Jütländer

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Ladino

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Der Jütländer ist das dänische Kaltblut. Er stammt von der Halbinsel Jütland, wo er seit dem Mittelalter gezüchtet wird. Damals wurden sie auch nach England exportiert, wo sie an der Entstehung des Suffolk Punch beteiligt waren. Später, als die Handelsbeziehungen der beiden Länder gediehen waren, wurde der Jütländer seinerseits durch Suffolk Punches und auch Cleveland Bays verbessert. Auch Deutschland und Frankreich importierten die dänischen Pferde.

Es ist erwiesen, das der Jütländer im alten Typ schon im frühen 9. Jahrhundert zu Zeiten der Wikinger lebte. Es gibt Bilder, auf denen Pferde abgebildet sind, die dem heutigen Jütländer sehr ähneln. Wahrscheinlich brachten die Wikinger Pferde nach East Anglia in England, wo sie sich mit den bodenständigen Pferden paarten und zur Entstehung des Suffolk Punch beitrugen. Fest steht, dass sowohl England als auch Deutschland und Frankreich im Mittelalter Jütländer importierten. Daraus lässt sich schließen, dass der Jütländer auch auf andere Kaltblutrassen Einfluss gehabt haben könnte.

Der Jütländer selbst wurde wahrscheinlich vom Suffolk Punch veredelt. In den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts kam der Suffolk-Punch-Hengst Oppenheimer LXII. nach Dänemark, ein Dunkelfuchs, der in der Zucht sehr erfolgreich war. Er gründete über seinen Nachkommen Oldrup Munkedal eine der wichtigsten Blutlinien. Im 18. Jahrhundert wurde der Frederiksborger zur Veredelung der Rasse eingesetzt, sein spanisches Blut verbesserte die Gänge des Jütländers enorm. Später wurden noch Cleveland Bays und deren Nachkommen, die Yorkshire-Coach-Horses eingekreuzt, doch diese waren nicht sehr erfolgreich.

In den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts existierten in Dänemark über 17000 Jütländer, doch diese Bestandszahlen sind stark zurück gegangen. Da die Pferde heute nicht mehr so stark in der Landwirtschaft eingesetzt werden können, dienen sie nur noch als Zugpferde in der Stadt. Allerdings sind sie sehr beliebt auf Schauen. Heute ist der Jütländer immer noch sehr beliebt, er gibt vor der Kutsche ein großartiges Bild ab und ist außerordentlich gut zu handhaben. Außerdem ist er sehr zäh und ausdauernd, unermüdlich arbeitswillig und hart.

Der Kopf des Jütländers ist grob und schwer, aber er trägt einen freundlichen Gesichtsausdruck und spiegelt das liebe Wesen des Pferdes wider. Es ist nicht mehr erkennbar, das jemals Einkreuzungen mit Cleveland Bays statt gefunden haben. Der Hals ist typisch für ein Zugpferd, kurz und dick, die Schultern sehr kräftig und muskulös, die Brust extrem breit, selbst für ein Zugpferd. Der Rücken ist kurz, breit und kräftig, der Widerrist flach, die Hinterhand sehr rund und massiv. Die Beine sind kurz, manchmal mit unzureichend starken Gelenken. Die Pferde haben einen starken Kötenbehang, der häufig Auslöser für Krankheiten wie Mauke oder schmierige Fesselbeugen ist, deshalb möchte man ihn züchterisch vermindern. Die Hufe sind normalerweise gut, allerdings nicht gerade beispielhaft.

Bis auf wenige Ausnahmen sind die Jütländer Dunkelfüchse mit hellem Langhaar. Sie können ein Stockmaß von 1,60m erreichen, sind jedoch meist kleiner.
 
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