Die Tierheime sind pleite....

Diskutiere Die Tierheime sind pleite.... im Tierschutz Forum im Bereich Community; Das liest man in letzter Zeit immer häufiger. Der Deutsche Tierschutzbund sagt, dass es bereits fast die Hälfte der ihm angeschlossenen Tierheime...
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Paddy1

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Das liest man in letzter Zeit immer häufiger. Der Deutsche Tierschutzbund sagt, dass es bereits fast die Hälfte der ihm angeschlossenen Tierheime betrifft. Die finanzielle Spendenbereitschaft von Sachspenden/Futterspenden/Vererbungen lassen die letzte Zeit immer mehr nach.

Wie sich nun die Kosten verteilen, weiß kaum jemand.
Vor kurzem kam eine Sendung im TV, die das an einem Beispiel zeigte
http://www1.wdr.de/fernsehen/ratgeber/tieresucheneinzuhause/sendungen/finanznot-in-tierheimen-100.html

Was meint ihr, gäbe es etwas, wo man sparen könnte?

oder anders herum: Was könnten die Tierheime tun, um attraktiver zu werden, damit der Unterhalt der Tiere, die benötigten Angestellten und evtl. nötige Baumaßnahmen etc. weiter gesichert sind?
 
rumo

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Ich denke dass ist recht schwer. Die Menschen haben selbst immer weniger Geld und dadurch inkt auch die Spendenbereitschaft.

Ich kenne zwei Tierläden, die ausschließlich Tiere aus dem örtlichen Tierheim anbieten, das find ich zum Beispiel ganz gut, wenn da dann auch die Vermittlungsbasis passt.
Wichtig ist denk ich auch die Aufklärung der Bevölkerung, wo die Tiere sie sich zulegen wirklich herkommen und ob es nicht sinnvol ist, vielleicht erstmal im Tierheim zu schauen.
 
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Huhu,

find ich ne interessante Frage. Das eine ist natürlich die wirtschaftliche Lage in Deutschland und der EU. Je schlechter die eigene Lage, desto weniger Spendenbereitschaft.
Das andere sind die THs selbst. Nicht alle haben einen guten Ruf (ich kenne ein Beispiel, das den schlechten Ruf auch verdient hat). Das wirkt sich immer auf alle aus, da der Mensch leider nicht unbedingt differenziert.
Dann die Tiermenge. Das werden ja tendenziell leider nicht weniger, besonders um die Ferienzeiten.
Die Spendenverteilung ist auch so ne Sache. Je besser der Auslandstierschutz hier angesehen ist, desto mehr wird auch dorthin gespendet, was deutsche THs natürlich merken. Nicht zu vergessen auch andere Spendenthemen aus dem Humanbereich, die auch im TV beworben werden. Die liegen in der Priorität einfach höher.

Was mit bei vielen THs fehlt sind eigene, richtig beworbene Veranstaltungen, Infostände bei Gemeindeveranstaltungen, Kooperationen mit Nicht-Tiervereinen und vor allem attraktive Webseiten. Viele THs inserieren auch nicht in Onlineportalen, Auslands-TSler machen das eher.

Was auch so ein Punkt ist, ist die Schutzgebühr. Wenn das teilweise bis zu mehreren hundert Euro hochgeht, wer will dann von dort noch ein Tier? Ein paar Euro mehr und ich kann zum seriösen Züchter gehen. Und warum sollte man es finanziell unterstützen, wenn man sich dort auch kein Tier nehmen würde?
 
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Paddy1

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Die Gemeinden sind gesetzl. verpflichtet für Fundtiere und eingezogene Tiere aufzukommen (Futterkosten, artgerechte Unterbingung, TA-Kosten etc.)
Das alles wird mit den TH vertraglich geregelt.

Die Gemeinden lassen sich aber nur auf einen Pauschalbetrag und eine begrenzte Zeit ein. Oft nur für 30 Tage.
Alle anfallenden Kosten nach dieser vereinbarten Zeit, oder was höher als der vereinbarte Pausch.betrag ist, muss das TH stemmen.

TH sind nicht verpflichtet, Abgabetiere zu übernehmen.
Diese Tiere können aber ausgesetzt werden, dann wiederum werden sie zu Fundtieren. Oft werden sie aber nicht rechtzeitig gefunden, bevor sie krank werden, oder zu schaden kommen. Ein Bruch oder eine Hautgeschichte kann viel länger als die vereinbarte Zeit dauern

Warum also nicht die Gemeinden oder Bundesländer dafür einspannen, die wirklichen Kosten zu übernehmen?

Sind die Gemeinden denn nicht "mitschuld", wenn die TH vor dem "Aus" stehen?
 
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Theoretisch können THs für Einrichtung, Bau etc. eine Förderung vom Land beantragen.
Einige THs haben m.W. auch einen ständigen Förderetat, wo wir durchauchs von 200.000 bis 500.000 Euro reden. Das kommt bei den Fundtieren oben drauf.
Vereinsförderung von der Gemeinde gibts hier auch.
Nur bekommt man irgendwie selten mit, dass THs sich um sowas bewerben...
Aber es ist nicht so, als täte keiner was.

Die Gemeinden sind meiner Meinung nach nicht schuld. Oder sind die auch verantwortlich, wenn ein Sportverein nicht mehr genug Mitglieder findet oder keinen Vorstand und sich auflösen muss? Wenn ein TH nichts tut, um auf sich aufmerksam zu machen, was soll dann die Gemeinde tun? Oder wenn das TH keine Homepage pflegt oder auf anderen Portalen inseriert?
Wieso gehen die THs nicht in Schulen oder Kindergärten und bieten Tierschutzunterricht an? Oder ein Sommerferienprogramm für Kinder? So kommst du in die Presse und in die Köpfe der Leute und verdienst noch ein bisschen was.

Ob die Gemeinden helfen sollten ist ne andere Frage. THs werden von Vereinen betrieben. Wie soll eine Gemeinde rechtfertigen, dass ein Verein speziell gefördert wird und ein anderer nicht? Außerdem stehen nicht alle Gemeinden finanziell gut da. Wofür sind wohl die Bürger: ne neue Straße oder ne Spende ans TH? Seien wir ehrlich, die entscheiden sich für die Straße.
Ab davon muss vll auch mal ein Tierschützer im zuständigen Gemeinde- oder Landrat vorstellig werden, um was zu bewegen und vll Hilfe zu bekommen.
 
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Paddy1

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Theoretisch können THs für Einrichtung, Bau etc. eine Förderung vom Land beantragen.
Einige THs haben m.W. auch einen ständigen Förderetat, wo wir durchauchs von 200.000 bis 500.000 Euro reden. Das kommt bei den Fundtieren oben drauf.
Vereinsförderung von der Gemeinde gibts hier auch.
Nur bekommt man irgendwie selten mit, dass THs sich um sowas bewerben...
Aber es ist nicht so, als täte keiner was..
Woher weißt du, dass sie keine Förderung beantragen? Die gezahlten Fördergelder werden meist nur im Jahresabschluß der Gemeinde erwähnt.
Eine Förderung, wenn sie genehmigt wurde, betrifft ja nicht die Kosten des ganzen Projektes...
Die Gemeinden sind meiner Meinung nach nicht schuld. Oder sind die auch verantwortlich, wenn ein Sportverein nicht mehr genug Mitglieder findet oder keinen Vorstand und sich auflösen muss? Wenn ein TH nichts tut, um auf sich aufmerksam zu machen, was soll dann die Gemeinde tun? Oder wenn das TH keine Homepage pflegt oder auf anderen Portalen inseriert?
Ein Sportverein hat nichts mir gesetzlicher Verpflichtung zu tun, aber die Gemeinden sind verpflichtet, sich um Fundtiere und eingezogene Tiere zu kümmern. Deshalb ja auch die Verträge mit den TH
Wieso gehen die THs nicht in Schulen oder Kindergärten und bieten Tierschutzunterricht an? Oder ein Sommerferienprogramm für Kinder? So kommst du in die Presse und in die Köpfe der Leute und verdienst noch ein bisschen was.
Weil sie kein Geld für weitere angestellte Kräfte haben.
Das machen inzwischen nur noch Ehrenamtliche, denen kann man aber nicht vorschreiben, was sie zu tun haben
Ob die Gemeinden helfen sollten ist ne andere Frage. THs werden von Vereinen betrieben. Wie soll eine Gemeinde rechtfertigen, dass ein Verein speziell gefördert wird und ein anderer nicht? Außerdem stehen nicht alle Gemeinden finanziell gut da. Wofür sind wohl die Bürger: ne neue Straße oder ne Spende ans TH? Seien wir ehrlich, die entscheiden sich für die Straße.
Siehe oben, die Gemeinden sind für einen guten Teil der Tiere gesetzlich verpflichtet.
Mein Vorschlag war: Gemeinde und auch, die nächsthöhere Stufe, die Bundesländer
 
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Nunja, deren Teil ist ja in dem Sinn erledigt, wenn sie für Fundtiere bezahlen. Da wäre dann der Ansatzpunkt, fairer hierfür zu bezahlen.
Ansonsten sind es aber wie gesagt Vereine, die selbst für sich sorgen müssen. Und du kannst dem Sportverein, dem Wanderverein und dem Gesangverein ja schlecht erklären, wieso ein TS-Verein bevorzugt wird.

Das Argument "das sind Ehrenamtliche" zieht bei mir nich, das sind es in anderen Vereinen auch und die schaffen meist mehr als ein Fest im Jahr. Verpflichtet ist da auch keiner. Aber ich hab den Eindruck, dass THs oft glauben, sie müssten das Geld einfach so von Land, Gemeinde und Privatpersonen bekommen. Nun gehen aber die Spendenzahlen zurück, also was tun? Da ist m.E. Initiative gefragt anstatt die nächstbeste Stelle anzupumpen.
Bin ich der Meinung, dass man seriöse THs unterstützen sollte? Na klar. Aber realistisch betrachtet wird das a) nie passieren und b) viel zu vielen anderen gegen den Strich gehen und TS-Vereine damit ins Abseits drängen und c) dann aus einem anderen Grund wieder nicht reichen, evtl weil dann noch mehr Leute ihre Spenden einstellen.

Ich finde nur, man macht es sich zu einfach, wenn man will, dass andere das Problem lösen. Um Hilfe bitten ist durchaus gut und in Ordnung, aber selbst reflektieren und was tun muss man auch.
 
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