Percheron

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Ladino

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Der Percheron stammt aus der Normandie, und zwar aus der Gegend, dessen Namen er trägt: Le Perche. Dort ist der Boden sehr kalziumhaltig, was sehr wichtig für die Entwicklung des Percherons war. Allerdings begründet sich der Erfolg dieses Pferdes hauptsächlich auf die wohl überlegte Zuchtstrategie der französischen Züchter. Der Percheron verdankt seine Popularität seiner hervorragenden Trabaktion, die raumgreifend und schwungvoll ist. Heute wird dieses schwere Pferd auch in Australien, den USA, Südafrika und Südamerika gezüchtet.

Der Percheron führt sehr viel Araberblut in sich. Es wird vermutet, dass die Vorfahren des Percherons 732 in der Schlacht von Poitiers eingesetzt wurden. Die fränkischen Ritter schlugen damals die Mauren und nach dem Sieg standen ihnen deren Pferde zur Verfügung: Araber und Berber, die besten Veredler aller Pferde. Von einem Kreuzzug der Ende des 11. Jahrhunderts stattfand, kehrte man ebenfalls mit orientalischen Pferde zurück. Noch später, nämlich 1760 stellte man im königlichen Gestüt für Percherons Araber unter, um die Rasse noch mal zu verbessern. Aus diesen Linien stammen die beiden Hengste Gondolphin und Gallipoly, letzterer ist der Vater des berühmten Hengstes Jean le Blanc, der 1830 in Mauvres-sur-Huisne geboren wurde.

Ein Experte des 19. Jahrhunderts nannte den Percheron einmal „einen Araber, der durch Klima und die Arbeit, die er seit Jahrhunderten verrichtet, dick geworden ist“. Es ist unübersehbar, dass der Percheron stark vom Araber beeinflusst wurde, er hat nicht nur viel von dessen Exterieur, sondern auch von seinem Wesen und seinen Bewegungen geerbt.

Der Percheron diente dem Menschen schon immer als Gebrauchspferd, er wurde beim Militär eingesetzt, als Geschützpferd, als Kutschpferd, in der Landwirtschaft und sogar als Reitpferd. Die französischen Züchter haben die Entwicklung des Percherons immer mit einem Auge auf dem Markt gelenkt, sie passten ihn der Nachfrage an. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war es um den Percheron ziemlich ruhig geworden, da man an seiner statt leichtere Cleveland- oder Yorkshire-Coach-Kreuzungen einsetzen konnte. Aus diesem Grund spezialisierten die Percheron-Züchter sich auf ein schweres Zugpferd, dessen Arbeiten die leichten Pferde nicht übernehmen konnten. Damit füllten sie eine Marktlücke. Dank der großen Vererbungskraft des Arabers war es möglich, verschiedene Typen des Percherons in recht kurzer Zeit zu entwickeln, und die Percheron-Zucht konnte immer schnell den Anforderungen des Marktes gerecht werden.

Um die Jahrhundertwende vom 19. auf das 20. Jahrhundert erlebte der Percheron seine Blütezeit. Er wurde damals vermehrt nach Australien, Amerika und Südafrika exportiert, allein in die USA wurden in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts über 7500 Pferde importiert. Bis 1910 war die Zahl der in den USA lebenden Percherons auf 31900 gestiegen.

Auf Grund seiner orientalischen Vorfahren ist der Percheron in der Lage, sich den verschiedensten klimatischen Bedingungen anzupassen. Er hält ohne Probleme sowohl die Umweltbedingungen der Falklandinseln als auch die Australiens aus. Außerdem ist er eine hervorragende Basis für Kreuzungen mit anderen Rassen.

Man sieht dem Kopf des Percherons das Blut seiner edlen Vorfahren deutlich an. Er ist sehr fein mit breiter, gerader Stirn und geradem, manchmal konkavem Profil. Die Ohren sind lang und aufmerksam, die Augen groß und freundlich. Die Nüstern sind weit. Der Hals ist für ein Kaltblutpferd lang und anmutig gebogen, der Widerrist ist stark ausgeprägt, die Schultern sind schön schräg und befähigen den Percheron zu seinem schönen Trab. Der Körper ist sehr breit, mit tiefer, breiter Brust, einem kurzen Rücken und sehr kräftiger, langer und schräger Hinterhand. Die Gliedmaßen sind lang und muskulös mit ausgezeichneten Gelenken, die Hufe hart und ohne Kötenbehang. Die Mähne ist sehr dick, der Schweif wird immer zu einer Art Poloknoten hoch gebunden, zumindest, wenn das Pferd angeschirrt geht. Der Percheron wird bis zu 1, 70m groß, das größte Pferd war der amerikanische Dr. Lee Gear: Er hatte ein Stockmaß von 2,10m und wog fast 1400kg.

Beim Percheron dominiert die weiße Farbe, bzw. ein geäpfeltes Grau, es kommen auch Rappen vor, gelegentlich Füchse, Kastanienbraune und Rotschimmel.
 
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