anschluß eine Schmiedausbildung machen muß.

Die Berufe der Huftechniker und Hufpfleger sind Ausbildungsfrei (übrigens genauso wie die der Pferdezahn"ärzte")- denke daher dieses Gesetz, was man natürlich sehr weit dehnen kann
 
Bino

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So, da mein PC nicht mehr funktioniert und dann natürlich auch mein Scanner den Geist aufgegeben hat.... tippe ich das Interview jetzt einfach ab :D

Aktuell
Heikles Thema Hufpflege: Ist selber raspeln strafbar?


Für Pferdebesitzer ergab sich mit Inkrafttreten des neuen Hufbeschlagsgesetzes am 1. Januar 2007 unversehens eine neue Situation: Sie dürfen selbst keine Raspel mehr in die Hand nehmen.

Hanno Pillartz, Beauftragter der Vereinigung der Freizeitreiter und - fahrer in Deutschland e.V. (VFD), hat sich nicht nur eingehend mit der Gesetzeslage befasst, sondern auch maßgeblich mit dazu beigetragen, dass eine Verfassungsbeschwerde der Hufpfleger, Huftechniker, Hufheilpraktiker und Huforthopäden erfolgreichz weitere, sehr folgenschwere Bestimmungen des Gesetzes gar nicht erst in Kraft treten ließ.

Stall-Geflüster:
Herr Pillartz, was sind die grundlegenden Änderungen, welche durch das Hufbeschlagsgesetz in Kraft treten?

Hanno Pillartz:

Die wichtigste Änderung ist die Definition des Begriffes "Hufbeschlag". nach dem neuen Gesetz fällt - ganz im Gegensatz zum üblichen Verständnis des Wortes - darunter alles, was über das Waschen und Auskratzen der Hufe hinaus geht, also das Beraspeln, Ausschneiden, Verbinden, aber auch die Anbringung jeglichens Hufschutzes. Streng genommen fällt auch das Anziehen eines Hufschuhs darunter!

Stall-Geflüster:
Was darf der Pferdebesitzer? Was darf er nicht?

Hanno Pillartz:

Außer Waschen und Auskratzen darf der Pferdebesitzer nichts an den Hufen der eigenen Pferde selbst machen. Denn anders als die alte Gesetzeslage bezieht sich das neue Gesetz nicht auf die gewerblichen Tätigkeiten am Huf. Es wird zwar sicher niemand einen Pferdebesitzer dafür belangen, wenn er seinem Pferd Hufschuhe anzieht, streng genommen ist es ihm aber nicht erlaubt. Das zeigt, wie unausgegoren und schlecht durchdacht dieses Gesetz ist.

Stall-Geflüster:

Durften Pferdebesitzer früher die Hufe ihrer eigenen Pferde selbst bearbeiten?

Hanno Pillartz:
Die Nationalsozialisten schufen bereits 1940 als eines der zahlreichen Ermächtigungsgesetze das erste reicheinheitliche Gesetz zum Hufbeschlag, welches dem Pferdebesitzer das Beschlagen des eigenen Pferdes untersagte. Die bundesdeutschen Hufbeschlagsverordnungen nach dem Krieg schränkten dieses Verbot dann wieder auf den gewerblichen Hufbeschlag ein. Das neue Gesetz ab 2007 hat hier noch weitaus radikaler eingegriffen: Nicht nur ist künftig auch dem Privatmann der Hufbeschlag verboten, sondern der Begriff des "Hufbeschlags" umfasst nun die gesamte Barhufpflege. Dies ist unsinnig, denn das geltende Tierschutzrecht verbot dem Pferdehalter immer schon, ohne ausreichende Sachkenntnis an den Hufen der eigenen Tiere unqualifiziert herumzupfuschen und damit womöglich dem Tier Schaden zuzufügen.

Stall-Geflüster:
Was muss an der aktuellen Gesetzeslage Ihrer Meinung nach anders werden?

Hanno Pillartz:

Dem Pferdebesitzer muss es erlaubt sein, an den Hufen seiner Tiere zu raspeln, wenn er nachweist, dass er die dafür nötigen Kenntnisse besitzt. Viele unserer Mitglieder reiten seit Jahren erfolgreich mit Hufschuhen, auch auf langen Wanderritten. Hufschuhe passen aber nur, wenn die Hufe öfter gekürzt und beraspelt werden als etwa alle sechs bis acht Wochen, also das üblich Hufpflege-Intervall durch den Schmied. Es kann doch nicht angehen, dass zigtausend Reiter, die Hufschuhe nutzen, plötzlich in der Illegalität sind, weil sie regelmäßig selbst die Hufraspel in die Hand nehmen.

Stall-Geflüster:

Gibt es Wege, wie der Einzelne dazu beitragen kann?

Hanno-Pillartz:

Aber sicher! Unterstützen Sie die Arbeit der VFD! Schauen Sie sich im Internet unter Weiterleitung VFD an, was wir sonst noch machen. Wem das zu viel "Vereinsmeierei" ist, der möge selbst an das zuständige Ministerium schreiben.

Quelle: Uelzener ***RELAUNCH***
 
haflingerteam

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Lt. meinem Hufschmied ist selber raspeln nicht strafbar. Es geht in dem Gesetzt eher darum, dass keine Hufpfleger, Huforthopäden usw. an die Hufe kommen. Es geht dabei um "gewerbliche" Handlungen. Das Raspeln der Hufe der eigenen Pferde ist nicht verboten. Im übrigen wird das Gesetz gerade schon wieder gelockert.
 
Thema:

Hufe selbst raspeln strafbar?

Schlagworte

hufbearbeitung beim eigenen pferd gesetze