Krankes Meerschweinchen + Palliativmedizin

Diskutiere Krankes Meerschweinchen + Palliativmedizin im Krankheiten und Kastration Forum im Bereich Meerschweinchen; Ich habe hier eine Weile nix geschrieben, weil ich immer noch nicht so ganz mit der Meerschweinchenhaltung im Reinen bin. Mittlerweile haben alle...
Wassn

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Ich habe hier eine Weile nix geschrieben, weil ich immer noch nicht so ganz mit der Meerschweinchenhaltung im Reinen bin.
Mittlerweile haben alle 4 Schweinchen "Dauerbaustellen".
Die Kokzidienbehandlung haben sie dank meiner tollen Urlaubspflegestelle gut überstanden, allerdings haben sie teilweise an die 100g + an Gewicht verloren. Was bei 2 Leichtgewichten + 1 Krebstier nicht prickelnd ist, sie holen aber wieder langsam auf.
Das Medikament scheint den Körpern einiges abgefordert zu haben.

1. Sally das Gebiss + Umfangsvermehrung (1x in der Woche Zahnkorrektur)
2. Jumper: Arthrose + Krebs und er ist immer noch gut dabei. Kontrolltermin nächste oder übernächste Woche beim Tierarzt, Röntgen der Lunge.
3. Susanne: Gebiss (Zahnkorrektur 1x im Monat, da kann man fast darüber hinweg sehen..... ) Sie ist nächste Woche wieder an der Reihe
4. Stracciatella: Zysten (unter Beobachtung, im Moment ist keine Handlung notwendig), schwere Arthrose in einem Knie oder Schlimmeres.... Kontrollröntgen in 2 Wochen.

Gestern: fast 300€ an Tierarztkosten gezahlt.... nächste Woche geht es weiter....Ich habe ja wöchentliche feste Tierarztkosten von 35 € + für Sally. Da kommt jetzt noch was drauf.
2 Tiere werden lebenslang Metacam bekommen müssen.
Ich habe mir fast überlegt, ob man, wenn man Schweine hält, an einem besonders großem Helfersyndrom leidet.... ob man das unbedingt braucht, sich solche Baustellen ans "Bein" zu binden.
Was ist der Grund? Weil sie niedlich sind? Das reicht aus, um sich so was ans Bein zu binden? Irgendwie heftig. Das "Niedliche" schrumpft gerade etwas bei mir, tickt mich immer weniger an. Ich schaue sie an und plane meine Arbeitszeit... suche nach Lücken, wo ich zum Tierarzt gehen kann........
Was geben sie mir? Das Gefühl, gebraucht zu werden? Öhm... könnte echt weniger sein, dieses "Gebrauchtwerden"..... Davon hab ich echt genug.
Und wenn man hier so liest... wie viele Schweinchen was mit sich rumschleppen, wie oft jemand um das Leben eines Schweinchen bangt, ist schon heftig finde ich.

Ich schaue mir Schweinchen, die zum Verkauf angeboten werden an und denke: Süß... aber wer weiss wie lange es dauert, bis das Tier was hat... dann renne ich mit dem auch noch alle Tage zum Tierarzt und muss fast jedes Mal auf Arbeit meinen Dienst diesen Terminen anpassen... oder umgekehrt. Wie oft bekomme ich keinen Termin zu den Zeiten, wo ich nix regeln müsste.... nicht so oft. Und ja, man soll so was nicht gegeneinander aufwiegen. Aber seien wir mal ehrlich: warum eigentlich nicht? Weil es dann zu Ungunsten der Schweinchen wäre? Dann würden sie nicht so oft gehalten werden, es würden aber auch nicht so viele wie am Fließband "produziert" werden.....

Ich weiss es nicht.

Ich weiss nur, dass ich nun nicht mal ein Wochenende wegfahren kann, ohne dass ich eine "professionelle" Urlaubspflege habe, die 3 der 4 Tiere täglich mit Medikamenten versorgt.
Und ich frage mich ernsthaft, wie will jemand so etwas schaffen, wenn man noch kleine Kinder hat oder pflegebedürftige Familienmitglieder, um die man sich kümmern muss, oder selbst nicht ganz fit ist......

Ich bin am Grübeln. Und gefrustet und vielleicht ist es auch an der Zeit, dass wenn meine 4 nicht mehr sind, mit der Haltung von eigenen Schweinchen aufzuhören und nur noch Vereinstiere zu betreuen.

Schauen wir mal.
 
Joe63

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AW: Krankes Meerschweinchen + Palliativmedizin

:streicheln:
...vielleicht brauchst mal eine Pause.....
 
Traudl

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AW: Krankes Meerschweinchen + Palliativmedizin

Das ging mir auch schon so. Ich konnte aber doch nicht auf sie verzichten. Aber ich habe dann 4 Jahre lang keine Nottiere mehr aufgenommen. Denn 2 von 3 Nottieren waren alt und Stammgast beim Tierarzt. Seitdem leben hier maximal 2 Nottiere. Fleckle wird auch so ein Stammgast werden.
 
ulrike

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AW: Krankes Meerschweinchen + Palliativmedizin

Ich kenne diesen Frust.

Provokativ sage ich folgendes:
Früher (und das gilt auch heutzutage noch so für Unwissende) hielt man Meerschweinchen und das war es.
Kein TÜV, kein Check, kein Wiegen, kein intensives Beobachten. Irgendwann fiel einem dann ein Tier auf, das deutlich krank in der Ecke hockte. Man ging zum TA, der außer Einschläfern nichts mehr machen konnte. 😢 (Bei uns in den 1970er Jahren so)

Rabiat, aber für den Halter wesentlich einfacher.

An der heutigen Situation mit maximal ausgereizter möglicher Behandlung sind wir selber "schuld". Wir tauschen uns in Foren aus und stacheln uns gegenseitig an, zu immer mehr Ärzten zu gehen und von denen auch Leistungen zu verlangen. Diese sind dann sehr teuer.
Wenn ich bei uns selbst und auch hier im Forum oder in Meerschweinchengruppen die Krankheitsverläufe Revue passieren lasse, oft leider ergebnislos. Auch best informierte Nagerärzte kommen an ihre Grenze, weil Meerschwein sehr schwierig.

Seehhr anstrengend für Mensch UND Tier.

Über die Prognose nachdenken, bevor man die maximale Behandlung einleitet, ist auf keinen Fall ein Fehler.

Meist schlittere auch ich in Behandlungen hinein und mag dann auch nicht mehr abbrechen.
Ich habe mich aber auch schon dagegen entschieden, wie letztes Jahr bei Jungtier Pixi, mit Extremstzahnbaustellen. Das wäre trotz gravierender OPs nie etwas geworden. Auch keine Lebensfreude für Schwein.

Übrigens hatte ich auch früher schon solche Frustphasen. Zweimal habe ich die Haltung kurzzeitig beendet, weil es zu viele Krankheiten gab. Damals waren es hauptsächlich Grabmilben, denen man trotz TA-Besuch mit den damals verfügbaren äußerlichen Mitteln nicht rankam. (1980er Jahre)

Letztes Jahr hatte ich aufgrund der "Seuche" ja auch so ein Tief. Nachdem es so wenige Schweine wurden und die Lage sich beruhigte, traute ich mich als erstes aufgrund der Weiberzickereien wieder an einen neuen Kastraten. Alles blieb ruhig und so stockte ich langsam wieder auf.
So richtig Vertrauen habe ich noch nicht in die Ruhe und ich habe mir auch zahlenmäßig Grenzen gesetzt.

Mal schauen, was die Zeit bringt....
 
Pauli

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AW: Krankes Meerschweinchen + Palliativmedizin

Ich kann dich so gut verstehen...:runzl:

Seit ich innerhalb von 4 Wochen 2 Schweinchen verloren habe (1 im Juli, 1 im August) kommt auch mir immer wieder der Gedanke, wie süß die ganzen zum Verkauf angebotenen Schweinchen doch sind (Notstation oder Züchter), aber niemand weiß leider, wie es sich entwickelt und welche Baustellen sie mitbringen.

Ich komme immer mehr davon ab, Schweinchen beim Züchter kaufen zu wollen. Zu schlecht war meine Erfahrung mit Yauno und Juarez, die beide fast auf den Tag genau 4 Jahre alt wurden. Davor hatten wir 08/15 Schweine aus dem Internet, beide wurden sehr alt (fast 7 und fast 8).

Ich habe gestern mit unserem Tierheim gesprochen, dort gibt es momentan Schweinchen. Wenn es für Alice am Montag einen Plan wegen ihrer Zysten gibt, werde ich evtl. 2 Schweine reservieren lassen.

Alles nicht so einfach...auch ich hatte nach dem Tod von Juarez den Gedanken, Alice abzugeben und mit der Haltung aufzuhören. Aber Alice ist schon 5 Jahre alt, sie soll nicht schon wieder ihr Zuhause verlieren.
 
Wassn

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AW: Krankes Meerschweinchen + Palliativmedizin

Jo, mal schauen was die Zeit bringt.
Mir fällt nur auf, dass kaum ein Halter hier, längere Zeit (Jahre) ohne Krankheitsgeschichte, ohne Drama ist. Und dann erkauft man sich neues Glück mit einem neuen Schwein.....
Mal gucken.
Evtl tatsächlich nur noch Nottiere. Die aufnehmen, aufpäppeln und dann weitervermitteln ist anders.
 
Pauli

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AW: Krankes Meerschweinchen + Palliativmedizin

Vermutlich doktern wir heute tatsächlich zu viel an den Schweinchen rum...:gruebel:.
Es ist schon so, wie Ulrike schreibt. Von einem TA zum nächsten, bis endlich ne Diagnose steht und dann gibt es Medikamente und Päppelbrei usw....

Das belastet Mensch und Tier. Mir ging es psychisch auch ganz schlecht in diesen 2,5 Wochen, wo ich Juarez voll gepäppelt habe. Job, Haushalt, Kinder und meine Mutter, die ebenfalls auf meine Unterstützung angewiesen ist gaben mir den Rest :(.

Nottiere aufnehmen und wieder weiter vermitteln bringt ständige Abschiede mit sich, kaum dass man sich an das Tier gewöhnt hat. Ich weiß nicht, ob ich das könnte...
 
Meeri

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AW: Krankes Meerschweinchen + Palliativmedizin

Das mit dem päppeln gab mir im Frühjahr auch fast den Rest, voll arbeiten und halbe Nacht aufstehen und dann immer diese Sorgen ob es denn was wird... und hier bei mir gibt's noch nicht mal meerschweinkundige TÄ. Das ist so deprimierend...
 
Wassn

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AW: Krankes Meerschweinchen + Palliativmedizin

Vermutlich doktern wir heute tatsächlich zu viel an den Schweinchen rum...:gruebel:.
Es ist schon so, wie Ulrike schreibt. Von einem TA zum nächsten, bis endlich ne Diagnose steht und dann gibt es Medikamente und Päppelbrei usw....

Das belastet Mensch und Tier. Mir ging es psychisch auch ganz schlecht in diesen 2,5 Wochen, wo ich Juarez voll gepäppelt habe. Job, Haushalt, Kinder und meine Mutter, die ebenfalls auf meine Unterstützung angewiesen ist gaben mir den Rest :(.

Nottiere aufnehmen und wieder weiter vermitteln bringt ständige Abschiede mit sich, kaum dass man sich an das Tier gewöhnt hat. Ich weiß nicht, ob ich das könnte...
Ich kann die Tiere gut abgeben. Es werden vorher Vorkontrollen gemacht und oft ist man noch Wochen später mit den Leuten in Kontakt. Und wenn die mit der Haltung aufhören, kommen die Tiere wieder in den Verein zurück und werden nicht irgendwohin verscherbelt.
 
Helga

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AW: Krankes Meerschweinchen + Palliativmedizin

@ Wassn: ich kann das bei 4 kranken Tieren gut nachfühlen, das ist Frust pur, macht arm und eigentlich doch keine Freude mehr, an den Fellnasen.

Deshalb denke ich schon eine Weile wie Ulrike: muss ich jede Möglichkeit mitnehmen, vielleicht herauszufinden, was das Tier hat? Bei Tierarzt 1,2,3 und 4, nach einander. Schwein und Mensch durch die Landschaft karren? Nerven kostend, dem Tier Stress macht, der wieder andere Probleme macht.

In den 1980ern konnten die Tierärzte meist nicht helfen, da hat man ein Tier, dass nicht mehr konnte, eingeschläfert, Ja. Ich halte auch schon seit 1980 Meerschweinchen. Das einschläfern lassen müssen, weil nicht geholfen werden konnte, kam schnell und ich habe mir ganz oft die Augen ausgeheult, mein Chef von damals könnte Geschichten erzählen, aber ehrlich: war das so falsch?

Ich habe nicht wochenlang gepäppelt, wusste gar nicht, was das ist (finsteres Hinterland). Ich bin nachts aufgestanden, um zu schauen, ob Teddy noch lebt. Aber nicht, um 3 Medikamente 2 x nachts zu verabreichen.

Ich weiß jetzt nicht, wie ich es schreiben soll, ohne herzlos zu wirken: aber müssen wir wirklich allllles herauszufinden versuchen und zu therapieren versuchen?
Wäre es nicht für Mensch UND Tier und die Freude an der Meerschweinchenhaltung besser, man würde wieder etwas zu der Einstellung von früher zurückfinden?

Ich möchte keine Nottiere betreuuen. Die machen die gleiche Arbeit und kaum habe ich sie ins Herz geschlossen, muss ich sie wieder abgeben.
Ich will Meine Tiere, und die ins Herz schließen.
 
Wassn

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AW: Krankes Meerschweinchen + Palliativmedizin

Ich weiss ja was sie haben.
Soll ich aufhören die Zähne machen zu lassen und sie verhungern lassen?
Soll ich ihnen das Schmerzmittel nehmen?
Ich muss nicht von Pontius zu Pilatus reisen, um herauszufinden was nicht stimmt.
Päppeln muss ich auch keinen.
Eine ist 4 Jahre alt, die anderen sind jünger und alle haben "chronische" Gebrechen, die eine dauerhafte Medikamentengabe + Tierarztkontrolle benötigten. Und wenn ich hier im Forum lese, mal Hand aufs Herz, bis auf 2-3 Leutchen, wer hat denn hier nicht mit kranken Schweinchen zu kämpfen?
Und bei den Nottieren weiss man von Anfang an, dass sie nicht bleiben. Das ist etwas völlig anderes.
 
Helga

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AW: Krankes Meerschweinchen + Palliativmedizin

Nein Wassn, aus der Nummer kommst Du jetzt nicht mehr raus und so habe ich das auch nicht gemeint. Ich denke nur gerade an Ella, bei der man halt nicht weiß, was sie hat. Sie nimmt ab, trotz Fressens. Wird gepäppelt.
Hat mehrmals o.B. Blutbild gemacht, sonst auch alles in Ordnung. Noch ein TA, der auf xy spezialisiert ist. Genau aus dessen Spezialgebiet könnte sie halt etwas haben. Oder auch nicht. Wieder durch die Gegend kutschen, teilweise weit. Von der Arbeit kann ich nicht weg, never. Dem Tier durch eine frühabendliche Raserei im Berufsverkehr nach der Arbeit auch noch Stress machen, um einen 4. TA zu erreichen? Mal abgesehen davon, dass auch ich das alters- und gesundheitsmäßig nicht mehr ohne Weiteres hergebe?
 
Wassn

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AW: Krankes Meerschweinchen + Palliativmedizin

Ich hab dieses "Unwissende" auch schon durch. Da habe ich dann mit meiner Tierärztin ausgemacht, dass ich nur 1x am Tag Päppelbrei gebe, mehr nicht.
Jumper nimmt wegen seinem Krebs Stück für Stück langsam ab. Ich päppel ihn nicht.
Aber er braucht Medikamente, damit er schmerzfrei noch seine letzte Zeit verleben kann. Die soll er auch bekommen.
Es ist einfacher, wenn man weiss, was sie haben. Aber es ist nicht viel anders. So kann ich halt im Voraus wissen, dass ich mit ihnen regelmäßig zum Tierarzt muss. :confused:
 
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Mira

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AW: Krankes Meerschweinchen + Palliativmedizin

Ich kenne diesen Frust.

Provokativ sage ich folgendes:
Früher (und das gilt auch heutzutage noch so für Unwissende) hielt man Meerschweinchen und das war es.
Kein TÜV, kein Check, kein Wiegen, kein intensives Beobachten. Irgendwann fiel einem dann ein Tier auf, das deutlich krank in der Ecke hockte. Man ging zum TA, der außer Einschläfern nichts mehr machen konnte. 😢 (Bei uns in den 1970er Jahren so)

Rabiat, aber für den Halter wesentlich einfacher.

An der heutigen Situation mit maximal ausgereizter möglicher Behandlung sind wir selber "schuld". Wir tauschen uns in Foren aus und stacheln uns gegenseitig an, zu immer mehr Ärzten zu gehen und von denen auch Leistungen zu verlangen. Diese sind dann sehr teuer.
Wenn ich bei uns selbst und auch hier im Forum oder in Meerschweinchengruppen die Krankheitsverläufe Revue passieren lasse, oft leider ergebnislos. Auch best informierte Nagerärzte kommen an ihre Grenze, weil Meerschwein sehr schwierig.

Seehhr anstrengend für Mensch UND Tier.

Über die Prognose nachdenken, bevor man die maximale Behandlung einleitet, ist auf keinen Fall ein Fehler.


@ulrike
Du schreibst etwas sehr Wichtiges und Richtiges (ähnlich auch @Pauli und @Helga ).

Viele Schweinchen habe ich schon rönten, schallen, operieren lassen - geholfen hat es leider längst nicht immer, trotz der heute sehr viel besseren Diagnosen und Behandlungsmethoden -, tage-, wochenlanges Päppeln, sich immer wieder fragen, ob das Tier noch Lebensqualität hat (von der eigenen geschlauchten Gesundheit und dem finanziellen Aspekt mal abgesehen).

Ich halte seit 23 Jahren Meerschweinchen, in dieser Zeit hat sich viel verändert und ich möchte sicher nicht dorthin zurück, nur schon wegen der Haltungsbedingungen. Trotzdem frage ich mich manchmal:
Soll man, muss man all das machen, hilft es dem Tierchen wirklich, ist es nicht einfach nur zusätzlicher Stress fürs Tier (und natürlich für uns selbst)?

Schon einige sehr gute, ihre Schweinchen liebende und aufopfernd Pflegende, die ich kenne/kannte haben schliesslich das Handtuch geworfen, weil sie einfach nicht mehr konnten.

Ist das ein guter und richtiger Weg oder wie soll man da verfahren, dass es für alle Beteiligten irgendwie "stimmt"?

Ich finde dieses Thema sehr, sehr wichtig - könnte man dazu vielleicht ein eigenes Thema eröffnen, oder was meint ihr?
 
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hanninanni

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AW: Krankes Meerschweinchen + Palliativmedizin

Nach der evtl.Diagnose von heute überlege ich auch aufzugeben.

Ich hab im letzten Jahr schon sehr unter Hannis und Nannis Tod gelitten und leide jetzt wieder.Bin nur noch am Weinen.Es kostet Kraft.

Seitdem ich Rosi habe, war ich ständig beim Tierarzt.In der letzten Zeit fast wöchentlich.Dann diese ständigen Sorgen um die Schweinchen.Finanziell schlaucht mich die Meerschweinchenhaltung auch extrem . Hier ein Röntgen, dort ein Ultraschall und so weiter.

Wenn ich dann aber darüber nachdenke, eins verstirbt und das andere geb ich weg.Der Gedanke tut extremst weh.Ich hänge immer sehr an meinen Tieren und Meerschweinchen sind abgesehen von den Krankheiten so tolle und süsse Tiere. Es ist zum verzweifeln.Ich wünschte, ich hätte nie mit der Meerschweinchenhaltung angefangen.
 
Traudl

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AW: Krankes Meerschweinchen + Palliativmedizin

Ich lass auch nicht mehr alles machen. Ich halte es bei Fleckle für eine rein palliative Situation. Die Infektion ist weg. Das Tier frisst nur mit Schmerzmittel. Wenn ich wieder zuhause bin, wird das mit meiner vertrauten Ärztin besprochen. Ich tendiere dazu keine weitere Diagnostik zu machen, da das Tier nicht OP- fähig ist. Die denkbaren Ursachen für das nur mit Metacam fressen, lassen sich nur mit OP behandeln.
 
Wassn

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AW: Krankes Meerschweinchen + Palliativmedizin

Das tolle ist, dass ich, wenn bei mir noch eines übrig bleiben würde, ich so viele tolle Meerschweinchenhalter im Verein kenne, dass ich ohne Probleme einen tollen Platz für dieses letzte Tier hätte.
 
Traudl

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AW: Krankes Meerschweinchen + Palliativmedizin

Oder du gibst einem nicht vermittelbarem Nottier aus dem Verein einen Gnadenplatz
 
Meeri

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AW: Krankes Meerschweinchen + Palliativmedizin

Ich finde dieses Thema sehr, sehr wichtig - könnte man dazu vielleicht ein eigenes Thema eröffnen, oder was meint ihr?
Ja da bin ich ganz deiner Meinung, guter Vorschlag. (y)
 
Meerline

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AW: Krankes Meerschweinchen + Palliativmedizin

Sorry, ich bin gerade mega entsetzt über eure Posts. Ein Tier ist krank und es soll eingeschläfert werden? Ist das wirklich euer Ernst?
Hat ein Tier nicht auch das Recht auf Heilung und die Chance, sein Leben zu verlängern? Und dann noch zu schreiben, es wäre ja auch für das Tier gut, es zu töten. Hallo???

Leben ist Leben, so wie Menschen therapiert werden sollen, sollen auch Tiere therapiert werden.

Ja, kranke Meerschweinchen verlangen einem teilweise Unmögliches ab, sind eine riesengroße Belastung, aber wenn der Mensch das nicht leisten kann oder will, darf er meiner Meinung nach auch keine Meerschweinchen halten (btw. dann bitte gar keine Tiere, denn Hund und Katze können auch ganz schön Arbeit machen, wenn sie krank sind und kosten idR noch mehr)!

Sorry, wenn ich euch hiermit ans Bein pinkel, aber diese Einstellung finde ich unerträglich und absolut untragbar.

Ich habe in den letzten 3 Monaten knapp 2.000 € für TÄ und Medis ausgegeben, habe zwei Wochen lang meine Flocke gepäppelt, aber ich würde im Traum nicht daran denken, nicht um ihr Leben zu kämpfen - man, die Kleinen haben nur uns als Hilfe bei Krankheiten und wir sollten froh sein, wieviel medizinsche Behandlung mittlerweile möglich ist, anstatt diese zu hinterfragen.

Und kommt mir jetzt nicht mit: In der Natur würden sie ja auch sterben... Wildmeerschweine, ja, aber die haben wir nicht, sondern wir haben Hausmeerschweinchen, die von uns Menschen so verzüchtet wurden, dass sie komplett von uns abhängig sind und wir haben die Verantwortung für die Tiere übernommen. Es sind keine Gegenstände, sondern fühlende Lebewesen!

Tiere dienen nicht unserem Vergnügen, sie sind kein Spielzeug, was man wegwerfen kann, wenn es eine Delle hat! Was ist das für eine Einstellung, das Leben des Tieres zu beenden, weil es uns nun unbequem mit seinen Leiden wird??? Ich liebe meine Tier nur, wenn sie gesund sind? Wie herzlos ist das bitte? Würdet ihr das auch mit euren Kindern machen??? Nein? Wo ist der Unterschied? Kleines Lebewesen Baby - kleines Lebewesen Tier. Beide haben Charakter, beide haben eine Seele. Wer seid ihr, euch über die einen zu stellen?

Wann lernt der Mensch endlich, dass er auch nur ein Tier ist und räumt den Tieren die gleichen Rechte ein wie ihm selbst, anstatt sich arrogant und egoistisch nur nach seinen Bedürfnissen zu richten?
 
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