Weißmaulkrankheit, Heilung noch möglich?

Diskutiere Weißmaulkrankheit, Heilung noch möglich? im Krankheiten und ungebetene Gäste Forum im Bereich Süßwasser-Aquaristik; Hallo. Ich habe ein Problem mit meinem 63l Becken. Aus Verzweiflung war ich etwas radikal und wollte euch um Erfahrungen mit dem Heilungsverlauf...
D

Drakon

Beiträge
222
Reaktionen
2
Hallo. Ich habe ein Problem mit meinem 63l Becken. Aus Verzweiflung war ich etwas radikal und wollte euch um Erfahrungen mit dem Heilungsverlauf der o.g. Krankheit bitten. Doch zuerst einmal eine Grobe Übersicht:
Beckengtöße 63l
Bodengrung : von feinem Kies zu Flusssand (gemischt von ganz fein bis kleine (leider auch spitze) Steinchen
Pflanzen : Wasserpest 1 Strang da radikal gekürzt + 4 treibende Triebe, 1 mittelgroße Schwertpflanze, 3 Stränge kl. Papageienblatt (seit 6 Monaten stagniert im Wachstum, trotz kürzen, Dünger, Wasserwechsel und Umpflanzen, bildet nur Wurzeln), Javamoos (einzelne Fäden, vermehrt sich aber unbemerkt immer wieder), Deko: 4 Wurzeln (Mangrove oder Morkie, kann die nicht auseinandeerhalten, wenn die so grob sind).
Licht LED (Hygger) und Filter Tetra Ex 600 Außenfilter.
Maßnahmen: Vor 3 Wochen Bodengrundwechsel innerhalb von 3 Tagen mit laufendem Filter. Wasserpflanzen auf o.g. Maß gekürzt bzw. verkleinert.
Besatz: 5 Kardinalfische, 5 Pandapanzerwelse, 3 Blue Perl Garnelen und Blasen-und TDSchnecken
Problem: 1 einzelner Pandawels hat seit Monaten Maulfäule gehabt. Habe vor 1 Woche den Bestand von 2 (reduzierte sich öfter immer wieder auf 2 zurück) wieder erstmal auf 5 aufgestockt.
Wasserwechsel hatte ich immer alle 1-2 Wochen 30-50% gemacht.
Habe zusätzlich seit 1 Woche Seemandelbaumblätter (mittlerweile 7) und 2 Bio-Zimtstangen ins Becken getan. Jetzt sehe ich, dass das Maul weiß, optisch vorgestölpt (oder Maul fehlt, schwer zu sagen) und die Öffnung kaum zu erkennen ist, anders aussieht, als bei den anderen (Deformiert oder abgefault?) Ab wann müsste eine optische Besserung theoretisch zu erkennen sein, oder zumindest das weiße in der Maulhaut zurückgehen, sodass ich weiß, dass ich auf dem richtigen Weg bin (was die Haltungsbedingungen angeht), es den Welsen so angenehm wie möglich zu machen.
Salzbehandlung geht nicht, da die das angeblich schlecht vertragen. Chemie möchte ich nicht. Alle anderen Fische bisher unauffällig. Der kranke hatte erst vor 2 Wochen aufgehört zu fressen, aber seit der Untäumktion und der Aufstockung frisst er wieder, wenn auch langsamer als die Kollegen. Er "versucht sogar zu gründeln, ist aber schonend dabei, da das Maul wohl wehtut, kaputt ist und evtl. ein Teil fehlt. Wächst das nach? Ich erkenne das echt schlecht, da das weiße mit der gesunden Haut verschwimmt und die Ursprungsform des Mauls nicht mehr weis. Und das Glas verzerrt das auch etwas. (Von der Größe ein Weibchen).
Sollte ich wenigr Wasserwechsel machen um die Konzentration der Wirkstoffe der Blätter zu steigern?
LG und danke für Feedbacks.
 
04.12.2020
#1
A

Anzeige

Gast

Schau mal hier: Weißmaulkrankheit, Heilung noch möglich? . Dort wird jeder fündig!
Wassn

Wassn

Moderatorin
Beiträge
3.137
Reaktionen
5.623

AW: Weißmaulkrankheit, Heilung noch möglich?

Hi,
Meine Erfahrungen in der Aquaristik liegen schon ein bisschen zurück....
Als ich eingestiegen bin, meine ein Freund: umso kleiner das Becken, umso schwerer es im Gleichgewicht zu halten. Ich hatte ein 200l und ein 240l Becken. Sie hatten Innenfilter (ähnlich wie der Hamburger Mattenfilter nur in kleiner)
Wichtig: Filterreinigung nur mit kaltem Wasser, da sonst zu viele gute Bakterien absterben. Filterreinigung und Wasserwechsel nicht gleichzeitig machen. Wasserwechsel 1x in der Woche. 50%finde ich zu viel, das bringt das sensible Gleichgewicht durcheinander. Ziel ist es, das Backen ruhig und konstant laufen zu haben. Dh. Die Wasserwerte sollten auch nicht allzu stark schwanken. Jedes mal, wenn du neues Wasser einfüllst (30 -50%) verändert sich das Gleichgewicht und die Fische müssen sich "gewöhnen", bzw damit zurechtfinden. Das bedeutet Stress. Ich würde dann eher viel weniger, dafür öfter wechseln, während der Krankheitsphase. Die Weißmaulkrankheit ist ein Bakterium.
Hast du mal Erlenzapfen ausprobiert?
Wenn nichts hilft, würd ich tatsächlich Chemie benutzen, oder den schwer kranken Fisch erlösen. Das Maul ist auch sehr empfindlich und mit vielen Nerven besetzt. Wahrscheinlich hat er große Schmerzen.
Alles Gute!
Hier findest du auch gute Infos zur Krankheit: https://www.interaquaristik.de/content/maulfaeule-weissmaulkrankheit
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: Uromastix
D

Drakon

Beiträge
222
Reaktionen
2

AW: Weißmaulkrankheit, Heilung noch möglich?

Was kann ich noch tun um eine Infektion der anderen vorzubeugen oder den entgegen zu wirken? Temperatur liegt bei 23 Grad. Ein größeres Becken geht leider nicht. Kein Platz.
 
Wassn

Wassn

Moderatorin
Beiträge
3.137
Reaktionen
5.623

AW: Weißmaulkrankheit, Heilung noch möglich?

Ich habe dir schon geschrieben, was ich machen würde.
Täglicher "Klein"- Teilwasserwechsel
Filter nur noch mit kaltem Wasser reinigen und nicht am selben Tag wie den Wasserwechsel
Erlenzapfen.
Wenn nichts hilft und der Fisch nicht fressen kann:
Chemie
und wenn die nicht hilft,
Fisch erlösen.

Was im Aquarium eine Tatsache ist:
1. das Aquarium ist ein Organismus. Überall herrscht die gleiche Temperatur: Fisch, Wasser, Pflanzen... alles gleich
2. Selbst wenn nur ein Fisch die Symptome zeigt, kann der Rest auch infiziert sein. Der Fisch schwimmt durch das Wasser, das Wasser nimmt die Bakterien an, die anderen Fische, die das Wasser durch ihre Kiemen ziehen nehmen die Bakterien über die Haut usw auf.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Wolke24 und Uromastix
cichy

cichy

Beiträge
5.384
Reaktionen
151

AW: Weißmaulkrankheit, Heilung noch möglich?

Huhu,

dein Bodengrund ist total in Ordnung. Das Argument, die würden sich an spitzen Steinen das Maul kaputt machen, kommt nur von Leuten die keine Ahnung haben.

Die Pandas finde ich sehr schwierig, im Gegensatz zu anderen Zwergpanzerwelsen. Sie sind viel empfindlicher und scheuer.

Grundlegend wäre zu erwähnen, dass die Tiere, vor allem zum Einzug und im Jugendstadium gut und hochwertig gefüttert werden müssen. Viele Tiere verhungern schlichtweg. Am besten eignen sich lebende Tubifex (nicht tiefkühl!) und auch Mückenlarven wenn sie nicht zu groß sind sowie Frostfutter Cyclops und andere kleine Arten. Auch sehr empfehlenswert aber teuer ist das JBL Plankton. Tabs eher seltener bzw. 1-2 mal die Woche. Lebendfutter steht im Vordergrund da sie das Becken bei weitem nicht so belasten.

Die Tiere sollten in größeren Gruppen gehalten werden. Je mehr Tiere, desto offenkundiger und mutiger sind sie unterwegs. Scheue und auch neue Tiere verkümmern extrem schnell weil sie in diesem desolaten Zustand einfach keine Kraft haben ewig zu warten bis Futter zu ihnen kommt, sich aber auch nicht trauen es zu suchen.
Das gilt übrigens für die aller meisten gruppenorientierten Arten, auch für die Kardinäle. 5 Tiere sind bedeutend zu wenig.

63L klingt nach einem Becken das eher hoch statt breit/lang ist. Die größere Höhe ist für die meisten Arten total nutzlos - für die am Boden lebenden Panzerwelse erst recht. Ich gehe aber trotzdem mal von einer ausreichenden Grundfläche aus. Auch für das Wachstum von Pflanzen ist es eher nicht so optimal, außer man hat eine gute Beleuchtung, hört sich aber nicht so an.
Wasserpest ist ohnehin eine zickige Pflanze. Bei manchen wächst sie, bei anderen nicht. Probiere einfach mal andere Pflanzenarten aus, vielleicht wachsen sie bei dir besser. Was nun genau das Problem mit deinen Pflanzen ist, lässt sich aber mit den Infos und ohne Bilder erstmal nicht beantworten.

Nun zu deinem Krankheitsproblem und mein Vorschlag:

- Boden 1x gründlich absaugen/mulmen (um möglichst wenig organische Belastung für schwache Tiere zu haben)
- jeden 2. Tag Wasserwechsel von wenigstens 50-60% für eine ca. Woche. Danach alle 3 Tage, dann alle 4 Tage bis hin zu 1x die Woche langsam ausschleichen
- die Tiere mind. 2 Wochen nur mit Lebendfutter füttern. Viel Tubifex da die lange überleben.
- Zimtstangen gleich rausnehmen, nur Erlenzäpfchen und/oder Laub verwenden

Die Barteln wachsen nicht nach, evtl. ist es für die betroffenen Tiere auch zu spät und sie werden verkümmern. Bei optimalen Bedingungen können die Tiere aber auch ohne Barteln gefühlt ewig leben, ich hab da auch so einen kleinen Kümmerling der beim Kauf schon geschädigt war. Wenn du den Besatz aufstockst, gehe genau so vor wie oben beschrieben - als ob sie schon krank wären. Alternativ sind die Corydoras habrosus einfacher in der Haltung und stabiler beim Kauf.

Du kannst zusätzlich das Easylife Voogle ausprobieren, damit habe ich schon echt hoffnungslos kranke Tiere heilen können und kann es wirklich sehr empfehlen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Thema:

Weißmaulkrankheit, Heilung noch möglich?