Westernreiten - Allg. Infos

Diskutiere Westernreiten - Allg. Infos im Westernreiten Forum im Bereich Reitsport; Soooooo,....hier werd ich nun versuchen, dem interessierten Pferdefreund nach und nach (alte Frau ist kein D-Zug ;) ) etwas Wissen über das...
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Soooooo,....hier werd ich nun versuchen, dem interessierten Pferdefreund nach und nach
(alte Frau ist kein D-Zug ;) ) etwas Wissen über das Westernreiten und alles damit verbundene näher zu bringen :) :D

....auch ich mache Fehler. Wenn jemandem also Fehler auffallen, schickt mir eine PN ;)

LG Heike

Damit es in diesem Thread nur Infos gibt, schließe ich den Thread nach jedem Posting.
Fragen oder Anmerkungen sind im Forum herzlich Willkommen :)
 
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Die DISZIPLINEN Teil 1

Reining ist eine Dressur im Western-Reitstil, die im Galopp geritten wird.

Die Elemente einer Prüfung stammen aus der Arbeitswelt zu Pferd, die jedoch in Anlehnung an die klassische Dressur zu einer "sportlichen Kunstform" umgesetzt wurde: schnelle und langsame Galoppzirkel, fliegende Galoppwechsel, Drehungen auf der Hinterhand (Spins), rasante Stopps (Sliding Stops), Hinterhandwendungen (Rollbacks) und Rückwärts-Richten.
Die aufgezählten Elemente wiederholen sich in jeder Prüfung, sind jedoch unterschiedlich angeordnet.

Es gibt bei der NRHA zehn Pattern (Aufgaben), die im Regelbuch festgehalten sind und auf jedem Turnier je nach Klasse ausgeschrieben werden.

Reining erinnert durch die Reitweise an die Herkunft dieses Reitsports; so ist zum Beispiel die Zügelführung in den meisten Prüfungen einhändig.

Erwünscht ist die exakte Kontrolle des Pferdes am losen Zügel durch minimale Zügel, Schenkel- und Gewichtshilfen sowie durch die Stimme.
Eine Reining wird immer auswendig geritten; jedes Abweichen von der vorgeschriebenen Aufgabe führt zu einer Score (Bewertung) von 0.

Kleinere Ungenauigkeiten werden mit Strafpunkten geahndet, besonders gute Ausführungen mit Pluspunkten belohnt. Pro Manöver max. –1,5 oder + 1,5 Punkte in 0,5er Schritten.
Die Bewertung erfolgt nach standardisiertem Richtsystem.

Jeder Reiter beginnt mit einem Punkteguthaben von 70, und bekommt je nach Ausführung der Aufgabe Plus oder Minus für seine Manöver bzw. vorgeschriebene Strafpunkte angekreidet.


So sieht z.B. eine Pattern aus

Video einer ziemlich perfekt gerittenen Reining:

Video

Custom Legend und Andrea Fappani beim NRBC 2007 mit einem Score von 236,5 (!!!)
Der höchste europäische Score, der je erreicht wurde ist 233,5.


Weitere Infos (und zugleich auch meine Quellen) gibts hier:
www.nrha.de (NRHA)
www.westernreiter.com (EWU)
www.dqha.de (DQHA)
 
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Die DISZIPLINEN Teil 2

Cutting
Reiter und Pferd haben 150 Sekunden Zeit, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, die Rinder aus einer Herde zu separieren und daran zu hindern, wieder zurückzukommen. Für eine optimale Präsentation arbeiten die Cutter in dieser Zeit zwei bis drei verschiedene Rinder.
Die Zeit läuft, wenn das Pferd die Zeitlinie ca. zehn Meter von der Herde überquert und endet mit einem Tonsignal. Ein Bonus wird unter anderem gegeben, wenn das Rind in der Mitte der Arena gearbeitet wird, dort vom Reiter kontrolliert und in der Mitte gehalten wird.
Der Cutter wird bei seiner Arbeit von vier selbstgewählten Helfern - zwei Herdholder zum Kontrollieren der Herde und zwei Turnbacks zum möglichen zurückdrängen des Rindes zur Herde - unterstützt. Wenn das Pferd langsam in die Herde geht, beginnt der Reiter, ein Rind auszuwählen.
Gute Cutter studieren die Herde, bevor sie in den Wettkampf gehen, um herauszufinden, welches Rind für eine besonders attraktive Darstellung ihres Pferdes geeignet ist. Der Richter vergibt eine Punktzahl zwischen 60 und 80, wobei er zu Anfang des Ritts eine Durchschnittsbewertung von 70 im Kopf hat.
Der Reiter trennt ein Rind und positioniert sein Pferd für den Cut ("Schnitt"). Indem der Reiter die Zügelhand bis knapp über den Pferdehals senkt, signalisiert er dem Pferd, daß dieses unabhängig und ohne Führung des Reiters zu arbeiten hat. Das Pferd soll nun selbstständig bei durchhängendem Zügel verhindern, daß das separierte Rind zur Herde zurückgelangt.
Wird das Rind untätig oder verliert es gar die Lust, zur Herde zurückzukehren, hebt der Reiter die Zügel an und signalisiert Pferd und Richter, das Rind aufzugeben. Als Zeitpunkt des Quittens (beenden) gilt, wenn der Reiter seine Zügelhand hebt und die freie Hand auf den Hals des Pferdes legt, auch wenn das Pferd noch nicht unverzüglich stoppt.
Das gearbeitete Rind kann nun in die Herde zurückkehren und das Aussuchen einer anderen Kuh beginnt. Es gibt drei Voraussetzungen, die dem Reiter das Ende des Cutting an einem Rind erlauben: Die Kuh steht vollkommen still, dreht sich eindeutig vom Reiter weg oder verschwindet hinter die Turnbacks und die Zeitlinie.
Hebt der Reiter zu irgendeinem anderen Zeitpunkt, zufällig oder nicht, die Hand, zieht der Richter drei Punkte für einen "Hot Quit". Benutzt der Reiter den Zügel, so ergibt dies jedesmal einen Strafpunkt. Verliert der Teilnehmer ein Rind, wird das mit fünf Punkten bestraft. Hier handelt es sich um einen Hauptfehler, denn Sinn des Cutting ist es, das Rind nicht nur auszusondern, sondern dieses auch am Zurücklaufen zu hindern.
Die Helfer sind äußerst wichtig für den Cutter, wobei die Corner Men wohl noch wichtiger sind. Sie müssen dem Reiter helfen, indem sie zum Beispiel vor dem Deep Cut, dem ruhigen und tiefen Hineinreiten in die Herde (ein Deep Cut muß im Wettbewerb gezeigt werden), die Herde richtig zusammenstellen.
Zwei gute Corner Men sind die halbe Miete. Ein Viertel hängt davon ab, ob das eigene Pferd gut geht und das letzte Viertel machen die Turnbacks aus.
Dazu kommt natürlich die Nervenstärke und vor allem auch die Routine des Reiters. Das richtige Rind sollte dem Reiter schon vor dem Hineinreiten bekannt sein und bei einem faulen Rind sollte der Reiter die Nervenstärke haben, möglichst schnell den Cut zu beenden. Der Richter erkennt eine Entscheidung für ein Rind sehr früh.
Bei zwei Bewegungen auf ein bestimmtes Rind hin oder vielleicht sogar nur einer unmißverständlichen Bewegung auf ein Rind gilt diese Kuh als ausgewählt. Wechselt er dann och das Rind, gibt es fünf Strafpunkte. Ein Deep Cut demonstriert übrigens die ganze Nervenstärke des Cutting-Pferdes. Eben noch in blitzschneller Aktion, muß es nur Sekunden später losgelöst und ohne die Rinder zu beunruhigen, tief in die Herde hineinreiten.
Cutting hängt also in ganz wichtigen Faktoren von der Hilfe anderer ab. Ein Umstand, der die Cutter zu einer besonderen Gemeinschaft zusammenbringt. Jeder Reiter sollte Helfer haben, die beim Wettkampf die Rinder beobachten und so entscheidende Tips geben können. Gerade hier ergibt sich auch eine Möglichkeit für Anfänger in dieser Disziplin.
Hat man selbst kein Cutting-Spitzenpferd, so mag man vielleicht dennoch mit seinem vierbeinigen Partner ein idealer Helfer für einen Cutting-Reiter sein und sich als Turnback oder Cornerman Sporen verdienen. Hat der Cutter keine eigenen Leute dabei ist er auf die Hilfe anderer Turnierteilnehmer angewiesen. Kurzfristig bittet er im Abreitering andere Cutter um Unterstützung, die im Normalfall stets mit bestem Gewissen gewährt wird. Das ist unter den aktiven Cuttern eine Selbstverständlichkeit.
Welches Rind ist nun das richtige: Eins, das schon kurz und gut gearbeitet hat, sollte man wieder nehmen. Gut ist auch ein kurzer Halsansatz und ein tief gehaltener Kopf bei der Kuh.
Denn Rinder, die den Reiter mit hoch erhobenem Kopf anschauen, haben meist keinen Respekt vor dem Pferd. Favorisiert werden müssen deshalb Rinder, die schon beim Deep Cut versuchen, sich von dannen zu machen. Auch Kühe, die stehen bleiben, haben meist nicht so großen Respekt.
Eben diesen Respekt sollen übrigens auch die besonders geschnittenen Chaps der Cutter vermitteln, die nur an den Oberschenkeln verschnürt sind und breit ausfächernd über die Schuhe heraushängen.Ist nämlich das Pferd beim Cutting und springt es rasch von der einen auf die andere Seite, "Blähen" sich die Chaps mächtig auf und vermitteln dem Rind einen noch imposanteren Eindruck vom Gegenüber.
Auch beim Cutting sind feinste Hilfegebungen ausschlaggebend. Dafür liegt die Hauptarbeit beim täglichen Training zu Hause. Die Pferde müssen Kondition haben und auf leichtesten Schenkeldruck reagieren. Denn hier liegt die Aufgabe des Reiters, wenn er sein Pferd dazu bringen will, aktiv zu sein. Beim Turnier kommt es ebenfalls auf Kleinigkeiten an.
So ist die Position zum Rind entscheidend. Das Blocken des Rindes und nicht das Treiben ist das Ziel des Cutters. Dazu muß der Reiter parallel zur Kuh liegen und einen kleinen räumlichen Vorsprung besitzen. Der Pferdekopf sollte etwa auf Höhe der Rinderschulter sein. Das verstehen die Cutter unter "Working Advantage": Der Cutter muß agieren, das Rind muß reagieren. Der Reiter hat den Ton anzugeben und damit zu bestimmen, wo das Rind herläuft. Ein Rind in der Bahnmitte zu halten, ist Sache des Reiters.
Beim Cutting müssen die Pferde stets auf einer guten Position zum sich hin- und herdrehenden kleineren Rivalen liegen. Für eben diese Wendigkeit sind bevorzugte Cutting-Pferde kleiner als ihre anderen Westernkollegen.
Ein Stockmaß so um die 1,50 Meter gilt als ideal, um auf kürzester Distanz extreme Bewegungen auzuführen.
Ein typischer Anfängerfehler ist das fehlende Vertrauen des Reiters in sein Pferd. Schnell will der Neuling mitlenken, und sei es auch nur unbewußt.
Ähnlich wie beim Motorradfahren gilt es auch hier, anfangs zu lernen, sich gemeinsam mit dem Pferd in einer Linie in die Bewegung zu legen. Ist dem Cutting-Schüler dies in "Fleisch und Blut" übergegangen, gehört er vielleicht schon bald zum stets gelassen wirkenden Kreis der aktiven Cutter, die mit einer festen Strategie in die Arena gehen.
Denn das ist es, was wohl den besonderen Reiz des Cutting ausmacht: In 150 Sekunden kommt es auf das Zusammenspiel von Reiter, Pferd, Rind und Helfern an. Und wer gut ist, weiß auch sein Pferd genau einzuschätzen und seine Helfer entsprechend einzuweisen.


Hier ein paar tolle VIDEOS dazu:
Chiquita Pistol, NCHA Tripple Crown Gewinnerin bei der Arbeit am Rind:
[ame="http://youtube.com/watch?v=gqmkLftA3no"]hier klicken[/ame]

Ein Quarter Horse cuttet OHNE Reiter
[ame="http://www.youtube.com/watch?v=LMlhLjDk2I8"]Ein Cuttingpferd braucht nicht unbedingt einen Reiter :D[/ame]

The Trill of Cutting
[ame="http://www.youtube.com/watch?v=FlnZ5roGPF4"]in Englisch[/ame]

Weitere Informationen und Quellen:
www.ncha.de
www.dqha.de
 
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