Wie würdet Ihr es machen?

Diskutiere Wie würdet Ihr es machen? im Ausbildung Forum im Bereich Pferde; Ich war gestern nach vier Tagen koppelfrei das erste Mal wieder mit dem Lütten auf unserem Reitplatz. An einer langen Seite stehen jede Menge...
franzl

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Ich war gestern nach vier Tagen koppelfrei das erste Mal wieder mit dem Lütten auf unserem Reitplatz. An einer langen Seite stehen jede Menge Bäume und Büsche. Diese lange Seite und ganz besonders eine Ecke war gestern total böse. So böse, dass ich gleich nach dem aufsteigen wieder runter bin und Pferdi sicherheitshalber in besagte Ecke und ein paar Mal an der langen Seite lang geführt habe.

Reiten war danach trotzdem kaum möglich. Mal gings an der Seite und in der Ecke, mal wieder nicht. Nach dem dritten Mal unkontrolliert wegspringen wegen nichts bin ich energisch geworden, d. h. habe ihn mit Sporen und etwas lauteren Worten ("...du Spinner, da ist immer noch nichts...") in die Ecke gestellt. Damit einhergehend wurde meine Hand wieder stärker, mein Sitz schlechter... Danach habe ich diese lange Seite immer mit drei Volten gespickt, bin sozusagen nur noch Kringel geritten, um ihn zu beschäftigen. Augen und Ohren waren immer gepitzt, er war nicht bei der Sache und nicht bei mir. War also auch nicht die Toplösung...

Eigentlich wollte ich solche Aktionen nicht mehr :(. Geht es auch anders? Hätte ich mir eine Longe holen sollen und lieber longieren auf dem Zirkel mit der Ecke? Hätte ich es weiter ignorieren sollen? Was hättet Ihr gemacht? Geht es euch auch mal so, dass ihr im nachhinein lieber etwas anders gemacht hättet? (Wie ich jetzt, hätte doch lieber eine Longe holen sollen)

Bin gespannt...
 
19.07.2007
#1
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Connys Schimmel

Connys Schimmel

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AW: Wie würde Ihr es machen?

Hallo franzl....jaja die bösen Gespenster, die immer da auftauchen wo eine Minute vorher noch alles in Ordnung war..
Jimmy kann das auch super gut...Naja im Noramlfall lasse ich ihn da auch nicht ohne weiteres einfach weglaufen,denn es gibt ja keinen Grund dafür.Ich reite dann auch so wie du vermehrt an der Stelle entlang,mache Volten und rede und lobe ihn,meist beruhigt er sich dann.
Es gibt aber auch Tage da hilft aller Zuspruch nichts und die Ecke bleibt ein Ungetüm,dann wende ich ab mache eine ganze Zeit was anderes und versuchs dann nochmal,mal mit mehr oder weniger Erfolg.
Ich habe festgestellt,das wenn ich ihn dann zu energisch zurecht weise so in der Art wie du auch er sich nur noch mehr aufspult.
Mittlerweile sage ich dann nach zwei bis drei Versuchen,was solls...machen wir morgen da weiter und reite ganz woanders lang oder gehe noch ins Gelände.
Und witzigerweise ist am nächsten Tag wieder alles im grünen Bereich!!

Gruss Conny
 
Bino

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AW: Wie würde Ihr es machen?

Die beste Methode ist: aufhören!

Wenn du weißt wo er wegspringt, versuche so lange daran vorbeizureiten, bis er es mindestens einmal gemacht hat. Lob ihn und dann geh aus dieser Situation raus. Geh in die Halle oder ausreiten, spazieren. Irgendwas.
Aber zwingt das Pferd nicht dort noch hundertmal vorbeizureiten. Ihr stachelt euch da nur gegenseitig hoch.

Ich weiß wie verdammt schwer es ist, in der Rage dann einfach aufzuhören, aber glaubt mir, es ist das beste was ihr machen könnt.
Versucht es erst mit Gefühl und wenn es nicht klappt mit ein bisschen mehr Druck. Und wenn er an der besagten Stelle vorbei ist, geht ihr einfach vom Platz runter. Und morgen weiß er schon gar nicht mehr, dass dort etwas war.

Man kann leider nicht in die Köpfe unsere Vierbeiner schauen, aber man sollte es ihnen dann doch nciht unnötig schwer machen und sich selbst schon gar nicht. Das zerstört die wichtige Bindung. Das Vertrauen zu dir schwindet und es wird immer wieder irgendwo Geister sehen!

Verlasst ihr das ganze jedoch mit einem positiven Ereignis (in diesem Fall am Gespenst vorbei) stärkt das eure Bindung eher.

Ärgern bringt rein gar nichts... ich bin leider auch so ein ungeduldiger Mensch... aber wenn ich merke es bringt nichts. Halte ich an, versuche meine Wut irgendwie weg zuschieben. Zur Not steigt man eben ab. Einfach mal Luft holen. Dann noch eine gewollte Lektion reiten, die dann aber auch klappen muss und dann eifnach aufhören. Verdammt schwer, denn die meisten prügeln dann irgendwann nur noch sinnlos in das Pferd ein und machen es eher schlimmer und das Pferd versteht nicht einmal was los ist...
 
Gwenie

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Hi franzl!
Habe dein Problem schon in deinem Blog gelesen.
Für mich hört es sich so an dass dein Lütte nach dem vielen frei gut gelaunt war und seine Energie frei machen wollte.
Vll. solltest du ihn nach so vielen freien Tagen erst einmal an die Longe nehmen damit er diese Energie loswerden kann.
Und wenn er dann immer noch Gespenster sieht, vll gar nicht so einen "Aufstand" damit machen. Meine damit nicht wieder absitzen und ihm die Ecken zeigen- da kann er auch auf den Gedanken kommen dass da was "böses" ist. Weil du extra absitzt.
Versuche doch einfach selbst ruhig zu bleiben, auf sein gegucke gar nicht zu reagieren. Sollte er wegspringen eine Volte /Zirkel da anlegen und mit Ruhe nochmal vorbei.
Ich weiß es schreibt sich einfacher als es ist, aber wenn du ruhig bleibst, selber ein paarmal tief durchatmest wird dein kleiner auch merken dass da nichts ist.
Wenn du merkst dass du dich aufregst und verkrampfst, Schrittpause!
Wenn du merkst es hilft alles nichts dann höre auf, mache was anderes!
 
franzl

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Hi,

so viele Antworten... danke.

Ihr habt schon recht... absitzen und Longe wäre die bessere Lösung gewesen. Sehe ich im nachhinein ja genauso (Halle zum ausweichen haben wir nicht und ins Gelände wollte ich nicht wegen der Bremsen).
Einfaches geglotze ignoriere ich inzwischen. Hier war es jedoch so, dass er bis auf den letzten Muskel angespannt stand, Kopf hoch und auf mein Treiben nur steigen/buckeln/wegrennen wollte - und dass mind. 10 m vor besagter Ecke. Daher bin ich abgestiegen. Ich kenne das von ihm nicht so, dass er, wenn ich ihm das Monster dann gezeigt habe, weiterhin so einen Aufstand macht. Wahrscheinlich war er tatsächlich zu übermütig, obwohl es bei uns sehr warm war.

Allein vom reiterlichen war die Situation nicht sooo schlimm. Verhauen habe ich ihn nicht (reite gar nicht mit Gerte), nur ziemlich energisch in die Ecke geschickt. Ich denke auch, das jedes Pferd vielleicht anders reagiert. Falls es ein nächstes Mal gibt, werde ich es anders machen. Mal sehen, was besser ist.

Jedenfalls finde ich es interessant zu lesen, wie andere in solcher Situation reagieren. Ganz aufgehört wie Bino hätte ich z. B. nie, da ich nicht glaube, dass das Pferd den Zusammenhang "vorbeigehen ist brav, wir hören auf, also gehe ich nächstes Mal gleich weiter" versteht, weil das Vorbeigehen auf einem bekannten Reitplatz ja eigentlich "normal" ist. Wenn es nächsten Tag gleich klappt, kann ich ja auch nicht gleich wieder aufhören...

Wenn ich nachher noch motiviert bin, gehe ich wieder auf den Platz, kucken, ob die Monster noch da sind :D
 
monika11

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ich würde auch so reiten wie die _Sarah das beschrieben hat. Erst einmal in der Hälfte mit der monsterecke Zirkel reiten, dabei das Pferd eher nach innen stellen, den Zirkel vergößern und sich so an die Monsterecke ranarbeiten.
Oder Schenkelweichen/Schultervor , so das dein Pferd in Richtung Bahnmitte schaut,3. hufschlag langsam an die Ecke ranarbeiten.Nächste Runde dann zweiter Hufschlag usw.
Immer beschäftigen, abwechlungsreich reiten nie das Pferd gerade laufen lassen.achte darauf, das dein Pferd schön schwungvoll geht und von hinten was macht, fleissig ist.
Dann sollte die Ecke auch an Anreiz verlieren.
Ganz wichtig- nicht von oben auf das Pferd einschreien, das bringt gar nichts, das versteht das Pferd nicht und kann es nicht zuordnen.
Beim ersten mal im Schritt ruhig durch die Ecke reiten, dabei sitzenbleiben, energisch treiben, das Pferd darf schauen,aber nicht stehenbleiben, nicht loben oder strafen.
 
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franzl

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Moin,

@monika
so habe ich es ja auch erst versucht. Ging 2 - 3 mal gut, dann wars das wieder...
Beim ersten Mal im Schritt ruhig durch die Ecke reiten und treiben hätte ich ja gerne gemacht, nur, wie oben beschrieben, blieb er gleich nach der Ecke der langen Seite vor der nächsten Monsterecke wie ein Denkmal stehen. Da war nix mehr mit treiben, auf mein treiben eben nur vorne hoch, zur Seite weg, buckel etc., das volle Programm eben. Und mit gleich meine ich gleich... bin gerade aufgestiegen, auf den Hufschlag mitte der ersten langen Seite und nach der ersten Ecke war es schon passiert.

Er (oder besser wir?) hatte(n) definitiv einen schlechten Tag. Gestern war ich trotz massivem Bremsenbefall im Gelände und bin danach noch auf den Platz, je eine runde Schritt/Trab/Galopp abgefragt, zwar guckig, aber o.k. Habe keine "richtige" Dressurarbeit mehr gemacht, hab dann aufgehört.

Gibts noch mehr Erfahrungen?? *neugierigsei*
 
monika11

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In dem Fall hätte ich eine Kehrtvolte geritten, dann angehalten und rückwärts gerichtet, so das sich das Pferd dann am Ende in der Ecke befindet.Oder Schenkelweichend zur Seite in die Ecke rein.
Was ist mit Zirkel vergrößern und reiten auf dem 3. Hufschlag?
 
franzl

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Kehrtvolte wäre wohl möglich gewesen, warscheinlich mit einem gehörigen Satz nach vorne... Schenkelweichen in die Ecke never, er hat ja gar keine treibenden Hilfen mehr angenommen. Zirkel vergrößern und dritter Hufschlag hätte ich mich evtl. rantasten können, obwohl mir aus der Ecke erstmal höchstens eine Volte gelungen wäre...
 
monika11

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Wenn das Pferd keine Hilfen mehr annimmt, dann musst du nochmal vermehrt an der Durchlässigkeit arbeiten bzw. deine hilfengebung deutlicher gestalten.
Stell dir mal vor, du bist in einer brenzligen Situation im Gelände und das Pferd entzieht sich da auch alles Hilfen, deshalb ist es wichtig dieses Problem in der Bahn anzugehen, damit sowas im Gelände gar nicht erst passiert.
Also viele Gehorsamsübungen wie Rückwärtsrichten einbauen.
Wie gesagt- reite erstmal gar nicht in die Ecke rein, arbeite auf dem 3. Hufschlag und taste dich dann langsam auf den Hufschlag.Wenn das Pferd vorher 5 mal an der Ecke vorbeigegangen ist und nichts gemacht hat und meint, beim 6. Mal meint wegspringen zu müssen , dann bleib dran, beiß dich fest wie ein Terrier und beharre dadrauf, das dein Pferd mit dir auch beim 7. Mal noch genauso an der Ecke vorbeigeht.Nicht aufgeben , aufhören oder ignorieren sondern weitermachen und das Pferd nicht durchkommen lassen. Wenn es gleich von Anfang an wegspringt, ok, dann ist das etwas anderes, dann musst du eine ganz andere Taktik überlegen.
Wie ist es denn, wenn andere Pferde auf dem Platz sind oder ist das egal?
 
Hopsala81

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Hey, bei uns ist es nicht der Platz, sondern die Halle wo die Pferdefressenden Monster lauern :) Früher hab ich mich auch immer drüber aufgeregt, vor allem wenn er schon 10 Mal ohne zu zucken vorbei gegangen ist und beim 11. Mal total die Meise kriegt! Aber des bringt alles nichts, nach Pausen longier ich meinen Bär sowieso erst ab, negative Spannung abbauen sozusagen, ich hatte auch schon ein Pferd wo es immer besser war sie vorm reiten einfach 10, 15 min zu longieren, nicht nur wenn sie gestanden hat. Fängt er dann beim reiten an so guckig zu sein, ist es das Beste einfach ignorieren und weiter reiten. Hört es dann nach 3, 4 Runden nicht auf, lass ihn alle möglichen Lektionen direkt aufeinander folgend gehen, das er denken muss, dann ist die Ecke vergessen und nach dem reiten legt sich der Esel dann genau in die Ecke zum genüsslichen Wälzen *grrrr*
Er ist eigentl. ein ganz "cooles Schw...", nur ab und zu hat er lange Weile und testet mal etwas, mich freut´s, dann ist er meist gut drauf...
 
franzl

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Mit anderen Pferden wäre es warscheinlich das Selbe gewesen. Wie gesagt, ich bin gerade losgeritten. Eine halbe lange Seite, erste Ecke und dann kam die Erstarrung. Kann ich aber nicht genau sagen.

Im Gelände hatte ich so eine Situation auch einmal. Zur Salzsäule erstarrt und ein zitterndes Pferd, auch richtig Panik im Auge. Weiterreiten endete mit einem Ausflug aufs Feld. Ich bin dann auch abgestiegen, weil es keine andere Möglichkeit gab, ohne großen Umweg nach Hause zu kommen (hätte komplett umdrehen müssen oder mitten auf dem Acker lang). Dank der Bodenarbeit bleibt er an der Hand bei mir. Im Sattel vertraut er mir noch nicht 100% (hab' ihn ja auch noch nicht so lange :rolleyes:), am Boden schon.

An der Durchlässigkeit müssen wir noch arbeiten, keine Frage! Im Busch gestern hat er zu Anfang auch erst nach der dritten (dann schon recht deutlichen) Parade durchpariert zum Schritt (aus Trab). Das wird dann natürlich geübt :D.
 
monika11

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Wenn das passiert, das Pferd nicht glotzen lassen. Sofort irgendwie versuchen das Pferd vorwärts , seitwärts oder sonstwie wegzubekommen, denn sonst kann es sein, das dir das Pferd sofort eine Kehrtwendung macht oder ähnliches. Nur gleich und schnell reagieren, aber weder bestrafen noch loben oder tätscheln.
 
franzl

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Hab' ich ja gemacht! Quittung war ein Durchgehen übern Acker! Loben tue ich bei so etwas grundsätzlich nicht und strafen eigentlich auch nicht. Ich versuche schon, ziemlich "normal" weiter zu reiten...
 
devil'sgold_w15

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ach ja. . . ich liebe junge Pferde!!!! Das ist nromal, das wird dir immer wieder passieren *erfahrung*
Bei meinemhilft bei solchen Gespenster*die er zum Glück fast nei sieht* ghanz viel flacher Wadendruck, ne schöne Biegung um den inneren Schenkel oder einfach den hals von den Geistern wegstellen. . .
LG devilchen
 
franzl

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@mueffy
das versuche ich auch. Bei "normalen" Schrecksekunden funktioniert das auch Gestern z. B. hat der Stallbesi die große Tür der Wellblechhalle zugeschoben, als wir gerade mit dem Rücken dazu standen. Da war die kurze Seite auch böse. Er ist in den nächsten Runden zwar spannig und nach außen gestellt da lang gegangen, aber er ist gegangen! Da kann man das gut ignorieren und einfach weiter reiten.
Off topic war aber, das GARNICHTS mehr ging. Alle viere in die Erde gerammt, auf treiben nur steigen und auf der HH kehrt. Da war echt nichts mehr mit "einfach weiterreiten und das Verhalten ignorieren". Gestern konnte ich drüber lachen und drüber wegreiten. Nach jew. zwei Zirkeln auf beiden Händen war das Thema durch. MAche ich ja normalerweise auch, aber Off topic war für mich halt nicht normal... so eine Reaktion von dem Pferd war mir völlig fremd (ist bis heute auch nicht wieder vorgekommen...)
 
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