Tierarzt oder Abdecker

Diskutiere Tierarzt oder Abdecker im Pferdezucht Forum im Bereich Pferdezucht; Jeder verdrängt den Gedanken, aber trotzdem sollte man sich überlegen wie man sein Pferd im Zweifelsfall einmal erlösen möchte, wenn es soweit...
Merle1

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Jeder verdrängt den Gedanken, aber trotzdem sollte man sich überlegen wie man sein Pferd im Zweifelsfall einmal erlösen möchte, wenn es soweit kommen sollte. Nicht jedes Pferd stirbt in hohem Alter friedlich in seiner Box.

Beim Einschläfern bekommt das Pferd zuerst eine Beruhigungsspritze. Danach wird eine Kanüle in eine Vene gelegt. Über diese Kanüle bekommt das Pferd dann ein Narkosemittel, das es bewusstlos macht. Erst wenn das Pferd liegt und nichts mehr spürt, bekommt es eine zweite, diesmal tödliche Injektion in die Kanüle. Die Gefahr beim Einschläfern ist, dass die Narkosemittel nicht immer sofort und richtig wirken. So kann es dazu kommen, dass das Pferd anfängt zu kämpfen, immer wieder zusammenbricht und sich dann wieder hochrappelt. Es kann auch zu Zuckungen und Krämpfen kommen, die für den Pferdebesitzer schrecklich aussehen. Bei dieser Methode muss sich auch der Besitzer um den Abtransport durch die Tierkörperbeseitigung kümmern, was nicht zuletzt auch zusätzliche Kosten verursacht.

Beim Schlachten durch Bolzenschuß wird ein 10 cm langer Stahlstift in das Gehirn des Pferdes geschossen, das dadurch innerhalb von Sekundenbruchteilen zerstört wird. Auf diese Weise wird das Pferd bewusstlos und bricht zusammen. Wirklich tot ist es allerdings noch nicht. Dazu muss es erst noch ausgeblutet werden. Dafür wird mit einem Messer in die Brust gestochen und eine der Schlagadern durchtrennt. Das Pferd verliert dann sehr schnell 10 bis 15 Liter Blut und das Herz hört auf zu schlagen. Ein so geschlachtetes Pferd kann weiterverwertet werden, sei es für den menschlichen Verzehr, als Hundfutter oder für die Raubtierfütterung. Die Gefahr beim Bolzenschuß besteht darin das der Schlachter nicht richtig trifft und das Gehirn verfehlt oder nur verletzt. Das Pferd fängt dann an zu toben und verliert große Mengen Blut aus der Kopfwunde. Es ist dann schwer das Pferd endgültig zu erlösen.

Beide Arten der Tötung sind richtig ausgeführt schnell und schmerzlos - für welche würdet Ihr Euch entscheiden?
 
Isabel007

Isabel007

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Durch meine Ausbildung und Beruf hab ich mich schon ein wenig öfters mit diesem Thema beschäftigen müßen... bisher haben wir die Pferde immer einschläfern lassen und unser Tierarzt hat biser alles immer super gemacht, wenn man das so sagen kann. Es ging alles immer ohne Probleme und in wenigen Minuten war das Pferd erlöst...
Ich glaube, ich werde auf diese Methode immer wieder zurück greifen, denn ich habe zu meinen Tierarzt viel Vertrauen, was bestimmt auch sehr wichtig ist!
 
Merle1

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Also ich persönlich würde auch zum Einschläfern tendieren glaube ich. Erstens könnte ich mein Pferd nicht zum Schlachthaus fahren, zweitens fände ich den Gedanken sehr befremdlich das es dann gegessen wird und Einschläfern kommt mir aus Menschensicht "schöner" vor, aber das ist wahrscheinlich Quatsch.
 
Luxana

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Ich war einmal dabei, als ein TA ein Pferd eingeschläfert hat. Und es war grauenhaft.
Leider hab ich keine Ahnung, WAS er dem Wallach gespritzt hat, aber man hat deutlich gesehen, dass das Tier noch gekämpft hat...

Der Wallach wurde aus dem Stall geführt und der TA spritzte ihm eine durchsichtige Flüssigkeit in die Halsvene. Daraufhin schwankte der Wallach, fiel aber noch nicht um. Der TA setzte eine weitere Spritze mit einer ebenfalls klaren Flüssigkeit an die Nadel, die noch in der Vene steckte, an, woraufhin der Wallach dann zusammenbrach und krampfte.

Ich habe noch heute das Geräusch der Hufe im Ohr, die bei jedem Zucken auf den Beton schlugen *würg*

Alles in allem dauerte es ca. 5 min (kann auch weniger sein, hatte da kein rechtes Zeitgefühl dafür, weil ich es so schrecklich fand), bis der Wallach wohl wirklich tot war. Wie er prüfte, ob er wirklich tot war, schreibe ich jetzt besser nicht. Aber schön fand ich es nicht.

Einen Tag später kam dann der Abdecker und holte das tote Pferd ab.




Also was ich dann mal mit meinem machen werde, weiß ich nicht. Ich könnte es wohl nicht übers Herz bringen, ihn zum Schlachter zu fahren (bei dem hier ansässigen Schlachter weiß ich aber, dass man bei der Tötung dabeisein kann, um sicher zu gehen, dass das Tier nicht weiterverscherbelt wird). Allerdings wenn ich an die Einschläferung denke ist mir auch nicht wohl dabei.

Bleibt nur zu Hoffen, dass er abends friedlich einschläft und morgens nicht mehr aufwacht...
Mein Pferd ist im E-Pass übrigens zur Schlachtung eingetragen, aber da muss man sich ja nicht dran halten bzw. kann es noch ändern lassen...
 
wonder

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Hi,

also wir hatten da neulich im stall auch ne riesen diskussion drüber...
meine sind alle als nicht-schlachtpferde eingetragen, denn ich werd meine denk ich nie zum schlachter fahren können. unser SB hat gemeint dass das einschläfern auch nix schimmes is, man sollte es nur nicht machen wenn ein pferd krebs hat, weil dann das narkosemittel und das gift nicht richtig durch die venen dringen kann und sich das pferd dann massiv zu wehren beginnt. man kann aber auch nicht-schlachtpferde zum schlachter fahren, denke sie werden dann hundefutter da man sie ja nicht mehr zum menschlichen verzehr verwerten kann wenn sie als nicht-schlachtpferde eingetragen sind.
 
Mirjam

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Ich würde mein Pferd niemals zum Schlachter fahren. Wenn es mal soweit kommt dann würde ich sie einschläfern lassen. Aber ich hoffe das sie irgendwann friedlich einschläft auf der Koppel.
 
Merle1

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Stimmt das ist ja auch im Pass eingetragen ob Schlachtung oder nicht... weiß jemand wie sich das genau verhält? Wann man was machen kann oder nicht? Kann ich einen zur Schlachtung eingetragenen denn einfach so einschläfern lassen oder ist da irgendwas, irgendwie verpflichtend?
 
Luxana

Luxana

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@ Merle
Ich glaube nicht, dass das Verpflichtend ist. Geht ja "nur" um die Medikation, wenn das Pferd mal was hat. Ein zur Schlachtung eingetragenes Pferd darf ja nicht alles bekommen, was bei einem Nicht-Schlacht-Pferd völlig unerheblich ist.
 
katha1

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also ich werd mein pferd nicht zum schlachter bringen! er wird eingeschläfert werden, bzw. hoffe ich einfach, dass er einfach mal friedlich einschlafen wird!
auch im eqiudenpass ist er als "Nicht-Schlachtpferd" eingetragen. Wenn im Eqiudenpass "Schlachtpferd" eingetragen ist, kann mans immer ändern lassen, ein "Nicht Schlachtpferd" bleibt es!
 
Sheep1

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ich glaube ebenfalls, dass ich es einschläfern lassen würde... selbst wenn es dann noch kämpft, finde ich diese art etwas "netter" als das kämpfen und verbluten beim schlachter...

aber ich würde einen dtod über nacht im schlaf auch um einiges besser finden... ist warscheinlich aber zu schön um wahr zu sein...


warum macht der schlahcter das eiegntlich so umständlich? erst ins gehirn ********n und dannach erst verbluten lassen... warum tötet der schuss ins gehinr das pferd nicht??
 
Jacky2

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Ich glaube, meiner ist im Pass als Schlachttier eingetragen.
Das war schon so, als ich ihn gekauft habe.
Aber wenn es soweit ist, würd ich ihn lieber einschläfern lassen.
Find ich persönlich angenehmer
 
Steffi2

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Auch wenn ich mir wie jeder hier wuensche, dass das Pferd friedlich einschlaeft und nicht mehr aufwacht, wuerde ich im Ernstfall zum Tierarzt und somit einschlaefern tendieren. Das erscheint mir humaner...ich koennte es nicht ertragen, wenn mein Pferd im Schlachthaus erschossen wird! Zum einen ist das eine scheussliche Umgebung und zum anderen wuerde ich nicht wollen, dass ein geliebtes Tier zu Hundefutter wird!! :(
 
Merle1

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Na gut lassen wir also mal die Tötung an sich weg, wenn ich aber nun ein Schlachtpferd habe das nicht mit allen Medikamenten behandelt werden kann bzw. darf, ab wann oder bei welchen Krankheiten kann sich sowas dann negativ auswirken? Sprich mit Medikament xy wird es gesund, kann es aber nicht bekommen, weil eigetragenes Schlachtpferd. Die Situation fände ich ja mal ganz schön abartig.
 
momo3

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Bei uns ist einmal ein Pferd mit dem Bolzenschussgerät "getötet" worden. Der Schlachter kam allerdings zum Stall!!! das Pferd wurde dann aus dem Stall geführt und am Anfang des Misthaufens "geparkt", dort schnitt man ihr dann auch die Hauptschlagader durch. Das Blut hat man später weggespritzt (das konnte direkt am Misthaufen ablaufen). Ich könnte mich nicht entscheiden!
 
iesca

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Ich wollte Graffita eigentlich schlachten lassen, aber als es dann soweit war, hätte ich 12 Tage vorher das Equipalazon absetzen müssen und das wollte ich ihr nicht antun. Zudem wusste ich nicht, wie sie sich verladen lässt. Also habe ich sie schlussendlich einschläfern lassen. Das Einschläfern selber ist absolut ruhig abgelaufen, es ging ziemlich schnell und sie hat auch nicht gekämpft. Ich würde es wohl vom Pferd und der Situation abhängig machen. Die Hauptsache ist doch, dass es fürs Pferd schnell und schmerzlos über die Bühne geht. Was ich dabei empfinde ist erstmal Nebensache.
 
Kathrinsche

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nene also schlachten lassen, niemals...weiß nich, für mich ist das ne schlimme Vorstellung !
 
-Melli-

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Hi,
ich sehe das so wie iesca. Wichtig ist das es für das Pferd leicht ist!
Ein Pferd das angst vor Nadeln hat würde ich nicht einschläfern lassen und ein Pferd was Kopfscheu ist nicht zum Schlachter bringen.
Ich tendiere eher zum schlachten lassen, bin aber nicht auf einen "Weg" der Tötung fixiert.
Meine sind alle als Schlachtpferd im E-Pass eingetragen. Es gibt heute so viele Medikamente, wenn mein Pferd das Mittel xyz3 nicht haben darf, gibt es immer noch xyz1 und xyz2 die fast identische Wirkstoffe haben.

Was ich auchnoch wichtig finde ist die Tatsache das du ein als Schlachtpferd eingetragenes Pferd erlösen kannst wann du es für richtig häst, beim TA bist du von seiner Meinung abhänig. Klar sollte man alles versuchen um seinem Pferd ein langes Leben zu ermöglichen, aber ich als Besitzer kenne mein Pferd doch am besten und kann erkennen wann es nicht mehr kann! Wenn ich dann aber einen TA habe der meint mit zig Spritzen und Mittelchen kann das Pferd vielleicht noch 3-4 Monate leben und er weigert sich das Pferd einzuschläfern bin ich machtlos...
 
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Ally.

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Hi,

ich habe beide Arten leider schon miterlebt.

Denke beim Einschläfern durch den TA kommt es immer ein wenig auf das Pferd an, bei einem geht es relativ schnell (wobei es sich da ja trotzdem um einige Minuten handelt, die einem wie eine Ewigkeit vorkommen), andere Pferde kämpfen wirklich lange dagegen an. Wenn es gut läuft, dann kann der TA die Pferde ja wirklich hinlegen, wenn sie anfangen etwas unsicher auf den Beinen zu stehen. Sie bleiben dann auch liegen und es ist schnell vorbei. Andere degegen kämpfen richtig und versuchen immer wieder auszustehen. Das ist dann nicht richtig schön anzusehen, finde ich.

Da ist der Bolzenschuss schon wesentlich schneller.
Oft kommen die Schlachter auch rausgefahren, so dass man die Pferde nicht in den Schlachthof fahren musse. Das würde ich mit meinen Pferden auch nicht machen, sie sollen nicht beim Schlachter den Geruch nach Tod mitbekommen.

Ich weiß jetzt spontan nicht für welche Variante ich mich entscheiden würde, auf jeden Fall würde ich meine Pferde auf dem Hof lassen und nicht zum Schlachter fahren, dass ist sicher.

Denke bei einem Unfall, wenn das Pferd wirklich nicht mehr zu Retten ist, dann würde ich beide Anrufen: Schlachter und TA, wer zuerst da ist, der kann das Tier dann erlösen.
 
Merle1

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Unser SB ist ja gelernter Metzger und hat früher am Hof auch oft Schweine per Bolzenschuß getötet. Ich kann einfach nicht zuschauen :( Der hat aber auch schon mal ein Fohlen mit mehrfach gebrochenem Bein erlöst. Gottseidank war ich nicht da. Von daher wäre bei Unfall zumindest an dem Stall sogar jemand vor Ort wenn es sein müsste. Ich hoffe es muss nie.
 
L

Lelie

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Unsere Pferde sind alle "Nicht-Schlachtpferde" weil es die Behandlung durch den Tierarzt erleichert und Papierkram spart. Wir mussten schon mal ein Pferd töten, das wurde eingeschläfert. Es hat alles gut geklappt. Bei uns werden eigentlich alle Pferde eingeschläfert, in den über zehn Jahren, die ich in dem Stall bin, ist noch nie eins zum Schlachter gekommen.
LG Lelie
 
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