Boulonnais

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Ladino

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Der Boulonnais, das edelste aller Kaltblutpferde, stammt aus dem Nordwesten Frankreichs. Hier wurde er seit vorchristlicher Zeit im Hinterland der Boulogne und Calais’ gezüchtet. Ein berühmtes Zuchtzentrum war lange Zeit das Privatgestüt Eterpigny, dessen Hengste im ganzen Land gezeigt wurden.

In der Zeit der römischen Besatzung fanden die ersten Einkreuzungen statt. Die Römer ritten östliche Pferde, die sich mit den einheimischen Kaltblutpferden vermischten. Nach der Okkupation wurde während der Kreuzzüge wieder Blut von Araber sowie Berbern eingekreuzt, Hauptantriebsfedern waren dabei die Züchter Comte de Boulogne und Comte de Artois. Im 14. Jahrhundert wurde während der spanischen Besatzung Frankreichs wiederum das Blut der spanischen Pferde eingeführt, die ihrerseits viel orientalisches Blut führten. Im 17. Jahrhundert kristallisierte sich der Boulonnais als eigenständige Rasse heraus. Es traten zwei Schläge auf: der „Fischhändler“ oder „Mareyeur“ genannt (zu Deutsch: Pferd der Gezeiten), der den Fisch der Westküste schnellstens nach Paris brachte. Dazu befähigte ihn sein energischer Trab. Er war ungefähr 1,55m bis 1,60m groß. Der zweite Schlag war der größere der beiden. Er diente allerdings hauptsächlich als Fleischlieferant.

In den beiden Weltkriegen wurde der Bestand an Boulonnaispferden fast vollständig ausgerottet. Die Boulogne wurde zweimal verwüstet, die Stuten in alle Himmelsrichtungen verstreut. Die Rasse überlebte zwar, doch ist sie ein Opfer des Fortschrittes: Es besteht kein Bedarf mehr am „Fischhändler“, das Auto, bzw. Lkw oder die Bahn bringen den Fisch nach Paris. Der Fischhändler existiert wahrscheinlich gar nicht mehr, und der größere Typ wird nur noch gezüchtet, um Fleisch zu produzieren. Wäre der kleinere Typ noch vorhanden, würde er eine ausgezeichnete Basis zur Erschaffung von Warmblütern bilden. Gepaart mit dem „heißen“ Blut des Vollblüters oder der orientalischen Pferde, hätte der Boulonnais mit Sicherheit viel Einfluss auf andere Rassen gehabt. Sein feuriges Temperament und sein Mut hätten einen großen Vorteil gegenüber anderen Kaltblütern bedeutet.

Der schöne Kopf unterscheidet den Boulonnais so deutlich von anderen Kaltblutrassen. Das Profil ist gerade oder ein bisschen konkav, die Augen sind sehr groß und ausdrucksstark, der Kehlgang frei und fein, die Stirn flach und breit. Die Nüstern sind weit und offen, die Ohren klein und beweglich. Der Hals des Boulonnais ist zwar dick, aber schön anmutig gewölbt und länger als bei anderen Kaltblutrassen. Er passt optimal zu der breiten Brust und den muskulösen Schultern. Die Brust ist sehr tief und breit, die Schultern schräg - eine gute Voraussetzung für die schönen Gänge des Boulonnais. Der Widerrist ist sehr gut ausgeprägt, der Rumpf kompakt. Der Rücken ist breit und gerade, die Rippen ähneln denen des Arabers, sind sehr wohl geformt. Die Gliedmaßen sind sehr kräftig, mit kurzen dicken Röhrbeinen. Die Muskulatur ist hier ausgeprägt, die Gelenke sind sehr stark. Den Boulonnais fehlt der ansonsten für Kaltblüter übliche Kötenbehang. Die Hufe sind meistens wohl geformt und gesund. Sie stehen in Relation zur Körpergröße. Der Schweif des Boulonnais ist traditionsgemäß eingeflochten, damit das Pferd sich nicht in den Leinen verfangen kann, wenn es im Geschirr geht. Der Boulonnais wird heutzutage bis zu 1,68m groß.

Beim Boulonnais herrschen auf Grund der dominierenden weißen Farben der Araber die Schimmel vor, es gibt aber auch Braune und Füchse.
 
12.06.2006
#1
A

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