Shire Horse

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Ladino

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Das traditionelle Zuchtgebiet des Shire Horses sind die Grafschaften, die Shires, von Leicester, Stafford und Derby sowie Lincoln in England. Von diesen Grafschaften hat das schwere Kaltblutpferd seinen Namen geerbt. Die Fens, die Sümpfe in Lincolnshire, wurden Anfang des 17. Jahrhunderts von holländischen Unternehmern still gelegt. Diese brachten ihre eigenen Pferde mit ins Land, da diese Kraft und Ausdauer genug besaßen, um die schwere Arbeit auf dem lehmigen und schweren Boden zu bewältigen. Nach der Trockenlegung der Fens blieben die Pferde in England und bildeten den Grundstock für die Entstehung des Shire Horse.

Das Shire Horse stammt vom Great Horse ab, das im Mittelalter lebte und wiederum von den schweren Pferden abstammte, die die normannischen Eroberer ins Land gebracht hatten. Diese Pferde waren Nachkommen des primitiven Waldpferdes(s. Ursprünge des Pferdes), das im Kaltbluttyp stand.

Das Great Horse war ein schwerer Cob, etwa 1, 58m groß. Es hatte nur geringe Ähnlichkeit mit dem Shire Horse unserer Tage. Ende des 16. Jahrhunderts entstand aus diesem schweren Pferd das starke und mächtige Zugpferd, aus dem das Shire Horse entwickelt wurde. Es wurde eingesetzt, um gepanzerte Ritter zu tragen, später zog es schwere Wagen und Karossen über das Land. Die Straßen waren damals sehr unwegsam, häufig schlammig und rutschig, aber auch oft völlig zerfurcht und eingetrocknet.

Ende des 16. Jahrhunderts wurden viele deutsche Pferde wie der Friese, das flämische und das flandrische Pferd eingeführt Ersterer veredelte die Pferde, sie bekamen freiere Gänge und sahen schöner aus. Letzterer hatte allerdings den meisten Einfluss: Das flandrische Pferd, ein großes, langsames und schweres Tier, zieht sich wie ein roter Faden durch die Entstehungsgeschichte des Shire Horses. Es war reinerbig schwarz, konnte deshalb auch nur diese Farbe vererben, außerdem war es in der Marsch aufgewachsen, dort lebte es auf schweren Böden und mit einseitigem Futter. Es gilt als sicher, dass dieses Pferd ein Nachfahr des Waldpferdes ist.

Diese flandrischen Pferde wurden von den Holländer zur Trockenlegung der Fens gebraucht, sie wurden in großer Zahl importiert und blieben nach Beendigung ihrer Arbeit in England. Dort wurden sie zur Zucht eingesetzt. Ab dieser Zeit wurde das Great Horse nur noch English Black genannt, auf Grund der reinerbig vererbten schwarzen Farbe.

Als Gründerhengst der Rasse wird Packington Blind Horse gehandelt, er stand ab der Mitte des 18. Jahrhunderts in Ashby de la Zouche und hatte sehr viele Nachkommen.

Erst im Jahre 1878 wurde das Stutbuch der Rasse gegründet, 1984 wurde die bislang English Cart Horse Society in Shire Horse Society umbenannt. Die ersten fünfzehn Jahre des 20. Jahrhunderts wurden jährlich 5000 Pferde eingetragen, außerdem wurden sehr viele Tiere in die USA exportiert.

Die Rasse wurde hauptsächlich als schweres Pferd für die Artillerie eingesetzt, außerdem in der Landwirtschaft. Nach dem zweiten Weltkrieg gab es nur noch wenig Verwendung für das Kaltblut, deshalb gingen die Bestände zurück. Allerdings wurde das Pferd dann vermehrt in Brauereien eingesetzt, und dieser Branche verdankt die Rasse wohl ihren Fortbestand. Heute werden die Pferde auch zu Showzwecken gezüchtet, es gibt in England Veranstaltungen, die jährlich von über 15000 Zuschauern besucht werden.

Das moderne Shire Horse ist noch größer und stärker als seine Vorfahren. Es verfügt über enorme Kraftreserven. Dieses Pferd wiegt zwischen 1000 und 1200kg, zwei Pferde können zusammen in Gewicht von 50 Tonnen ziehen.

Der Kopf ist nur mittelgroß, er hat ein leicht konvexes Profil und eine sehr breite Stirn. Die Augen sollen groß und ausdrucksvoll sein. Das intelligente Gesicht spiegelt das freundliche Wesen dieser Rasse wider. Der Hals ist relativ lang, aber extrem muskulös, er geht in eine gute, schräge Schulter über, die sehr kräftig ist. Der durchschnittliche Brustumfang von Hengsten beträgt über 200cm. Der Rücken ist kurz und dick, mit sehr kräftiger Muskulatur besonders im Lendenbereich. Die Hinterhand ist sehr breit und mächtig, die Sprunggelenke sind sehr gut. Sie sind die Voraussetzung für ein gutes Zugpferd, sollten nahe beieinander stehen und breit und flach sein. Auch der korrekte Winkel ist wichtig. Die Gliedmaßen sind sehr hart und gut bemuskelt, mit einem Röhrbeinumfang, der nicht unter 28cm liegen darf. Die Shires haben einen dicken Kötenbehang, aber er ist glatt und seidig. Die Hufe sind sehr groß, breit und solide, aber schön geformt und gesund.

Die vorwiegende Farbe des Shire Horses ist schwarz mit hellem Kötenbehang, aber es werden auch Braune akzeptiert, außerdem gibt es Schimmel. Pferde dieser Rasse werden nicht selten über 1,70m groß.
 
12.06.2006
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