Schwung, Untertreten

Diskutiere Schwung, Untertreten im Dressur Forum im Bereich Reitsport; Hallo an alle! Nun schreibe ich zum ersten Mal eine Frage in einem Forum - bin schon sehr gespannt auf die Antworten. Ich reite schon sehr lange...
L

lale1

Beiträge
55
Reaktionen
13
Hallo an alle!

Nun schreibe ich zum ersten Mal eine Frage in einem Forum - bin schon sehr gespannt auf die Antworten.
Ich reite schon sehr lange, das Niveau könnte man wohl mit "ganz ordentlich" bezeichnen, hat ein wenig länger gedauert, da ich aus Geldmangel immer reiten musste, was sich grade angeboten hat...

Nun musste ich wieder mal umsteigen, von zwei sehr "teuren" Pferden (Das war mal schön! Drei himmlische Jahre!) auf einen relativ ordinären, vieeeeel zu selten gerittenen 16 Jahre alten Wallach. (Was tut man nicht alles, um ein liebes Pferd vor'm Stumpfsinn zu bewahren :) )

Meine Frage: Welche Übungen empfehlt ihr mir, damit ich das Pferdchen wieder in Schwung bekomme? Er läßt sich zwar sehr bereitwillig "beizäumen", aber was hab' ich davon, wenn er nicht tritt? Selbst wenn ich ihn versuche, ihn in Dehnungshaltung in Schwung zu bekommen, oder durch Galopp-Trab-Übergänge aufzuwecken sehe ich kaum Erfolge. Im Gelände bin ich auch nicht begeistert von seinem Elan...

Ich schätze, ihm fehlt die Kraft, vermutlich v.a. in der Rückenmuskulatur. Was tun? Longieren? Hauptsächlich vorwärts-abwärts reiten? Oder ihn erstmal, was den Schwung betrifft, nicht zu stark fordern (der wird mir ja schenkellahm! Die Besitzerin möchte nicht, dass ich Sporen benutze (ist grade schon ok, mein Kreuz ist auch nicht das stärkste, wird ohnehin mal Zeit...), die Gerte ist ja auch nicht zum Dauergebrauch da...)

Freu' ich mich schon, wenn ich wieder anständigen Unterricht kriege! Wär ja peinlich, wenn das Pferdchen schon gibt, was es an "Gängen" draufhat, und mir nur die Umstellung schwerfällt... aber, nö, das isses nicht...
Bis dahin hoffe ich, dass ihr ein paar Tips für mich habt.


Schöne Grüße,
lale
 
Gisa

Gisa

Moderator
Beiträge
614
Reaktionen
58
Hallo,
schön das du dich mit diesem Problem an alle hier wendest. Dann fange ich mal an mit ein paar guten Ratschlägen. Um Schwung und "untertritt" zu vertbessern oder zu erreichen solltest du viele Übergänge, und zwar in schneller Folge reiten.Als Beispiel, auf dem Zirkel, Schritt/Trab im Wechsel und zwar so viele wie möglich, mindestens 6-8 Wechsel. Das ganze auch mit Trab/Galopp wenn du das erste hinbekommen hast und natürlich auf beiden Händen. Als 2, würde ich vorschlagen, beim Longieren Stangen miteinzubauen. Entweder 2,3 Stangen hintereinander(fürTrab) oder auf dem Zirkel verteilt so 4-5 Stangen legen, die dann außen liegen müssen, um auch innen vorbeizulongieren. Bei dieser Variation kannst du das Pferd in allen Gangarten über die Stangen schicken, nach ner gewissen Gewöhnungszeit. Damit verbesserst du die Hh und bekommst mehr Muskeln, die dann mehr Schub entwickeln kann.
Klar, das geht natürlich nicht von Heut auf Morgen, sondern dauert ein bischen, also viel Geduld und Durchhaltevermögen!!!
 
W

Wunschtraum

Beiträge
1.731
Reaktionen
478
Die Vorschläge von Gisa sind schon super!
Dann würde ich dir noch vorschlagen erst mal nur v/a zu reiten bzw. zu longieren, bis er mehr Rückenmuskulatur hat.
Und was oft auch gut hilft Pferde in Schwung zu bekommen sind viele Tempiwechsel, innerhalb einer Gangart.
 
Steffi2

Steffi2

Beiträge
1.776
Reaktionen
71
Du kannst auch beim Reiten Stangen/ Cavaletti einbauen!
Auf jeden Fall viel v/a und im Gelände bergauf und bergab klettern (dabei musst Du besonders aufpassen, dass die Hinterbeine in der Spur bleiben) und auch mal zulegen (aber nicht davonjagen lassen, das bringt nämlich außer einem verspannten Pferd nix).
 
L

lale1

Beiträge
55
Reaktionen
13
Cool! Das sind doch schon mal gute Tipps! Hätte an Trabstangen beim Longieren gar nicht mehr gedacht, und bergauf- bergabreiten... stiiiimmmt :)

Zu so häufigen Schritt - Trab - Übergängen muss ich mich echt zwingen (schwitz'...) aber wenn ich's tue, nimmt er den Schenkel hoffentlich auch aufmerksamer an. Ich denke, ich werde ihn öfters/zu Anfang mit Wienern reiten, um mich hauptsächlich um den Schub kümmern zu können... Schaden kann's ja nix (höchstens meinem Image bei den Anfängern ;) )!

Dankeschön erstmal!
 
W

Wunschtraum

Beiträge
1.731
Reaktionen
478
ich hab noch einen Tip zum longieren: Wenn du ihm um die Hinterhand eine Bandage legst und die Enden im Longiergurt, bzw. am Sattelgurt fest knotest, aktiviert das die Hinterhand auch nochmal und bringt sie mehr zum untertreten.
Die Bandage sollte leicht anliegen und über den Sprunggelenken liegen.
Musst nur aufpassen, das er das akzeptiert und nicht wild buckelnd durch die Halle springt. (Hab ich noch nie erlebt, solls aber schon gegeben haben)

Ist ein Tip von einer Pferde-Physiotherapeutin und hilft bei meiner Stute super.
 
J

julchen007

Beiträge
47
Reaktionen
3
Hey

ich würde an deiner stelle beim longieren nicht nur normale stangen nehmen sondern die auch erhöhen damit das Hüh richtig aufpasst auch kleine cavalettis an der longe zur abwechslung...


Beim reiten würd ich versuchen in elektrischer auf den schenkel zu machen und im gelände vielleicht noch ein pferd mitzunehmen das gut vorwärts geht aber kein durchgänger ist damit es ein wenig in schwung kommt und spaß dran findet.


LG Jule
 
L

Lelie

Gast
Neben den guten Tipps der anderen kann ich dir noch flotte Ausritte empfehlen. Wenn die Pferde im Gelände mal richtig Platz haben, gehen sie oft von alleine besser vorwärts und dann bekommt man sie auch besser zusammengeschoben. Einfach die Dressurarbeit auf lange, breite Reitwege oder Stoppelfelder (gibts ja zur Zeit genug) verlegen.
In der Dressurarbeit würde ich vor allem vorwärts-abwärts arbeiten bis sich die Rückenmuskulatur verbessert hat. Erst dann sollltest du ihn in Ruhe und sehr behutsam aufrichten.
LG Lelie
 
L

lale1

Beiträge
55
Reaktionen
13
Yepp, danke Euch!
@ mueffi: genau das ist mein derzeitiges Rezept!
Hatte übrigens beim ersten Longieren anfangs einen Wahnsinns Kringel-Effekt, man hat sich gefragt, ob er sich eigentlich in die Brust oder doch lieber in den Boden beißen will... Kicher... So schlimm hab' ich das noch bei keinem Pferd gesehen... Gott sei Dank hat er die Nase bei entsprechender Beschäftigung dann doch hochgenommen, denn ich hab' schon vom Hinschauen die Nackenstarre bekommen! :D

Mann, mann, mann... Ausbinder, Wiener, Reiten, Longieren, ein eindeutig erwachsenes Pferd... und leider nur alle 2 Tage Zeit... Da hat alles sein für und wider, aber ist schon ein cooler "Sport", oder nicht?
Wie mein alter Reitlehrer ausm Osten immer sagte: Man wird alt wie so 'ne Kuh, und lernt immer noch dazu... Oder: 100 Jahre mußt du reiten, bis du's kannst...

Grüßle!
 
All'Impazzata

All'Impazzata

Beiträge
7
Reaktionen
5
Yepp, danke Euch!
@ mueffi: genau das ist mein derzeitiges Rezept!
Hatte übrigens beim ersten Longieren anfangs einen Wahnsinns Kringel-Effekt, man hat sich gefragt, ob er sich eigentlich in die Brust oder doch lieber in den Boden beißen will... Kicher... So schlimm hab' ich das noch bei keinem Pferd gesehen... Gott sei Dank hat er die Nase bei entsprechender Beschäftigung dann doch hochgenommen, denn ich hab' schon vom Hinschauen die Nackenstarre bekommen! :D
Da würde ich aufpassen, kann irgendwann beim Reiten schnell Probleme geben.

Ich würde vor allem erstmal versuchen, intensiv (du musst einschätzen können, was du deinem Pferd zumuten kannst), aber nicht zu lang zu reiten. Viele Pferde langweilen sich mit der Zeit, auch wenn der Reiter verschiedene Übungen dran nimmt. Man muss ein gesundes Maß finden.
Dann würde ich ihn vllt etwas mehr sensibilisieren, also mal die Beine ganz still halten, auch wenn er wieder etwas langsamer wird. Wenn er sofort auf einen Schenkeldruck angemessen reagiert, kannst du an der Kopfhaltung arbeiten. Je besser die ist, desto besser wird das Gleichgewicht werden, und desto besser kann sich auch der Schwung entwickeln.
 
L

lale1

Beiträge
55
Reaktionen
13
Hallo All impazzata,

:)
Gefällt mir, deine Antwort :) ! Ich hatte zwei Monate pausiert, bevor ich umgestiegen bin, nun bin ich vorgestern auf 'ner tollen, sehr sensiblen Stute geritten, und da fiel mir sofort auf, dass meine Hände wieder mal ziemlich unruhig geworden sind...
... und dann ging mir ein Lichtlein auf: Bevor ich den Fehler beim Pferd suche, sollte ich vielleicht noch mal alles ausschließen, was an mir liegen könnte... und siehe da - hab' konzentriert drauf geachtet, nicht ständig mit den Händen rumzufummeln und dauernd zu treiben, sondern mal alles ganz ganz still zu halten und ihn einfach gehen zu lassen... und siehe da! :)
Es ging bedeutend besser! Strahl:D Man ist immer so doof, ehrlich, statt anständig zu reiten, überlegt man sich alles mögliche! Und wo steht geschrieben, dass man Freizeitpferde unsensibel reiten darf, nur weil sie einem die eigenen Fehler nicht gleich um die Ohren hauen?
Klar, momentan ist's nicht mehr so heiß, er gewöhnt sich daran, wieder geritten zu werden, die Abwechslung tut ihm auch gut, aber ich bin sicher, Reitstunden werden Wunder wirken!

Liebe Grüße an alle!
lale
 
All'Impazzata

All'Impazzata

Beiträge
7
Reaktionen
5
Na, das ist doch mal erfreulich.
Ich sehe auch die meisten Reiter nur noch klopfen, viele davon machen das sogar bei jedem Schritt - und am besten noch mit Hammersporen an den Stiefeln. Das ist aber auch nur einer der offensichtlichsten Fehler der heutigen Reiter, da gibt es noch viele weitere. Hatte auch immer das Problem, dass das Pferd eher zögerlich ging, aber mit ein bisschen Logik und Nachdenken bin ich auch irgendwann darauf gekommen, dass man nur so viel wie nötig und so wenig wie möglich nachtreiben sollte.
 
All'Impazzata

All'Impazzata

Beiträge
7
Reaktionen
5
Mueffy: habe ich gesagt, WIE an der Kopfhaltung gearbeitet wird? Nicht, oder? Nicht, in dem man irgendwas mit den Händen macht, außer sie anzubieten. Takt, Losgelassenheit und Anlehnung sind die Voraussetzung für die Entwicklung von Schwung; man darf aber nicht vergessen, dass alle Begriffe im direkten Zusammenhang zueinander stehen und sich gegenseitig fördern, wenn sie erreicht werden. Die Ausbildungsskala bietet Anhaltspunkte dafür, welcher Punkt vor welchem erreicht werden muss, um das Pferd ideal vorzubereiten und den nächsten Schritt tätigen zu können; sind diese aber erreicht und werden erhalten, festigen sie sich gegenseitig.

Ich ging von der Annahme aus, dass das Pferd den Impuls des Schenkels aufnimmt und in der Hinterhand aktiv(er) wird, was voraussetzt, dass es motiviert und willig arbeitet; ebenfalls ging ich davon aus, dass klar ist, dass die Basis - unter anderem eben Takt und Losgelassenheit - bereits vorhanden ist. ist ein Pferd nicht losgelassen (locker), kann es keinen Schwung entwickeln, weil dazu die Muskeln nicht fest oder verkrampft sein dürfen. Man darf den Schwung auch nicht mit Geschwindigkeit verwechseln. Gleichermaßen kann ein Pferd ohne Takt keinen Schwung erarbeiten und halten, weil der Schwung eine rhythmische Bewegung im Pferdekörper ist, die sich von der Hinterhand über den Rücken und das Pferdemaul zur Reiterhand erstreckt.

Vielleicht ist mein Beitrag so ein bisschen klarer.

Der Schwung ist aber, meines Wissens nach, keine Schwebephase. Ein Pferd kann mit großen Tritten und Schwebephasen traben, muss aber dafür keinen Schwung haben. Umgekehrt macht sich Schwung aber auch im Schritt - einer Gangart ohne Schwebephase, wie wohl bekannt ist - erkenntlich, und damit meine ich nicht den Anblick, der sich einem bietet, wenn ein Pferd lediglich schnell geht.

Btw: wenn ich davon rede, an der Kopfhaltung zu arbeiten, meine ich die Arbeit am Pferd als Ganzes. Um den Kopf, den Nacken und den Hals in die für das Pferd ideale Position zu bekommen, die es selbst finden muss und die nötig ist, um anatomisch gerecht zu reiten, darf man sich nicht auf den Kopf versteifen. Der ganze Pferdekörper muss gleichermaßen und im gesunden Verhältnis gymnastiziert werden.
Außerdem darf man die anatomischen Gegebenheiten des Pferdekörpers nicht außer Acht lassen. Ein Pferd mit stark ausgeprägtem Unterhals oder wenig Ganaschenfreiheit wird sich schwer tun, in einer gesunden Haltung zu gehen. Daran muss man dann arbeiten, und dieses Problem hat dann erst einmal nichts mit dem Reiter zu tun, solange er es lösen kann (was Zeit beansprucht).
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Lore und Wunschtraum
stephy_kb

stephy_kb

Beiträge
38
Reaktionen
1
Hallöchen!!!!!!!
Eine gute Übung um das Pferd auch mehr zum Untertreten zu animieren ist es erst mal den Schritt gaaaaanz langsam zu reiten. Dann muss das Pferd nämlich jedes Bein ganz langsam absetzen. Ist eine sehr gute Übung :-D
Das Pferd bekommt auch wieder mehr Körpergefühl und Gleichgewicht.
Liebe Grüße
 
D

daggel

Beiträge
12
Reaktionen
2
Hallo lale
Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, dann ist das Hotten schon stolze 16 Jahre alt. Bedenke also sein Alter! Die großen vierbeinigen Sportler werden in diesem Alter aus dem Sport verabschiedet. Nicht nur weil sie schon zu alt sind, sondern weil Ihnen allmälich die natürliche Elastizität abhanden kommt. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Du reitest oder arbeitest diese Hotten also zwei mal die Woche, was macht Hotten den Rest der Woche? Steht er in der Box oder hat er Weidegang? Auch wenn er auf der Weide ist, wird er sich Altersbedingt nicht so einfach biegen und stellen lassen wie ein Junger und er wird dann auf jeden Fall eine längere Lösungsphase brauchen. Oder glaubst Du, das eventuell Deine Großeltern die selbe sportliche Leistung bringen werden wie Du, bei gleicher Aufwärmphase? Sicher nicht.

Wenn er Dir schwirigkeiten beim Vorwärtsgehen macht, dann solltest Du die Ratschläge der Vorredner befolgen. Bis auf eine Sache, auf die zum Schluss zurück komme. Was dabei aber für den "alten Zausel" noch wichtiger sein wird ist das Stellen und Biegen. Durch das Reiten vieler gebogener Linien wirst Du im eine gewisse Geschmeidigkeit antrainieren, die Du auch für ein fleißigeres Vorwärts brauchst. Zirkel, Schlangenlinien (einfache, 3 durch dei Bahn) und Volten (10 m) werden Anfangs reichen. Ja Du kannst auch Zirkel verkleinern bis zu einer 10m Volte und wieder vergrößern.

Wenn bei der Arbeit merkst, das Hotten sich mehr Verspannt und Verkrampft, dann gehe in den (laut Richtlinien für Reiten und Fahren Band 1) in sogenannten "Remontesitz" um Ihm den Rücken zu entlasten. Dieser Sitz ist so zu sagen ein zwischen Ding zischen Dressur- und Leichtensitz.

Vom Longieren älterer Pferde halte ich nicht ganz so viel, weil ihre Gelenke nicht mehr ganz so optimal "bewässert" werden. Zumindest dauert es etwas länger bis sie gut geschmiert sind und wenn Du Dein Hotten reitest, dann kannst Du im bei Problemmen duch reiten der Ganzen Bahn entgegen kommen.

Nicht nur am fleißigen Vorwärts sondern auch an der Geschmeidigkeit arbeiten.

gruß

daggel
 
L

Lelie

Gast
Eine gute Übung um das Pferd auch mehr zum Untertreten zu animieren ist es erst mal den Schritt gaaaaanz langsam zu reiten. Dann muss das Pferd nämlich jedes Bein ganz langsam absetzen. Ist eine sehr gute Übung :-D
Das Pferd bekommt auch wieder mehr Körpergefühl und Gleichgewicht.
Liebe Grüße
Davon würde ich dringend abraten! Den bei langsamem Reiten im Schritt geht bei nicht mindestens bis M ausgebildeten Pferden nur der Fleiß und möglicherweise auch der Takt flöten. Das mag bei Pferden funktionieren, die den versammelten Schritt aus dem EffEff beherrschen, aber das ist dieses Pferd ja auf jeden Fall nicht.
Der Schritt ist die empfindlichste Gangart von allen und deshalb sollte man da am wenigsten dran rumprokeln.

Der Schwung ist aber, meines Wissens nach, keine Schwebephase. Ein Pferd kann mit großen Tritten und Schwebephasen traben, muss aber dafür keinen Schwung haben. Umgekehrt macht sich Schwung aber auch im Schritt - einer Gangart ohne Schwebephase, wie wohl bekannt ist - erkenntlich, und damit meine ich nicht den Anblick, der sich einem bietet, wenn ein Pferd lediglich schnell geht.
Schwung ist nicht die Schwebephase, aber ohne Schwebephase gibt es keinen Schwung. Wenn wir von Schwung sprechen, geht es außerdem um den "angerittenen", nicht um den angeborenen, Schwung. Deshalb können Pferde mit einer Schwebephase schwunglos traben. Das ist dann eben nur der natürliche, angeborenen Schwung, der je nach Talent unterschiedlich ausgeprägt ist.
Allerdings hat der Schritt keine Schwebephase und ist deshalb die einzige schwunglose Gangart des Pferdes. Das "Durchschwingen" der Hinterbeine funktioniert nur, wenn alle Hufe für einen Moment den Boden verlassen und da dies im Schritt nicht passiert, gibt es hier auch keinen Schwung. Trotzdem kann ein Pferd auch im Schritt raumgreifend und fleißig gehen, was vielleicht am ehesten mit Schwung zu vergleichen ist.

LG Lelie
 
P

petra2

Beiträge
4
Reaktionen
0
Hallo Lale,

ich weiß ich bin spät dran. Ich bin erst kurz Mitglied und habe heute mal Zeit, ein bißchen rumzuschauen.
Ich hoffe, Du hattest Erfolg mit den tollen Tips, die Dir die anderen schon gegeben haben.
Mit meiner Stute habe ich dasselbe Problem, da sie sehr lang ist, manchmal triebig ist und manchmal davonläuft.
Ich habe jetzt beim Drüberschauen nichts über die Abstände der Stangen gefunden. Er sollte (je nach Schrittlänge und Schwung) im Schritt ca. 80 cm, im Trab ca. 1,50 m und im Galopp 3 - 3,5 m betragen.

Und was auch ganz wichtig ist: Loben, Loben, Loben!!!
Durch Stimme, mit der Hand nachgeben, oder wenn es mal besonders gut gelaufen ist, auch mal aufhören.
Erst durch das Lob weiß das Pferd ja, dass es etwas richtig gemacht hat. Und etwas Angenehmes möchte das Pferd ja immer wieder erleben und wird sich bemühen, das Gewünschte wieder zu zeigen.
Ach ja, noch etwas. Das Loben muss DIREKT nach dem Zeigen des gewünschten Verhaltens erfolgen, sonst bringt es das Pferd nicht mehr hiermit in Verbindung.

Viel Glück

Petra
 
All'Impazzata

All'Impazzata

Beiträge
7
Reaktionen
5
Schwung ist nicht die Schwebephase, aber ohne Schwebephase gibt es keinen Schwung. Wenn wir von Schwung sprechen, geht es außerdem um den "angerittenen", nicht um den angeborenen, Schwung. Deshalb können Pferde mit einer Schwebephase schwunglos traben. Das ist dann eben nur der natürliche, angeborenen Schwung, der je nach Talent unterschiedlich ausgeprägt ist.
Allerdings hat der Schritt keine Schwebephase und ist deshalb die einzige schwunglose Gangart des Pferdes. Das "Durchschwingen" der Hinterbeine funktioniert nur, wenn alle Hufe für einen Moment den Boden verlassen und da dies im Schritt nicht passiert, gibt es hier auch keinen Schwung. Trotzdem kann ein Pferd auch im Schritt raumgreifend und fleißig gehen, was vielleicht am ehesten mit Schwung zu vergleichen ist.
Wenn ich hierzu einmal kurz Nuno Oliveira zitieren darf:

"Schwung heißt, das Pferd in dem Rahmen zu haben, den Sie haben wollen, und dass es in jedem Augenblick dieselbe Energie zeigt, in der Haltung, die Sie wollen, ohne Unterstützung durch Hilfen - so lange wie möglich."

Ich definiere Schwung wie Nuno Oliveira, als Bereitschaft und Energie. Warum ist ein Pferd, deiner Meinung nach, wenn es raumgreifend geht, schwunglos? Weil der Schritt keine Schwebephase hat? Das ist mir persönlich zu engstirnig gedacht. Ich behaupte, im Schritt gibt es Schwung. Mein Pferd geht im Schritt schwungvoll, obwohl ich ihn nicht als "fleißig" im Sinne von flott beschreiben würde. Der Rücken kann auch im Schritt schwingen, genauso wie der gesamte Körper des Pferdes; nicht so deutlich und ausgeprägt wie im Trab oder auch im Galopp, aber es ist dennoch möglich. So sehe ich das, das ist meine Definition von Schwung.
Und: mein Pferd kann im Schritt durchaus mit den Hinterbeinen "durchschwingen". Vielleicht ist er ja Pegasus.

Bei dieser Thematik wird deutlich, dass vieles reine Definitionssache ist. Der eine definiert Schwung als reine Schwebephase, kann aber keinen Schwung im Sinne der Klassischen Reiterei aus seinem Pferd herausreiten.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Lore
Gwenie

Gwenie

Moderator
Beiträge
2.802
Reaktionen
687
@daggel : natürlich kann man ein 16 jähriges Pferd noch normal longieren. 16 ist kein Alter für ein normales Pferd, dass nicht im Leistungssport (und damit meine ich M und S) gegangen ist. Hierbei gehe ich davon aus, dass man vorher das Pferd mind. 10 min. Schritt führt oder an der Longe Schritt gehen läßt- wie man das mit allen Pferden auch machen sollte. Man kann am Anfang in der Lösungsphase auch den Zirkel verlagern und dadurch immer wieder ein Stück gerade richten. Zudem longiert man meistens (so sehe ich es bei uns) fast auf Zirkelgröße. :D ;)
 
L

Lelie

Gast
Bei dieser Thematik wird deutlich, dass vieles reine Definitionssache ist. Der eine definiert Schwung als reine Schwebephase, kann aber keinen Schwung im Sinne der Klassischen Reiterei aus seinem Pferd herausreiten.
Danke, ich kann sehr wohl Schwung aus meinem Pferd herausreiten, aber darum geht es ja hier nicht.
Ja, es ist wohl Definitionssache. In der klassischen Dressurreiterei, als die ich korrektes Dressurreiten nach den Grundsätzen von François Robichon de la Guérinière, der HDV 12, den Richtlinien der FN und so weiter definiere (und nicht als das, was so mancher Barock-Pseudo-RL dafür hält), gibt es Schwung nunmal nur im Trab und Galopp. Weil diese eine Schwebephase haben, die für Schwung nunmal von Nöten ist.
Leider hab ich meine Richtlinien gerade nicht da, sonst würde ich gerne mal die entsprechende Passage hier zitieren. Ich hole es bei Gelegenheit nach.

LG Lelie
 
Thema:

Schwung, Untertreten