Traber

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Golf Ass

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Der Traber.....

Rasseprofil (allg.)

- kein einheitliches Exterieur durch Zuchtkreuzungen, so stehen einige Pferde stark im Vollblut-Typ, wieder andere ähneln einem robusten Warmblut :
- Es gibt 3 Grundtypen von Trabern: Die etwas Kleineren um 1,55 m, die etwas runder in ihrer Gesamterscheinung sind und sich gut für Dressuraufgaben eignen,
dann die Schlanken mit dem langen Hals, sehr aerodynamisch, so um 1,60,
und dann die Großen um 1,65 m, die ein wenig grobknochiger sind.
- Stockmaß von 1,48 m bis 1,72 m
- Farben: hauptsächlich Braune, manchmal Rappen und Füchse, selten Schimmel (alle Grundfarben)
- Interieur: leistungsbereit, aufmerksam, nervenstark, temperamentvoll, sensibel, anhänglich/menschenbezogen, oft leichtrittig


Orlow-Traber

Entstehung


Älteste Traberrasse der Welt

Gründer: Graf Alexej Grigoriewitch Orlow-Tschesmenskoj (1737-1809)


- Selektion auf Leistung und Ausdauer, Wagen- und Kutschpferde
- Veredelung der schweren Pferde durch Araberhengst Smétanka (1775)
- Gründung des Gestüts Chrenowo
- Gründerhengst Bars I entstand aus Polkan (Smétanka-Sohn) und einer seiner Stuten
- Einkreuzung von Dänen, Norfolk-Roadstern, Vollblütern und Harddravern
- Öffentliche Trabrennen in Russland, meist mit Schlitten
- Staat erwirbt Gestüt, somit Verbreitung der Rasse
- Trabrennen schwappen in die westliche Welt
- Orlow-Traber langsamer als die amerikanischen Traber
- Russische Revolution: fast das Ende der Zucht
- Regierung greift ein und erhält die Zucht (Namensänderung)
- 1949 Wiedereinführung des Namens

Russischer Traber (Métis-Traber)

Entstehung

- Russland kauft die amerikanischen Pferde und kreuzt sie mit den Orlow-Trabern, da ihre Pferde langsamer waren
- Schließung Orlow-Traber Zuchtbuch 1906
- Orlow- und Métis-Traber laufen in seperaten Rennen


Französischer Traber (Trotteur Francais)

Entstehung

- Gründung nach Napoleonischen Kriegen
- Beginn 19. Jahrhundert
- Staat will Verbesserung der Normannischen Pferdezucht
- Young Rattler (Halbblut), The Norfolk Phenomenon (Norfolk Trotter-Hengst), und Vollblüter The Heir of Linne wurden aus England importiert
- Leistungsprüfung für die Pferde unter dem Sattel im Trab
- Einkreuzung des amerikanischen Trabers und Saddlebreds


Amerikanischer Traber (Standardbred)

Entstehung

- Name: durch Standard bei Rennen mit Wagen:
- Ein Pferd muss eine Meile in weniger als zwei Minuten und 30 Sekunden im Trab zurückzulegen
- Voraussetzung f. Eintrag in das Zuchtbuch
- Entstehung beruht auf Vollblütern und passgängigen Pferden
- Unterscheidung zw. Trabrennen und Passrennen
- Linie geht zurück auf das Englische Vollblut Messenger, in dessen Stammbaum die Araberhengste Darley Arabian, Eclipse und Godolphin Arabian aufgeführt sind. Diese Hengste sind Gründer des Englischen Vollbluts
- Ab 17. Jahrhundert fanden in den USA Wagenrennen statt
- Früher als in Europa spezialisierten sich die Amerikaner auf Wagenrennen (Trab)
- Schnellste Traberrasse der Welt, wurde in alle anderen Traberrassen eingekreuzt

Zusätzlich unterscheidet man noch zwischen der doch recht neuen Rasse, Töltender Traber, welche auf den Amerikanischen Traber zurück zu führen ist.
Diese Rasse wird erst seit 1996 in Deutschland gezüchtet.
Unterschied zu den anderen Trabern sind zwei weitere Gangarten. Tölt und ggf. Rennpass. Welche extra hervorgehoben werden bei der Züchtung.
Die Veranlagung dafür haben allerdings einige Traber von Natur aus.

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Die Rasse Traber lässt sich in keiner Weise der Sparte Vollblut oder Warmblut zuordnen. Es wurde mit dem Traber vielmehr eine neue Rasse gezüchtet, die zwar den hohen Vollblutanteil nicht leugnen kann aber keiner ist.
Lediglich vom Körperbau und Exterieur kann man bei den Trabern unterscheiden welcher Type sie angehören.So unterscheidet man wie oben bereits erwähnt rein optisch zwischen Im Vollbluttyp, im Warmbluttyp oder im Ponytyp stehend.

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Verwendung von Trabern

Traber wurden zwar für den Trabrennsport gezüchtet (gefahren oder geritten), eignen sich aber bei entsprechender Ausbildung bzw. Umschulung für fast jede Sparte der Reiterei.
So ist es durchaus möglich ein ehemaliges Rennpferd nach entsprechender Umschulung recht erfolgreich in der Dressur zu reiten, auch Turniermäßig.
Oder aber sehr gute Springpferde aus ihnen zu machen.
Immer bekannter wird vorallem auch das Traber zur Einkreuzung bei anderen Rassen recht passable Reitpferde geben.
ZB. Holsteiner x Traber = Springpferd, mit enormen Schub aus der HH, Spritzig, sensibel, arbeitswillig und jederzeit kontrollierbar.
Das wohl bekannteste Springpferd, welches Halbtraber war ist die Stute "Hala".
Aber auch Western, oder Millitary oder Distanzen (sehr gute Kondition) sind Problemlos möglich.

Es gibt kaum eine Rasse die so vielseitig einsetzbar ist !

Leider Gottes ist der Name Traber heutzutage immer noch behaftet mit Vorurteilen.
Angefangen bei Traber sind Hitzig und unkontrollierbar bis hin zu Traber können nicht Galoppieren.
Ich kann nur sagen, und auch darum bitten, das jeder einzelne sich lieber einmal selber ein Bild dieser Rasse machen sollte.
Es gibt immer und überall Ausnahmen, dessen sollte sich jeder Bewusst sein.
Zudem der schlechte Ruf meist von denen Verursacht wird, welche Ausnahmslos überfordert sind mit der Umschulung eines Rennpferdes.
Auch dieses sollte bedacht werden.

Anders als bei Rassen welche fürs Reiten gezüchtet werden, hat der Traber vor seiner Laufbahn als Reitpferd, ein Leben als Rennpferd geführt.
Sprich dieses Pferd hat eine Grundausbildung genossen, nur eine die es nun nicht mehr braucht.
Sprich der Traber muss nicht nur neues lernen, nein er muss auch "altes" vergessen, anders als bei einem rohen Pferd.
Ich kann nur jedem der sich einen ausgedienten Traber kauft raten.....sich jemanden zu suchen der Vertraut ist mit der Umschulung dieser Wundervollen Rasse.


Quelle: Rasseprofil / Trabende Rotblüter.net.ms
 
16.04.2007
#1
A

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Gast

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fionn

fionn

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ich besitze eine traberstute, die nie rennen gelaufen ist. sie hat zudem eine gute erziehung und grundausbildung genossen, war also unproblematisch für jemanden wie mich, die noch keine grossen erfahrungen mit der ausbildung von pferden hatte.
ich nehme mit ihr regelmässig reitstunden und arbeite sie auch viel im gelände und auf dem platz. zwei -bis dreimal die woche machen wir zudem 3-4 stündige ausritte. sie ist extrem gut händelbar, sehr kooperativ und motiviert, macht fast jeden mist mit, in jedem tempo. sie fasst sehr rasch vertrauen zu jemandem und bleibt auch in stresssituationen klar im kopf. nur die bedingung ist: dieses pferd braucht andauernd beschäftigung. mehrmals pro woche lange ausritte und tägliche arbeit, sei es an der longe, am boden, auf dem reitplatz, im gelände sind absolute pflicht. dieser unglaubliche bewegungsdrang und die krasse neugier müssen befriedigt werden. sie muss alles angucken, untersuchen und ausprobieren. mal pflückt sie auf der weide äpfel vom baum (perfektes hinterhandtraining :D), büxt aus und treibt sich im kälberstall rum, zerlegt handtaschen und putzkisten und beisst den hofhund.
im gelände ist sie von schrittrunden und zockeltrab sehr schnell gelangweilt und wird zäh wie kaugummi. dafür können wir wie vom affen gebissen eine wiese hochrasen und oben ganz locker, nur mit der stimme durchpariert, im schritt wegzotteln als wär nix gewesen. auch lange, ruhige gallopaden am wegrand findet sie absolut klasse, sie prustet jeweils ganz leise dazu und ich kann die zügel lang lassen.
sie ist zwar mittlerweile sehr auf mich fixiert, ich kann aber jederzeit eine fremde person aufsteigen und losreiten lassen. sie findet da nix dabei. auch kleine sprünge oder trailparcours kommen extrem gut an. ihr sohnemann übt sich, soviel ich gehört habe, auch regelmässig im cutten. vielleicht sollte ich das auch einmal probieren.

bevor das nun eine ellenlange ode an die traber wird: es sind tolle pferde. aber sie benötigen extrem viel bewegung und zuwendung. auch sind sie sehr sensibel und feinfühlig. das macht sie trotz ihres kooperativen wesens eher ungeeignet für reitanfänger oder leute mit zeitknappheit. dafür sind es ideale wanderreitpferde mit bequemen gängen, starken nerven und einem guten vorwärtsdrang. der tölt, den einige beherrschen, ist da noch das tüpfelchen auf dem "i".
aus mangel an guten offenställen hier in der gegend, halte ich sie in einer auslaufbox, allerdings hat sie eine angrenzende privatweide mit baumbestand (abends oder wenn's sehr heiss ist), kommt die restliche zeit in der gruppe auf eine grosse weide oder auf einen allwetterauslauf. aber offenstall wäre sicher idealer.

gruss

fionn
 
Tilli L

Tilli L

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ich kann euch beiden da nur zustimmen....*eifrig mit dem Kopf nicke*
ich habe seit zwei Jahren eine Traberstute von der Bahn, sie ist sechs Jahre Woche um Woche Rennen gelaufen uns sie ist das geduldigste Pferd der Welt. Sie brauchte ca 1,5 Jahre um von der Bahn auf Freizeitpferd umzuschalten. Sie ist sensibel, sehr feinfühlig und nichts für Menschen, die hopp, hopp alles ganz schnell eben mal am Rande machen wollen. Sie sind unheimlich nervenstark, wenn der Mensch mitspielt und wollen immer gefallen und unglaublich zäh. So feinfühlig sie auch sind, aber es kann sie so schnell keine Krankheit umhauen, sie würden auch auf dem Zahnfleisch kriechen.....
 
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