Chinchilla Info

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Stefan1

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Chinchilla Info

Einige Einsteigertipps für neue Chinchillahalter und solche, die es werden wollen.

Allgemeines
In der Heimtierhaltung kommt nahezu ausschließlich der Langschwanzchinchilla (Chinchilla lanigner) vor.

Ein ausgewachsener Chinchilla wiegt etwa zwischen 400 g - 800 g. Die Weibchen werden zwischen dem 6. - 8. Monat geschlechtsreif, Böckchen zwischen dem 4. - 5. Monat und müssen spätestens dann nach Geschlechtern getrennt werden.
Chinchillas können zwischen 15 - 22 Jahre alt werden.

Soziales
Chinchillas leben in freier Wildbahn im engen Familienverbund, es sind also Rudeltiere. Von daher dürfen die Tiere nicht alleine gehalten werden. Es müssen immer mindestens zwei gleichgeschlechtliche Tiere zusammen werden. Zwei gleichaltrige Weibchen oder Mutter und Tochter verstehen sich in der Regel gut miteinander, ebenso zwei gleichaltrige männliche Tiere, die zusammen aufgezogen wurden, solange keine Weibchen in der Nähe sind. Von Paarhaltung ist abzuraten, da sie unweigerlich zu Nachwuchs führt.

Anschaffung

Chinchillas sind keine Spieltiere für Kinder! Es müssen immer Erwachsene die Pflege der Chinchillas überwachen. Chinchillas eigenen sich für Teenager und Erwachsene Menschen denen es egal ist, ob die Tiere die Tapete von der Wand ziehen recht gut als Haustiere.

Bevor die Chinchillas einziehen, sollte die ganze Familie einen Allergietest (Staub, Heu, Chinchilla) machen. Der nächste Schritt ist ein großer Eigenbau, dieser sollte fertig sein, bevor die Chinchillas ausgesucht werden.

In vielen Vermittlungsstellen und im Tierheim warten oft Chinchillas auf ein neues Zuhause, diesen Tieren sollte eine Chance gegeben werden. Wird man dort nicht fündig, sollte ein verantwortungsbewußter Züchter aufgesucht werden. Vom Kauf in Zooläden raten wir im Fall von Chinchillas ganz ab, diese empfindlichen Tiere vertragen den Trubel in Zooläden rein gar nicht und werden dort oft krank.

Im neuen Zuhause werden die Chinchillas zur Eingewöhnung ein paar Tage in Ruhe gelassen, dann kann man beginnen, die Tiere mit ein paar Trockenkräutern zu locken und näher kennen zu lernen.

Tiergerechte Chinchillabehausung
Größe
Das absolute Minimum für 2 Chinchillas mit viel Auslauf ist ein Gehege mit den Maßen: B 150 cm x T 80 cm x H 150 cm. Ein Gehege für Tiere mit wenig oder ohne Auslauf sollte mindestens 4 x so groß sein.
Wenn der Käfig höher als 1 m ist, sollte eine Zwischenetage eingebaut werden, um gefährliche Abstürze zu verhindern.

Auf den richtigen Gitterabstand ist zu achten, ein Gitterabstand von ca. 1,6 - 2 cm ist richtig. Wenn es mehrere Chinchillas werden sollen, empfiehlt es sich auf alle Fälle, über einen größeren Eigenbau nachzudenken. Infos und Beispiele dazu gibt es im Internet unter http://www.chinchilla.info/kaefbau.htm

Einrichtung
Verzichtet auf Plastik im Gehege, angenagt und verzehrt könnte es zum Tode der kleinen Lieblinge führen.
Besser ist es, den Käfig ausschließlich mit unbehandeltem Kiefernholz einzurichten. Sitzbretter in verschiedenen Höhen, aber so angebracht, dass die Chinchillas von einem Brett zum anderem problemlos springen können (Abstand nicht mehr als 30 cm) sind unerlässlich, ebenso ein großes Haus, besser für jeden Chinchilla ein eigenes Haus (mind. Kantenlänge 25 x 30 cm). Dicke Äste (Weide, Haselnuss, Apfel oder Birnenbaum) zum dran hochklettern können ebenso zur Käfigeinrichtung genutzt werden wie z. B. reine Weidenkörbe ohne Draht und Plastik (die natürlich nicht lange ganz bleiben), Korkrinden oder Seile.

Die richtige Einstreu
Im Fachhandel werden viele Einstreuarten angeboten, die für Chinchillas geeignet sind, z. B. Buchengranulat, Hanfeinstreu oder das normale Kleintierstreu (nur staubfreies Kleintierstreu!).

Mindestens einmal pro Woche muss das Gehege gründlich gereinigt werden. Die Pinkelecken sollten jeden zweiten Tag gereinigt werden. Die Etagen sollten täglich gefegt und so von Kötteln befreit werden.
Unentbehrlich für die Fellpflege und zum Wohlfühlen ist für Chinchillas das Sandbaden.

Eine große Sandbadewanne, am besten aus Keramik, sollte immer zur Verfügung stehen. Verwenden Sie ausschließlich Chinchillabadesand, welcher speziell gebrannt und damit abgerundet ist (z. B. Attapulgus-Sand). Vogelsand ist zu grobkörnig und schädigt das empfindliche Fell, im Vogelsand sind oft für Chinchillas schädliche Zusätze enthalten (z.B. Aniskörner).

Verwendet kein Katzenstreu: Klumpstreu kann im Magen der Tiere verklumpen, schon der Staub schädigt die Lungen. Jedes Katzenstreu (auch die Ökostreusorten) kann bei Verzehr giftig sein!

Zubehör
Ein Platz für das tägliche Heu ist unbedingt notwendig. Für Gitterkäfige gibt es Heuraufen, die außen am Käfig angebracht werden - eine Alternative, die den Chinchillas keinen Platz in dem Käfig wegnimmt und das Heu sauber hält. Normale Heuraufen eignen sich auch, aber nur wenn die Tiere nicht hineinspringen können, sonst könnten sie sich in ihnen die Füßchen einklemmen! Heuraufen müssen also immer abgedeckt werden.

Eine saubere Trinkflasche sowie feste, schwere Futternäpfe, am Boden des Käfigs, welche nicht umgestürzt oder heruntergeworfen werden kön­nen, dürfen nicht fehlen.

Auslauf
Chinchillas sind sehr aktive und bewegungsfreudige Tiere. Damit sich die Tiere wohlfühlen, müssen sie von daher jeden Tag mindestens eine Stunde Auslauf erhalten, den Sie mit Pappkartons, Bauklötzen, Holzbällen und anderen Spielen aufregend gestalten können.

Achtet beim Auslauf darauf, dass die Chinchillas schnell in den Käfig zurück kommen können, stellt etwas vor evtl. Verstecke und achtt darauf, dass die Chinchillas beim Auslauf keine Kabel, Zimmerpflanzen und andere giftige Sachen annagen.

Besonderheit
Chinchillas können in unseren Breitengraden nicht im Freien gehalten werden, da es bei uns zu feucht ist. Feuchtigkeit ist tödlich für Chinchillas, sie dürfen deshalb auch niemals gebadet werden. Das Fell von Chinchillas hat keine schützende Fettschicht, es saugt sich mit Wasser voll und so unterkühlt der Chinchilla und erkältet sich, wenn er nass wird.

Ernährung
Da sich der Verdauungstrakt der Chinchillas in ihrer Heimat an eine karge Pflanzennahrung angepasst hat, ist die meist gehaltvollere Kost in Gefangenschaft nicht für sie geeignet und führt nicht selten zu Verdauungproblemen. Chinchillas müssen mit sehr karger, d.h. faserreicher, aber fettarmer Kost ernährt werden.

Heu
Heu sollte immer im Chinchillakäfig vorhanden sein, die Tiere müssen jederzeit Heu fressen können. Es muss gelblich/grün sein, beim Brechen knacken und frisch riechen - staubiges oder muffiges Heu wollen unsere Chinchillas nicht! Schimmeliges oder feuchtes Heu kann schwere Krankheiten hervorrufen!

Trockenfutter
Ein gutes, hartes Pelletfutter ist ein wichtiger Bestandteil des Chinchillaspeiseplans. Lasst euch vom Züchter beraten, welches Futter er bisher gefüttert hat. Stellt notfalls nur sehr langsam auf ein anderes Futter um.

Zweige
Damit die Chinchillas ihre Zähne gut abnutzen können, sollten ihnen immer getrocknete Zweige von Apfel- oder Birnenbaum, von Weide oder Haselnuss zum Benagen zur Verfügung stehen.

Wasser
Natürlich müssen Chinchillas immer frisches Wasser im Käfig haben. Achten Sie auf eine weiche Wasserqualität, das Wasser muss täglich erneuert werden.

Leckerlis
Nüsse und Leckereien, die Sie im Zoofachgeschäft angeboten bekommen, sind ungesund!

Als Leckerchen kann hin und wieder folgendes angeboten werden: etwas Apfel oder Karotte (sehr kleine Stückchen), eine Rosine oder Hagebutte, frischer Löwenzahn, 1- 2 getrocknete Blätter an den Ästen lassen.

Getrocknete Kräuter können angeboten werden, z. B.: Kamille, Gänseblümchen, Löwenzahn, Hagebutte, Brennnessel, Schafgarbe, Melisse, Salbei, Sauerampfer und Pfefferminze.

Eine zusätzliche Vitamingabe ist nicht erforderlich, nur bei kranken Tieren kann man zusätzlich nach Absprache mit dem Tierarzt Vitamintropfen geben. Mineralsteine werden empfohlen.

Gesundheitscheck
Chinchillas verbergen Krankheiten vor dem Halter und dem Rudel, um nicht ausgeschlossen zu werden, darum sollte täglich genau nach Krankheitszeichen Ausschau gehaltenwerden!
Kommen alle zum Fressnapf und fressen sie normal?
Sind die Tiere wach und an ihrer Umgebung interessiert?

Einmal die Woche schaut man noch genauer hin:
Wiegt die Chinchillas regelmäßig, ein deutlicher Gewichtsverlust weist oft auf eine Krankheit hin.
Kontrolliert das Fell auf schorfige oder kahle Stellen, das weißt auf einen Pilzbefall hin.
Kontrolliert die Augen, sind sie klar und sauber? (Reinigt die Augen niemals mit Kamille, das führt zu Augenreizungen)
Schaut den Tieren in das Mäulchen, die Zähne müssen so zueinander stehen, dass sie sich gut abnutzen können. Die Umgebung des Mäulchens sollte trocken sein, ist sie feucht und sabbert das Tier, weißt das auf Zahnprobleme hin.
Schaut in die Ohren, sind sie sauber, ohne Schuppen?
Schaut auf den After, ist der sauber? Wenn er dreckig und verklebt ist, dann könnte Ihr Chinchilla Durchfall haben, allerdings erkennt man Durchfall meist eher daran, dass matschige Köttel auf den Etagen kleben, den Chinchillas sind sehr sauber.
Tastet die Chinchillas vorsichtig ab, um Tumore oder Abszesse rechtzeitig zu erkennen.

Wenn ein Chinchilla sich anders als normal verhält oder Krankheitszeichen auffallen, dann muss unverzüglich ein Tierarzt aufgesucht werden!

©2001-2006 by Christine Wilde
 
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