Lusitano

Diskutiere Lusitano im Rassen I - L Forum im Bereich Pferderassen; Der Lusitano stammt aus Portugal, er ist dort geradezu das Gegenstück des Andalusiers. Er ist sehr hart und hitzeresistent, kommt mit...
Ladino

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Der Lusitano stammt aus Portugal, er ist dort geradezu das Gegenstück des Andalusiers. Er ist sehr hart und hitzeresistent, kommt mit nährstoffarmem Futter aus und kann Wassermangel eine gewisse Zeit lang kompensieren. Diese Eigenschaften hat der Lusitano sich in seinem Lebensraum aneignen müssen, um überleben zu können. Der Lusitano hat seinen Namen vom alten lateinischen Namen Portugals, Lusitania. So wird er erst seit 1966 genannt.

Man vermutet, dass der Lusitano, ebenso wie die anderen iberischen Pferde, von den Berbern abstammt. Diese kamen vermutlich vor der Eiszeit über eine Landbrücke von Afrika nach Spanien, und zwar an der Stelle, wo heute die Straße von Gibraltar ist. Auch später noch, als die Araber in Spanien herrschten, vermischten sich die Berber mit den bodenständigen Sorraia-Ponys, die vermutlich die ersten domestizierten Pferde Europas waren. Sie stammen vom Przewalskipferd und vom Tarpan ab. Letzterem sehen sie sehr ähnlich, sie haben dieselbe primitive Fellfärbung, die gleiche Größe und sind sehr zäh, hitzeresistent und leichtfuttrig. Diese Eigenschaften hat der Lusitano von ihnen geerbt.

Er entstand vermutlich irgendwann zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert. Man vermutet, dass der Lusitano, obwohl er ansonsten fast dasselbe Erbe hat wie der Andalusier, im Gegensatz zu seinem spanischen Nachbar Araberblut führt. Er ist hochbeiniger und schmaler als die Pura Raza Española, das deutet darauf hin, dass sich die beiden Pferderassen genetisch wenigstens ein bisschen unterscheiden.

Der Lusitano wurde ursprünglich für die Armee züchterisch entwickelt. Er diente in der Kavallerie, wurde allerdings auch zu Arbeiten in der Landwirtschaft herangezogen. Außerdem diente er als Reit- und Kutschpferd. Das wichtigste Ziel war es jedoch, ein Pferd für den Stierkampf heranzuziehen. Diese „Rejoneadores“ genießen in Portugal allerhöchstes Ansehen und werden geradezu verehrt. Ausgebildete Stierkampfpferde sind sehr teuer. Sie werden sehr lange und sorgfältig geschult, es gälte als Missachtung des Pferdes, wenn es beim Stierkampf verletzt werden würde. Die wichtigste Eigenschaft eines Rejoneadores muss der Mut sein. Dies und eine große Geschmeidigkeit gehören dazu, wenn man ein Pferd dafür trainiert einem Stier gegenüber zu treten. Der Lusitano ist sehr arbeitswillig, er ist intelligent und menschenbezogen. Aus diesem Grund steigt die Nachfrage nach Lusitanos als Dressurpferde an, allerdings werden sie bis heute vornehmlich als Stierkampf- oder Fahrpferde eingesetzt. Ihre hohe Aktion befähigt sie dazu auch in großem Maße.

Der Kopf des Lusitanos soll klein und edel sein, die Ohren ebenfalls. Eine große Ganaschenfreiheit ist sehr erwünscht. Das Profil des Portugiesen ist leicht konvex gewölbt, oder aber gerade. Der Gesichtsausdruck ähnelt dem spanischen Pferd. Manchmal ist der Hals des Lusitanos etwas kurz und dick, doch er ist gut an der Schulter angesetzt und trägt zum natürlichen Gleichgewicht und zur Wendigkeit des Pferdes bei. Der Widerrist ist sehr ausgeprägt. Der Rücken ist recht kurz, die Lendenpartie gut geformt und muskulös, die Schulter ist hervorragend schräg und kraftvoll. Die Röhrbeine des Lusitanos sind fast überlang, deshalb erscheint er oft sehr hochbeinig. Ansonsten sind die Beine in Ordnung. Die Hufe sind hart und gesund. Der Lusitano ist fast immer weiß, eigentlich kommen aber alle Grundfarben vor. Der wellige Schweif ist recht hoch angesetzt, wird allerdings nicht niedrig getragen.

Der Stockmaß liegt zwischen 1,50m und 1,60m.
 
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