Deminiralisiertes Wasser verwenden???

Diskutiere Deminiralisiertes Wasser verwenden??? im Einrichtung, Pflanzen und Pflege Forum im Bereich Terraristik; Hi Leute, irgendwie war ich gestern nicht ganz bei der Sache, als ich desti Wasser kaufen wollte und habe statt dessen deminiralisiertes Wasser...
jessy10051983

jessy10051983

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Hi Leute,
irgendwie war ich gestern nicht ganz bei der Sache, als ich desti Wasser kaufen wollte und habe statt dessen deminiralisiertes Wasser gegriffen.
Kann ich das trotzdem bedenkenlos im Terra verwenden, oder nicht????
Ich danke Euch schon mal für die Antworten!
LG jessy
 
01.03.2011
#1
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Steppengrille

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Ja kannste verwenden ist das gleiche.
 
jessy10051983

jessy10051983

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:) achso...
ich danke dir Steppengrille.
ich war nur verunsichert weil darauf steht Kein Trinkwasser, das steht auf dem desti nicht drauf :)
 
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Yannek

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kann man nicht einfach das Destilierte wasser aus dem Trockner nehmen...?! :confused:
 
Tulipallo

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Nein, das geht leider nicht. Es ist ziemlich dreckige Plörre. Geht nur gut zum Blumendüngen im Garten. Meine Mutter schwört drauf. ;)

Selbst beim Bügeln lagert sich im Bügeleisen Dreck durch Trocknerkondenswasser ab.
 
bildertattoo

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Da muss ich mal loswerden, worin bestehen die Unterschieder zu destilliertem, entionisierten und deminierten H2O?

Soweit ich weiss nur in der Herstellung und Leitfähigkeit des Wassers.
 
Tulipallo

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Bei destilliertem kann man gelöste Gase, z.B. CO2 oder SO2/SO3 im Destillat haben. Außerdem werden organische, flüchtige Substanzen mit ins Destillat gebracht. Schwerflüchtige Substanzen und v.a. Salze werden zurückgehalten (bis auf Spuren, natürlich. Nichts geht zu 100%).

Demineralisiert und entionisiert (auch deionisiert) ist dasselbe und bezeichnet Wasser, das über Ionenaustauscher, meist mit Phenolharzen, von Ionen zu etwa 99,9 % befreit wurden. Hier gehen nichtionische Substanzen durch, also im Wesentlichen organische Restbestandtteile. Dafür werden ionische Gase wie Schefeloxide und CO2 mit entfernt.

Umkehrosmosewasser enthält v.a. noch sehr kleine Moleküle und Salze. Während also Eisen kaum eine Chance hat, zu passieren, würden Lithium und Fluorid mit der größten Wahrscheinlichkeit durchkommen. Gase passieren vermutlich auch noch zu einem gewissen Anteil. Die Effizienz der Umkehrosmose gibt den Filtrationsgrad an. Heimosmoseanlagen mit Leitungswasserbetriebsdruck schaffen normalerweise was im Bereich 90-97% Entsalzungsgrad).
 
Klaus

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Hallo,

Während also Eisen kaum eine Chance hat, zu passieren, würden Lithium und Fluorid mit der größten Wahrscheinlichkeit durchkommen.
Lithium- und Fluoridionen sind zwar sehr klein, haben aber aufgrund ihrer hohen Ladungsdichte eine relativ große Hydrathülle, so dass der Gesamtdurchmesser eines hydratisierten Lithiumions den des hydratisierten Natriumions übertrifft. Daher würde ich nicht annehmen, dass Lithium- und Fluoridionen besser durch die Membran treten als Natrium- und Chloridionen. Auch für die meisten Gasmoleküle kann ich mir eine nennenswerte Durchlässigkeit nicht vorstellen, lediglich Sauerstoff und Stickstoff könnten von den im Leitungswasser gelösten Gase hindurchkommen, und bei denen ist es egal, denn die lösen sich ja später sowieso wieder darin, wenn das Wasser mit Luft in Kontakt kommt.

Gruß, Klaus
 
Tulipallo

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Das mit der Hydrathülle ist mit Sicherheit ein Faktor. Wenn nun aber mal 5% Restleitfähigkeit nach der Osmosemembran enthalten sind, müssen dafür irgendwelche Ladungsträger verantwortlich sein. Und dann ist eben die Frage, ob es dieselbe Gewichtung hat, wie vor der Membran, oder ob die kleineren Ionen bevorzugt durchgelassen werden.
Die Membran besteht standardmäßig aus Polysulfonamid. Das trägt keine Ladung, ist aber ein verleichsweise polarer Kunststoff. Beim Passieren der Membran halte ich es deshalb für wahrscheinlich, daß ein Teil der Hydrathülle abgestreift wird und übergangsweise das Polysulfonamid die Metallionen koordiniert. Bei Ionenkanalproteinen ist das ja genauso. Der Abstand zwischen Metallion und Selektivitätsfilter bestimmt dann die Bindungsstärke (und damit den Grad an Dehydratisierungseffizienz).
 
Klaus

Klaus

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Hallo,

ich habe mal recherchiert und finde hier
http://www.aquacare.de/info/tipps/d1ro_rue.htm
für Chlorid und Fluorid dieselbe Rückhalterate, das ohne Hydrathülle größere Bromidion geht sogar geringfügig besser hindurch. Das Lithiumion wurde nicht genannt, beim Natriumion vermute ich einen Zahlendreher, denn dort steht 92 bis 89 %, während überall sonst die größere Zahl zuerst genannt wird. Für Kaliumionen werden 92 bis 96 % angegeben.

Ich fürchte, man wird hier keine Regeln ableiten können und kann sicher nicht von den hochkomplexen Ionenkanälen, die ja beim Passieren eines Ions dynamisch reagieren und agieren, auf die starren, viel einfacher gebauten technischen Membranen schließen.

Aber die ganze Diskussion wird nun auch sehr akademisch, ob man für Terrarien Wasser verwendet, das man über Revers Osmose von einem Teil seiner Inhaltsstoffe befreit hat, oder ob man solches nimmt, das durch die Destillation (die aufgrund des hohen Energieaufwandes vergleichsweise teuer ist) oder Deionisierung aufbereitet wird, ist bei der Ausgangsqualität des in Mitteleuropa angebotenen Leitungswassers vermutlich egal. Wer ganz sicher gehen will, nimmt Wasser aus einer Revers-Osmoseanlage, weil hier auch Pestizide und chlorierte organische Stoffe (die bei der Trinkwasserchlorierung entstehen können) weitestgehend zurückgehalten werden.

Gute Nacht
Klaus
 
Tulipallo

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Danke für den Link!

Wenn ich die Zahlen durchgehe, dann sehe ich einen leichten Zusammenhang zwischen Größe und Ladung des Ions gegenüber der Rückhaltung. Kleine Ionen (Cyanid, Borat, Bor, Ammonium) passieren vergleichsweise leicht, während Schwerionen allesamt gut zurückgehalten werden. Aluminium wird gut zurückgehalten, obwohl es nicht so groß ist. Dort scheint die Ladung einen entscheidenden Einfluss zu haben. Ammonium und Silikat sind die ersten Ionen, die von einem erschöpften Ionentauscher herunterkommen (schwache Affinität zum Harz) und haben auch in der Liste eine verringerte Rückhaltung. Ich würde den Erklärungsansatz in der Größe der Hydrathülle suchen, hab aber wenig Lust, nun Tabellenwerke zu wälzen. ;)

Vielleicht sollte man ganz allgemein noch sagen, daß die effektivste Aufreinigung immer eine Verknüpfung verschiedener Methoden ist. Deshalb werden ja die Heimumkehrosmoseanlagen grundsätzlich aus Partikelfilter, Aktivkohlefilter und nachgeschalteter Umkehrosmose verkauft. Im Labor haben wir einen Ionentauscher mit nachgeschalteten 2 (!) Stufen Feinstumkehrosmose (Millipore). Und per ESI-MS-Analysen haben wir darin noch immer Verunreinigungen gefunden. Es sind dann fast ausschließlich organische Substanzen enthalten.
 
Klaus

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Hallo,

Kleine Ionen (Cyanid, Borat, Bor, Ammonium) passieren vergleichsweise leicht,
??? Ammonium, Borat und Cyanid sind erheblich größer als Fluorid, Bor ist gar kein Ion.

Vielleicht sollte man ganz allgemein noch sagen, daß die effektivste Aufreinigung immer eine Verknüpfung verschiedener Methoden ist. Deshalb werden ja die Heimumkehrosmoseanlagen grundsätzlich aus Partikelfilter, Aktivkohlefilter und nachgeschalteter Umkehrosmose verkauft.
Nein, die Membran würde die vorher per Partikelfilter und Aktivkohle zurückgehaltenen Stoffe ähnlich effektiv zurückhalten. Beide Filter dienen nur dem Schutz der Membran (Partikel verstopfen sie, Chlor kann sie zerstören und wird von der Aktivkohle zurückgehalten).

Im Labor haben wir einen Ionentauscher mit nachgeschalteten 2 (!) Stufen Feinstumkehrosmose (Millipore). Und per ESI-MS-Analysen haben wir darin noch immer Verunreinigungen gefunden. Es sind dann fast ausschließlich organische Substanzen enthalten.
Das ist aber bei (doppelter) Destillation genauso und bei Verwendung von Ionentauschern sowieso.

Gruß, Klaus
 
Tulipallo

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Ammonium unterliegt einer laufenden Protonierung/Deprotonierung. Beim Passieren einer Membran mag das in Bezug auf die Geometrie eine Rolle spielen. Cyanid ist stäbchenförmig und kompensiert die negative Ladung ganz gut. Das macht es ziemlich schlank. Fluorid dagegen kann das überzählige Elektron nicht gut kompensieren. Das mag die aufgezählten Ionen an der Osmosemembran ähnlicher machen, als man zunächst denkt.

Das mit der Heimosmose stimmt natürlich. Dreck könnte man zwar durch Rückspülen gut entfernen, aber mit einem Filter geht vieles besser. Die Aurubis in Hamburg presst ungefiltertes Elbe-Kanalwasser direkt zur Entsalzung über Osmosemembranen (hab den Standort mal besichtigt). Die Dinger halten anscheinend wesentlich mehr aus, als man denkt. Ich denke, der Aktivkohlefilter hat aber auch den Sinn, organische Bestandteile aus dem Wasser zu ziehen, die sonst im Membrankunststoff löslich wären und die Membran entweder aufweichen oder sogar auf dem Wege passieren.

Doppelte Destillation ist ohnehin Drecksplörre. :D In unseren Messungen kam das Wasser nach der Bidestille dreckiger raus, als es vorne reinging. Schuld sind höchstwahrscheinlich Stoffwechselprodukte der feinen Algenschleier in der Kühlwasserwendel.
 
Tulipallo

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@ Pauli:

Das hat etwas mit der Oberfläche des Glases zu tun. Du mußt dir Glas, bildlich gesprochen, wie eine Art Filzknäuel vorstellen. Das Glas hat verschiedene "Nahordnungsmotive", d.h. eine strukturelle Symmetrie, die nur über kurze Strecken aufrechterhalten werden. Danach ändert es seine Struktur abrupt. Wenn man gedanklich weiter rauszoomt, so wie wenn man von der Satellitenansicht eines Landes bis auf die Ansicht eines Kontinents zoomt, erkennt man beim Glas eine Art verknotetes Fadenknäuel. In der Ansicht ist es den Kunststoffen relativ ähnlich.
Und jeder "Faden" zeigt irgendwo auch mal ein Ende an der Oberfläche, weil das Glas ja ganz einfach zu ende ist. Dort sind einzelne Bestandteile des Glases nur locker im Knäuel verfangen, wie Fische im Fischernetz. Hin und wieder gelingt es nun einem Bestandtteil, das Glas zu verlassen und geht in das angrenzende Wasser über. Das tut es fast immer in Form von Ionen. So gelangen aus dem Glas kleinste Mengen Kalium, Calcium, Natrium, Silikat, evtl. Carbonat ins Wasser. Passiert das im großen Stil, wird das Glas stumpf. So, wie man es vom Geschirrspüler kennt.

Ist das Wasser nun aber bereits ionenhaltig, kann derselbe Prozess natürlich auch andersherum ablaufen. Es stellt sich ein Gleichgewicht ein. Entionisiertes/entsalztes (usw...) Wasser kann kein Gleichgewicht bieten und entzieht somit dem Glas solange Ionen, bis das Gleichgewicht erreicht ist. Das kann bei Raumtemperatur ziemlich lange dauern.
 
Thema:

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