Italienisches Kaltblut

Diskutiere Italienisches Kaltblut im Rassen I - L Forum im Bereich Pferderassen; Ursprünglich kommt das italienische Kaltblut aus dem Norden des Landes, es wird aber auch in Mittelitalien gezüchtet. Das Hauptzuchtgebiet liegt...
Ladino

Ladino

Beiträge
205
Reaktionen
1
Ursprünglich kommt das italienische Kaltblut aus dem Norden des Landes, es wird aber auch in Mittelitalien gezüchtet. Das Hauptzuchtgebiet liegt in Venetien, begrenzt von den Dolomiten und Alpen und Slowenien. Das italienische Kaltblut gleicht dem Aveliegnesen, man nimmt an, dass es von diesem Gebirgspferd abstammt. Das italienische Kaltblut ist die berühmteste Kaltblutrasse des Landes, sie gehört zu den bodenständigen Rassen.

Im 19. und Anfang des 20. Jahrhundert wurden die mächtigen Brabanter und Belgier eingesetzt, um das italienische Kaltblut zu verbessern. Die Nachkommen wurden schwerer als die ursprünglichen Pferde, sie wären zwar geeignet gewesen, um die harten Böden Belgiens zu bearbeiten, doch für die Pferde Italiens war eine solche Kraft gar nicht notwendig. Im Gegenteil, die Pferde waren eher zu schwer - ihr eigenes Gewicht behinderte sie und sie wurden wesentlich langsamer. Um diesen Fehlversuch wieder auszumerzen, importierten die Italiener Percherons und Boulonnais, die im Rufe standen, vielseitiger und beweglicher zu sein. Diese Kreuzungen verbesserten die Rasse, sie wurde leichter und hatte die schönen Gänge des Boulonnais geerbt. Der gewünschte Typ war allerdings noch immer nicht erreicht, deshalb wurde letztendlich noch der Bretone eingekreuzt. Das ist ein Pferd mit trockenen Beinen, viel Temperament und den Gängen seines Vererbers, dem Norfolk Roadster. Diese Kreuzung brachte endlich den lang ersehnten idealen Pferdetyp. Das Pferd war kleiner als der Belgier, aber stark und mit genügsamem Wesen. Außerdem war es zäh und vor allem schnell, was einerseits den Bauern, andererseits den motorisierten Italienern der Großstädte wichtig war. Dieses schnelle Gangwerk gab dem Kaltblut seinen italienischen Namen: „Tiro pesante rapido“. Ein weiterer Vorteil des Pferdes war seine Frühreife, das gefiel den Züchtern, die die Pferde als Fleischlieferant zogen.

Übrigens ist seine Existenz heute aus eben diesem Grunde bedroht: In Italien wird die Nachfrage nach Pferdefleisch immer größer, und Züchter, die nur zum Schlachten züchten, haben natürlich kein Interesse daran, die Rasse zu verfeinern oder ihren Einsatz als Arbeitspferd zu fördern. Außerdem besteht zwar zurzeit noch Bedarf an Arbeitspferden, doch der Trend geht in Richtung Maschine. Das italienische Kaltblut wird weit unter Wert gehandelt.

Es ist sehr attraktiv, hat einen kleinen, feinen Kopf, der im Vergleich zu seinem sonst eher klobigen Körper sehr edel ist. Er läuft recht lang zu, das Profil ist gerade oder leicht konkav gewölbt, das Gesicht trägt einen freundlichen Ausdruck. Der Hals ist kurz und mächtig, er erinnert an den bretonischen Vorfahren. Der Italiener hat eine tiefe Brust, die Vorderbeine stehen recht weit auseinander, der Rücken ist kurz und breit, der Rumpf sehr tief. Die Hinterhand ist sehr schön geformt und sehr kraftvoll. Der Schweif wird recht hoch getragen. Die Gliedmaßen sind akzeptabel, die Röhrbeine manchmal etwas lang und leicht, die Fesselung zu steil. Trotzdem sind die Beine ausreichend, da sie sehr muskulös sind. Das Pferd hat einen kurzen, harten Kötenbehang. Die Hufe stehen häufig etwas eng.

Meistens ist das italienische Kaltblut dunkelfuchsfarben mit heller Mähne, aber es gibt auch Rotschimmel und helle Pferde. Es kann bis zu 1,60m groß werden.
 
Thema:

Italienisches Kaltblut