Blasenstein-OP bei Meerschweinchen sinnvoll?

Diskutiere Blasenstein-OP bei Meerschweinchen sinnvoll? im Krankheiten und Kastration Forum im Bereich Meerschweinchen; eine Op kann man schon mit einer Op bei Menschen vergleichen. Die Heilung kann sich schonmal bis zu 5 Wochen hinziehen, weil der Schmwez anhalten...
Meelimama

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AW: Blasenstein-OP bei Meerschweinchen sinnvoll?

eine Op kann man schon mit einer Op bei Menschen vergleichen. Die Heilung kann sich schonmal bis zu 5 Wochen hinziehen, weil der Schmwez anhalten kann.
Immer schön Schmerzmittel geben und solange zufüttern, wie das Tier nicht fressen mag. AM Besten mit dickmachenden Kalorienreichen Sachen für die Energie, die der kleine dünne Körper braucht, um zu heilen
 
M

Mr. Ed

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AW: Blasenstein-OP bei Meerschweinchen sinnvoll?

AM Besten mit dickmachenden Kalorienreichen Sachen für die Energie, die der kleine dünne Körper braucht, um zu heilen

Ist natürlich nicht vergleichbar, aber bei Reptilien, mit denen ich primär zu tun habe, würde sowas absolut nicht in Frage kommen. Ich habe zwar mehrere Jahre Erfahrung mit Meerschweinchen, jedoch mußte nie eins davon operiert werden, daher als reine Verständisfrage, da Kalorien ja auch verwertet werden müssen: ist es wirklich sinnvoll Fettmasse aufzubauen, nur um überhaupt Masse aufzubauen? Gerade in Hinblick auf die natürliche Ernährung und die eh schon vielen Ernährungsfehler im Hobby? Ist es wirklich sinnvoll, ein frisch operiertes Meerschweinchen nun schnell dick zu machen, weil das vermeintlich zur Heilung nötig ist?

Wie gesagt, reine Verständnisfragen. Über Antworten mit fachlichem Bezug, abseits von Glaube und persönlicher Meinung, würde ich mich freuen.
 
Wassn

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AW: Blasenstein-OP bei Meerschweinchen sinnvoll?

Das Problem bei Meerschweinchen (Kaninchen ist es auch so) ist, dass sie einen "Stopfdarm" haben. Der Kot wird nur weiter transportiert, wenn Nahrung nachkommt. Ist dies nicht der Fall, bilden sich im Darm ganz schnell Gase. Meerschweinchen können diese Luft nicht, wie wir Menschen einfach ablassen. Blähungen können große Schmerzen verursachen, so dass die Tiere noch weniger fressen. Handelt man nicht, können sie daran auch versterben.
Wildlebende Meerschweinchen nehmen täglich bis zu 80 kleine Mahlzeiten zu sich.
Fühlen sich Meerschweinchen nicht wohl, reagieren sie sehr schnell mit verminderter Nahrungsaufnahme und der Kreislauf beginnt. Hinzu kommt, dass sie auch sehr schnell an Gewicht verlieren. Ein Tier was nicht frisst und krank ist, kann an einem Tag locker 30 - 50g abnehmen. Dies muss ausgeglichen werden.
Beim Päppelbrei ist eine gute Mischung wichtig: energiereiche Bestandteile, ebenso aber auch Vitamine und Rohfasern.
Das Meerschweinchen, um das es hier geht, hat keine Reserven. Es hat vor der OP keine 600g auf die Waage gebracht. Erwachsene Tiere, die eine normale Größe haben (Normalgewicht um die 1kg + herum) und deren Gewicht um die 500 herum sinkt, sind in akuter Lebensgefahr. Das nennt man dann "Point of no return". Die wenigsten kommen dann wieder auf die Beine. Der Körper benötigt auch Energie, damit er "arbeiten" kann. Es geht hier quasi darum dass der Körper genug "Material" bekommt, dass die Orange und auch der Rest am Laufen gehalten werden.
Ein Meerschweinchen, was das Fressen komplett eingestellt hat, sollte man, soll es eine Chance haben, im Akutfall alle 2 Std päpplen, evtl. sogar nachts. Damit bekommt man die natürliche Nahrungsaufnahme nicht annähernd simuliert, kann so aber ganz gut den Darm am Arbeiten erhalten.
Wahrscheinlich bekommt man damit auch nur hin, dass sich das Gewicht hält und nicht weiter abnimmt.
Eine Freundin von mir hat so ein Meerschweinchen nach einer Blasenop das Leben gerettet. Sie hat das Tier 2 Wochen lang im 2 Std. Takt gepäppelt, bis es wieder angefangen hat, von alleine zu fressen.
Sie hat es mit zur Arbeit genommen. Jetzt ist das Schweinchen kern gesund. Bekommt eine "Blasendiät" und gut ist es.

Es stimmt schon, dass verminderte Nahrungsaufnahme den Heilungsprozess fördern kann, da der Körper sehr viel Energie (ich meine es sind tatsächlich um die 70% verbraucht, um Nahrung zu verdauen. Kommt Nahrung in den Körper, schießt erst einmal Blut in die Verdauung. Wir kennen alle dieses "Fresskoma".
Ich faste 2x im Jahr. Und einmal hat mich eine richtige Erkältung mit allem drum und dran danieder gerafft. Ohne Fasten hätte ich zur Genesung 2 Wochen gebraucht. Mit Fasten waren es genau 4 Tage. Heftig aber sauber abgehakt.
Leider funktioniert dies bei Meerschweinchen nicht, aus den oben genannten Gründen.
 
M

Mr. Ed

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AW: Blasenstein-OP bei Meerschweinchen sinnvoll?

Soweit alles klar, verständlich, und das entspricht auch meinem Kenntnisstand. Die Frage ist halt, warum ausgerechnet "dickmachende kalorienreiche Sachen" empfohlen wurden. Offensichtlich ist das Tier, um das es hier geht, untergewichtig... so untergewichtig, daß man längst hätte handeln müssen. Wobei die Angaben zum Gewichtsverlust widersprüchlich sind, aber das ist ein Thema für sich. Ein krankes, untergewichtiges, gerade operiertes Tier sollte meinem Empfinden nach weitestgehend normal ernährt werden, weil übermäßige Kalorienzufuhr eben genau das nach sich ziehen wird, was "empfohlen" wurde: das Tier wird dick. Bewegen wird es sich zudem auch nicht wirklich, oder nur eingeschränkt, können... ich sehe nicht wie es einem Meerschweinchen helfen soll, wenn es fett wird. OK, nun frisst das Tier erneut kaum noch. Wäre nicht der nächste Tierarztbesuch naheliegender als die Mast? Nahrungsergänzung oder im worst case Zwangsfütterung ist u.U. angebracht, dafür gibt es aber doch (ggf. vom TA) andere, gesündere und zielführendere Möglichkeiten?!
 
Wassn

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AW: Blasenstein-OP bei Meerschweinchen sinnvoll?

Ich denke, dass wenn man das Tier gescheit päppelt, es nicht "gemästet" wird. Es sollte dabei allerdings etwas zunehmen, da es tatsächlich extrem untergewichtig ist. Ich habe selbst hier ein Tier, dessen Normalgewicht keine 900g sind, da es recht klein ist. Es kam mit 580g zu mir. Da war ausser Fell und Knochen nix dran. Es jetzt nur mit Haferflocken zu mästen, wäre auch kontraproduktiv.
Da die Ernährung von Meerschweinchen eh nicht so einfach ist.... (ich plädiere deswegen auch dazu, dass sie zu den Exoten zählen), benötigt das Schweinchen auf jeden Fall eine auf seine Bedürfnisse abgestimmte Päppelnahrung. Nur "Mastfutter" reicht nicht aus.
Allerdings haben die Tiere auch einen anderen Stoffwechsel, sie verbrennen mehr als wir Menschen. Es gibt durchaus auch gute Päppelfutter im Handel. Wichtig ist dabei der Rohfaseranteil, der das Tier zum Kauen animiert, damit sich die Zähne weiter abreiben. Sonst wächst da die nächste Baustelle heran.
 
Traudl

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AW: Blasenstein-OP bei Meerschweinchen sinnvoll?

Meine Erfahrung ist, das du ein Tier mit sowenig Gewicht nicht schnel dick bekommst. Sie braucht viel Kalorien um hier zu bleiben. Ohne sehr Kalorien reiches Futter ist das nicht zu schaffen. Dies Tier muss nicht mehr viel abnehmen, damit wir es verlieren.
 
Wassn

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AW: Blasenstein-OP bei Meerschweinchen sinnvoll?

Schlankere Tiere stecken Narkosen manchmal auch leichter als "fette" Tiere weg, da sich das Narkosemittel nicht so im Fett ablagert und schneller abgebaut werden kann. Ich selbst bin kein Freund von "zu dicken" Tieren. Mir persönlich ist es am liebsten, wenn sie eine schöne schlanke Birnenform haben. Zu viel Körpergewicht kann nur neue Probleme eröffnen.
Dieses Tier hier, war auf dem Weg zu verhungern. Es braucht jetzt "Stoff", damit es weiter leben kann.
 
Meelimama

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AW: Blasenstein-OP bei Meerschweinchen sinnvoll?

Genau darum hinterfrage ich ja Beitrag 21... ;)
mir egal, ob du Sachen hinterfragst, die nirgendwo geschrieben stehen und in die du etwas rein interpretierst. Komischerweise haben alle anderen verstanden, was ich meine. Wie du schon sagst, du hast ein paar Jahre Meerschweine und das merkt man auch an deinem Kommentar, die wenigen paar Jahre.
Aber anscheienend hat sich da Thema eh erledigt. Der Besitzer meldet sich ja nicht mehr.
 
Meelimama

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AW: Blasenstein-OP bei Meerschweinchen sinnvoll?

Meine Erfahrung ist, das du ein Tier mit sowenig Gewicht nicht schnel dick bekommst. Sie braucht viel Kalorien um hier zu bleiben. Ohne sehr Kalorien reiches Futter ist das nicht zu schaffen. Dies Tier muss nicht mehr viel abnehmen, damit wir es verlieren.
das war genau meine Rede. Gut zusammengefasst.
 
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Mr. Ed

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AW: Blasenstein-OP bei Meerschweinchen sinnvoll?

Warum schreibst Du dann nicht genau das was Du tatsächlich meinst? Mit konkreten Beispielen für sinnvolle Ernährung und gesunden Aufbau von Gewicht, basierend auf der viel zu vage geschilderten Ausgangssituation?

Wobei ich, wie geschrieben, primär versuchte zu hinterfragen. Bei so vagen Formulierungen wie Deinen (was Du in Beitrag 30 selbst bestätigst) bleibt die eine oder andere Interpretation nicht aus, vor allem da sich mein bescheidenes Wissen in der Tat "nur" auf mehrere Haltungsjahre, dafür aber sehr stark auf veterinärmedizinische, ernährungsphysiologische Aspekte stützt. Auch wenn Du Dich sehr daran zu stören scheinst, daß ich es nach "nur" mehreren Jahren der Haltung wage Dich zu hinterfragen, bleibe ich bestmöglich sachlich und wiederhole meinen Wunsch nach Antworten mit fachlichem Bezug. Davon könnten schliesslich alle (registrierten User und nicht registrierte Leser) profitieren, die das Hobby noch nicht so lange betreiben wie Du oder andere. Oder habe ich irgendeine Forenregel übersehen die besagt, man darf (egal wie vage und missverständliche) Aussagen von vermeintlich erfahreneren Usern nur hinterfragen, wenn man über ähnlich lange praktische Erfahrung verfügt?
 
Uromastix

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AW: Blasenstein-OP bei Meerschweinchen sinnvoll?

@Meelimama

Ich versteh das jetzt auch nicht, @Mr. Ed hat doch nur nachgefragt weil er es genauer hat wissen und verstehen wollen.
Ich dachte mir da auch, dass ich dann gerne die Antwort darauf lesen möchte weil es mich interessierte.
Warum kann man da nicht Sachlich antworten?
Auch wenn ich keine Meeris halte und auch noch nie gehalten habe, interessieren mich manche Themen
und lese da auch gerne die Antworten und Erklärungen durch und da reicht es dann halt auch nicht,
wenn viele Meerihalter wissen was gemeint ist, aber die wo diese Erfahrungen nicht gemacht haben wissen es nicht
und fragen dann halt auch mal nach.
Da sollte es dann doch möglich sein auch solchen Usern zu antworten, dass auch diese wissen wie was gemeint ist ;)

Liebe Grüsse
Isabelle
 
M

Mr. Ed

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AW: Blasenstein-OP bei Meerschweinchen sinnvoll?

da reicht es dann halt auch nicht,
wenn viele Meerihalter wissen was gemeint ist, aber die wo diese Erfahrungen nicht gemacht haben wissen es nicht

Eigentlich wollte ich mich heraushalten, bis zu einer erneuten Antwort von Meelimama, aber an dieser Stelle hake ich dann doch nochmal ein. Vielleicht auch als ergänzende Erklärung, warum ich ihre ursprüngliche Aussage hinterfragt habe und damit weitermache.

Gut möglich, daß Meerschweinchenhalter mit x Jahren Erfahrung (besonders diejenigen hier im Forum, die ihre Beiträge in den letzten fast 10 Jahren regelmäßig verfolgen), die schon x Tiere operieren lassen mußten , ihre Worte anders auffassen als ich, oder User mit wenig bis nahezu gar keiner Erfahrung.
Gerade letztere könnten die Worte von allen erfahrene(re)n Haltern leicht falsch verstehen, oder viel zu wortwörtlich nehmen. Diese Aspekte sprach ich soweit bereits an. Ergänzen möchte ich noch, daß (gerade beim Vergleich mit Operationen beim Menschen) Schmerzen die eigentliche (Wund)Heilung nicht zwangsläufig in die Länge ziehen müssen. Ob ein Tier Schmerzen hat oder Schmerzen zeigt, sind zwei unterschiedliche Dinge, Schmerzmittel sind hier sicherlich eine Weile angebracht, aber nicht zwangsläufig wochenlang unabdingbar. Schmerzen können auch chronisch werden, bei längst genesenen Tieren (und auch Menschen) mit wieder völlig normalem Gewicht.
 
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M.Maas

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AW: Blasenstein-OP bei Meerschweinchen sinnvoll?

Nach langjährige Meerschweinhaltung mit unzähligen kranken Tieren und vielen operierten Tieren sage ich zu dem Thema:
So kleine Tiere müssen mindestens einmal wöchentlich genauestens angesehen und gewogen werden, da Krankheiten sich sehr oft in einem Gewichtsverlust zeigen.
Kranke Tiere, egal wie die Diagnose heißt, müssen noch engmaschiger regelmäßig gewogen werden, am besten täglich, um ggf. einem schweren Gewichtsverlust frühzeitig entgegenzuwirken.
Wenn das Gewicht sinkt, insbesondere bei Krankheit, muß zugefüttert werden, da geringes Gewicht kontraproduktiv bei Erkrankungen sind.

Man kann zunächst versuchen das Tier zeitweise separat zu setzen und dort zusätzlich zu füttern. Gelingt da keine Gewichtsstabilisierung, dann muß „gepäppelt„ werden, also Breifütterung, am besten per Spritze.
Hierzu gibt es vorgefertigt Pulver zum Anrühren, die all das enthalten, was so ein Meerschwein braucht:
- vor allem Rohfaser, also gemahlenes Heu/Gräser, darauf ist der Darm der Meerschweine ausgerichtet.
- zusätzlich ist solchen Pulvernahrungen etwas Getreide, meist Hafer oder Weizen, in kleiner Menge zugesetzt, um etwas mehr Energie zur Verfügung zu stellen
‚ dann in geringer Menge Zusatz von Eiweißen, wie z.B. Soja oder Lupine, was zum Wiederaufabau von Muskelgewebe und auch zur Wundheilung wichtig ist
- auch Zusätze von Vitaminen und einigen Mineralien sind meist dabei.

Will man selbst ein Futter zusammenstellen, um ein Meerschwein wieder auszufüttern, sollte man sich an den Mengenangaben dieser Pulver orientieren.

Manchmal werden von der Tierhaltern zu der Pulvernahrung Inhalte verschiedener Babygläschen gegeben, z.B Möhrenbrei oder Apfelbrei, um den Geschmack für die Tiere attraktiver zu machen. Das ist unkritisch, solange es nur ein ganz geringer Anteil ist.
Alle Gaben von größeren Mengen an Getreide, (Frucht)Zucker oder Fetten sind kontraproduktiv, weil es das Darmmilieu verändert und somit den natürlichen Verdauungsvorgang empfindlich stört, was zu erheblichen zusätzlichen Problemen führen kann wie Aufgasung, Durchfälle.

Fazit: Meerschweine sind fürs Gesundbleiben und Gesundwerden vor allem auf Rohfaser aus Gräsern, Rinden usw. angewiesen, um gesund zu bleiben oder wieder zu werden. Zusätzliche Eiweiße und Stärke/Zucker kommt auch in ihrer natürlichen Nahrung vor, aber nur in geringen Mengen. Gras/Heu an sich enthält bereits gute Mengen an Eiweißen und Zucker.
Daran sollte man sich beim Zufüttern orientieren.
 
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Uromastix

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AW: Blasenstein-OP bei Meerschweinchen sinnvoll?

Nach langjährige Meerschweinhaltung mit unzähligen kranken Tieren und vielen operierten Tieren sage ich zu dem Thema:
So kleine Tiere müssen mindestens einmal wöchentlich genauestens angesehen und gewogen werden, da Krankheiten sich sehr oft in einem Gewichtsverlust zeigen.
Kranke Tiere, egal wie die Diagnose heißt, müssen noch engmaschiger regelmäßig gewogen werden, am besten täglich, um ggf. einem schweren Gewichtsverlust frühzeitig entgegenzuwirken.
Wenn das Gewicht sinkt, insbesondere bei Krankheit, muß zugefüttert werden, da geringes Gewicht kontraproduktiv bei Erkrankungen sind.

Man kann zunächst versuchen das Tier zeitweise separat zu setzen und dort zusätzlich zu füttern. Gelingt da keine Gewichtsstabilisierung, dann muß „gepäppelt„ werden, also Breifütterung, am besten per Spritze.
Hierzu gibt es vorgefertigt Pulver zum Anrühren, die all das enthalten, was so ein Meerschwein braucht:
- vor allem Rohfaser, also gemahlenes Heu/Gräser, darauf ist der Darm der Meerschweine ausgerichtet.
- zusätzlich ist solchen Pulvernahrungen etwas Getreide, meist Hafer oder Weizen, in kleiner Menge zugesetzt, um etwas mehr Energie zur Verfügung zu stellen
‚ dann in geringer Menge Zusatz von Eiweißen, wie z.B. Soja oder Lupine, was zum Wiederaufabau von Muskelgewebe und auch zur Wundheilung wichtig ist
- auch Zusätze von Vitaminen und einigen Mineralien sind meist dabei.

Will man selbst ein Futter zusammenstellen, um ein Meerschwein wieder auszufüttern, sollte man sich an den Mengenangaben dieser Pulver orientieren.

Manchmal werden von der Tierhaltern zu der Pulvernahrung Inhalte verschiedener Babygläschen gegeben, z.B Möhrenbrei oder Apfelbrei, um den Geschmack für die Tiere attraktiver zu machen. Das ist unkritisch, solange es nur ein ganz geringer Anteil ist.
Alle Gaben von größeren Mengen an Getreide, (Frucht)Zucker oder Fetten sind kontraproduktiv, weil es das Darmmilieu verändert und somit den natürlichen Verdauungsvorgang empfindlich stört, was zu erheblichen zusätzlichen Problemen führen kann wie Aufgasung, Durchfälle.

Fazit: Meerschweine sind fürs Gesundbleiben und Gesundwerden vor allem auf Rohfaser aus Gräsern, Rinden usw. angewiesen, um gesund zu bleiben oder wieder zu werden. Zusätzliche Eiweiße und Stärke/Zucker kommt auch in ihrer natürlichen Nahrung vor, aber nur in geringen Mengen. Gras/Heu an sich enthält bereits gute Mengen an Eiweißen und Zucker.
Daran sollte man sich beim Zufüttern orientieren.

Vielen Dank für deine ausführliche Erklärung, ich konnte mir meine Fragen nun dank deiner Worte selbst beantworten:danke:
 
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Blasenstein-OP bei Meerschweinchen sinnvoll?

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