Irish Draught

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Ladino

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Der Irish Draught kommt ursprünglich aus Irland, wird aber heute auch in England gezüchtet, und zwar unter der Schirmherrschaft der Irish Draught Horse Society. Der alte Typ dieser Rasse war ein vielseitiges Arbeitspferd, das dank des kalkhaltigen Bodens, des milden Klimas und des fetten Grases sehr groß, starkknochig und kräftig war. Die Iren förderten das Sprungvermögen des Irish Draught und machten ihn zum Jagdpferd. Später wurde er noch mit Vollblütern gekreuzt, das ergab die hervorragenden Jagdpferde der Iren, die Irish Hunter.

Der irische Draught stammt von den schweren Pferden Frankreichs und Flanderns ab, die 1172 nach der Invasion der Anglo-Normannen importiert wurden. Diese Stuten wurden mit eingeführten orientalischen (s. Araber oder Berber) und spanischen (s. Andalusier) Pferden veredelt. Es entstand ein Arbeitspferd, das im Geschirr und unter dem Reiter eingesetzt werden konnte.

Noch im Jahre 1850 war der Irish Draught ein kleines Pferd mit gutem Körperbau und recht kurzen, kräftigen Beinen. Die Schulter war damals noch ziemlich steil, was die Gänge beengte, und der Kopf klein, aber nicht grob. Diese Pferde gingen im Geschirr im Trab, unter dem Reiter im Galopp, doch ihre Aktion war zwar lang und flach, aber nicht besonders schön. Die Iren begannen, den Draught zum Jagdpferd zu machen und förderten das angeborene Springtalent der Pferde über den schwierigsten Naturhindernissen. Vom Wuchs und der Knochenstärke her waren die Pferde vorzüglich, später wurden sie durch das Vollblut veredelt und gewannen an Qualität, Vermögen und Schnelligkeit.

Gegen Mitte des 19. Jahrhundert herrschte in Irland eine Hungersnot, die Bestände an Irish Draughts gingen zurück und die Iren sahen sich gezwungen, Clydesdales und Shire Horses einzukreuzen. Diese Versuche schlugen fehl, man bekam ein wesentlich schwereres Pferd, außerdem schlich sich durch die Kreuzungen mit den Clydesdale ein Gebäudefehler ein: Die Pferde hatten oft eingeschnürte Vorderfußwurzelgelenke. Dieses Problem konnte erst viel später wieder ausgemerzt werden. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts galten die Irish Draughts als schwerfällige Pferde ohne Kondition. Erst 1904 wurden die Pferde durch die Subventionen für Hengste wieder verbessert. Seitdem konnte die Rasse wieder aufgebaut werden, 1917 erschien das erste Stutbuch. Während des Krieges gingen zwar sowohl Bestand als auch Qualität der Pferde wieder zurück, doch nach Kriegsende florierte die Zucht wieder.

1976 wurde die Irish Draught Society in Irland gegründet, 1979 folgte eine gleichnamige Organisation in Großbritannien. Die Verbände führten bald ein eigenes Körsystem ein, um die Pferde selektieren zu können. Zwar ist die Anzahl an Draught-Stuten nicht besonders hoch, aber es gibt sehr viele Hengste. Paart man diese mit Vollblutstuten, bekommt man Fohlen mit guter Knochenstärke, Größe und Springvermögen. Die Rasse ist sehr unkompliziert, gesund und leichtfuttrig. Sie sind sehr freundlich im Umgang und haben ein ausgeglichenes Temperament. Die Pferde sind heute größer als noch vor 100 Jahren und werden vermehrt als Jagdsportpferde eingesetzt. Ihre Nachkommen, die Irish Hunter sind jedoch als Jagdpferde noch besser. Deshalb werden Draughts häufig auch nur für den Springsport eingesetzt.

Das Irish Draught hat einen sehr schönen Kopf, er ist klein mit intelligentem Ausdruck, die Augen sind groß und freundlich. Das Pferd hat einen langen gewölbten Hals und einen ausgeprägten Widerrist, die Schultern, die früher steil waren, sind heute züchterisch sehr verbessert worden. Der Draught hat eine tiefe Brust an der die Vorderbeine gut angesetzt sind, sie ermöglichst einen langen Tritt. Der Rücken ist zwar häufig recht lang und die Hinterhand schräg, doch macht das Pferd immer einen kompakten und kräftigen Eindruck. Der Rippenbogen des Draught ist oval, runde Pferde sind unerwünscht. Die Gliedmaßen sind sehr korrekt und trocken, mit wenig Kötenbehang. Die Hinterhand ist sehr sprungkräftig, die Gänge sind gut ausbalanciert und gerade. Außerdem sind sie schwungvoll und recht hoch. Die Hufe sind gesund und kräftig.

Beim Irish Draught kommen alle Grundfarben vor. Er ist kann ein Stockmaß bis zu 1,70m erreichen.
 
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