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Ladino

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Die Tori-Pferde sind als schwere Warmblüter zur universellen Nutzung geeignet. Sie haben einen ausgesprochen liebenswerten Charakter und entsprechen mit ihren beeindruckenden, schwungvoll-eleganten Bewegungen dem Kutsch- bzw. Kavallerie-Pferde-Typ. Die hervorragende Rittigkeit, gepaart mit Lernwillen und Arbeitseifer, machen das Tori-Pferd des alten Schlages interessant.

Es ist ein Kutsch- und Freizeitpferd mit sauberem und stabilem Gebäude. Kennzeichnend sind ein großer bis mittelgroßer, trockener Kopf, manchmal mit kräftigem Hals. Der Widerrist ist normal hoch ausgeprägt, der Rücken lang und eher flach, die Nierenpartie mittel bis breit, die Kruppe breit, lang und gut bemuskelt, die Brust sehr weit und tief, die Gliedmaßen klar und korrekt. Die Durchschnittsmaße eines erwachsenen Tori-Hengstes waren 1982: Widerrist Stockmaß: 162 cm, gesamte Länge 170 cm, Brustumfang 200 cm und Röhrbeinumfang 22,3 cm. Es dominieren Füchse, Dunkel-Füchse und Braune.

Im Jahr 1856 begann durch die Initiative des livländischen Landadels die Pferdezucht im Stammgestüt in Tori, da die estnischen "Klepper" (Wagenpferde) zwar zäh, klein und urtümlich waren, aber der Bedarf nach imposanten Kutsch- sowie Kavalleriepferden mehr Kraft und Ausdruck und somit auch größere Pferde erforderte.

Mit 8 estnischen Hengsten und 50 Stuten, sowie 3 Hengsten und 10 Stuten der aus Finnland importierten Rasse "Finnisch-Universal" und den 3 Araber-Hengsten Dahman, Kamill und Omaar begann man die Zuchtarbeit. Im Jahre 1862 wurden noch 2 Ardenner-Hengste und 10 Stuten aus Belgien importiert, um mehr Körpergröße und -masse zu erreichen.

1894 importierte Graf von Berg den Stammvater Hetman (aus einer unbekannten Hunter-Stute, von Steward, der eine Kreuzung eines Norfolk-Trabers mit einer Anglo-Normannen-Stute war), auf den alle heutigen reinrassigen Tori-Pferde zurückgehen, aus Polen.

Dieser Hengst fiel durch seinen guten Charakter, die kraftvolle Eleganz und starken Arbeitswillen auf, er war so beeindruckend, daß man noch weitere seines Typs kaufte, und zwar im Jahr 1906 die Norfolk-Traber Duke of Scagglethorpe, Veighton Squiere und Nonparel. Im Jahr 1912 brachte man den Ostfriesenhengst Meinhard ein.

Die Zarenarmee war der Hauptabnehmer der beeindruckenden Tori-Pferde für ihre Offiziere, bis zum ersten Weltkrieg wurde die Hälfte der Jungpferde erfolgreich nach Rußland verkauft. Durch späteren Wegfall und die Entstehung der ersten estnischen Republik änderten sich aber die Bedürfnisse. Es wurden für die nun frei wirtschaftenden Landwirte kräftigere und widerstandsfähigere Pferde gebraucht.

Durch Einkreuzung von Postier-Bretonen (ein bodenständiges franz. Kaltblut, lebhaft mit energischen Bewegungen) suchte man, ein typgerechtes, aber schwereres Tori-Pferd zu erhalten, die Hengste Uhke, Virk, Sammur, Tugev und Loots wurden ihrer Aufgabe erfolgreich gerecht. Um einen zu massigen Typ zu verhindern, brachte man 1922 die Ostfriesen Tello und Arend ein, sowie drei weitere Hengste, die allerdings kaum zum Deckeinsatz kamen. Weil sich ein Bedarf für ein kombiniertes Arbeits- und Sportpferd entwickelte, kreuzte man ab 1973 in sehr begrenztem Umfang Alt-Hannoveraner ein.
 
12.06.2006
#1
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Merle11

Merle11

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Tori´s sind klasse, aber leider vom aussterben bedroht, weil sie eben ein im kaltbluttyp stehendes Pferd sind das heutzutage nicht mehr so gefragt ist. Wir haben sogar reinrassige Toripferde in Deutschland, wobei die Stute leider vor kurzem verstorben ist. Ganz aktuell gibt es auch ein Hengstfohlen, Lennar.
 
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