Vor dem Sprung "vorwärts" oder "rückwärts" reiten?

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Wunschtraum

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Hallo!

haben da grade eine heiße Diskussion im Stall und würde gern mal eure Meinung hören!

Wie macht ihr das wenn ihr merkt, dass ihr nicht passend zum Sprung kommt?

Reitet ihr lieber vorwärts und lasst eure Pferde große Galoppsprünge machen?

Oder reitet ihr lieber "rückwärts" und nehmt eure Pferde mehr auf und lasst die Galoppsprünge kleiner werden?

Was ist besser? Und wieso ist es besser?

Macht ihr das von Pferd zu Pferd anders?

Bin gespannt auf eure Statements!
 
Lore

Lore

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Interessante Frage... :)

Meist merkt man es ja erst frühestens zwei Galoppsprünge vorher, also es bleibt nicht allzu viel Zeit zum Überlegen :D Instinktiv würde mich wohl tief in den Sattel setzen, eine (Aufwärts!-)Parade geben und mein Pferd mit dem Bein nachdrücklich unterstützen - demnach also eher den Galoppsprung verkürzen. Das hätte den Vorteil, dass das Pferd schon mal etwas aufmerksamer wird, die Kraft aus dem Hinterbein direkter freigesetzt und das Pferd das Hindernis wahrscheinlich eher ohne Fehler überwinden könnte.

Das Verlängern des Galoppsprungs ist meiner Meinung nach eher etwas für sehr routinierte Pferde, da dabei die Gefahr besteht, dass das Pferd "auseinanderfällt" und trotz korrektem Absprungpunkt zu flach wird.

Generell würde ich im Training - wenn es noch einigermaßen elegant machbar wäre - jedoch lieber abwenden und das Hindernis noch einmal anreiten, dabei besonderen Wert legen auf einen gleichmäßigen Galopp mit Schub von hinten und einen korrekten Weg. Letztlich muss man diese Entscheidung aber immer von Fall zu Fall treffen.
 
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Wunschtraum

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Also bei mir kommt es drauf an, wann ich merke, das ich falsch hin komme.

Bin ich noch ein ganzes Stück weit weg (ca. 5 Galoppsprünge) nehme ich mein Pferd lieber ein bischen auf und mach einen Galoppsprung mehr.

Wenn ich aber schon ziemlich dicht dran bin (ca. 2 Galoppsprünge) schick ich meine Stute lieber vorwärts. Damit ist sie bis jetzt immer gut zurecht gekommen.

Ich finde es kommt ein bischen aufs Pferd an, wie man sich verhält. Meine Stute lässt sich gut vorwärts schicken, deswegen mach ich das meistens auch so. Sie springt lieber mal groß ab und streckt sich dann richtig, als wenn sie sich so hoch schrauben muss. Macht sie zwar auch, aber das andere gefällt ihr besser ;) Deswegen schick ich sie liebr vorwärts. Bin aber auch Pferde geritten, die ich lieber aufgenommen hab. Warum kann ich eigentlich gar nicht so genau sagen, war immer so eine Bauchgefühl-Entscheidung und hat auch immer gut hingehauen. Nur wenn ich weiß, das ein Pferd nach dem Sprung eh schwer zu kontrollieren ist, weil es los rennt, dann reite ich sie so gut wie immer "rückwärts" wenns nicht passt, weil man das rennen nach dem Sprung ja nicht fördern will.

Bei uns sagen viele, sie machen das vom Tempo abhängig: Sind sie ruhig unterwegs wird vorwärts geritten, sind sie flott unterwegs wird rückwärts geritten. Ich mach das nicht vom Tempo abhängig, sondern davon wie es sich gerade anfühlt und was ich intuitiv für die geschickteste Lösung halte.

Bei jungen Pferden würde ich auch abwenden (wenn ich noch weit genug weg bin, nicht das sie das verweigern lernen), damit sie in der passenden Distanz zum Sprung kommen und nicht verunsichert werden.
 
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nanja1

nanja1

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Also bei meinem hab ich es meistens versucht ihn vor dem Sprung zurückzunehmen, also langsam hin ( die Abstände passten für ihn ja irgendwie selten...) Und wenns denn nicht passte hab ich ihn mehr auf vorwärts und "groß weg" geschoben. Bei einem Pferd was gut an den Hilfen steht ist das meiner Erfahrung nach das kleinere Problem, und manche können gerade mit dem etwas mehr an schub besser umgehen...
Natürlich muss man da dann auch mehr dransitzen und zusammenhalten,
um die Spannung nicht auseinander zu juxen...

Ich glaube das kommt auf's Pferd und die Situation an,
hab ich noch Platz und keinen Grund nicht abzuwenden brech ich einen unschönen Sprung lieber ab, gehts um Tunier oder die Vorbereitung,
muss man gucken wie's dem Pferd am besten liegt...

Mein Pony konnte besser "Hubschraubern" also dicht davor,
Mein Pferd konnte besser "Langstreckenfliegen"....
 
L

Lelie

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Wie macht ihr das wenn ihr merkt, dass ihr nicht passend zum Sprung kommt?
Wenn ich das rechtzeitig sehe (spät. 3 Galoppsprünge vorher), verändere ich den Galoppsprung. Merke ich es so spät, dass nichts mehr zu machen ist, was ja leider auch vorkommt, dann bleibe ich ruhig sitzen, gebe die Hand rechtzeitig vor und lasse das Pferd machen. Die müssen sich dann auch mal selber helfen.

Reitet ihr lieber vorwärts und lasst eure Pferde große Galoppsprünge machen?
Wenn ich merke, dass ich nur einen Tick zu weit weg bin, reite ich lieber zu und verlängere die Galoppsprünge etwas. Also dann, wenn ich merke, dass da auch bei starkem Zurücknehmen kein ganzer Galoppsprung mehr hinpasst.
Außerdem würde ich eher zu einem Oxer mit mehr Schwung hinreiten als zu einem Steil. Die etwas flachere Flugkurve, die durch das Verlängern leicht entsteht, passt einfach besser zu einem Oxer. Bei einem Steil gibts damit schnell Fehler.
Wichtig ist immer, dass man die Hand trotzdem dran lässt, damit die Spannung nicht flöten geht und das Pferd wie eine Ziehharmonika auseinander leiert.

Oder reitet ihr lieber "rückwärts" und nehmt eure Pferde mehr auf und lasst die Galoppsprünge kleiner werden?
Also rückwärts sowieso gar nicht. Auch ein noch so starkes Aufnehmen und Versammeln sollte niemals eine Rückwärtstendenz haben.
Ich nehme das Pferd eher auf, wenn ich merke, dass ich extrem weit weg bzw. sehr dicht kommen würde, dann reite ich eben einen Galoppsprung mehr.
Diese Variante empfiehlt sich eher für Steilsprünge als für Oxer, da für letztere sonst oft der Schwung und damit die Weite fehlt.
Wichtig dabei ist, dass man nicht über die Hand "rückwärts" reitet sondern das Pferd mehr setzt und dabei mit Kreuz und Schenkel versammelt damit der Galopptakt und -schwung nicht völlig abbricht.

Was ist besser? Und wieso ist es besser?
Keins von beidem ist grundsätzlich besser oder schlechter. Es hängt davon ab, mit welcher Variante man in dieser Situation eher passend zum Sprung kommt. Man kann den Galoppsprung ja nicht unbegrenzt verlängern oder verkürzen, deswegen muss man sehen, mit welcher Variante man dichter ans Optimum kommt.
Außerdem ist es entscheidend, worauf das Pferd besser reagiert, wie durchlässig es ist und welche Variante seiner natürliche Grundgaloppade mehr entgegen kommt.

Macht ihr das von Pferd zu Pferd anders?
Ja, auf jeden Fall!
Erstens gibts die Frage junges, unerfahrenes oder älteres, weiter ausgebildetes Pferd.
Bei einem jungen Pferd muss man davon ausgehen, dass man es noch nicht so stark versammeln und zurücknehmen kann. Deshalb würde ich ein junges Pferd um ihm den Spaß am Springen nicht zu verderben eher vorwärts reiten. Dann bleibt der Fluss eher erhalten und flüssiges Springen ist ja das, was diese Pferde lernen sollen.
Bei einem weiter ausgebildeten Pferd würde ich eher auch mal verkürzen, denn das sollte diese Hilfen kennen und sich mehr setzen können. So behält man auf jeden Fall die Spannung im Pferd.
Zweitens gibts die Frage nach der Grundgaloppade.
Einem Pferd mit kleiner Übersetzung (kleiner Galoppsprung) wird es leichter fallen eher einen Galoppsprung mehr als einen weniger zu machen.
Ein Pferd mit sehr großer Galoppade ist eher prädestiniert dafür den Galoppsprung zu verlängern und einen weniger zu machen.
Drittens die Frage nach dem Charakter und der persönlichen Vorliebe.
Manche Pferde zünden eher schlecht am Bein, lassen sich aber am seidenen Faden versammeln und den Galoppsprung verkürzen. Dann sollte man lieber einen Galoppsprung mehr reiten.
Andere Pferde (z.B. eher lang gebaute oder hektische Pferde) zünden sofort und explodieren förmlich am Bein, gehen aber bei vermehrtem Aufnehmen arg gegen die Hand, wehren sich oder haben einfach anatomische Schwierigkeiten damit sich mehr zu setzen. Dann ist es cleverer eher etwas mehr vorwärts zu reiten und einen Galoppsprung weniger zu reiten.

Am allerwichtigsten ist also das rechtzeitige Erkennen und richtige Deuten der Situation, was passt besser?
Daraus muss man dann entscheiden, welche Reaktion dann für dieses Pferd bei diesem Sprung am besten ist.
Und das alles in Sekundenbruchteilen :D. Ist eben Übungssache.
LG Lelie
 
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Das kommt aufs Pferd an;
hat man ein Pferd,dass zuz schnell auf das Hindernis losjagd,sollte man es eher zurückhalten,Aber kurz vorm Sprung nachgeben.Es gibt aber auch Pferde,die nur aus einem hohen Grundtempo springen können.
===========
Bei Pferden,die oft verweigern,muss man bis zum Absprung intensiv weitertreiben,und erst aufstehen,wenn man sicher ist,dass das Pferd auch springt!
 
Bonita

Bonita

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es kommt doch auch immer drauf an, WIE man unpassend zum Sprung kommt.

Wenns groß wird, verlänger ich den Galoppsprung zum Sprung hin.
Wirds eng, verkürze ich ihn.

Würde ich immer nur vorwärts reiten, würde der Sprung ja riesengroß werden, und die Gefahr, dass mein Pferd im Sprung landet oder das vetrauen verliert wäre mir dann zu groß.
Reite ich immer nur zurück, ist die Gefahr da, das Pferd auszubremsen.

Also letztlich kann man das ja nicht unbedingt verallgemeinern ;)
 
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genau so ist es, bonita!

du hast mir die worte aus dem mund... aäh... fingern genommen! ;)
 
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