Einsiedler

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Ladino

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Bereits vor über 1100 Jahre gab es in der Schweiz den alten Typ des Einsiedlers. Seine Ursprünge liegen bei den bodenständigen Pferderassen der Schweiz. Die Zucht wurde im Benediktinerkloster von Einsiedeln im Osten von Luzern begonnen, heute wird der Einsiedler auf dem Staatsgestüt Avenches gezüchtet, ebenso wie der Schweizer Warmblüter und der Freiberger.

Der Einsiedler entstand aus Kreuzungen mit bodenständigen Schwyern. Im Jahre 1655 wurde das Stutbuch eröffnet, allerdings wurde gut 100 Jahre später ein zweites eröffnet. Der Grund dafür war, dass Einkreuzungen von spanischen, italienischen, türkischen und Friesenhengsten nicht besonders erfolgreich gewesen waren. Deshalb stellte Pater Isidor Moser im Jahre 1784 ein zweites Register her, das wesentlich umfangreicher war als das erste.

Erst im 19. Jahrhundert wurde die Rasse durch anglo-normannische Stuten und den Hengst Bracken verbessert. Er war ein Yorkshire-Caoch-Horse und wurde 1865 importiert. Noch später kreuzte man Holsteiner mit Normannen und das Resultat wiederum mit den alten Einsiedlern. Ende der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurden irische und schwedische Stuten nach Avenches importiert. Es wurden viele verschiedene Hengste eingesetzt, Anglo-Normannen, Holsteiner und Schweden(s. schwedisches Warmblut) ebenso wie einheimische Hengste. Die wichtigsten Blutlinien waren die Normannen Ivoire, Que d’espair und Orinate de Messil, der schwedische Warmblüter Aladin und die Holsteiner Astral und Chevalier.

Auch heute noch werden immer mal wieder Hengste eingesetzt, die nicht zur Rasse gehören, so wurde der Einsiedler auch später noch durch den Vollblüter, den Hannoveraner, Trakehner, Selle Français und schwedische Warmblüter veredelt.

Die männlichen Nachkommen werden strengen Leistungsprüfungen unterzogen, einmal mit dreieinhalb und einmal mit fünf Jahren. Dabei werden ihre Leistung in der Dressur, beim Springen, beim Fahren und im Gelände überprüft. Auch das Exterieur ist wichtig. Ein Hengst kann nur aufgenommen werden, wenn beide Eltern leistungsgeprüft sind. Die Stuten werden ebenfalls geprüft, allerdings im Alter von drei Jahren und nur, wenn die Eltern eingetragenen Halbblüter sind. Ansonsten könnten sie nicht eingetragen werden.

Der Einsiedler ist im Großen und Ganzen ein Warmblüter. Sein Kopf ist deutlich geprägt vom Vollblut, ansonsten hat er einen normalen Reitpferdekörper. Die Brust ist breit und tief, ähnelt gelegentlich einem Busen. Der Rücken ist gut bemuskelt bei guter Länge, die Hinterhand muskulös. Die Gliedmaßen sind lang und schlank, der Röhrbeinumfang ist ausreichend, das Röhrbein kurz, die Gelenke groß und flach. Die Hufe sind meist gut geformt und sehr hart.

Beim Einsiedler kommen alle Farben vor, mit Ausnahme von Schecken und getupften Pferden. Er kann bis zu 1,68m groß werden.
 
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