Französischer Traber

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Ladino

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Der französische Traber stammt aus der Normandie, dem traditionellen Zuchtgebiet Frankreichs. Er ist ein Produkt des milden Klimas, der langen Wachstumsphase und des guten Bodens in dieser Gegend. Die wichtigsten Gestüte sind Le Pin und Saint Lò. Schon seit dem 12. Jahrhundert werden dort Traber gezüchtet, und die Fähigkeit des Trabens wird fast schon als Erbgut angesehen. Die Zucht wird hauptsächlich durch den Trabsport gefördert und weiterentwickelt. Abgesehen von den USA ist der Trabrennsport in keinem Land so populär wie in Frankreich. Innerhalb von hundert Jahren hat sich dort ein mächtiger Wirtschaftszweig rund um den Traber entwickelt.

Die Zucht der französischen Pferde entwickelte sich aus geschichtlichen Ereignissen heraus. Nachdem Napoleon die Schlacht von Waterloo verloren hatte und die Handelsblockade verhängt worden war, konnten keine fremden Pferde mehr importiert werden. Die Züchter waren auf sich selbst gestellt und nutzten ihre eigenen gewöhnlichen, aber sehr zähen Pferde als Basis für die Zucht von Militärpferden. Diese Pferde konnten sowohl geritten werden als im Geschirr gehen, mit der Zeit wurden allerdings zwei Pferdetypen mit unterschiedlichen Fähigkeiten daraus. Schließlich wurden wieder englische Vollblüter importiert und, was für die Traberzucht von noch größerer Bedeutung war, Hunter-Hengste. Das war nur mit der Unterstützung der Verwaltung der Staatsgestüte möglich. Schließlich wurde auch der Norfolk Roadster eingeführt, der für die Entwicklung des französischen Trabers eine sehr wichtige Rolle spielte, weil er seinen hervorragenden Trab vererbte. Besonderen Einfluss auf die Rasse hatten der Halbblüter Young Rattler, dessen Mutter ein Norfolk Roadster war, sowie andere Halbbluthengste und der Roadster Hengst Norfolk Phenomenon. Sie wurden mit bodenständigen Stuten gekreuzt und verbesserten ihre Nachkommen im Exterieur und den Gängen. Sie legten den Grundstein für die Kreuzungen mit Vollblütern. Durch diese Kreuzungen mit Vollblütern entstanden schließlich fünf Blutlinien, aus denen später die erfolgreichsten Pferde hervor gingen. Es wurden noch mal Standardbreds eingeführt, doch diese Passgänger hatten keinen Einfluss auf die Traber. 1937 wurde das Stutbuch für fremde Pferde geschlossen, erst vor kurzem gab es jedoch noch mal Eintragungen einiger Kreuzungen von Trabern mit Standardbreds.

Die Besonderheit des französischen Trabers, der heute im Sulky Rennen der Weltklasse gewinnt, ist sein ausgezeichnetes Gleichgewicht. Er geht sehr kraftvollen Trab mit diagonaler Fußfolge und ist dabei der sehr gerade und ausgeglichen.

Trabrennen haben in Frankreich eine lange Tradition. Das erste Rennen für Reitpferde fand 1806 auf dem Champs de Mars in Paris statt, heute werden nur noch 10% aller Trabrennen unter dem Reiter absolviert. Die Reitpferde wurden darauf gezüchtet, gut balanciert zu sein und einen sauberen Bewegungsablauf zu haben, außerdem müssen sie ein großes Gewicht tragen können. Das bedeutendste Trabrennen im Sattel ist der Prix de Cornulier. Ebenso wie die Rennen vor dem Sulky findet es auf der berühmtesten Rennbahn Frankreichs statt, dem Hippodrom in Vincennes. Die Strecke ist 2000m lang und führt teilweise bergab, teilweise steil bergauf. Vor dem Sulky ist das berühmteste Rennen der Prix d’Amérique, welches über 2650m geht. Manche Pferde gehen sowohl vor dem Sulky als auch unterm Sattel, nur ganz selten gelingt ein Doppelsieg in beiden Rennen.

Der moderne Traber ist sehr elegant und zeigt deutlich seine Abstammung vom Vollblut. Der Kopf ist sehr edel, jedoch nicht so fein wie der des Vollbluts. Aber sein Gesichtsausdruck ist intelligent und freundlich und spiegelt sein feuriges Temperament wider. Er hat inzwischen, im Gegensatz zu früher, eine gute Schulterlage, sodass die Vorhand sehr weit vorgreifen kann. Der Widerrist ist ausgeprägt, aber nicht sehr hoch, die Hinterhand ist sehr kraftvoll. Die Beine sind ausgezeichnet mit großen, flachen Karpalgelenken und gutem Röhrbein. Die Hufe sind hart und gesund. Die vorherrschenden Farben des Trabers sind Fuchs, Brauner und Schwarzbrauner, es kommen auch Fuchsschimmel vor, während reine Schimmel sehr selten sind.

Der Traber wird bis zu 1,68m groß.
 
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