Orlow Traber

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Ladino

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Der Orlow-Traber stammt aus Russland, wo er ursprünglich auf dem Gestüt Krenow in der Provinz Woronesch gezüchtet wurde. Der Begründer der Rasse war Graf Alexis Orlow. Er begann 1788 auf Krenow mit der Zucht, und auch heute noch werden die Traber dort gezüchtet. Es gibt in Russland noch andere Gestüte, die den Orlow-Traber züchten, allerdings in anderen Typen: in Perm im Ural wird ein etwas bäuerlicher Typ gezüchtet, in Tula und Dubrow ein recht schwerer. Es gibt heute etwa 30000 Orlow-Traber in Russland.

In Russland wurden immer schon viele Pferde für Landwirtschaft und Transport gezüchtet. Diese Tradition besteht seit den Zeiten der Mongolen-Stämme. Viele Rassen wurden für einen ganz bestimmten Zweck gezüchtet, ebenso der Orlow-Traber, der im 18. Jahrhundert als Karossier und Trabrennpferd entwickelt wurde.

Die Zucht wurde 1780 mit dem Schimmelhengst Smetanka begonnen, Graf Orlow hatte ihn von einem türkischen Sultan gekauft und mit den besten dänischen, holländischen, mecklenburgischen und arabischen Stuten gepaart, denen er habhaft werden konnte. Bald wurde deutlich, dass die besten Ergebnisse erzielt wurden, wenn man den Araberhengst mit dänischen und holländischen Stuten kreuzte. Aus dieser Kombination erhielt man 1784 den Gründerhengst Bars I. Er war ein Schimmel, Sohn von Polkan I., dessen Vater Smetanka und Mutter eine dänische Stute gewesen war. Smetanka lieferte übrigens nur fünf männliche Nachkommen in seiner Zeit als Deckhengst. Bars I. war der Sohn einer holländischen Stute, die ein beträchtliches Kaliber, aber gutes Röhrbein und große Schulterfreiheit hatte. Bars I. deckte arabische, holländische und dänische Stuten. Um den gewünschten, einheitlichen Typ zu festigen, wurde massive Inzucht betrieben. Noch heute gehen nahezu alle Orlow-Traber auf Bars I. zurück.

Durch systematisches Training und Klassenrennen wurde der Traber noch verbessert. Die Rasse verbesserte vor allem ihre Schnelligkeit, obwohl sie dem amerikanischen Standardbred kaum gerecht werden konnte. Aus Kreuzungen von Standardbreds mit Orlow-Trabern entwickelte man den Russischen Traber. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurden fast 400 Standardbreds importiert. Während des ersten Weltkrieges wurden die Importe beendet, aber man züchtete durch Rückkreuzungen weiter. Im Jahre 1949 wurde der Russische Traber als eigene Rasse anerkannt, aber er kann dem Orlow-Traber nicht das Wasser reichen.

Der moderne Orlow-Traber wird als Trabrennpferd ständig verbessert. Dabei legt man besonderen Wert auf Größe und Rahmen, außerdem auf den leichten Körperbau und die starken Sehnen. Der Orlow-Traber muss stets leistungsbereit sein, mit feurigem, aber dennoch freundlichen Wesen.

Er wurde in den letzten Jahrzehnten vermehrt zur Verbesserung anderer Rassen eingesetzt, so beeinflusste er zum Beispiel den Tersker, das Donpferd und einige Kaltblüter. Vor der Russischen Revolution wurde der Traber auf fast 3000 Gestüten gezüchtet, es wird geschätzt, dass es heute noch etwa 30000 reinrassige Orlow-Traber in den Ländern der ehemaligen UdSSR gibt.

Der moderne Orlow-Traber ist relativ groß mit leichtem, aber kraftvollen Körperbau, er ist gut proportioniert und bemuskelt. Leider macht sich gelegentlich das holländische Erbe bemerkbar, die Traber haben oft zu lange Gliedmaßen, weiche Sehnen oder sogar Knochendeformationen. Weitestgehend konnten diese Mängel zwar behoben werden, aber ab und zu treten sie noch auf.

Der Kopf des Trabers ist recht klein und fein, manchmal wirkt er aber gewöhnlich. An der Stirn und den Ohren kann man das Araberblut allerdings deutlich erkennen. Der Hals ist lang und gebogen, manchmal sogar zu sehr. Der Widerrist ist nicht sehr deutlich ausgeprägt, der Rücken ist lang und gerade, die Lende muskulös, die Kruppe breit und kräftig. Die Schulter ist schräg und sehr kraftvoll. Die Gliedmaßen sind häufig überlang, die Gurtentiefe reicht oft auch nicht aus. Der Standard schreibt einen Röhrbeinumfang von mindestens 20cm vor, allerdings wird dies nicht immer erreicht. Die Hinterhand ist kräftig und besitzt viel Schub.

Der Orlow-Traber wird bis zu 1,60m groß. Die vorwiegende Farbe ist weiß. Auch Rappen kommen häufig vor, Füchse so gut wie nie.
 
12.06.2006
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A

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