Wie schädlich ist Springen für die Beine?

Diskutiere Wie schädlich ist Springen für die Beine? im Springreiten Forum im Bereich Reitsport; Hi Leute, ich hab mich das schon oft gefragt und noch nie eine befriedigende Antwort bekommen, wie schlimm Springen wirklich für die Pferdebeine...
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Lelie

Gast
Hi Leute,
ich hab mich das schon oft gefragt und noch nie eine befriedigende Antwort bekommen, wie schlimm Springen wirklich für die Pferdebeine ist.
Neulich hab ich dann noch einen Artikel gelesen, in dem von einem Tierarzt gesagt wurde, dass eine Diagonale Mitteltrab die Sehnen so sehr belastet, wie ein L-Parcours, da hab ich nur gedacht "so schlimm kann's ja dann auch wieder nicht sein".
Wie steht ihr dazu? Was habt ihr für Erfahrungen gemacht? Mir geht es vor allem um die Belastung bei halbwegs normalem freizeitmäßigem Springen, also so auf maximal A/L-Niveau.
Wie würdet ihr mit Pferden mit alten, ausgeheilten Beinverletzungen umgehen? Würdet ihr mit denen springen?
Ich bin mal gespannt...
LG Lelie
 
Gwenie

Gwenie

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Mmmh gute Frage. Bei einer Reportage habe ich mal gesehen, wie weit das Fesselgelenk beim Aufkommen zu Boden gedrückt wird, die sagten auch dass bis zu einer Tonne auf den Vorderbeinen lasten würde.
Aber ich denke auch, dass ein bißchen Freizeitmäßiges Springen, grade E, nicht soo schlimm ist.
Und wenn man sein Pferd vorher ordentlich Warm reitet und die Sehnen und Bänder so gut gymnastiziert wurden spricht da wohl nichts gegen.
Haben bei uns auch eine Stute am Stall, die letztes Jahr noch einen Sehnenanriss hatte und jetzt etwas über Kreuze springt.
Gruß
Gwenie
 
Steffi2

Steffi2

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Ich hab öfter mal ausgediente Springpferde geritten, die sind L oder M gegangen und hatten alle kaputte Sehnen in den Vorderbeinen...:( Beim normalen dressurmäßigen Reiten gab es nie Probleme und mit dem Wallach bin ich auch ab und zu gehüpft, aber richtig Springen ging mit denen nicht mehr. Mehr als E hätten die nicht mehr unbeschadet überstanden. Mein Flashy hat auch kaputte Sehnen, aber bei ihm ist es nicht so schlimm, er dürfte auch noch springen, ich mach es aber lieber nicht (zumal er sowieso ein Trampel ist und ich Angst um MEINE Gesundheit habe). Mehr als ab und zu ein Cavaletti brauch ich nicht.

Wie man in vielen Ställen sieht haben viele Pferde der Klassen L und M irgendwann kaputte Beine. Die aus Klasse E und A werden nicht so beansprucht und sind demnach länger fit. Die Kräfte beim Landen sind natürlich um ein Vielfaches erhöht, je höher die Sprünge sind. Bei E könnte man es noch als Buckler oder großen Galoppsprung durchgehen lassen aber ich denke ab L sind die Belastungen ernorm.
Deshalb werden viele Freizeitpferde, die nur ab und zu mal einen kleinen E-Parcours gehen, gesünder alt als Sportpferde, die jedes Wochenende über L- und M-Sprünge gehen müssen. Bei vielen machen die Beine nicht mehr mit. Wenn die Beine mal kaputt sind sollte man meiner Meinung nach nicht mehr springen, dann hat das Pferd noch eine Chance ohne weitere (schlimmere) Schäden noch ein paar Jahre zu leben. Mir wären ein paar Sprünge nicht die Gesundheit meines Pferdes wert und L ist eben doch schon eine ganz schöne Leistung für ein Fluchttier!
 
L

Lelie

Gast
Erstmal danke für eure Antworten!
Meine Stute ist, bis wir sie 8jährig gekauft haben, Springen und vor allem Vielseitigkeit bis L gegangen. Die Vorbesitzer haben sie 5jährig aus den Niederlanden importiert, davor ist sie wohl noch nicht im Sport gegangen.
Sie hat an beiden Hinterbeine Veränderungen an den Gleichbeinen gehabt, ist daran operiert worden. Außerdem hatte sie mal eine leichte Strukturauflockerung im Fesselträger hinten links. Dann war sie zum Aquatraining und wurde ca. 4 1/2 Jahre gar nicht geritten.
Seit zwei Jahren (genau heute :) ) ist sie wieder bei uns und wird wieder geritten. Sie ist auch lahmfrei, hat aber hin und wieder kleinere Lahmheiten, deren Ursachen auch mit Röntgen, Ultraschall und Klinikbesuchen nicht zu klären sind. Sie hat keine Arthrose.
Sie ist jetzt 18, fit wie ein Turnschuh (alle halten sie immer für ca. 10 oder so, wenn sie sie nicht kennen).

Ich hab mich jetzt nur gefragt, ob es unverantwortlich wäre, mit diesem Pferd kleinere Gymnastikreihen und -sprünge zu springen, einfach weil es sich ja auch positiv auf die Beweglichkeit und den Muskelaufbau auswirkt. Sie WILL ja springen, sobald sie einen Sprung sieht.
Sie wird dressurmäßig ziemlich normal geritten, nur auf enge Wendungen verzichten wir. Wenn sie also Mitteltrab geht in der Dressurarbeit, können ein paar Sprünglein auf E-Höhe ja wohl nicht so viel schaden, oder?
LG Lelie
 
Rappstute

Rappstute

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Ich stimme euch da zu, dass alles ab L schon ziemlich belastend für die Beine ist, man muss nur mal genauer hingucken, wenn die Pferde Springen und danach aufkommen. Man "sieht" teilweise sogar was da für ein Gewicht auf den Vorderbeinen landet. Ich hab mir mittlerweile gesagt, dass ich nicht mehr höher als A springen werde, aus versch. Gründen. Zum einen, der Gesundheit meines Pferdes zuliebe und zum Anderen auch weil ich Angst habe, auch davor, dass etwas passiert. Hatten vor einem Jahr mal einen heftigen Sturz. Der Sprung war so Anfang L und das war der erste Sprung überhaupt, den wir je so hoch gesprungen sind und Sulaika ist danach weggeknickt und hat sich überschlagen. Denke, dass sie nicht wirklich darauf gefasst war, so aufzukommen. Kann aber auch an was anderem gelegen haben. Seitdem hab ich auf jeden Fall Angst bekommen, um ihre, als auch um meine Gesundheit. Springen nur noch E-A Höhe und das reicht mir, für sie soll es Abwechslung sein. Aber ich denke auch, dass es in Ordnung ist höher zu springen, solange man die Gesundheit seines Pferdes kontrolliert und diese im Vordergrund steht!!
@ Lelie. Ich denke mit ein paar Gymnastikreihen kannst du ihr nicht schaden, dass sind ja meist nur größere Galoppsprünge. Nur höher als E würd ich es auf garkein Fall machen, auch auf Grund ihres fortgeschrittenen Alters nicht.
Nochmal zum Mitteltrab. Da magst du vielleicht recht haben, dass die Bänder so ähnlich beansprucht werden, wie beim Springen, aber ich denke trotzdem, dass Springen um einiges gesundheitsschädlicher ist, weil es auch auf die Knochen geht und die werden denke ich beim Mitteltrab nicht weiter stark belastet.

Liebe Grüße Rappstute:)
 
monika1

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Richtiges Springen und richtiges Reiten mit einem gesunden, dafür geeignetem Pferd macht nichts kaputt, auch nicht in den hohen Klassen.
Werden 4-jährige allerdings im Training zu oft und zu hoch gesprungen sind Verschleißerscheinungen vorprogrammiert, genauso bei Dressurpferden, denen zuviel abverlangt wird.
Die Reiter bei mir am Stall, die beispielsweise M -Springen reiten, trainieren zu Hause bis maximal L-höhe und springen auch nicht mehr als einmal pro Woche. Diese Reiter legen auch sehr viel Wert auf Dressurarbeit, die Pferde wären alle problemlos in einer A-Dressur vorne dabei, weil eben diese Muskulatur und durchlässigkeit für die höheren springen Notwendig ist.
Sicherlich kommt es bei den Pferdern , die hoch Springen gehen eher zu Verschleißerscheinungen als bei Freizeitpferden, die alle 3 Tage im Gelände geritten werden, aber auch solche Pferde können zb.Arthrose bekommen, was dann sicherlich nicht an überlastung liegt.
Springen generell ist sicherlich nicht schädlich für die Beine, wäre es so , dann müßten ja alle Pferde von Profis mit 15 platt sein. Ich denke, das restliche Training und die Menge machts.
 
Connys Schimmel

Connys Schimmel

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Ich finde nicht das Springen schädlcih für die Beine ist solange es im für das Pferd angepassten rahmen geschieht.
Ich kann nicht mein Pferd täglich über einen Parcour schicken,wenn es nicht die Kondition dafür hat.Denn Springen ohne vernünftiges Dressurreiten geht nicht.Das ist enorm wichtig,vor allem je höher die Springprüfungen werden.Ist das Pferd nicht durchlässig geht nichts,egal ob E oder S-Springen.
Ich kenne viele Pferde im grossen Sport,die schon Jahre dabei sind und fit bleiben.
Es ist alles eine sache des trainings.Unser Stallchef zb geht derzeit auch bis M manchmal schon ein S-Springen,aber die Pferde werden nur einmal die Woche gesprungen und dann ist in dem Parcour nur ein Sprung auf dem Turniermass ,das dann anliegt.
Den rest der Woche wird Dressur geritten.

Wichtig ist,das die Pferde kontrolliert durch den parcour geritten werden und nicht einfach nur jagen,wie ich das leider allzuoft in unteren zeitspringen sehe.

Gruss Conny

PS:Mein Pferd ist jetzt 18 und er springt immer noch einmal die Woche mit,obwohl er meistens Springturniere gegangen ist zum teil bis L.
Und er ist topfit!!!:)
 
Steffi2

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Lelie, wenn die Stute sowieso immer mal wieder lahmt würde ich auf keinen Fall mehr als leichte Springgymnastik machen und das nicht über Cavaletti-Höhe. Das macht ihr sicher auch Spaß!
 
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Lelie

Gast
@ Steffi: Wenn ich wüsste, dass die Lahmheiten durch Überbelastung kommen, dann würde ich natürlich nicht einen einzigen Gedanken ans Springen verschwenden. Die Ursachen findet nur leider kein TA raus, deswegen kann man nur vermuten, dass es sich eben immer um Lahmheiten Marke Fuß verknackst handelt.
Und bei einem jüngeren Pferd mit anderer Vorgeschichte, das sich ab und zu vertritt, würde wahrscheinlich auch niemand sagen, dass es nicht springen darf.
Es geht mir auch nur um Springgymnastik bis ca. E-Höhe, vielleicht mal ein paar kleine Geländesprünge, mehr nicht.
LG Lelie
 
Steffi2

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Wenn's echt nur ein verknackster Fuß ist geht wohl auch mal E, aber ich würde langsam machen. Du hast ja auch nichts davon, wenn du E-Sprünge gehst und dein Pferd dann lahmt. Macht einfach das, was euch Spaß macht, aber alles in einem vernünftigen Rahmen, dann wird es sicher nicht schlimmer mit ihren Beinen!! *daumendrück*
 
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Lelie

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Meine Tierärztin äußert sich dazu leider nicht eindeutig. Da sie aber sowieso eher eine "Anti-Springerin" ist, erwarte ich von ihr auch nur ein nein zum Springen.
Außerdem ist ihre fachliche Kompetenz was Beingeschichten betrifft leider auch nicht die berauschendste.
LG Lelie
 
Steffi2

Steffi2

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Na super! Und was meinen deine Mutter und andere Pferdeleute bei dir im Stall? Dein RL?
 
Sheep1

Sheep1

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Also mal zum allgemeinen Thema:

Hat Ludger Beerbaum nicht diesen "Champion de Lys" (oder so ähnlich) der auch um die 20 ist?! Und der ist vor zwei Jahren noch Derby gegangen...

Ich denke, dass es auf viele Faktoren ankommt...
Zum einen ist da natürlich das Training. Wie fange ich an? Wie baue ich Muskeln auf? Wie wärem ich Sehen und wie schone ich die am Besten?
Zum Anderen denke ich aber auch, dass einige Pferde eben eher einen "Hang" zu Sehnenproblemen o.ä. haben. Da kann der Mensch jetzt nicht so viel machen... Nichtmal vorher "reingucken"! ;) Nur, wenn was passiert, vorsichtiger sein...

Wenn ich gut sein will, muss ich natürlich etwas trainieren, aber zuviel ist auch nicht gut. Die Mischung machts also..;)
 
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Lelie

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Ja, in der Klinik waren wir auch schon, die konnten auch nichts finden. Sie hat ja mit ihren 18 Jahren noch nicht mal die leichtesten Arthroseerscheinungen.
Die Ursachen sind wirklich ungeklärt.
LG Lelie
 
Hopsala81

Hopsala81

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Hi, ich hab diesen Artikel auch gelesen und finde ihn ein bissl übertrieben. Ich meine einen Mitteltrab und L-Sprünge ist ein etwas unpassender Vergleich.
Ich habe mich daletzt mit einem guten TA darüber unterhalten, der in seiner Freizeit Military reitet, er sagt es kommt hauptsächlich auf den richtigen Boden an - egal welche Disziplin man reitet.
Und natürlich in welchem Mass man trainiert und wie das Pferd geritten wird.
Ich denke springen geht schon etwas mehr auf die Beine als Dressur, häufig haben ja auch Springpferd früh was mit den Knochen - obwohl man das auch nicht verallgemeinern kann, wenn man ein Pferd ordentlich und gut überlegt in Prüfungen einsetzt, hat man auch lange Spaß an ihm
 
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Wie schädlich ist Springen für die Beine?

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