Brumby

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Ladino

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Der Brumby stammt, ebenso wie der Waler und das Australische Stock Horse aus Australien. Seine Wurzeln liegen in New South Wales, wo er sich auf Grund des unwegsamen Geländes und der trockenen, heißen Witterung zu einem zähen und ausdauerndem Pferd entwickelte.

Die Vorfahren dieser Pferde stammen aus Südafrika, sie wurden 1788 importiert. Später kamen Vollblüter und Araber hinzu, als ihre Beliebtheit als Veredler in Europa immer mehr anwuchs. Das erste aus diesen Kreuzungen entstandene Pferd war der Waler, so benannt nach seinem Heimatland, New South Wales. Auf ihm basieren das Australian Stock Horse und der Brumby, das im Landesinneren wild lebende Pferd.

Der Waler wurde ursprünglich als Arbeitspferd gezüchtet. Er diente als Hütetier für die riesigen Schafherden und ging sowohl unterm Reiter als vor der Kutsche. Außerdem wurde er als Kavalleriepferd eingesetzt und galt in der Zeit von der Schlacht von Waterloo bis zum Krimkrieg als das beste Pferd seiner Art. Er wurde von den indischen Soldaten geritten, außerdem lieferte Australien während des ersten Weltkrieges ca. 120000 Pferde an die Alliierten. Allerdings bedeutete die Kriegsteilnahme praktisch auch das Ende des Walers. Zwar gab es den Namen und auch wenige Pferde noch bis zum zweiten Weltkrieg, doch damals war der Waler nahezu ein reiner Anglo-Araber. Er war ursprünglich auf der Basis von Arabern, Vollblütern und Anglo-Arabern gezüchtet worden, aber eigentlich war er mehr ein Typ als eine Rasse. Er war sehr ausdauernd und zäh, extrem hitzeresistent und hatte eine sehr harte Konstitution. Zwar war er nicht besonders schnell, doch sehr beweglich und er konnte sehr gut springen. 1940 sprang ein Waler über ein Hindernis von über 2, 50m. der Waler war zwischen1, 52m und 1,62m groß und konnte bis zu 100kg tragen. Er besaß außerdem ein sehr gutes Röhrbein.

Der nächste Typ, der aus dem Waler entstand, war das Australische Stock Horse. Es erinnerte meistens an einen Hunter, hatte aber keinen richtig festgelegten Typ. Sie variierten stark in der Größe und basierten immer noch auf dem Anglo-Araber. Allerdings wurde viel Fremdblut zugeführt, sodass es große Unterschiede zwischen den einzelnen Pferden gab. Vor allem wurden Quarter Horses eingeführt, aber auch Ponys und Percherons. Die Quarter Horses kamen 1954 nach Australien, um die viehtreiberischen Fähigkeiten des Stock Horses zu verbessern. Heute gibt es in Australien sogar eine eigene Quarter Horse Association.

Die Australian Stock Horse Society hat sich zum Ziel gesetzt, die Rasse zu vereinheitlichen und hat auf diesem Gebiet schon einiges erreicht. Die Pferde werden immer noch auf den großen Farmen eingesetzt, sie sind ausgeglichen, sehr beweglich und ausdauernd. Außerdem haben sie bemerkenswert gute Gliedmaßen mit gesunden Hufen und gutem Röhrbein.

Der Brumby entwickelte sich nach dem großen Goldrausch im Jahre 1851. Die Pferde brachen aus den Goldgräbersiedlungen aus und gelangten in den Busch. Hier fügten sie sich in Herden zusammen und entwickelten ihre eigene Rasse. Obwohl einige gefangen werden konnten, sind die Ponys wild und unberechenbar. Man kann sie als Reit- oder Arbeitspferde nicht gebrauchen.

In freier Wildbahn degenerierten die Pferde zusehends, doch sie entwickelten einen sehr starken Überlebenstrieb, sodass sie trotz der harten Lebensbedingungen und den Versuchen der Viehhüter, sie einzufangen, überleben konnten. In den sechziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts hatten sich die Pferde so stark vermehrt, dass sie dezimiert werden mussten. Diese Aktion hatte ein regelrechtes Abschlachten der Pferde zur Folge. Eine Herde von 8000 Pferden wurde westlich von Brisbane mit Hubschraubern und Jeeps verfolgt. Aus den Fahrzeugen heraus wurden die Pferde abgeschossen. Diese Aktionen riefen heißen Protest hervor und dienten noch Jahrzehnte später als Stoff für Diskussionen. Allerdings ist eine Lösung noch nicht gefunden, denn es gibt praktisch keinen Bedarf für den Brumby, außer, ihn zu Hundefutter zu verwerten. Anders als die amerikanischen Mustangs können die Brumbys nicht als Reitpferd genutzt werden. Das Problem wird deshalb in Australien immer noch heiß diskutiert.

Auf Grund seines Körperbaus ist der Brumby gar nicht geeignet als Reitpferd zu gehen. Sein Gebäude ist meist schwach und degeneriert, der Rücken ist ebenfalls schwach. Die Gliedmaßen sind auch nicht sehr gut: Zwar sind sie sehr stark, aber häufig kuhessig. Die Hufe sind extrem hart und auch harter Boden kann ihnen nichts anhaben.
 
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