Stutenbesitzer, die eigenes Fohlen wollen

Diskutiere Stutenbesitzer, die eigenes Fohlen wollen im Pferdezucht Forum im Bereich Pferdezucht; Hallo liebe Auftrabler! Mich würde mal interessieren wie Ihr darüber denkt wenn Stutenbesitzer die Stute quasi für den Eigenbedarf decken lassen...
Merle11

Merle11

Ehrenmitglied
Beiträge
382
Reaktionen
14
Hallo liebe Auftrabler!

Mich würde mal interessieren wie Ihr darüber denkt wenn Stutenbesitzer die Stute quasi für den Eigenbedarf decken lassen, weil sie zum einen ein Fohlen aus der Stute wollen und zum anderen damit das Nachfolgerpferd. Will heißen wenn die Stute alt wird, mal sterben sollte, dann noch ein Fohlen davon haben.

Einerseits kann ich den Gedanken wohl verstehen, andererseits habe ich ab und an das Gefühl die Leute vergessen wieviel Zeit, Geld, Mühen und Risiko in solch einem Vorhaben steckt.
 
08.01.2008
#1
A

Anzeige

Gast

Schau mal hier: Stutenbesitzer, die eigenes Fohlen wollen . Dort wird jeder fündig!
J

Jolante

Beiträge
320
Reaktionen
36
Ich kann das schon verstehen, ist ja auch zu niedlich so ein Pferdebaby.

Und wer hätte nicht gerne ein Pferd, welches er schon von Geburt an kennt, alle seine Macken, Eigenschaften und selbst ist man ganz maßgeblich an der Erziehung des Frischlings beteiligt.

Man sollte sich das allerdings doch reiflich überlegen.......wenn die Mutterstute schon ziemlich alt ist und noch nie zuvor ein Fohlen gehabt hat dann ist es ziemlich riskant.....

Hat man die Möglichkeit das Fohlen artgerecht auf eine Koppel mit anderen Mutterstuten zu stellen?

Ist die vorgesehene Box überhaupt groß genug um ein Fohlen auf die Welt zu bringen?

Hat man genug finanzielle Mittel um sich 2 Pferde leisten zu können? Ein Fohlen kostet genauso viel Geld wie ein schon reitbares Pferd.....gerade im Winter wenn keine Möglichkeit besteht eine Wiese oder ein Paddock zu nutzen, hat man überhaupt und grundsätzlich genug Zeit um sich um 2 Pferde zu kümmern??

Die Mutterstute fällt ja nicht automatisch mit der Geburt des Fohlens weg und auch nach dem Absetzen ist sie noch da und will beschäftigt werden....

Das sind sicherlich nur einige Fragen die man sich stellen sollte wenn man in Erwägung zieht ein Fohlen aus seiner Stute zu ziehen....

Die Frage des passenden Hengstes ist da noch nicht geklärt......kosten fürs Impfen, Brennen, Eintragen usw....die Liste ist wahrscheinlich ziemlich lang....

Wenn ich in der Situation wäre, ein eigenes Stütchen zu haben und wollte ein Fohlen dann denke ich das ich es nur machen würde wenn zB. meine Mutterstute plötzlich nicht mehr reitbar wäre, ich sie behalten möchte aber auch trotzdem reiten möchte...das wäre vll. eine Situation in der ich mir überlegen würde aus meiner Stute ein Fohlen zu ziehen...jedoch dann auch wirklich nur für den "Eigengebrauch"
 
Farina770

Farina770

Beiträge
357
Reaktionen
32
Hallöle,

ja ich will ein Fohlen aus meiner Stute! (in den nächsten 2-3 Jahren)

Warum?
1. Ist sie noch im richtigen Alter (momentan 9 Jahre alt).
2. werde ich die nächsten Jahre nicht mehr so ganz so viel "Leistungssport" mit ihr betreiben können wie die letzten Jahre, wg. Studium. Evlt. werde ich auch ein Auslandsaufenthalt haben, in dieser Zeit kann ich dann gar nicht reiten.
3. Habe ich nach meinem Studium (in circa 5 Jahren) wieder mehr Zeit und wohne wieder zuhause, ich würde mir dann wieder ein junges Pferd kaufen das ich ausbilden kann. (Meine Stute hab ich auch selbst ausgebildet, ich denke schon das ich in der Lage dazu bin)
4. Meine Stute ist ein vielseitig veranlagtes, sehr talentiertes Pferd das als Zuchtstute (ins Hauptstutbuch) eingetragen ist. Charakterlich ist sie auch dazu geeignet, ich würde auch keinen "schrott" vermehren wollen!
5. Meine Familie hat von der meiner Vater-, wie von meiner Mutterseite früher selbst mit mehreren Stuten gezüchtet und meine Familie wird mich auch dabei unterstützen wenn ich nicht da bin.
6. Ich habe eigentlich immer 2 Pferde zum reiten gehabt und wir haben (innerhalb unserer Familie) immer mind. 4 eigene Pferde besessen.
7. Wir verfügen über einen eigenen Stall mit 5 Boxen, eigenes Futter, eigene Weiden, könnten evtl. ein anderes Fohlen zur Pension als Gesellschaft dazunehmen oder das Fohlen im Nachbarort zu einem Pensionsaufzüchter geben.
8. Ich hab schon sooo viele möglichen Papa's gesehen, mal sehen!! *traumhaft*

GLG
Steffi
 
Gwenie

Gwenie

Beiträge
2.797
Reaktionen
687
Also ich hab das Fohlen der Stute meiner Mutter, zwar nicht selbst gezogen, sondern unser Stallbesi sen.
Meine Mutter hat die große mit 5 dem Stallbesi abgekauft. 4 jährig hat er ein Fohlen aus ihr gezogen.
Da ich die Mutter ausgebildet habe und sehen konnte wie das Fohlen aufwächst (kam im Winter immer wieder von der Fohlenweide nach Hause), habe gesehen wie sie eingeritten wurde, wie sie sich Verhält etc...
Da habe ich mich schon in mein Stütchen verguckt und dem Stallbesi sen. abgekauft, obwohl sie (noch)nicht viel kann- und eindeutig ein Spätentwickler ist, wie ihre Mutter:D

Mich reitzt das selber Fohlen ziehen auch, hatte überlegt mit meiner alten Stute eins zu ziehen, sie war aber Sommerekzemer und hier streiten sich die Meinungen mit der Vererbarkeit.
Klar habe ich mich über die Kosten kundig gemacht. Und das hat mich echt abgeschreckt!!:eek: Wenn man überlegt was man da an Geld hineinsteckt, da nicht jeder die Möglichkeit hat das Fohlen gut unterzubringen (mit Artgenossen, große Wiese...) Würde ich es mir echt dreimal überlegen.
Vll. später mit den nötigen Vorausetzungen: Platz Zeit und Geld!

Einer meiner Ex-Freunde hat auch zum Spaß gezüchtet mit dem Ergebnis dass der Hengst echt in der Box verkümmert-nicht die nötigen Qualis hat um gekört zu werden aber legen lassen-nein dass will der Typ auch nicht!!!:mad:
 
franzl

franzl

Beiträge
670
Reaktionen
119
Wer die geeignete Stute hat, den Platz, das Geld, die Zeit usw., warum nicht? Ich habe extra Wallache, damit ich nicht in Versuchung komme :rolleyes:

Meine Freundin hat aus ihrer Stute auch Fohlen gezogen. Eine Tochter reitet sie heute.

Jeder sollte es sich aber gut überlegen, da hängt eine Menge dran. Am besten, man unterhält sich erstmal mit Leuten, die das schon einmal hinter sich gebracht haben... die Nachkommen sind auch nicht immer so, wie man es sich vorstellt - was ist dann??
 
Gisa

Gisa

Beiträge
613
Reaktionen
58
Hallo,
wie ja Gwenie schon sagte, weiß ich wie meine Stute sich vererbt und das ihr Nachwuchs auch ihren Charakter bekommt, deswegen möchte ich gerne auch ein Fohlen aus ihr ziehen. Ich weiß nur nocht wann, denn zur Zeit schaffe ich es geldlich nicht, da ich 2 Pferde ja schon unterhalte. Mein Stallbes sen, hat mir sofort angeboten mir dabei zu helfen, Hengstaussuchen, Aufzucht, Fohlenkollegen, Sommerweide,... Vll werde ich es irgendwann mal machen, denn eingetragen ist meine Stute ja auch im Hauptstutbuch.
 
J

Jolante

Beiträge
320
Reaktionen
36
Mir sind noch ein paar Sachen eingefallen:

Wenn das Fohlen dann soweit ist und man mit der Arbeit beginnnen kann, sprich longieren und anfangen es anzureiten.....kann man das selber bewerkstelligen??

Oder muß man dann wieder in den Geldbeutel greifen und es zur Ausbildung weggeben??

Wird es in meinem Sinne angeritten, wenn es weggeben wird?? Kann ich das nachreiten, komme ich reiterlich mit einem jungen, unerfahrenem Pferd zurecht?

Wenn man jemanden kommen läßt um es einzureiten, ist dieser jemand dann auch zuverlässig und kann die regelmäßigen Termine einhalten???

Und selbst wenn jemand kommt kostet das auch wieder den Griff in den Geldbeutel.....ganz zu schweigen von der Zeit die beide Pferde in Anspruch nehmen, auch eine in Rente geschickte Stute braucht Aufmerksamkeit.

Ich weiß nicht wer es geschrieben hat, aber irgendjemand sagte das "es schon ginge"...ich denke "es ginge" reicht nicht aus.......Lebensumstände können sich schnell ändern....man wird schwanger, arbeitslos....oder was weiß ich...und dann steht man vor schwierigen Entscheidungen.....verkaufen??? welches der beiden Pferde verkaufen? beide verkaufen??? an wen verkaufen???.......

So gerne man auch ein Fohlen aus seiner Stute ziehen möchte, seien die Papiere noch so gut, die Hengstauswahl mit Experten getroffen und wohlüberlegt......es kommt am Ende nicht immer das raus was man sich vorgestellt hat......und dann???

Aber ich sehe schon das ihr euch das gut überlegt und hinterfragt......viele machen das leider nicht und lassen ihre Stute einfach decken ohne über die Folgen nachzudenken die so eine Bedeckung nachsichzieht........

Eine BEkannte hat auch ein Fohlen aus ihrer Stute gezogen, nur leider hat diese das FOhlen nicht angenommen, sie mußte unbezahlten Urlaub für 4 Monate nehmen um das Baby mit der Hand aufzuziehen......das macht nicht jeder Arbeitgebern mit und nicht jeder kann sich einen Ausfall von 4!!! MOnatsgehältern leisten.......
 
S

Skydancer

Beiträge
2.680
Reaktionen
532
Hi Sarah!

Wie hast du das vorab alles geplant?
Wie ging das mit Vorstellen, Brennen, Eintragen und die Geburt selbst vor sich?

Würd mich sehr interessieren!

LG
 
Mirjam2

Mirjam2

Beiträge
173
Reaktionen
0
Habe mit letztes Jahr ja auch ein Fohlen aus meiner Stute gezogen. Wir haben das ganze genau geplant und waren usn auch von anfang darüber klar wo und wie das Fohlen aufwachsen wird. Da meine Stute die Koppeln und den Offenstall mitbenutzt wo auch ein Züchter seine Pferde hat, hatten sich viele Probleme von selbst erledigt. Der kleine hat große Sommerweiden, Spielkameraden und ist es ist ein erfahrener Züchter da wenn es Probleme gegeben hätte. Außerdem war ich selber jahrelang auf einem Hof wo gezüchtet wurde und hatte davon schon eine Ahnung.
Die Geburt ging ganz von selbst, meine Stute war ja eine Zuchtstute bevor ich sie gekauft habe. Wir haben zwar täglich mehrmals nachgesehen, aber wie es halt immer so ist, kam es genau zwischen den Kontrollgängen.
Würde es auf jeden Fall immer wieder machen, mit meiner Stute nicht mehr da es ihr letztes Fohlen war, aber wenn ich wieder eine Stute hätte. Vorrausgesetzt ich hätte die selben super Bedingungen wie jetzt.
Zum einreiten kommt unser Fohlen in erfahrene Hände, da ich mir das selber nicht zutraue. Möchte zwar dabei sein und auch mitmachen aber eben unter Anleitung!
Die Zeit nimmt für ein Fohlen gar nicht soviel in Anspruch wie für ein ausgewachsenens Pferd. Man sollte ja am Tag nicht mehr als 10 min. mit den kleinen arbeiten.
 
L

Lelie

Gast
Dann will ich mich auch mal als einer dieser Stutenbesitzer outen.
Ja, wir wollen ein Fohlen von unserer eigenen Stute. Und das, obwohl sie schon 20 ist, bei der Geburt also 21 wäre und wir keine Zuchterfahrung haben.
Aber es gibt auch gute Gründe dafür.
Wir haben diese Stute seit 12 Jahren und sie ist wirklich das bestgeeignete Pferd für mich, was ich mir vorstellen kann. Sie hat super Papiere. Sie war zwischendurch schon mehrere Jahre beim Züchter, hatte schon ein Fohlen (starb einige Tage nach der Geburt).
Und außerdem haben wir schon viel durchgemacht, was Beinverletzungen und schlechte Ausbildung angeht, was man wohl hätte vermeiden können, hätte man bei Aufzucht und Anreiten einiges anders gemacht. Und da ich nach ihr irgendwann schon ein anderes Pferd haben möchte, würde ich diese Fehler gern vermeiden. Ein Fohlen von einer unbekannten Stute zu kaufen, wäre mir allerdings zu heiß.
Da ist es die einfachste Lösung, ein Fohlen aus einer guten Stute zu ziehen, die man kennt, also aus meiner Stute.
Die Kosten sind uns bewusst, aber ein Pferd zu kaufen, kostet auch Geld.
Wir haben das alles gut überlegt und mit der zeitlichen Planung kommt es auch alles ganz gut hin, das Fohlen wäre dann 3, wenn ich Examen mache, würde dann im Frühjahr anlongiert werden, käme den Sommer über auf die Weide, sodass es vier Jahre alt (und damit Reitpferd) wäre, wenn ich fertig bin und anfange zu arbeiten.
Passt also, denn dann fängt es auch an richtig wie ein normales Pferd zu kosten und dann kann ich das hoffentlich finanzieren.
LG Lelie
 
Lore

Lore

Beiträge
1.441
Reaktionen
380
Ich bin ja auch Besitzer einer Stute, ein Fohlen möchte ich aus ihr aber nicht ziehen. Den Background hätte ich ja eigentlich, meine SB züchtet seit vielen Jahren, kennt sich gut aus, mein Fohlen hätte Weidegang und Fohlengesellschaft. Beim Anreiten würde sie mir bestimmt auch helfen, wenn es soweit ist und ich allein nicht klarkomme.

Aaaber: Meine Stute hat keine Papiere, ich weiß nicht mal, was da alles drin steckt. Da ist es schon schwierig, einen geeigneten Hengst zu suchen, schließlich möchte man ja nicht irgendwas züchten, sondern ein nettes Reitpferd. Zudem bestünde ja auch die 50 %ige Chance, dass es ein Hengstfohlen wird - ich bin eingefleischter Stutenfan und möchte eigentlich keinen Wallach haben :lach: Finden manche jetzt vielleicht albern, aber ist eben so. Verkaufen könnte ich den dann aber bestimmt auch wieder nicht :rolleyes: Ausserdem kann allen Wahrscheinlichkeiten zum Trotz auch ein Pferd dabei rauskommen, das mir einfach irgendwie nicht liegt und ich würde es dann vor lauter Sentimentalität wahrscheinlich trotzdem behalten. Das gesundheitliche Risiko für meine Stute wäre ebenfalls nicht unerheblich, da sie aufgrund einer Lungenspülung vor ca. sieben Jahren regelmäßige (am besten tägliche) Bewegung braucht und ich (zumindest wenn Komplikationen auftreten) nicht sicherstellen könnte, dass das gewährleistet ist.

Ich denke, ich überlasse das Züchten lieber denen, die etwas davon verstehen und würde mir, wenn es mal soweit ist (in ferner Zukunft hoffentlich erst) ein zumindest angerittenes Pferd kaufen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Skydancer
haflingerteam

haflingerteam

Beiträge
453
Reaktionen
27
Schade dass nicht alle so denken wir Cora. Ihr Beitrag gefällt mir sehr gut. Ich bin ja auch selber Stutenbesitzer, wir haben uns die Stuten jedoch mit dem Hintergedanken der Zucht gekauft. Also bei der Auswahl schon darauf geachtet, dass diese unserem Zuchtziel entsprechen usw. Ich kann aber auch aus eigener Erfahrung sagen, dass trotzdem nicht immer alles 100%ig glatt laufen muss. Manche Stuten stecken Trächtigkeit, Geburt und Fohlenaufzucht locker weg, andere hingegen geben quasi ihr letztes Hemd fürs Fohlen und sehen selber nur noch aus wie Haut und Knochen. Gerade wenn man die Stute auch im Sport weiterhin einsetzen möchte, ist das eine enorme Doppelbelastung. Ich höre es immer wieder, dass ambitionierte Reiterinnen überlegen, ihre Stute evtl. decken zu lassen wenn sie selber schwanger sind. Dann hat die Stute ein Jahr Turnierpause, kann in Ruhe ihr Fohlen kriegen und dann wieder einsteigen. Das ist in meinen Augen eine Milchmädchenrechnung.
Nicht jede Stute erlangt ihre volle Kondition und Konstitution wieder.
Und wie Cora auch schreibt, was ist, wenn etwas anderes raus kommt, als gewünscht. Sei es nun Geschlecht, Farbe, Charakter oder sonst irgendwas. Das Fohlen kann auch Bockhufe oder irgendeine Behinderung haben. Wenn ich selber nur eine Stute als Reitpferd hätte, würde ich sie nicht decken lassen, nur um ein Fohlen aus ihr zu haben. Dann lieber ein gutes passendes Pferd kaufen. Meine Stuten sind für die Zucht, meine Jungs zum Reiten...
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Gwenie
L

Lelie

Gast
Mir ist durchaus bewusst, dass ich keine Kopie meiner Stute erhalte und das Fohlen sich in vielen Punkten unterscheiden kann. Risiken gibt es immer.
Nur halte ich das Risiko ein charakterlich (ist mir am wichtigsten) passendes Pferd zu bekommen bei einem selbstgezogenen Fohlen für geringer als bei einem gekauften. Denn sehr, sehr viel hängt diesbezüglich von der Mutterstute ab. Es geht ja nicht nur um genetische Vererbung sondern auch um die "Erziehung" durch die Stute, da färbt schon eine Menge ab und prägt das Fohlen.
Wenn ich ein Fohlen aus einer fremden Stute kaufe, weiß ich nie so gut, wie die "drauf ist" und was das Fohlen beim Züchter in seinem ersten Lebensjahr erlebt hat.
Meine Stute wird während der Trächtigkeit im Sinne von Turniersport keine Doppelbelastung haben. Sie wird allerdings weiter geritten, so lange wie es geht und wie sie mag, weil sie das vom Kopf her braucht. Sie wird sonst wirklich unglücklich. Hört sich für einige vielleicht komisch an, ist aber so.
Damit ist ganz nebenbei (das ist nicht der Hauptgrund, warum wir das so machen werden) gewährleistet, dass sie körperlich und muskulär nicht so stark abbaut.
Und außerdem kann man dagegen doch über die Fütterung auch eine Menge machen. Natürlich braucht eine tragende oder laktierende Stute deutlich mehr und anderes Futter als ein Reitpferd. Wenn man das nicht anpasst, ist es ja kein Wunder, wenn die Stute abbaut.
Ich finde es zumindest falsch, Stutenbesitzer abzustempeln, weil sie ein Fohlen aus ihrer Reit-Stute wollen. So nach dem Motto: Gebären ist eine Lebensaufgabe.
LG Lelie
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Skydancer
S

Skydancer

Beiträge
2.680
Reaktionen
532
Aaaber: Meine Stute hat keine Papiere, ich weiß nicht mal, was da alles drin steckt. Da ist es schon schwierig, einen geeigneten Hengst zu suchen, schließlich möchte man ja nicht irgendwas züchten, sondern ein nettes Reitpferd.

Ich denke, ich überlasse das Züchten lieber denen, die etwas davon verstehen und würde mir, wenn es mal soweit ist (in ferner Zukunft hoffentlich erst) ein zumindest angerittenes Pferd kaufen.
Ich finde Coras Denkweise gut und richtig.
Ich persönlich lehne es total ab mit "Mixen" oder Pferden ohne Papiere zu züchten.
Zum Thema "Züchten denen überlassen, die davon was verstehen"..
JEDER Züchter hat mal so angefangen wie ich jetzt dieses Jahr...
Zu Deutsch: Null Plan...
Man muss sich eben bilden, durchfragen, lesen, etc. ERFAHRUNG muss man selbst sammeln, das kann einem keiner abnehmen!
Ein erfahrener Züchter in der Hinterhand, der mit Rat und Tat zur Seite steht ist aber Gold wert!!!

Das Schwarze ist von Haflingerteam, das Rote von mir:

Ich bin ja auch selber Stutenbesitzer, wir haben uns die Stuten jedoch mit dem Hintergedanken der Zucht gekauft.
Für den Eigenbedarf oder gewerblich?
Also bei der Auswahl schon darauf geachtet, dass diese unserem Zuchtziel entsprechen usw. Ich kann aber auch aus eigener Erfahrung sagen, dass trotzdem nicht immer alles 100%ig glatt laufen muss.
Hier hat ja auch keiner von irgendwelchen Wendyträumen gesprochen.
Man muss sich das Risiko ausrechnen, abwägen und dann eine Entscheidung treffen!

Manche Stuten stecken Trächtigkeit, Geburt und Fohlenaufzucht locker weg, andere hingegen geben quasi ihr letztes Hemd fürs Fohlen und sehen selber nur noch aus wie Haut und Knochen.
DAS ist aber auch eine Frage von Fütterung, Haltung und Management!
Züchten kostet in erster Linie Geld... Optimale Versorgung auch!

Ich höre es immer wieder, dass ambitionierte Reiterinnen überlegen, ihre Stute evtl. decken zu lassen wenn sie selber schwanger sind. Dann hat die Stute ein Jahr Turnierpause, kann in Ruhe ihr Fohlen kriegen und dann wieder einsteigen. Das ist in meinen Augen eine Milchmädchenrechnung.
Nicht jede Stute erlangt ihre volle Kondition und Konstitution wieder.
In meinen Augen kann diese Überlegung mit der richtigen Stute, dem nötigen Kleingeld, dem passenden Backround und mit tatkräftiger Hilfe durchaus gelingen!
Ist natürlich auch eine Frage der Planung!

Und wie Cora auch schreibt, was ist, wenn etwas anderes raus kommt, als gewünscht. Sei es nun Geschlecht, Farbe, Charakter oder sonst irgendwas. Das Fohlen kann auch Bockhufe oder irgendeine Behinderung haben.
DAS kann IMMER passieren.
Züchten heißt nicht klonen!
Auch bei einem Paul Schockemöhle kommen nicht nur tolle Fohlen zur Welt... Bei der rießen Masse fällt das aber nicht so auf! :rolleyes:

Wenn ich selber nur eine Stute als Reitpferd hätte, würde ich sie nicht decken lassen, nur um ein Fohlen aus ihr zu haben.
"NUR um aus ihr ein Fohlen zu haben" wiederspricht sich in sich schon mit dem Begriff "als Reitpferd" finde ich!

Wieso soll ich, wenn ich eine gute (!!!) sporterfolgreiche, gesunde, leistungsbereite Stute habe und die Umstände und das Kleingeld entsprechend sind, kein Fohlen aus einem "Reitpferd" ziehen? :confused:

Nur unterm Sattel können Zuchtstuten ihre Qualitäten unter Beweis stellen!
Ich finde es wichtig, dass Zuchtstuten geritten sind!
Man denke nur an Stutleistungen etc...

Dann lieber ein gutes passendes Pferd kaufen. Meine Stuten sind für die Zucht, meine Jungs zum Reiten...
Aber DAS "passende Reitpferd" hat auch erst mal jemand "gezogen"!
Und das ist in den wenigsten Fällen der gewerblich Profizücher mit 15 Stuten!

Meine Antworten drunter in ROT. :)

Ich finde, man muss unterscheiden, ob man ein Nachwuchspferd für sich züchten will oder glaubt ins "dicke Geschäft einsteigen zu können"!
Letzteres wird in der heutigen Zeit schwer möglich sein!

Jedoch hat jeder Züchter klein angefangen und sich raufgearbeitet.

Zur Zucht gehört in erster Linie: REALISMUS - ZEIT - GELD - GLÜCK - EINE GUTE (!!!) STUTE!!!!

EDIT: Hab ich noch vergessen.
Ich erhoffe mir nicht, ein "ähnliches" Pferd (dumm zu beschreiben) aus meiner Stute zu haben, sollte diese nicht mehr bei mir sein, sondern ich hoffe auf ein solides Dressurpferd für mich mit Potenzial für Klasse M.
Dabei steht "meine Stute" nicht (nur) als geliebtes Pferd im Vordergrund, sondern auch, weil sie die geeigneten Anlagen mit bringt.
Dieser Wunsch ist realistisch und beruht nicht auf "Träumereien"
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: Gwenie und Lore
urmeli1

urmeli1

Beiträge
1.529
Reaktionen
174
Von Zucht verstehe ich zwar gar nichts aber:
Ich bin froh, dass es auch mal einen Mix irgendwo gibt. Meiner ist ja Einer und ich kann mich kaum beklagen. Egal ob seine " Rasse" nachher einen Namen bekommen hat oder nicht. Ich weiß was drin steckt. Schade, dass er nie Nachkommen haben wird. Aber auch gut, dass er kein Hengst mehr ist...Haltungsmäßig und ich denke auch Verhaltensmäßig. Als Hengst hätte er eine stärkere Hand als meine gebraucht.
Ich möchte meinen MIX nicht missen.

LG urmeli
 
S

Skydancer

Beiträge
2.680
Reaktionen
532
Ich bin froh, dass es auch mal einen Mix irgendwo gibt. Meiner ist ja Einer und ich kann mich kaum beklagen. Egal ob seine " Rasse" nachher einen Namen bekommen hat oder nicht. Ich weiß was drin steckt. .
Ich sage ja auch nicht, dass ein Mix kein tolles Pferd sein kann, im Gegenteil.

Aber die genetische Absicherung fehlt oft ganz. (Hatten die Eltern vererbare Mängel bzw. Krankheiten, etc...!?)

Wie soll man so ein Pferd anpaaren, wenn man null über die Vorfahren weiß.
Egal ob Schwächen oder Stärken!

Bei einem Zuchthengst dauert es mitunter Jahre bis er sich bewährt hat und man Aussagen über seine Vererberqualitäten treffen kann....
Um Ausagen über die Quälität und Leistung treffen zu können gehen Hengste eben zur Körung und zur HLP und Stuten zur Stutbucheintragung und SLP.
DAS hat alles seinen Sinn....

UND nicht jeder Mix gelingt so gut wie deiner!!!
Teilweise werden die abenteuerlichsten Rassen gekreuzt und man bekommt die abenteuerlichsten Exterieurprobleme....

Und ich finde, es gibt schon genug Pferde die keiner haben will...
Auch welche mit Papier, keine Frage...
(Schaut die Preise an, auch für sehr gute Pferde!!! Der Markt ist voll mit guten, da gehen die schlechten unter!)
Auch "Rasse"zucht (was für ein dummes Wort) will überlegt sein... Stute und Hengst müssen passen...

Ist das das Risiko nicht etwas groß mit einem TOTAL unverforschtem "Genpool" womöglich noch ein Pferd mehr zu züchten, das keiner haben will?!

Und durch das Papier können einfach viel bessere Aussagen und Prognosen über die zuerwartende Vererbung gemacht werden!

Und wirklich wirklich nichts gegen deinen tollen Nicos! Ich halte ihn für sehr gelungen!
Sondern ganz generell, bitte versteh mich nicht falsch!

LG Sky

EDIT:
Ein Brandzeichen, ein Pferdepass und ein Abstammungnachweis sind auch Mittel zur Identifikation...
Ähnlich dem Personalausweis beim Menschen...
 
Zuletzt bearbeitet:
nanja1

nanja1

Beiträge
728
Reaktionen
147
Ich möchte einmal kurz einklinken:
Es wird häufig das argument gebracht:
Ich will mit meiner Stute züchten, weil ich dann ja weiß wie die mama es erzieht.

Aber da kenne ich einige die sich da verkalkuliert haben.
Gerade ältere Stuten werden mit dem ersten Fohlen gerne mal wunderlich,
oder machen Probleme...
Ich kenne zumindest 6 Stuten mit denen Post-erfolg gezüchtet wurde,
die also schon ein gesteigertes Alter hatten und nach der Geburt
die verschiedensten Probleme gemacht haben.
( Fohlen nicht anerkennen, Übervorsichtige Mama die niemanden ans Fohlen lässt, superängstlich, unverträglich mit anderen Pferden uvm)
Da sollte man sich nicht drauf verlassen, da ist jede Mary anders.

Natürlich hat eine Reitstute den vorteil, das man sie mal ein Jahr "parken" kann, aber den ansatz ich bin "tragend" Pferd soll tragend..
Hmm naja es gibt so viele liebe nette ausreichend Talentierte Pferde,
muss ich da noch eins mehr produzieren?

Sorry wenn ich jetzt was aus dem Rahmen falle, aber das Thema hör ich grad so viel... "wenn ich schwanger bin brauch ich keinen fürs Pferd die machen wir dann auch fett" finde ich den blödesten Grund für ein Fohlen.:(
Und dann "ich weiß ja das die mama so lieb ist dann wirds Fohlen auch so lieb"
vielleicht? oder nicht? wer weiß und garantiert das?
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Gwenie
L

Lelie

Gast
Es wird häufig das argument gebracht:
Ich will mit meiner Stute züchten, weil ich dann ja weiß wie die mama es erzieht.
Aber da kenne ich einige die sich da verkalkuliert haben.
Gerade ältere Stuten werden mit dem ersten Fohlen gerne mal wunderlich,
oder machen Probleme...
Ich kenne zumindest 6 Stuten mit denen Post-erfolg gezüchtet wurde,
die also schon ein gesteigertes Alter hatten und nach der Geburt
die verschiedensten Probleme gemacht haben.
( Fohlen nicht anerkennen, Übervorsichtige Mama die niemanden ans Fohlen lässt, superängstlich, unverträglich mit anderen Pferden uvm)
Da sollte man sich nicht drauf verlassen, da ist jede Mary anders.
Natürlich gibt es immer Risiken. Wie gesagt, ich halte die Wahrscheinlichkeit (über was anderes kann man gar nicht reden) einfach für größer, dass das Fohlen dann "passt".
Das mit dem Zuchtstutenalter stimmt schon. Allerdings, alle Stutenbesitzer, die hier das mit den Reitpferdestuten zur Zucht vertreten (Sarah, Sky, Gisa, ich...) haben Stuten, die noch nicht sooo alt sind oder vorher schonmal ein Fohlen hatten, mit dem sie ordentlich umgegangen sind.
Außerdem zeigt auch die große Verbreitung des Phänomens "Leistungsstute in Rente zur Zucht" im "Promi-Bereich", dass das so falsch nicht sein kann.

Hmm naja es gibt so viele liebe nette ausreichend Talentierte Pferde, muss ich da noch eins mehr produzieren?
Komisch, ich bin aufmerksamer Verkaufsanzeigen-Leser, einfach aus Interesse, und habe seit Ewigkeiten kein Pferd mehr gesehen, was zu mir rein nach der Anzeige gepasst hätte. In natura fallen ja auch immer noch viele raus.
Vielleicht liegt das auch daran, dass ich als Nachwuchspferd ein VS-Pferd haben möchte und die eh rar gesäht sind. Bei Springern oder Dressurpferden sehe ich das noch ansatzweise ein, aber für mich kann ich das überhaupt nicht unterschreiben.
Denn VS-Pferde sind mehr, als der Ausschuss der normalen Warmblut-Zucht, der weder toll springen noch sich bewegen kann.
LG Lelie
 
urmeli1

urmeli1

Beiträge
1.529
Reaktionen
174
Skydancer
Um Ausagen über die Quälität und Leistung treffen zu können gehen Hengste eben zur Körung und zur HLP und Stuten zur Stutbucheintragung und SLP.
DAS hat alles seinen Sinn....

Das hat mit Sicherheit seinen Sinn und seine Berechtigung

UND nicht jeder Mix gelingt so gut wie deiner!!!
Teilweise werden die abenteuerlichsten Rassen gekreuzt und man bekommt die abenteuerlichsten Exterieurprobleme....

Davon halte ich auch nichts. Es wurde nur so generell gegen Mixpferde geschrieben. Da wollte ich doch ein wenig was zu schreiben ;)

Und wirklich wirklich nichts gegen deinen tollen Nicos! Ich halte ihn für sehr gelungen!
Sondern ganz generell, bitte versteh mich nicht falsch!

Ich verstehe Dich nicht falsch...denke ich...:) Nicos ist kein Superpferd und hat bestimmt auch das ein oder andere Schlechte von seinen Eltern abbekommen.....? Was ist schlecht? ...ne Spaß beiseite. Ich habe ihn sofoert in mein Herz geschlossen und er war halt "mein" Pferd. Übrigens gehört er der Rasse Barockpinto an. Finde ich zwar unsinnig aber was solls.

Nicos hat einen Equidenpass und einen Chip. Sonst habe ich keinen Abstammungsnachweis.Ich weiß nur, dass Mutter Friesenstute und Vater Pinto war.
Wie ist das jetzt eigentlich? Wenn Nicos Hengst geblieben wäre und diese Rasse Barockpinto neu eingerichtet wird.....wäre er dann nach Körung usw. ein Zuchthengst?
Interessiert mich echt mal.

LG urmeli

P.S.: ich lese das hier, weil ich es interessant finde......ich will hier bestimmt niemanden kritisieren. Dazu fehlt mir total der Hintergrund! Also nicht böse sein :)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Skydancer
nanja1

nanja1

Beiträge
728
Reaktionen
147
@Lelie: willkommen im Club, ich bin wie du ja weißt auch VS ler mit Leib und Seele. und gerade VS Pferde habe ich letztes Jahr als ich am Suchen war in Massen und Rudeln gefunden. Gerade rund um Hamburg-Bremen...
Echt der Wahnsinn. Und nichtmal teuer!

Ich will auch nicht sagen dass man sich nicht seinen Nachwuchs selber ziehen sollte ( das muss jeder selbst entscheiden) aber gerade wenn ich was bestimmtes haben will, steigt die Chance das mein Zögling nicht die Idealbesetzung ist. Und was ich mich da denn immer frage ist:
Was passiert dann? Ist der Züchter so flexibel und kann sich mit einem "falsch besetzten" Fohlen einigen? Wenns nu gar nicht springen kann?
Oder beisst man dann die Zähne zusammen und geht da durch?
( wo ich meine Probepferde im Stall hatte hab ich tatsächlich von Frauen gehört "der passt aber viel besser zu mir wie meine" und die haben für das Probepferd ihre eigenen stehen lassen. ) Finde ich endgrausam!

Und bei meinem Fohlen kann ich nicht wieder absteigen und sagen "passt nicht, nächster"!

Das sollte man meiner Meinung vorher bedenken,
und wenn ich da nicht flexibel genug bin um mich auf den Zögling einzulassen ( also auch zu sagen wenn springen nicht geht reit ich Dressur, oder nur Freizeit) dann sollte ich mir das gut überlegen.
Da unterstelle ich auch den hier anwesenden ( und von dir angesprochenen)
das man sich da Gedanken drüber gemacht hat.
 
Thema:

Stutenbesitzer, die eigenes Fohlen wollen