Ardenner

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Ladino

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Das Herkunftsgebiet dieser schweren und harten Rasse liegt zu beiden Seiten der Ardennen in Frankreich und Belgien. In der Gegend von Chaumont, seinem Ursprungsgebiet, ist er heute nicht mehr so stark vertreten, aber in Lothringen, der Champagne und den Ausläufern der Vogesen lebt er noch.

Der Ardenner ist eine sehr alte Rasse, wahrscheinlich stammt er direkt von den prähistorischen Pferden ab, deren Überreste in Solutré gefunden worden. Noch heute sind primitive Merkmale wie die viereckige Nase beim Ardenner vorhanden. Schon Julius Cäsar und der griechische Historiker Herodot kannten die Ardenner und lobten ihre Stärke und Ausdauer.

Noch im 17., 18. und 19. Jahrhunderte wurden die Pferde teilweise geritten, hauptsächlich jedoch gefahren. Sie waren vorzügliche, ausdauernde und temperamentvolle Zugpferde, die den Franzosen während der Französischen Revolution wichtige Dienste erwiesen. Noch in der Zeit des napoleonischen Kaiserreiches hatten sie den Ruf, die besten Artilleriepferde aller Zeiten zu sein. Sie wurden im Russlandfeldzug im Jahre 1812 eingesetzt und überlebten - im Gegensatz zu vielen anderen Pferden - sogar die Härten des russischen Winters.

Bis zum Ende der siebziger Jahre gab es in Chaumont noch ein paar dieser Ardenner die im leichten Typ standen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden Araber eingekreuzt, die die Energie des Ardenners erhöhen und ihn noch leistungsbereiter machen sollten. Später wurden noch Percheron-, Boulonnais- und Vollblutpferde eingesetzt, doch diese hatten keinen großen Einfluss auf die Rasse.

Im 19. Jahrhundert änderten sich die Anforderungen an die Pferde, der leichte Typ war nicht mehr so sehr gefragt, man benötigte schwere Zugpferde für die Landwirtschaft. Die Zucht wurde verändert und im Laufe der Jahre entwickelten sich drei verschiedene Typen: ein kleiner, der zwischen 1,52m und 1,62m groß wurde und dem alten Typ ähnelte, der „Trait du Nord“-Typ, der größer und massiger ist, und der Auxois, der ebenfalls sehr schwer ist, aber eher durch den Percheron und den Boulonnais geprägt wurde.

Im ersten Weltkrieg erlebte der Ardenner eine Renaissance als Artilleriepferd, während dieser Zeit wurden noch mal holländische und belgische Hengste eingekreuzt um die Verluste zu ersetzen. Seitdem wird der Ardenner rein gezüchtet, er dient als Zugpferd und als Fleischlieferant.

Der moderne Ardenner ist sehr großrahmig mit kurzen Beinen, einem kurzen, breiten Rücken und einer muskulösen Lendenpartie. Der Kopf ist massig mit geradem oder ramsnasigen Profil, dem markanten viereckigen Maul, der flachen Stirn und den kleinen, spitzen Ohren. Der Hals ist sehr dick und breit, die Schultern sind sehr frei. Die Hinterhand ist sehr breit, stark und fest bemuskelt mit kurzen, dicken Muskelsträngen. Die Gliedmaßen gleichen Baumstämmen und sind recht kurz mit gutem Röhrbein. Die Hufe sind im Verhältnis zur Größe des Pferdes recht klein und sehr hart.
 
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